Start Aus den Verbänden „Das gesamte Schulwesen gehört auf den Prüfstand“: GEW zieht vernichtende PISA-Bilanz

„Das gesamte Schulwesen gehört auf den Prüfstand“: GEW zieht vernichtende PISA-Bilanz

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BERLIN/FRANKFURT. Erst bescheinigt PISA Deutschland historische Tiefstände und eine weiterhin besonders ausgeprägte soziale Ungleichheit von Bildungschancen – nun will der Bund nach Darstellung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ausgerechnet bei Bildung und sozialer Unterstützung kürzen. Für GEW-Chefin Maike Finnern passt das nicht zusammen. „Wer die Bildung kaputtspart, legt die Axt an die Zukunftsfähigkeit des Landes und schwächt die Demokratie!“, warnt sie mit Blick auf den Bundeshaushalt 2027. Für die Gewerkschaft ist PISA dabei nicht nur Anlass, mehr Geld zu fordern: Sie hält die Bildungspolitik der vergangenen 25 Jahre für gescheitert und verlangt, „das gesamte Schulwesen“ auf den Prüfstand zu stellen.

„Falsches Signal“: GEW-Chefin Maike Finnern. Foto: GEW/Kay Herschelmann

Nach dem Regierungsentwurf für den Bundeshaushalt sollen dem Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend 2027 insgesamt 15,48 Milliarden Euro zur Verfügung stehen. 2026 waren es nach Angaben der GEW 16,66 Milliarden Euro.

„Es ist unbegreiflich, dass in der Bildung dermaßen der Rotstift angesetzt werden soll“, kritisiert Finnern. „Die PISA-Ergebnisse dieser Woche haben gezeigt, dass Deutschland dringend mehr für Kinder und Jugendliche tun muss. Mehr Geld für junge Menschen, Familien und Bildungseinrichtungen ist eine direkte Investition in Bildungschancen und Demokratie – und damit in die Zukunft von Deutschland. Daran zu sparen ist das falsche Signal.“

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Besonders scharf reagiert die GEW auf die soziale Schieflage in der Bildung. „Deutschland ist beim Thema Chancengleichheit unter den PISA-Schlusslichtern. Die verantwortlichen Politikerinnen und Politiker der letzten 25 Jahre müssten sich dafür in Grund und Boden schämen“, sagt Finnern. „Stattdessen kürzt die Ministerin im Haushaltsentwurf massiv, gerade das, was Kindern, Jugendlichen, jungen Erwachsenen und Familien helfen könnte.“

„Es ist ein handfester Skandal, dass wir in Deutschland nach wie vor solche Probleme mit Chancenungleichheit und Bildungsungerechtigkeit haben“

Das betrifft nach Angaben der Gewerkschaft ausgerechnet die frühkindliche Bildung. Für das Investitionsprogramm „Kindertagesbetreuung“ sollen 2027 noch rund 433,8 Millionen Euro bereitstehen, nach 940 Millionen Euro im Vorjahr. Finnern kritisiert, mit dem Startchancen- und Qualitätsentwicklungsgesetz werde stärker auf die Bewertung von Kindern im Kita-Alter gesetzt, während gleichzeitig bei den Strukturen gekürzt werde. „Das kann nur zu Lasten der Bildungsqualität und der Arbeit der Pädagoginnen und Pädagogen gehen. Wir fordern das Parlament auf, gerade bei den Kleinsten nachzusteuern.“

Auch Kürzungen bei Demokratiearbeit und Extremismusprävention kritisiert die Gewerkschaft. Angesichts rechtsextremer Wahlerfolge müssten Bildung und Demokratieförderung Priorität haben. „Wenig immunisiert so nachhaltig gegen extremistische Einflüsse, wie eine gute Bildung und aussichtsreiche Zukunftsperspektiven. Das sichert gleichzeitig den persönlichen als auch den gesellschaftlichen Wohlstand“, sagt Finnern.

Hinzu komme die Situation auf dem Ausbildungsmarkt. Rund 2,7 Millionen junge Menschen zwischen 20 und 34 Jahren hätten keinen Berufsabschluss. Die GEW fordert deshalb mehr Ressourcen, ein Aktionsprogramm für zusätzliche Ausbildungsplätze und eine Ausweitung der Ausbildungsgarantie.

Wie groß der bildungspolitische Handlungsbedarf aus Sicht der Gewerkschaft ist, macht sie vor allem an den gemessenen Effekten sozialer Herkunft fest. Nach den von ihr angeführten PISA-Daten beträgt der Leistungsabstand in den Naturwissenschaften zwischen sozioökonomisch begünstigten und benachteiligten Jugendlichen in Deutschland 125 Punkte; im OECD-Durchschnitt sind es 85 Punkte. Der sozioökonomische Hintergrund erklärt demnach in Deutschland 19 Prozent der Unterschiede in den naturwissenschaftlichen Leistungen, gegenüber 11,6 Prozent im OECD-Durchschnitt. Nur fünf der 90 erfassten Länder schneiden nach Darstellung der GEW bei diesem Maß noch schlechter ab.

„Ein Vierteljahrhundert PISA-Maßnahmen haben unterm Strich nichts gebracht“, sagt Anja Bensinger-Stolze, im GEW-Vorstand für den Bereich Schule verantwortlich. Nach 25 Jahren hänge der Bildungserfolg in Deutschland noch immer so stark vom Elternhaus ab wie in kaum einem anderen Land. „Es ist ein handfester Skandal, dass wir in Deutschland nach wie vor solche Probleme mit Chancenungleichheit und Bildungsungerechtigkeit haben. Allen Erhebungen und dem Herumdoktern der Politik zum Trotz trägt das Schulsystem quasi nichts dazu bei, die starke Verknüpfung von Bildung und sozialem Hintergrund abzumildern. Im Gegenteil: Es zementiert und verstärkt sie sogar.“

Die GEW macht dafür auch die bildungspolitischen Konsequenzen verantwortlich, die nach dem ersten PISA-Schock gezogen wurden. Seit 2001 sei Bildungsqualität vor allem über Standards, Tests und Leistungsvergleiche definiert worden. Pädagogische Vielfalt, soziale Ziele sowie gute Lern- und Arbeitsbedingungen seien dagegen zu kurz gekommen. Gleichzeitig seien finanzielle und personelle Probleme über Jahre verschleppt worden. „Die dramatischen Folgen sehen wir heute an allen Schulen: Personalmangel, Überlastung und eine eklatante Vernachlässigung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes“, sagt Bensinger-Stolze.

Mehr Tests und Diagnosen hält sie deshalb nicht für die entscheidende Antwort auf die neuen PISA-Befunde. „Stattdessen setzt die Politik weiterhin auf ein verkürztes, technokratisches Qualitätsverständnis und fordert noch mehr Daten, noch mehr Diagnosen, noch mehr Tests. Aber bessere und mehr Daten bedeuten nicht automatisch bessere Bildung“, erklärt sie.

Die Kritik trifft damit einen Ansatz, auf den die Bildungspolitik nach PISA verstärkt setzt: Förderbedarfe früher zu erkennen und Schulen stärker auf Grundlage von Daten zu steuern. Bensinger-Stolze hält dagegen: „Die datengestützte Steuerung und Entwicklung von Schulen wirkt wie die letzte Rettungsboje der Politik im Abwärtstrend, um Handlungsfähigkeit behaupten zu können.“

Statt weiterer Erhebungen bräuchten Schulen konkrete Unterstützung, argumentiert die GEW – etwa bei Inklusion und individueller Förderung, aber auch bei Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz. Dabei sieht sie nicht die grundsätzliche Bereitschaft der Lehrkräfte als Problem. „Lehrkräfte sind offen für Digitalisierung. Unter dem Strich wird der Fokus bisher zu einseitig auf das Lernen mit KI gelegt. Das Lernen über KI kommt deutlich zu kurz.“

„Wäre unsere Bildungspolitik jetzt wie die PISA-Studie 25 Jahre alt und hätte unser Bildungssystem durchlaufen, wäre sie heute ohne Abschluss und arbeitslos“

Die Gewerkschaft fordert einen „Masterplan gegen Bildungsarmut und soziale Ungerechtigkeit“. Er soll die Förderung von Schülerinnen und Schülern mit besseren Lern- und Arbeitsbedingungen, der Professionalisierung des Personals, Chancengleichheit sowie dem Wohlbefinden von Lernenden und Beschäftigten verbinden.

Das Startchancenprogramm hält die GEW grundsätzlich für sinnvoll, aber nicht für ausreichend. Es bleibe ein „Tropfen auf dem heißen Stein“, wenn es nicht dauerhaft fortgeführt und Bestandteil des Systems werde. Dabei soll es nach Vorstellung der Gewerkschaft nicht primär als Instrument datengestützter Steuerung verstanden werden, sondern in eine umfassende inklusive Strategie eingebettet sein.

Bensinger-Stolze: „Das gesamte Schulwesen gehört mittlerweile auf den Prüfstand, spätestens nach diesem PISA-Bildungsarmutszeugnis.“ Ihre Bilanz nach einem Vierteljahrhundert PISA (die erste Studie wurde 2001 veröffentlicht) fällt entsprechend aus: „Wäre unsere Bildungspolitik jetzt wie die PISA-Studie 25 Jahre alt und hätte unser Bildungssystem durchlaufen, wäre sie heute ohne Abschluss und arbeitslos.“ News4teachers

„Schluss mit Schuldzuweisungen“: Philologen verteidigen Schulen und Lehrkräfte nach PISA (und richten den Blick auf vorschulische Förderung)

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24 Kommentare
Lera
1 Monat zuvor

Zahlreiche bildungspolitische Vorschläge/ Forderungen der GEW gehören ebenfalls auf den Prüfstand.

Augenblickfang
1 Monat zuvor
Antwortet  Lera

Ja! Unbedingt. Die sind eher Ursache als Lösung der Misere!

Hansjoachim
1 Monat zuvor
Antwortet  Lera

Und wer übernimmt eine Garantie dass eine bestimmter Vorschlag im Falle seiner Realisierung etwas Bestimmtes verbessert, z.B. die PISA-Punkte oder die beklagte „soziale Schieflage“ ?
Kritisieren ist leicht, besser machen dagegen viel schwerer.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Lera

Soll heißen, Sie stimmen der GEW im Artikel zu, können aber nicht mehr ohne Kritik + Austritt zum Thema schreiben? 😀

Augenblickfang
1 Monat zuvor

Es ist wie in all den anderen Jahren nach all den anderen Prüfungen und Studien, jeder sieht nun darin Begründungen für seine schulpolitischen Ideen, die er IMMER SCHON hatte, egal, ob sie wirklich eine Lösung sind oder nicht.

All die bisherigen Reformen seit der 1. PISA-Studie haben ja offensichtlich keine Lösung gebracht. Ich erinnere mich gut, wie das 1. PISA herhalten musste, um aus dem dreigliedrigen Schulsystem ein zweigliedriges in den meisten Bundesländern zu machen und immer wurde unterschlagen, dass Flandern (Landesteil in Belgien) gut abschnitt und auch ein gegliedertes Schulsystem ab Klasse 7 hat.

Es ging eben nur darum und so ist es jetzt wieder, den eigenen schulpolitischen Ideen eine Begründung mittels PISA zu geben.

https://de.wikipedia.org/wiki/Bildungssystem_in_Belgien

PS: „Homeschooling“ ist in Flandern bzw. Belgien erlaubt.

Rüdiger Vehrenkamp
1 Monat zuvor
Antwortet  Augenblickfang

Es kamen immer mehr Gemeinschaftsschulen, zeitgleich wurden wir in PISA immer schlechter. Da könnte wohl ein Zusammenhang bestehen.

Salatteller
1 Monat zuvor

Wo kamen immer mehr Gemeinschaftsschulen? Bitte etwas genauer, bitte auch mit vorher, nachher. Ich habe wahrgenommen, dass in Koalitionen manchmal Gemeinschaftsschulen auf dem Programm standen, aber das waren dann immer nur einzelne, die erlaubt wurden. Im Schatten der Gymnasien haben die eh keinen Sinn. „Abiturschüler“ bevorzugen dann doch die „richtigen Gymnasien“.

Rüdiger Vehrenkamp
1 Monat zuvor
Antwortet  Salatteller

In BW wurde die Gemeinschaftsschule ab 2012 eingeführt. Inzwischen gibt es über 300 Stück davon, wovon – nach meinen Recherchen – tatsächlich nur sehr wenige die gymnasiale Oberstufe anbieten. Gleichzeitig wurden die verbindliche Grundschulempfehlung abgeschafft und die Bildungspläne so verändert, dass alle anderen Schularten, insbesondere die Realschule, in ihrem Profil total verwässert wurde. Das überrascht nicht, denn die SPD hat das „Zwei-Säulen-Modell“ nach wie vor auf der Agenda, die wollte die Realschule in BW folglich komplett abschaffen. Glücklicherweise folgte eine grün-schwarze Koalition, die dieses Vorhaben nicht weiter verfolgte.

Mit Herrn Stoch (SPD) als Kultusminister und seinen Reformen, sackte Baden-Württemberg im Vergleich der Bundesländer kolossal ab.

Konfutse
1 Monat zuvor

Das stimmt schon, aber grünschwarz hat das Ganze pervertiert, indem es seit Januar 2025 nur noch die Sekundarschulen gibt. Werkrealschule ist abgeschafft, die Hauptschule blutet dadurch aus (politisch gewollt), Realschulen werden zur WRS gemacht und derzeit vollgestopft, Abschlüsse der Schularten werden vereinheitlicht. In den ehemaligen RS darf man keine eigenen HS-Klassen bilden, Zusammenschlüsse bzw. Kooperationen mit der HS sind untersagt. Daraus folgt, dass die RS in die Knie gezwungen werden und über kurz oder lang das Konzept der GMS übernehmen müssen. Auf den Gebäuden stehen zwar die alten Schulnamen, aber die gibt es nicht mehr.
Es gibt zwei Schularten: Gymnasium und Sekundarschule. Die Sekundarschulen sind Restschulen. Chancenungleichheit politisch forciert und zementiert.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor

Ja, wenn man keine Ahnung hat und Forschung als „den Elfenbeinturm“ bezeichnet.
Ergötzen Sie uns als Nächstes mit Ihrer Beobachtung, dass bei Ärzt*innen meist nur Kranke sind? (gähn)

Rüdiger Vehrenkamp
1 Monat zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Ich kann aus Ihrem Einlass nicht mal den Hauch eines Gegenarguments herauslesen, sondern allenfalls die Erkenntnis, dass Ihr eigenes Weltbild nicht zur Realität zu passen scheint.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor

Ach ich hab noch einen:

Alle Menschen, die Korrelation von Kausalität nicht unterscheiden können, werden sterben! 😉

blau
1 Monat zuvor

Also ehrlich, wir geben mehr Geld als Großbritannien pro Kind aus und schneiden trotzdem schlechter ab.
Es ist politisch gewollt, dass wir aus selbständiges Lernen setzen um der Heterogenität zu begegnen. Weil das in Skandinavien funktioniert. Nur dort wird wesentlich mehr Geld in Kleingruppen- und Einzelförderung investiert. Wer Hü sagt, muss auch hott sagen! Also selbständiges Lernen nur mit maximaler teurer Unterstützung für alle, die es nötig haben.
Oder eben ehrlich sein und sagen, dass das bei uns so nicht funktioniert. Lieber an England orientieren und mit Disziplin und Lemov den Abwärtstrend stoppen.
Und das muss politisch angestoßen werden. Der andere Kram wurde auch durch die didaktischen Leitungen in unsere Schule man getragen. Wer hat die damit beauftragt? Sagt ihnen das Gegenteil. Mehr Lehrer, mehr Struktur, mehr effektiver Unterricht, mehr evidenzbasierter Unterricht statt selbständigem Lernen mit Null oder Minuseffekt

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  blau

„Es ist politisch gewollt, dass wir aus selbständiges Lernen setzen um der Heterogenität zu begegnen. “
Ersteres ja, Zweiteres nicht unbedingt. Die PISA-Führenden haben ja auch Inklusion – gerade schwächere Schüler*innen profitieren ja vergleichsweise von lehrkräftezentriertem Unterricht

Jennifer Brors
1 Monat zuvor

In Hinblick auf die dargestellte Chancenungleichheit in Zusammenhang mit sozioökonomischen Status des Elternhauses, merke ich folgendes an:

– Wieso entscheidet in ausschlaggebender Weise eine einzige Person ( Grundschullehrerin über den weiteren Bildungsweg eines Kindes)? Diese erstellt Gutachten und beurteilt die kognitiven Leistungen eines Kindes und Faktoren wie Sympathie gegenüber dem Kind, Sympathie oder Antipathie gegenüber den Eltern spielen keine Rolle?) Ich bitte Sie!! Es gibt intelligente Eltern, sprachgewandt, gut ausgebildet oder in finanzieller Oberschichtlage! Meinen Sie allen Ernstes, dass diese beim Gespräch über die weitere Schulform ( wenn die Lehrerin ehrlich ist und eine Hauptschulempfehlung ausspricht, gerade weil sie den Schüler mag / hier Sympathiefaktor ) nicht zu 90 Prozent ablehnend gegenüber stehen?! Diese Leute tun Alles, um ihr Kind/ egal ob mittel begabtetwas unterdurchschnittlich begabt, aber mit super social skills und ganz viel Herznicht dennoch “ unbedingt“ aufs Gymnasium zu schicken!! Das Gutachten muss gefälligst die hoch heilige Gynasialempfehlung enthalten!! Die Lehrerin wird im Gespräch zum Übertritt auf das mögliche, ach so tolle Gymnasium, mit 30 Eltern konfrontiert, in einem Raum sitzend, hintereinander, Manche nett und freundlich, andere distanziert und kühl usw. Und alle wollen ihr Kind mittlerweile auf dem “ hoch heiligen Gymnasium“ sehen! Und dann wird ein Kind, welches zwar nett und durchschnittlich begabt ist, aufs Gymnasium geschickt, nur um dann in der 8. oder 9. Klasse zu scheitern ( Dank Mathe / setzt logisches Denken voraus, welche nicht vorhanden sein kann, aber nicht auszugleichen ist durch ein “ sehr gut“ in Deutsch!) ! Dann doch besser einen “ culture free test“ ( erfunden in den USA/ ohne Testinhalte zum Sprachniveau bzw. nur 8 Bereiche) Ende der vierten Klasse durchführen lassen! Und zwar unter ruhigen Bedingungen mit Schulpsychologen in Einzelraum! Dann wüsste man jedenfalls in gerechter Weise, wer nun in bestimmten Bereichen begabter oder unbegabter ist. Jedenfalls würde weder die Lehrerin, noch die Eltern darüber entscheiden, ob das Selbstbewusstsein eines durchschnittlichen begabten Kindes später zu leiden hat, im Sinne einer Überforderung und eines Schulwechsels durch Scheitern in der Mittelstufe! Verursacht durch deren Entscheidung, ihr Kind um jeden Preis auf das Gymnasium schicken zu wollen! Ich selbst bin Befürworter des Home schoolings, nicht für alle Kinder, aber für Einige, auch die Waldorf Pädagogik finde ich aus persönlichen Gründen zu befürworten, da sie mehrere Sinne fördert, völlig ohne Bewertung arbeitet und die Persönlichkeit des Kindes kreativ und umweltfreundlich fördert. Aber die Wenigsten sehen in ihrem Kind einen freien Drehbuchautor, einen späteren Music Dancer, da es wichtiger erscheint, in erster Linie Anwalt oder Lehrer zu werden! Na ja, jedenfalls würde ich selbst auch nicht mit dem derzeitig vorgegebenen Leseeinheiten in der Grundschule arbeiten wollen! Man könnte so vielseitige Kinderliteratur einfach nur Vorlesen ( Christine Nöstlinger,Geschichten vom Franz usw. ). Wird aber meist nicht gemacht…. Da die meisten Bücher und Arbeitsmaterialien vorgegeben sind! Außerdem könnte man den Kindern auch wöchentlich 3 Kinderbücher zum Entleih mit nach Hause geben! Dazu müssten aber viel mehr Schulbibliotheken eingerichtet werden! Die Kinder könnten sich selbst etwas aussuchen in der Bibliothek und über den Inhalt in begeisterter Weise berichten, da es sie interessiert hat!

S.B.
1 Monat zuvor

Wenn ich Berichte über die GEW lese, geht es immer nur um Forderungen. Wie wäre es mal mit einem Danke?

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  S.B.

Wofür? Das ist eine Gewerkschaft.
Egal, wie man die GEW findet, Fordern gehört zu den wichtigsten Aufgaben von Gewerkschaften.

Salatteller
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Es war die GEW, die in verschiedenen Bundesländern A13/E13 für alle durchgesetzt hat. Also es waren auch Landesregierungen, die sich darauf einließen.

In manchen Bundesländern gab es auch Erleichterungen für die Lehrer. Ja, nicht genug, aber es gab sie.

real_anka
29 Tage zuvor
Antwortet  S.B.

Danke, liebe GEWerkschaft, dass ihr den BAT für den AG-freundlicheren TVL aufgegeben habt,
Danke, liebe GEWerkschaft, dass ihr euch so rührend um angestellte Lehrkräfte kümmert,
Danke, liebe GEWerkschaft, dass ihr euch auch einem solch spannenden allgemeinpolitischen Mandat verschrieben habt,
Danke, liebe GEWerkschaft, dass ihr bei der Frage der gebotenen verfassungsrechtlichen Alimentation von Beamten nicht mal auf Mails antwortet, die nach Verbesserungen für Angestellte fragen,
Danke, liebe GEWerkschaft, dass ihr für uns (d.h. die Beamten) da seid.
Ein ganz großes, tiefepfundenes Danke für wenig.

Cassiopeia66
1 Monat zuvor

Die Eltern haben mittlerweile unser Schulsystem aufgegeben und gehen andere Wege. Evangelische und katholische Schulen, Waldorfschulen und Internate, ausgewählte Gymnasien oder ein Umzug aufs Land. Das eigene Kind steht an erster Stelle. Das Schiff geht unter und die Eltern suchen die Rettungsboote.

Elon Marx
1 Monat zuvor

„Ein Vierteljahrhundert PISA-Maßnahmen haben unterm Strich nichts gebracht“ …das ist die entscheidende Kernaussage hier.

Im Vergleich mit vor 25 Jahren steht in unseren Schulen kein Stein mehr auf dem anderen.

Qualitätsmanagement, Bildungsstandards, Kompetenzorientierung, Vergleichsarbeiten, zentrale Prüfungen, G9, G8 und Rolle rückwärts, Auflösung von Haupt- und Förderschulen, Errichtung eines Zweiklassenschulsystems, Rückbau der beruflichen Bildung, Recht auf und perspektivisch de facto Pflicht zur Ganztagsbetreuung, Inklusion, Digitalisierung, Standardisierung, Individualisierung, Flexibilisierung, Bolognarisierung.

Und die Zeitungen titeln: „werden wir immer dümmer?“.

https://www.zeit.de/2026/39/pisa-studie-schuelerleistungen-bildung-lesekompetenz-smartphone-ki

mama51
1 Monat zuvor

Was soll`s (heul!):

Schiffbruch mit jahrzehntelanger Ansage! 🙁 Seufz!

Se Länd
1 Monat zuvor

Für mich ist das inzwischen ein Muster in Deutschland: Deutschland könnte, wenn es wollte – es will aber nicht.Dieses Muster sieht man nicht nur im Bildungssystem, sondern ebenso im Gesundheitssystem, bei der Rente, der Familienpolitik, beim Wohnungsbau oder bei der Infrastruktur.
Das eigentliche Problem möchte ich dabei klar adressieren: Wir wollen möglichst niemandem auf die Füße treten.Notwendige Entscheidungen werden deshalb vertagt, verwässert oder durch immer neue Einzelmaßnahmen ersetzt. Jede Interessengruppe verteidigt verständlicherweise ihren Status quo, und Politik versucht, möglichst viele dieser Interessen gleichzeitig zu bedienen. Das Ergebnis ist dann genau das, was wir derzeit beobachten: Die grundlegenden Probleme bleiben bestehen und die Systeme erodieren langsam vor sich hin.
Gerade im Bildungsbereich ist das besonders bemerkenswert. Seit Jahrzehnten wird reformiert, evaluiert, standardisiert und mit neuen Programmen nachgesteuert. Trotzdem beschreibt selbst die GEW weiterhin Personalmangel, Überlastung und strukturelle Probleme und kommt nach 25 Jahren PISA zu dem Schluss, dass das gesamte Schulwesen auf den Prüfstand gehöre.
Ein kleines Beispiel für die dahinterliegende Haltung habe ich kürzlich selbst erlebt: Ein privatversicherter Kollege war völlig überrascht, als ihm klar wurde, dass auch ihn Einschnitte im GKV-System mittelbar treffen können – etwa dann, wenn gemeinsame Versorgungsstrukturen wie die Luftrettung eingeschränkt würden. Sinngemäß war die Reaktion: „Aber ich bin doch privat versichert.“ Genau das ist für mich ein Teil des Problems. Wir betrachten politische Entscheidungen sehr häufig nur danach, ob sie uns unmittelbar und individuell betreffen. Dabei funktionieren zentrale gesellschaftliche Systeme eben nicht wie voneinander getrennte Versicherungsverträge.
Wenn medizinische Infrastruktur, Schulen, Kommunen oder andere öffentliche Strukturen erodieren, kann man sich dem nicht dadurch entziehen, dass man selbst privat versichert ist, ein höheres Einkommen hat oder einer vermeintlich besonders geschützten Gruppe angehört. Wir haben uns teilweise daran gewöhnt, den eigenen Anspruch als individuell garantiert zu betrachten und die Finanzierung des Gesamtsystems als Problem der anderen.
Dieses Muster sehe ich durchaus auch bei uns Beamten – und das sage ich ausdrücklich als Beamter selbst. Reformen sind dringend notwendig, solange sie möglichst die anderen betreffen. Gleichzeitig werden langfristige Leistungs- und Versorgungszusagen teilweise so behandelt, als seien sie von der finanziellen Leistungsfähigkeit von Bund und Ländern vollkommen entkoppelt. Die fiskalischen Spielräume werden aber nicht größer, nur weil wir über diesen Konflikt nicht sprechen.
Irgendwann werden sich diese beiden Realitäten treffen. Dann wird die Frage sein, ob wir vorher gestalten oder hinterher unter Zeit- und Finanzierungsdruck reagieren müssen.
Mein zunehmend pessimistischer Eindruck ist deshalb: Deutschland reformiert viele seiner Systeme nicht dann, wenn Reformen sinnvoll und noch vergleichsweise schmerzarm wären, sondern erst dann, wenn die Realität keine andere Wahl mehr lässt. Und dann wird irgendwann nicht mehr darüber diskutiert, wie wir den bestehenden Wohlstand erhalten, sondern nur noch darüber, wie viel davon sich überhaupt noch retten lässt.

Simon
1 Monat zuvor

Interessant ist, dass es Länder gibt, die bei PISA Schüler ausschließen, die nicht genügend Kenntnisse in der Landessprsche haben: https://www.noz.de/deutschland-welt/politik/artikel/pisa-studie-wo-schueler-mit-einwanderungsgeschichte-besser-sind-51414615