Start Leben Trotz niedriger Migrantenquote: Jedes dritte Kind vor Einschulung mit Sprachproblemen

Trotz niedriger Migrantenquote: Jedes dritte Kind vor Einschulung mit Sprachproblemen

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DRESDEN. Die aktuellen Schuleingangsuntersuchungen in Sachsen zeigen einen drastischen Befund: Mehr als ein Drittel der angehenden Erstklässler weist sprachliche Auffälligkeiten auf. Damit liegt das Bundesland trotz einer vergleichsweise niedrigen Migrationsquote deutlich über den Werten anderer Länder wie Niedersachsen – und stellt verbreitete Erklärungen infrage.

Förderbedürftig? (Symbolbild.) Foto: Shutterstock

Die jüngsten Schuleingangsuntersuchungen in Sachsen zeichnen ein Bild, das selbst Fachleute alarmiert. Bei 13.600 der rund 36.800 untersuchten Kinder – das entspricht 37 Prozent – stellten die Amtsärzte im Schuljahr 2024/2025 Auffälligkeiten in der Sprachentwicklung fest. Dazu zählten Stottern, Lispeln sowie Schwierigkeiten, Sätze zu bilden oder Wörter korrekt auszusprechen. Der Anteil ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen: 2019 lag er noch bei 34,8 Prozent.

Die sprachlichen Defizite sind Teil eines breiteren Problems. Für rund 6.000 Kinder empfahlen die untersuchenden Ärzte entweder eine Rückstellung vom Schulbesuch oder den Besuch einer Förderschule. Konkret betraf dies 8,3 Prozent der Kinder mit einer Rückstellungsempfehlung und weitere 8,0 Prozent mit einer Förderschulempfehlung – jeweils Höchststände. Neben Sprachproblemen zeigten viele Fünf- bis Sechsjährige auch Auffälligkeiten beim Sehen, in der Motorik oder beim Zählen.

Bemerkenswert sind diese Zahlen auch im bundesweiten Vergleich. Sachsen gehört mit einem Migrantenanteil von 12,1 Prozent zu den Bundesländern mit den niedrigsten Quoten in Deutschland. Dennoch liegt der Anteil der Kinder mit sprachlichen Auffälligkeiten deutlich höher als etwa in Niedersachsen. Dort wiesen nach den aktuellsten verfügbaren Ergebnissen der Schuleingangsuntersuchungen rund 25 Prozent der Kinder im Jahr 2023 Defizite in der Sprachentwicklung auf, wie unlängst bekannt wurde. In einzelnen Kommunen wie Salzgitter erreichte der Anteil zwar fast die Hälfte, landesweit blieb er jedoch klar unter dem sächsischen Wert.

„In den Familien wird viel weniger als früher gesprochen, werden seltener Geschichten erzählt oder vorgelesen – stattdessen werden die Kinder mit Smartphones oder Tablets ruhiggestellt“

Der Unterschied fällt umso stärker ins Gewicht, wenn man die Bevölkerungsstruktur betrachtet. In Niedersachsen liegt der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund bei etwa 26 Prozent – mehr als doppelt so hoch wie in Sachsen. Migration allein kann die sächsischen Ergebnisse damit nicht erklären. Auch in Niedersachsen zeigen zwar Kinder mit Migrationshintergrund überdurchschnittlich häufig Sprachprobleme, doch die Landesregierung verweist zugleich auf weitere Einflussfaktoren wie soziale Lage, gesundheitliche Einschränkungen, psychische Belastungen sowie veränderte Mediennutzung und die Folgen der Corona-Pandemie.

In Sachsen sehen Kinder- und Jugendärzte ähnliche Ursachen. Melanie Ahaus, Vize-Landesvorsitzende und Sprecherin des Verbands der Kinder- und Jugendärzte in Sachsen, erklärte: „In den Familien wird viel weniger als früher gesprochen, werden seltener Geschichten erzählt oder vorgelesen – stattdessen werden die Kinder mit Smartphones oder Tablets ruhiggestellt.“ Sprache entwickle sich jedoch vor allem durch direkte Ansprache, Beziehung und gemeinsame Zeit.

Die Zahlen aus beiden Bundesländern deuten damit auf ein strukturelles Problem hin, das weit über Fragen von Zuwanderung hinausgeht. Besonders betroffen sind nach Einschätzung von Fachleuten Kinder aus bildungsfernen Familien, in denen Eltern etwa keine abgeschlossene Ausbildung haben. Gleichzeitig geraten die Kitas zunehmend unter Druck. Fachkräftemangel, hohe Belastung und begrenzte Zeit erschweren eine gezielte individuelle Sprachförderung.

Vor diesem Hintergrund drängt Sachsens Kultusminister Conrad Clemens (CDU) auf eine systematischere Erfassung des kindlichen Entwicklungsstands. „Wir brauchen dringend eine verbindliche Erhebung des Sprach- und Entwicklungsstands bei Vierjährigen. Denn nur frühzeitiges präventives Handeln sichert eine gute frühkindliche Bildung vor dem Schuleintritt“, erklärte er in Dresden. Der Entwicklungsprozess müsse ganzheitlich von einem Alter von einem bis zehn Jahren betrachtet werden.

Clemens verwies zugleich auf die Verantwortung von Bund und Ländern. Überall in Deutschland zeigten sich ähnliche Herausforderungen, sagte er, und forderte ein gemeinsames Vorgehen. Der Bund solle noch im ersten Quartal einen Entwurf für ein Qualitätsentwicklungsgesetz vorlegen, das auch die Kitas stärker unterstütze. Entsprechende Ziele seien bereits im sächsischen Koalitionsvertrag verankert.

Auch in Niedersachsen wird über verbindlichere Instrumente diskutiert. Die CDU dort fordert verpflichtende Sprachtests im vorletzten Kita-Jahr sowie ein intensives Förderprogramm im Jahr vor der Einschulung. Vertreterinnen und Vertreter der Kitafachkräfte weisen jedoch darauf hin, dass zusätzliche Tests ohne mehr Personal und bessere Rahmenbedingungen kaum Wirkung entfalten dürften. „Sprache braucht Zeit, Bindung und Personal – und ohne diese ist der Spracherwerb nur eingeschränkt möglich“, sagte Melanie Krause vom niedersächsischen Kitafachkräfteverband. News4teachers / mit Material der dpa

CDU will verpflichtende Sprachförderung in Kitas (das hat allerdings einen Haken)

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Rüdiger Vehrenkamp
1 Monat zuvor

Ich saß gestern in einem Burger-Restaurant. Links und rechts neben mir je eine Familie. Familie eins: Mutter, Vater, Kind (höchstens zwei Jahre alt, anfangs mit Schnuller im Mund). Während des Essens flimmerte nebenbei das Smartphone vor den Augen des Kindes. Sah nach Paw Patrol aus. Ab und zu steckte sich der Junge unbeholfen eine Pommes in den Mund. Die Eltern achteten überhaupt nicht auf ihren Sohn.

Familie zwei: Mutter, Vater, zwei Töchter (geschätzt zwischen 3 und 5 Jahre alt). Jedes Kind hatte ein Smartphone neben sich auf dem Tisch liegen. Das eine das Gerät der Mutter, das andere das Gerät des Vaters. Die ältere Tochter wechselte, soweit ich das im Augenwinkel sah, gut alle 30 Sekunden die App. Mal wurde was gespielt, dann wurde ein Videoclip geschaut, dann wieder gespielt… Während die Tochter guckte und wischte, wurde sie von ihrer Mutter mit Pommes gefüttert. Das Kind schaute dabei kaum vom Handy auf. Die jüngere Tochter ähnlich, nur dass sie zudem unruhig auf dem Stuhl hippelte und während ihres Essens tatsächlich auch mal die Eltern anschaute. Als Getränk wurde Coca Cola gereicht.

Mich wundert NICHTS mehr.

Genau solche Kinder holen sich später ihre Diagnosen beim Arzt ihrer Wahl ab und die Schulen dürfen mit ihren Ressourcen schauen, wie sie das kompensieren. Das waren jetzt zwei Momentaufnahmen, ich gehe aber mal davon aus, dass das zu Hause ähnlich abläuft, wie im Restaurant. Hauptsache, die Eltern haben ihre Ruhe. Wir hatten früher vielleicht ein kleines Spielzeug oder Malbuch für unsere Kinder mit dabei, wenn wir essen waren. In erster Linie taten wir aber gemeinsam genau das: Essen und uns unterhalten. Das hat gereicht. Diese multimediale Dauerbeschallung ist das pure Gift. Bevor solche Eltern in Zukunft Beschwerden und Arbeit in System, Schule und bei der Schulsozialarbeit abladen, sollte umfangreich ermittelt werden, inwiefern sie ihre Kinder schon früh vor den Bildschirmen parkten, um dann auch mal verpflichtende Maßnahmen mit den Eltern durchzuführen.

Konfutse
1 Monat zuvor

Ich beobachte ständig solche Situationen. Aber auch solche, in denen Mamis den Kinderwagen schieben und dabei im Handy daddeln. Die Kinder kriegen also schon im Säuglingsalter gezeigt, dass sich das Leben um das kleine, flache Rechteck dreht…

AlexB
1 Monat zuvor

Volle Zustimmung.

Neben der unfassbar resourcenintensiven Aufarbeitung und Förderung in der Schule benötigen diese Kinder dann auch umfangreiche therapeutische Maßnahmen, um überhaupt irgendwie an ein normales Leben in Schule und Alltag herangeführt zu werden.

Diese therapeutischen Kosten trägt die Solidargemeinschaft über immer weiter steigende Krankenkassenbeiträge und über immer weiter sinkendes Niveau in den Schulen – weil sich die Lehrkräfte nunmal nicht teilen können. Ich plädiere wirklich für ein Handy- und Tabletverbot für Kinder unter 14 Jahren, regelmäßige, verpflichtende Kinderarztbesuche bis mindestens 14 Jahre, mehr Personal für die Jugendämter, dort verflichtende Präventionskurse für Eltern mit auffälligen Problemen und ggf. Sanktionen.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  AlexB

Ja, bitte….!

Corinna Gonest
1 Monat zuvor

Hinzu kommt noch, dass Kinder heute durchweg keine Essmanieren mehr haben. Achtjährige aus akademischem Elternhaus (selbe Szenerie wie die oben dargestellte- nur eben im “richtigen”, recht teuren Restaurant) halten die Gabel mit der Faust (ohne Nutzung des Messers natürlich) und schaufeln beim Schauen und Wischen in sich hinein, ohne das Essen eines Blickes zu würdigen. Mama hat das Fleisch vorher geschnitten.
Gab`s da nicht kürzlich eine Meldung zu kindlicher Fehlernährung hier im Forum und was die Schulen zu tun hätten…?

GriasDi
1 Monat zuvor

Habe letztens einen Bericht zum digitalen Autismus gehört. Erschreckend was da noch auf uns zukommt.

JonasG
1 Monat zuvor

Waren die Auffälligkeiten gleich verteilt? Oder manche Schulen mehr als andere betroffen. Auch in Sachsen gibt es schließlich Brennpunktschulen

unfassbar
1 Monat zuvor

Man könnte böse sein und den sächsischen Dialekt als solchen schon als Sprachproblem bezeichnen …

Aber ernsthaft: Bei jetzt eingeschulten Kindern noch mit Folgen der Pandemie zu kommen, halte ich für gewagt. Hauptgrund dürfte die Mediennutzung sein.

Konfutse
1 Monat zuvor
Antwortet  unfassbar

Die Pandemie, die jetzt auch schon eine Weile her ist, muss gefühlt für alles herhalten. Wenn nicht in wenigen Jahren die nächste Pandemie kommt, wird’s eng für die Erklärer und Experten…

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  unfassbar

Na, na, na – es gibt noch andere Dialekte in DE, bei denen es angebracht wäre, mit Untertiteln zu arbeiten! Bei so manchen Interviews habe ich da auch so meine Verständnisprobleme 🙂

unfassbar
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Das klingt wie eine Kollision von norddeutschem Platt mit bayerischem Alpendorf.

Schotti
1 Monat zuvor
Antwortet  unfassbar

Platt ist ja kein Dialekt, sondern eine Sprache.

Freiya
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Persönlich halte ich das rheinpfälzische Idiom für erheblich gruseliger als Sächsisch! Aber – “Geschmacksache!”, sagte der Affe und biss in die Seife!

DerechteNorden
1 Monat zuvor

Man sollte auf keinen Fall für eine bessere Förderung in Sachsen sorgen, da das den Anteil der AfD-Wähler*innen nach unten drücken würde.//

Im Artikel tut sich eine interessante Korrelation auf.
Auch die Tatsache, dass in der Kommune Salzgitter in NDS 50% der untersuchten Kids Probleme haben, legt nahe, dass gewisse Defizite dazu führen, dass Menschen eher AfD wählen, denn die Gegend ist ja eine AfD-Hochburg.

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Bei IQB-2022-Lesen erreichten die Schüler*innen aus Sachsen allerdings bundesweit die höchsten Werte, bei Zuhören und Orthografie Rang 2 hinter Bayern.

Auch die Schüler*innen mit Migrationshintergrund aus Sachsen lagen bundesweit vorne. Der Abstand zu denen ohne Migrationshintergrund war in Sachsen ebenfalls am geringsten. Der Punktabstand der Schüler*innen mit Migrationshintergrund zwischen Sachsen und Niedersachsen betrug 37 Pkt, also über ein Schuljahr.

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  ed840

Dann sind das wohl alles Falschnachrichten aus Sachsen und Salzgitter in dem Artikel.

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Wie kommen Sie auf solche Gedanken?

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Sehen Sie denn einen kausalen Zusammenhang zwischen dem Anteil von Kindern mit Sprachförderbedarf und hohen Umfragewerten von Blau?

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  ed840

Ergänzung: “Jedes dritte Kind vor Einschulung mit Sprachproblemen” (Sachsen)
“In einzelnen Kommunen wie Salzgitter erreichte der Anteil zwar fast die Hälfte, landesweit blieb er jedoch klar unter dem sächsischen Wert.”(Niedersachsen)

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Jedes dritte Kind vor Einschulung mit Sprachproblemen

Entscheidend ist m.M. , wie es dann nach der Einschulung weitergeht.

Auch bei IQB-2021-Deutsch 4. Klasse lag Sachsen gemeinsam mit Bayern auf Rang 1, 34 Punkten vor Niedersachsen

IQB-2022 bezog sich dann auf die 9. Klasse, also ein Alter in dem der erste allgemeinbildende Schulabschluss ansteht und das Wahlalter näher rückt.

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  ed840

Aha, und das weiß man jetzt schon?

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Aha, und das weiß man jetzt schon?

Woher sollte man jetzt schon wissen, wie der aktuelle Einschulungsjahr mal bei IQB abschneiden wird?

Da in Sachsen aber laut Artikel bereits 2019 bei 34,8% der Schüler*innen Sprachdefizite diagnostiziert wurden und solche Entwicklungen nicht in großen Sprüngen verlaufen, kann man vermutlich davon ausgehen, dass die Unterschiede der betroffenen Schüler*innen in SN und NDS bei den Jahrgängen, die 2021 bei IQB-Deutsch getestet wurden, ähnlich waren.

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  ed840

Welchen Vorteil das aber haben soll, wenn dort vielleicht bald Faschos regieren, frage ich mich.

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Sehen Sie denn einen kausalen Zusammenhang zwischen dem Anteil von Kindern mit Sprachförderbedarf und den Zustimmungswerten für Blau?

Ale
1 Monat zuvor

Na ja, Kinder sollen am Besten mit 8 Monate in die KiTa und beide Eltern voll arbeiten bzw. müssen. KiTa Gruppen werden immer größer und die Betreuung auch herunter gespart. Was sollen die Eltern noch alles stemmen. Wenn wir Nachwuchs wollen, dann sollten wir die Familie als solche ermöglichen. Und dem Bildungspflicht Beitrag hat eine alleinerziehende Mama genau das beschrieben, wie man als Familie zerissen wird. Aber Corona, Soziale Medien und Einwanderer sind die einfachere Lösung und man kann das Problem damit ausblenden.

Angela
1 Monat zuvor
Antwortet  Ale

Aber wenn die Kinder dann bis 16 Uhr in der Betreuung sind, wieso muss man die Zuhause dann noch vorm TV oder Smartphone parken? Wenn man eh so wenig Zeit miteinander verbringen kann, sollte man die doch sinnvoll gestalten

Ale
1 Monat zuvor
Antwortet  Angela

Na ja, die Lösung ist einfach: Wäsche macht sich nicht von selbst, Aufräumen/Haushalt ebenso nicht. Dazu kommt dass auch das Abendessen vorbereitet werden muss/sollte. Und die Eltern sind auch noch keine Minute faktisch zur Ruhe gekommen. Was man sollte uns für was die Kapazitäten reichen? Das sind zwei unterschiedliche paar Schuhe.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Ale

Die Lösung „ich verschaff mir Luft, indem ich mein Kind mit dem Tablet ruhigstelle“ ist einfach, aber nicht sinnvoll.

Kinder parkt man nicht vorm Tablet. Fertig. Man kann sie, je nach Alter, in die Hausarbeit einbeziehen. Das machen viele Elternhäuser jeden Tag vor.
Übrigens mussten das viele Elternhäuser vor Einzug des Tablets in den Alltag ebenfalls organisieren, und man staune: das ging tatsächlich- weil es gehen musste.
Ist also ein Bequemlichkeitsding der Eltern, die das Tablet als Ruhigsteller nutzen.

Ale
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Das ist wieder so eine Scheinweißheit: wie wollen sie ein Kindergarten Kind dass schon von 07:15 bis 16:00 Uhr in Kita war noch in der Hausarbeit sicher und entlastend einsetzen? Essen Kochen? Wäsche waschen? Und nein, der Druck auf die Familien vor allem der finanzielle hat die letzten 5-6 Jahre überdurchschnittlich zugenommen. Die Kosten für Kita und Betreuung explodieren, CO2 Abgaben usw belasten Familien auch überproportional. Es gibt einen massiven Unterschied zwischen Bequemlichkeit und Überleben. Auch wenn sie mir das nicht glauben.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Ale

Mein Partner und ich waren beide voll berufstätig, immer.
Wir haben die Hausarbeit mit den Kindern zusammen gemacht. War anstrengender für uns, als die Kinder vorm (damals) Fernseher zu parken, ohne Frage. Aber der Preis, den die Knder ansonsten zu zahlen hätten, war uns zu hoch.
Und Personen, die von „Überleben“ sprechen, wenn es darum geht, den Alltag mit ihren Kindern zu gestalten, sollten schnellstens professionelle Hilfe in Anspruch nehmen – da scheint es allen Beteiligten nicht gut zu gehen, und zwar so, dass sie ohne Hilfe da nicht raus kommen. Genau dafür gibt es Beratungsstellen: manchmal ist man so in seinem Hamsterrad gefangen, dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht.

Ale
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Dann erklären Sie mir bitte, wie sie ihre Kindergartenkinder bei der Hausarbeit eingesetzt haben!? Gemüse schneiden, Wäsche Waschen? Und wenn Sie schon zugeben, dass es anstrengender ist, dann blenden Sie aus, dass eben viele bereits am Limit sind und eben nicht diese zusätzliche Zeit und Energie haben.
Und das mit der professionellen Hilfe ist wieder so ein “Vorurteil”. Ein anderer Artikel zeigt hier, dass Bildungschancen vom Einkommen abhängen. Wieso wohl? Wenn man wie wir als Lehrer ein relativ gutes Einkommen hat, scheint vieles relativ einfach. Aber von dieser Position auf andere zu schließen ist der total falsche Weg.

Na ja
1 Monat zuvor
Antwortet  Ale

Na ja, solange man für die Kinder immer die neuesten Smartphones kaufen kann…

Corinna Gonest
1 Monat zuvor
Antwortet  Ale

Was haben denn unsere Eltern früher gemacht??? Bei uns zu Hause gab es keinen Feierabend: Erwerbsarbeit in einer Fabrik, dazu Landwirtschaft, Hofladen mit Café und Ferienwohnung. Und das haben sich die Eltern alles selbst aufgebaut und gewuppt- keine Angestellten, Aushilfen, Outsourcing z. B. von Wäsche. Unsere Eltern kamen faktisch nicht zur Ruhe, haben uns dennoch wesentliche Kulturtechniken vorgelebt, uns eingebunden (ja, auch in die Arbeit- das war nicht immer nice), abends vorgelesen (!), uns zur Bewegung animiert und mitgemacht, wenn möglich. Sie haben uns den Wert von Bildung vermittelt, die Notwendigkeit, auch etwas durchzuhalten, wenn man etwas schaffen und aufbauen will. Über Wäsche, Haushalt etc. wurde gar kein Wort verloren- es wurde einfach gemacht (auch von uns Kindern). Da sagt kein Vater von Ende 50, er brauche jetzt auch einmal Zeit für sich zu seinem Grundschulkind (selbst erlebt). Meine Güte!
Allerdings gab es nicht die digitalen Zeitfresser und das Gejammer über Work-Life-Balance usw.

Ale
1 Monat zuvor
Antwortet  Corinna Gonest

Work Life Balance bei Familien mit mehreren Kindern vergessen sie es. Und ehrliche Frage: wenn sie von einem Hof kommen, waren nicht Oma Opa Tante usw in der Nähe die Unterstützen konnten? Und von den Kindern im Kindergartenalter und Grundschulalter würde die Wäsche gemacht? Bei den alten Maschinen bei denen man das Wasser selbst vorheizen musste und deren Gehäuse närrisch heiß wurde. Danach noch in die Schleuder gemacht, die man mit dem Körpergewicht einen erwachsenen stabilisieren musste und auf Grund der freien Schleudertrommel mit Nachlauf Sau gefährlich war?

Corinna Gonest
1 Monat zuvor
Antwortet  Ale

Nein, kein “Bauernhof”, sondern Nebenerwerbslandwirtschaft. Und nein, keine Onkel, Tanten, Großeltern oder sonstiges mit Tagesfreizeit in der Nähe. Wir bzw. die Eltern wuppten das allein- wie viele andere auch. Und schon in meiner Kindheit gab es Waschmaschinen, wie wir sie heute kennen: Tür auf, Wäsche rein, anschalten. Was bitte haben Sie denn für Vorstellungen?
Und Wäsche abnehmen, sortieren und falten können Grundschüler durchaus- gestern wie heute. Aber heute sagen sie: “Ich hab keinen Bock!” Und kommen dann damit bei den Eltern durch.

Ale
1 Monat zuvor
Antwortet  Corinna Gonest

Also mit “Waschmaschine auf” und “Wäsche rein” ist es bei kleinen Kindern eben nicht getant. Die Flecken auf der Kleidung brauchen Vorbehandlung, Stoffe müssen getrennt nach den verschiedenen Anforderungen gewaschen werden und nach Farben sortiert. Schon mal eine neue Bluejeans zu roten Klamotten getan? Das gibt tolle Flecken in der Buntwäsche. Waschmittel muss richtig dosiert werden. Man kann die Kinder miteinbeziehen, dass kostet aber noch mehr Kraft und noch mehr Zeit.

Corinna Gonest
1 Monat zuvor
Antwortet  Ale

Meine Güte!!! Das ist doch alles inkludiert-da reden wir doch nicht drüber.
Allerdings verstehe ich jetzt den Satz eines fast 60jährigen akademisch gebildeten Mannes zu seiner Frau, er könne den verbliebenen Schmutz auf einem Teller nach dem Spülgang nicht auch noch entfernen- schließlich habe er einen (Homeoffice!) Arbeitstag gehabt und ja bereits die Spülmaschine ausgeräumt.
Meine Güte!

Corinna Gonest
1 Monat zuvor
Antwortet  Ale

In jedem Fall reicht die Zeit nich für epische Ausführungen im Netz. Da kann man auch Wäsche machen in der Zeit.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Corinna Gonest

🙂

Susanne M.
1 Monat zuvor
Antwortet  Angela

Stress und Existenzängste machen ungeduldig, steigern das Erholungsbedürfnis auch bei den Eltern. Im übrigen haben wir in den Siebzigerjahren Zuhause zwar oft am Wochenende, aber nicht unter der Woche mit den Eltern gespielt, dafür waren die Geschwister da.

Corinna Gonest
1 Monat zuvor
Antwortet  Susanne M.

Und wenn nicht, musste man sich selbst beschäftigen. Fürchterlich, dass Kindern heute permanent “etwas geboten werden muss”- alternativ dann ein Bildschirm.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor

Oh oh, wen wird die AfD als Nächstes beschuldigen an allem schuld sein? Klimaschützer? Woke?
Ne, wahrscheinlich hauen die auf die Nächstschwachen in der Gesellschaft drauf: Mittelllose und Bildungsferne – traurig

Naja, solange Eltern beraten und unterstützt werden, bspw. mit einem verpflichtenden, unfangreichen (Sprach-)Kita-Angebot, anstatt die Kitas wegzuschrumpfen… (https://www.n-tv.de/regionales/sachsen/Anzahl-der-Kitas-in-Sachsen-gesunken-article26114287.html)

Mika
1 Monat zuvor

Da immer mehr Eltern nicht mehr in der Lage zu sein scheinen, ihre Kinder liebevoll und aufmerksam gegenüber deren Bedürfnissen groß zu ziehen, sondern diese stattdessen lieber vor dem Handy parken, sollte was getan werden? Ich weiß es echt nicht. Schule für Eltern?

Sporack
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Handy-Verbot für Eltern.

Sporack
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Handy-Verbot für alle.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Flo

Ja und? Is ja nun nicht so, dass vor zwanzig Jahren die Wirkung von Chemikalien anders gewesen wäre. Den Anstieg der Sprachverzögerungen erklärt die Studie meines Wissens nach jedenfalls nicht.

Angela
1 Monat zuvor

Ich denke schon, dass es am Smartphone und Konsolen liegt. Meine Jungs haben sowas nicht und werden es in Grundschulalter auch nicht bekommen. Sie sind sprachlich sehr gut aufgestellt und die Lehrer loben ihren großen Wortschatz.
Viele der Freunde meiner Jungs sprechen ebenfalls sehr gut und kennen viele Begriffe, selbst mit AD/HS und Autismus.
Drei Freunde sind allerdings sehr auffällig, nicht nur was das Sprechen angeht. Sie sind auch übergewichtig und sehr passiv. Der eine hat eine Diagnose LRS, wobei ich mich frage, ob das so korrekt ist. Zumindest hat er schon mit 1,5 vorm TV gesessen und ganze Filme geguckt.
Alle drei sitzen ständig vorm TV, Tablet oder Konsole. Einer war letztens zu Besuch. Hatte keine Lust auf Brettspiele oder sonst was. Fragt “habt ihr keine X Box oder so?”. Der Junge ist 6! Nichts kann man mit dem machen. Es ist anstrengend!
Klar dürfen meine auch mal fernsehen, aber sonst sind die eigentlich ständig aktiv, bauen Lego, gehen zum Sport und sind ständig draußen. Und die Kleine (2) guckt auf jeden Fall noch nicht mit! Ich verstehe nicht, warum so viele mir ihren Kindern nichts mehr anfangen können.
Wir diskutieren, abends erzählen wir von unseren Tagen beim Abendessen (absolutes Smartphoneverbot beim Essen, auch für uns Eltern) und spielen zusammen spielen. Das macht Familie doch aus. Wozu bekommt man Kinder, wenn man die immer nur irgendwo “parken” muss, damit man Ruhe hat? Erschließt sich mir absolut nicht

Ale
1 Monat zuvor
Antwortet  Angela

Ich habe Zwillinge, beide sind somit im selben Haushalt groß geworden. Wir lesen vor, wir üben und wir beschäftigen uns mit den Kindern. Der eine Zwilling redet schon immer massiv viel und sprachlich gut. Der andere Zwilling bekommt seint einem Jahr Logopädie, weil er eben an dem unteren Ende der sprachlichen Fähigkeiten war.
zu 2.: die Gesellschaft behauptet (wie faktisch auch hier einige), dass man Kinder bis 15 oder 16 Uhr in der Betreuung hat und dann nach der eignen Arbeit ohne Stress sich um die Kinder kümmern kann. Haushalt wird ausgeblendet, Wäsche machen wird ausgeblendet, aber auch die Hausaufgaben und das Üben, welches ab der 1. Klasse faktisch vorausgetzt wird. Dazu kommt, dass es nicht umsonst eine zeitliche Beschränkung der Vollzeitstelle gibt, denn Arbeiten kostet Kraft und auch Eltern müssen sich “erholen” können. Drum ist der Vorwurf “Wozu bekommt man Kinder” eine Ohrfeige für all die Eltern, die sich zwischen Schule/KiTa, Arbeit und Haushalt aufreiben. Und das gilt es gesellschaftlich anzuerkennen, findet aber nicht statt. Und es ist ja nicht so, dass unser Sozialsystem auf Nachwuchs aufgebaut ist. Wir wissen seit über 20 Jahre über die Renten- Pflege – und Krankenversicherungsprobleme, es gibt staatliche Förderungsprogramme diese privat Auszugleichen, aber die Wenigsten machen das auf eine adäquate Art und Weise. Also brauchen wir den Nachwuchs. Was wir aber auch brauchen ist “Familienfreundlichkeit”, diese kommt nämlich immer mehr Abhanden, was man deutlich in den sinkenden Geburtszahlen mMn sieht.

blau
1 Monat zuvor
Antwortet  Ale

Wir sind beide Lehrer und nach der Arbeit völlig fertig. Wir karren unsere Kinder trotzdem zu diversen Aktivitäten, kochen abends frisch und arbeiten danach weiter bis wir ins Bett gehen. Und oft legen wir uns trotzdem kurz hin und schlafen ne Runde. Um uns zu regenerieren und sie dürfen in der Zeit auch oft fernsehen. Wir gehen in die Bibliothek und machen Ausflüge am Wochenende. Unsere Kinder haben keinerlei Probleme, sprachlich ragen sie überall heraus, sie sind sportlich und Handy gibt es erst mit 14 Jahren, Social Media nicht vor 16 Jahren. Dafür müssen wir unter der Woche nicht sehr viel Zeit investieren, wir haben auch gar keine. Grenzen setzen und Freizeit gestalten, mit den Kindern reden und vor dem Einschlafen vorlesen reicht schon aus.

Ale
1 Monat zuvor
Antwortet  blau

Ja, wir sind Lehrer und in einer priviligierten Situation. Davon auf andere zu schließen ist aber falsch. Und schön, dass ihre Kinder keinerlei Probleme haben, aber das trifft eben nicht auf alle zu und ist aus einer Perspektive der Sicherheit heraus.

HarneEinrichson
1 Monat zuvor
Antwortet  Ale

Ich glaube ein großes Problem ist, dass Kinder heute weniger Zeit alleine verbringen (dürfen). Wir waren früher bis 14 Uhr im Hort und sind alleine nach Hause und waren dann einfach alleine bis die Eltern kamen. Und in der Zeit haben wir Hausaufgaben gemacht oder gespielt ganz ohne Fernseher oder Konsole.

Freiya
1 Monat zuvor

Eltern benötigen eine SCHULUNG, wie man Kinder erzieht, mit ihnen lebt, sie fördert!

unverzagte
1 Monat zuvor
Antwortet  Freiya

Schon merkwürdig, dass es zwar einen sog. “Hundeführerschein” braucht, aber Kinder kann scheinbar jeder “führen”.

Mama hoch 3
1 Monat zuvor
Antwortet  Freiya

ich finde es traurig, dass hier so verallgemeinert wird. Sicher wird es Eltern geben, die eine Schulung gut gebrauchen können. Aber es gibt auch viele Eltern, die sich sehr wohl adäquat um ihre Kinder kümmern. Aber auch Eltern sind nach langen Arbeitstagen und Haushalt erschöpft. Und wer heute länger als 1 Jahr zu Hause bleibt, wird doch von der Gesellschaft abgestempelt. Dann gilt man als faul, weil man keine Steuern zahlt und als dumm, weil man sich von seinem Ehepartner abhängig macht und finanziell hat man auch das Nachsehen. Aber Wenn man sich um seine Kinder kümmern möchte, braucht man auch ausreichend Zeit, dies zu tun…

Rüdiger Vehrenkamp
1 Monat zuvor
Antwortet  Freiya

Solche Angebote gibt es. Sie werden auch ab und zu wahrgenommen. Doch vermehrt “verziehen” Eltern ihre Kinder erst und rufen dann später in Schule und Jugendamt nach Hilfe.

Kristine
1 Monat zuvor
Antwortet  Freiya

verpflichtend bitte !!

AvL
1 Monat zuvor

Sprachentwicklungsstörungen (SES) sind Störungen der Sprache, die während der Entwicklung des Kindes auftreten und bis ins Jugend- und Erwachsenenalter bestehen können. Sie betreffen das Sprachverständnis, den Lauterwerb, den Wortschatz, die Grammatik, das Textverständnis, die Textproduktion und die Kommunikation (Pragmatik). Eltern fällt häufig auf, dass ihre Kinder undeutlich, unverständlich oder wenig sprechen.
Eine Sprachentwicklungsstörung (SES) tritt zu Beginn oder während der Entwicklung eines Kindes auf und ist – in Abgrenzung zu einer erworbenen Sprachstörung (z.B. aufgrund einer Hörstörung oder Behinderung) – eine angeborene Abweichung in der Sprachentwicklung.
Eine SES tritt sowohl bei einsprachig als auch bei mehrsprachig aufwachsenden Kindern auf.
Bei mehrsprachigen Kindern zeigt sich die Störung dann in allen erworbenen Sprachen.”
Sprachentwicklungsstörung – dbl – Deutscher Bundesverband für Logopädie e.V.

AvL
1 Monat zuvor

“Hintergrund: Etwa 9,9 % aller Kinder haben Sprachentwicklungsstörungen (SES), davon 7,6 % in einer umschriebenen Form – (U)SES – ohne gravierende Zusatzbeeinträchtigungen, weitere 2,3 % mit sprachrelevanten Komorbiditäten wie Hörstörungen. SES gehören zu den meist behandelten Störungen im Kindesalter und mindern bei Persistenz häufig den Bildungserfolg und den späteren sozialen Status. Ein wichtiges Risikostadium für (U)SES sind Sprachentwicklungsverzögerungen (SEV) zwischen dem 2. und 3. Geburtstag.”Interventionen bei Sprachentwicklungsverzögerungen und -störungen – Deutsches Ärzteblatt

Elena W
1 Monat zuvor

Gut, dass die Sprachfördermittel in Kitas aber eingestampft worden sind Trotz toller Erfolge!
Wenn Kitas und Schulen den falschen Umgang mit Medien zu Hause auffangen müssen, dann braucht es dafür wesentlich mehr Personal, damit Beziehung und Bindung zu den Kindern entstehen können. Klar wäre das besser, wenn Eltern da auch mitziehen, aber seien wir ehrlich – das passiert nicht mehr.
Insgesamt ist die Ironie schon echt Gold.

Franzi
1 Monat zuvor

Neben der beschriebenen Handynutzung als Hauptursache und dem mangelnden Interesse dwr Eltern kommt hinzu, dass der Kitaschlüssel hier in Sachsen schlecht ist. Und als unmittelbare Coronafolge eben doch, dass Kitas in den letzten Jahren häufiger als früher die Betreuung wegen Personalmangel eingeschränkt haben. Dann dürfen die Kleinen kommen und gehen, wann sie wollen und in der Kita selbst entscheiden, was sie machen wollen. Wenn dann die Sprachentwicklung leidet, soll es der Kinderarzt richten (1Logopädierezept kostet rund 700 Euro).
Und dass auch Erzieher und Lehrer nur Menschen sind, zeigt dass auch die Fachkräfte in einigen Fällen häufiger während der Arbeitszeit die Daddelmaschine in der Hand halten.

Kerstin Löps
1 Monat zuvor

GM! Ich arbeite im städtischen Kindergarten in Sachsen, meine Kinder sind 4/5, und es gibt keinen Migrationshintergrund.
Und ja, viele reden schlecht, doch ich bin kein Logopäde, kann die Eltern, die das doch wohl selber merken müssten, darauf hinweisen.
Habt ihr bei abnehmender Disziplin, darf ich das überhaupt sagen, bei 14 oder 15 Kindern einen Morgenkreis bzw. Erzählrunde durchgeführt? Zuhören in kleinen Zimmern bei Lautstärken von 80 dbel? Probleme sind schon lange bekannt, aber man gibt uns 2 Regenerationstage, damit wir weitermachen mit vollen Gruppen und Überstunden.
In unserer Gesellschaft läuft sehr viel falsch, aber wir sind ja im Besten Deutschland aller Zeiten.

Motte
1 Monat zuvor

Spracherwerb basiert auf dem Prinzip der Nachahmung.
Durch liebevolle Wiederholung, durch Singen um einen Rhythmus fürs Sprechen zu erfahren.
Vorlesen, Bilder anschauen und diese beschreiben.
Kein Handy,kein Tablet, keine Toniebox oder ein Tiptoi kann das gewährleisten, die Kinder sind einsam bei diesen Aktivitäten, kein Feedback, keine Ansprache, keine emotionale Interaktion.

Kein Wunder dass die Diagnose Autismus Spektrum immer öfter gestellt oder Mutismus, die kleinen Menschen kehren sich nach innen und der Weg daraus ist furchtbar schwer.

Susanne Kunz
1 Monat zuvor

Das frühkindliche Bildungssystem steht seit Jahren am Rand des Kollapses. Bereits 2022 machten 150 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in einem offenen Brief auf die dramatische Lage aufmerksam. Auffälligkeiten in der Entwicklung von Kindern im Alter zwischen drei und sechs Jahren treten heute deutlich häufiger auf als noch vor zehn Jahren.

Dennoch werden die Warnungen aus der Praxis weiterhin ignoriert. Rückmeldungen von Kita-Fachkräften, Schul- und Kinderärztinnen und -ärzten sowie Grundschullehrerinnen erreichen die politische Ebene kaum oder bleiben folgenlos.

Trotz regelmäßiger Lippenbekenntnisse zur „Bedeutung früher Bildung“ zeigt sich in der politischen Praxis ein anderes Bild: Die Entwicklung von Kindern hat offensichtlich keinen ausreichenden Stellenwert, um dem frühkindlichen Bereich in der Haushalts- und Ausgabenpriorisierung die notwendige Bedeutung einzuräumen.

blau
1 Monat zuvor

Lispeln ist normal bis nach dem Zahnwechsel der Frontzähne. Wäre interessant zu wissen, ob das auch zugenommen hat.

Bernd droeschel
1 Monat zuvor

Ich habe selbst drei kinder alleine gross gezogen und sehe das heute vieles anders laeuft.eltern haben keine zeit fuer kinder und smart phone und tablet soll kinder ruhig stellen.der staat zahlt viel kindergeld und sonstige hilfen,bietet kita und ueberall gibts entlastung.und trotzdem hat man keine zeit??vorlesen,in den wald gehen und erklaeren welche pflanzen und tiere es gibt ist vielen heute zu anstrengend und oft kennen eltern selbst nicht den unterschied zwischen eiche und birke .so geht die schere immer weiter auseinander zwischen gebildeten und ungebildeten

Ursula
1 Monat zuvor

Ich kann mich vielen Vorrednern nur anschließen. Ich war vor Jahren mal von mehreren Menschen, genannt Eltern zum Essen im Restaurant eingeladen und habe selbstverständlich als Studentin die Vorstellung gehabt, super dann kann ich ja auch besagte Eltern durch Handlung entlasten, also etwas Druckerpapier und 12 Stück Buntstifte in meine Handtasche geworfen. Verblüfft stellte ich fest, dass da 3 Stück 3 Jährige an den Daddelkisten hingen. (anstatt miteinander zu spielen) Wie Schwämme haben die Kinder das Papier, Malen und Buntstifte regelrecht aufgesaugt. Ich hab’s nur ausgelegt und vorgemacht. Schon waren die Handys vergessen und die Kinder haben 3 Stunden lang über Farben und Malen eine große Freude gehabt. Hinterher sagten diese Leute, “eigentlich total die gute Idee mit den Buntstiften”. Ja stimmt. Total die gute Idee. Unnötig zu erwähnen, dass keiner der Eltern bildungsfern oder Migrant war.
Meine Maus ist jetzt 3 Monate alt. Wir reden seit ihrer Geburt, wir singen, machen Babygymnastik, den gesamten Spaziergang über erzähle ich ihr vom Wald in dem wir uns befinden und ja es ist anstrengend und teilweise auch echt langweilig. Trotzdem braucht es weder den Fernseher noch das Handy um das Kind zu beschäftigen. Ich gehe auch nicht ans Telefon wenn wir gerade spielen oder schreibe Nachrichten an Leute. Dazu hat man doch Zeit wenn das Kind schläft! Und das sage ich als Unternehmerin mit Angestellten! Es kann überhaupt nicht so dringend sein, dass man nicht zurück rufen oder später schreiben könnte.
Ja natürlich sollen Kinder auch moderne Medien kennen lernen und damit umgehen aber vorher gibt es meiner Meinung nach noch ganz viele analoge Fähigkeiten die vorher erlernt sein müssen. Ansonsten kann man die Reproduktion auch bleiben lassen, wenn einen das Kind eh nicht interessiert.

Helmut
1 Monat zuvor

Als ich vor Jahren mal kommentierte das unsere Kinder Das Sprechen, Schreiben Lesen und Rechnen verlernen, wurde ich noch für selber doof erklärt .Ich meine zu unserer Zeit alo vor über 80 Jahren mussten wie diese Fächer bis zum geht nicht mehr Pauken.War vielleicht übertrieben aber welcher 14 bis16
Jährige noch einen vernünftigen Aufsatz oder Brief schreiben? Kopfrechnen sowieso schwach hat man ja alles auf dem Handy und selbst da werden bald nur noch einzelne Buchstaben getippt z.B. hdl für hab Dich lieb!!
Wie es in ein bis zwei Generationen aussieht wage ich mir nicht vor zu stellen !
Warten wir’s ab, ich erlebe es wohl nicht mehr.