HAMBURG. Die Oberstufen an Hamburgs weiterführenden Schulen stehen vor einem tiefgreifenden Wandel: Bis spätestens 2027 müssen die neuen Vorgaben der Kultusministerkonferenz (KMK) für die gymnasiale Oberstufe umgesetzt werden. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Hamburg mahnt daher eine breite bildungspolitische Debatte an – und fordert nichts weniger als eine grundlegende Neuausrichtung der Lern- und Prüfungskultur.

Die GEW kritisiert, dass bislang keine öffentlichen Überlegungen zur Umsetzung der KMK-Vorgaben vorgestellt worden seien. Weder gebe es ein Konzept der zuständigen Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung (BSFB) noch klare Positionierungen der politischen Parteien in der Bürgerschaft. „Vor diesem Hintergrund benötigen wir dringend bildungspolitische Impulse, damit die Oberstufen in Hamburg zukunftsorientiert weiterentwickelt werden“, heißt es in der Mitteilung. Die Gewerkschaft fordert die Politik auf, endlich Konzepte vorzulegen und in eine öffentliche Diskussion einzutreten.
Digitale Welt erfordert andere Kompetenzen
Zentral ist für die GEW die Frage, wie Schülerinnen und Schüler künftig auf die Anforderungen einer zunehmend digitalen und automatisierten Welt vorbereitet werden. Insbesondere vor dem Hintergrund der Alltäglichkeit Künstlicher Intelligenz müsse die Lernkultur in der Oberstufe neu gedacht werden. „Die Art und Gestaltung von Prüfungen in den Schulen haben dabei einen großen Einfluss auf die Gestaltung des Lernens und Unterrichts“, so die Gewerkschaft. Sie fordert deshalb eine grundlegende Weiterentwicklung der Prüfungskultur, auch in den Abiturprüfungen.
Bildungspläne neu schreiben
Neben der Prüfungsfrage verlangt die GEW eine Überarbeitung der Bildungspläne für die Vor- und Studienstufen. Diese müssten sich am aktuellen Stand der Forschung orientieren und stärker auf Schlüsselkompetenzen des 21. Jahrhunderts setzen: Kommunikations- und Kollaborationsfähigkeit, Kreativität und kritisches Denken – das sogenannte „4K-Modell“. Ziel sei es, Schüler:innen so zu qualifizieren, dass sie nach dem Abitur ohne Schwierigkeiten in ein Studium oder eine anspruchsvolle Berufsausbildung einsteigen können.
Aus Sicht der GEW drängt die Zeit: „Spätestens bis zum Ende des laufenden Schuljahres müssen die neuen rechtlichen Vorgaben für die Oberstufe geklärt sein, damit den selbstverantworteten Schulen genug Zeit für die Umsetzung der Reform bleibt.“ Die Gewerkschaft fordert deshalb die Bürgerschaftsparteien auf, zeitnah ihre Vorstellungen zu erörtern und öffentlich zu machen. Nur so könnten Schüler:innen, Eltern und pädagogische Fachkräfte frühzeitig in den Prozess einbezogen werden.
Unterstützung erhält die GEW dabei vom „Bündnis für zukunftsfähige Schulen in Hamburg“, das ebenfalls zu Gesprächen bereitsteht. Die Gewerkschaft betont, dass es jetzt darum gehe, die Richtung zu bestimmen: „Wir vermissen aktuell eine öffentliche Diskussion über die Reform der Oberstufe in Hamburg.“ Dürfte bundesweit zum Thema werden. News4teachers
Glaubenskrieg um Künstliche Intelligenz im Unterricht: Verbannen – oder Pflicht?









Nach Noah Yuval Harari ist KI kein Werkzeug sondern ein eigenständiger Player, der nun in die schulischen Arbeits-, Prüfungs- und Abschlussstrukturen sinnvoll eingebunden werden soll … wer überblickt auch nur ansatzweise, wie man mit den kommenden Entwicklungen umgehen kann / könnte, ohne die notwendige individuelle Lern- und Anstrengungsvereitschaft ad absurdum zu führen?
Da ist schon was dran. Manchmal habe ich das Gefühl, die Schüler denken:
“Was erzählt der Opa da vorne, wenn mich das interessieren würde, könnte ich auch die KI fragen.”
Man lässt das Ganze über sich ergehen, weil es für die Klausur und die Abi-Note wichtig sein könnte. Interesse an Wissen? Immer weniger.
Da wird sich einiges ändern müssen in der “Lernkultur”. Aber als kleines Lehrerlein geht mich das nichts an, sollen sich die hochbezahlten Experten in den Schulbehörden darüber den Kopf zerbrechen. Zu irgendetwas müssen die ja nützlich sein…
Ich finde, dass jede Schule bis kommenden Montag 7:30 Uhr ein laminiertes individuelles Konzept vorlegen sollte, welches unabhängig von anderen Schulen entwickelt wird aber kompatibel mit allen anderen Konzepten ist.
Kann ja wohl nicht so schwer sein!
Die GEW fordert und fordert.