Start Praxis “Hang zur Gigantomanie”: Mutmach-Plakate zu Abi-Prüfungen – zu viel des Guten?

“Hang zur Gigantomanie”: Mutmach-Plakate zu Abi-Prüfungen – zu viel des Guten?

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WIESBADEN. Auf vielen Schulhöfen hängen vor den Abiturprüfungen inzwischen großformatige Banner mit persönlichen Botschaften, Fotos und Symbolen, angebracht von Familien und Freunden der Prüflinge – solch demonstrative Mutmach-Aktionen haben sich in den vergangenen Jahren zu einem regelrechten Trend entwickelt, so auch in Hessen. Die dortige GEW begrüßt zwar das Engagement, sieht aber auch die Schattenseiten.

Mutmacher!? (Symbolbild.) Illustration: News4teachers

Mit Scheren und Schnüren rücken Eltern auf dem Pausenhof der Wiesbadener Gutenbergschule an. Bereitwillig verleiht der Hausmeister eine Leiter. Marmik Yedgarian lehnt sie an die Schulfassade und erklimmt sie, seine Frau Lorans hilft im Gebäude durch ein offenes Fenster. Weniger später ist das farbenfrohe Abiplakat befestigt: «Ab in die Prüfung, stabil bleiben, stark durchziehen, danach ab in den Erfolg». Neben dem Spruch zeigen gemalte Bilder unter anderem zwei Judokämpfer, eine Gitarre und ein Schachspiel. Sohn Julian Yedgarian (19) ist gerührt: «Das sind meine Hobbys. Ein gutes künstlerisches Plakat für mich.»

Schon jetzt in den Osterschulferien finden sich bei Gymnasien in Hessen Sprüche, Zeichnungen und Fotos auf Stoff- und Kunststoffplanen. Anlass ist der landesweite Start der schriftlichen Abiturprüfungen am 15. April. Die Banner sollen die Prüflinge ganz persönlich motivieren.

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«Mit Highspeed in die Zukunft»

Ein anderes Beispiel an der Gutenbergschule: ein Plakat, das Schülerin Annamarie als einstiges Kleinkind unterwegs auf einem Bobbycar zeigt. Daneben zu sehen ist ein Sportwagen mit der Jahreszahl 2026, ein vierblättriges Kleeblatt und die Botschaft: «Mit Highspeed in die Zukunft – wir drücken dir die Daumen, Annamarie!»

Die Familien und Freunde der Abiturientinnen und Abiturienten seien «sehr kreativ bei der Gestaltung der Wünsche und Motivations-Plakate zum Abitur», lobt das hessische Bildungsministerium. Der bis in die Neunziger zurückreichende Brauch der Abschlussplakate zeige sich seit einigen Jahren auch bei den Abschlussprüfungen der Haupt-, Real- und Fachoberschulen.

Beim Abitur von Hessens Bildungsminister Armin Schwarz 1987 hat es also noch keine Motivationsplakate allerorten gegeben. Mit welchem Erfolg hat der CDU-Politiker es dennoch geschafft? Sein Ministerium teilt mit: «Die Note dürfen wir Ihnen verraten. Herr Schwarz hatte einen Abiturschnitt von 2,2.»

Banner als emotionale Stütze in unsicherer Zeit

Auch Thilo Hartmann, Vorsitzender der Bildungsgewerkschaft GEW in Hessen, findet die Abibanner generell gut. Schulabschlussprüfungen seien «von Unsicherheiten und auch einem gewissen Druck geprägt», Wertschätzung und Unterstützung könnten Prüflinge da motivieren und beruhigen. «Familie und Freundeskreis sind, aller digitalen Einflüsse zum Trotz, die mit Abstand wichtigsten emotionalen Stützen für junge Menschen.»

Auch Ingbritt Krambo freut sich an der Gutenbergschule über ihr Abiplakat. «Ready for take off», also «bereit zum Abflug» heißt es hier. «Ich will Flugbegleiterin werden», erklärt die 18-jährige Schülerin. Und «Lights will guide you» steht auf dem Abibanner – «Lichter werden dich leiten», ein Zitat des Songs «Fix You» der britischen Band Coldplay. «Diese Musik habe ich immer mit meinem Vater gehört», erzählt Ingbritt. Zahlreiche Abiplakate haben persönliche Anspielungen – nicht jeder kann sie verstehen.

Keine Anarchie bei Abiplakaten

Deutschland ist ein Land mit vielen Regeln, auch bei Abibannern. «Die Schulen legen genau fest, in welchem zeitlichen Rahmen die Plakate aufgehängt werden dürfen, und sie legen auch fest, an welchen Stellen die Familien und Freunde sie befestigen dürfen» – wie etwa an Zäunen, erläutert das hessische Bildungsministerium.

Das Ministerium berichtet auch von einer besonderen Aktion: «Ein junger Förster ist vor ein paar Jahren in einen Baum vor der Schule geklettert, um für seine Freundin ein Plakat in der Baumkrone aufzuhängen.» Das Abitur wurde bestanden und heute seien die beiden verheiratet. «Aber bitte nicht nachmachen.»

Werden Plakate zu professionell? GEW-Chef warnt

Einen bestimmten Trend sieht Gewerkschaftschef Hartmann aber kritisch. Zwar gebe es viele gelungene und kreative Plakate mit ironischen Bezügen zu aktuellen Themen oder dem Schulleben. «Gleichzeitig sehen wir eine wachsende Professionalisierung mit einem Hang zu einer gewissen Gigantomanie. Immer größere Plakate und häufig auch von spezialisierten Firmen angefertigte PVC-Drucke werden hergestellt», erklärt Hartmann.

Damit gehe auch ein «Run auf die besten Plätze» einher. «Das teure Plakat soll schließlich von allen gesehen werden», sagt der GEW-Chef. Schiebe sich ein «gewisses Geltungsbedürfnis der Eltern» in den Vordergrund, sei das problematisch. Schwierig wird es laut dem Gewerkschaftschef, wenn ein Plakat von Prüflingen als peinlich aufgefasst oder «zusätzlicher Druck aufgebaut wird».

Und wenn ein Abiturient kein Plakat bekommt?

Bedenklich findet Hartmann auch, dass Plakate für Abschlussprüfungen von Real- und Hauptschülerinnen und -schüler bislang weitaus seltener seien als an den Gymnasien. Das könne «als Ausdruck einer gesellschaftlich weniger starken Wertschätzung anderer Schulabschlüsse gewertet werden», befürchtet er.

Und der GEW-Chef sieht noch ein Problem: Nicht alle Prüflinge bekommen einen Plakatgruß von ihren Familien oder Freunden. «Neben der belastenden Prüfungssituation kann so ein erheblicher sozialer und emotionaler Druck entstehen, verstärkt durch das Gefühl, dies allein durchstehen zu müssen», mahnt Hartmann. Er rät: In den Schulen sollte diese Problematik vorab besprochen werden. News4teachers / Von Jens Albes, dpa

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Heinz
4 Tage zuvor

Das Interessante ist doch, dass ein Teil der Bevölkerung gerade kaum über die Runden kommt mit den hohen Sprit- und Lebenshaltungskosten und ein anderer Teil der besser betuchten Bevölkerung offenbar nicht mehr weiss, wie sie ihr Geld noch ausgeben soll.
Riesige Plakate von Druckereien gedruckt um den kleinen Prinzen öffentlichkeitswirksam ein gutes Abitur zu wünschen. Nie etwas Sinnloseres gehört und uns wäre das früher auch mega peinlich gewesen!!!

In NRW ist der Trend zum Glück noch nicht angekommen. Bisher noch nie auch nur ein Plakat gesehen. Wär ich Hausmeister, wären die auch alle am nächsten Tag vermutlich in der Tonne 😉

GBS-Mensch
4 Tage zuvor
Antwortet  Heinz

“Nie etwas Sinnloseres gehört und uns wäre das früher auch mega peinlich gewesen!!!”

Früher, in den alten analogen Printtagen, haben Eltern und sonstige Anverwandte sogar Anzeigen in Zeitungen geschaltet, um zu irgendwelchen Ereignissen zu gratulieren.
Noch viel öffentlichkeitswirksamer und mega peinlich zum Quadrat…Und die Geldverschwendung erst.

Wenn irgendetwas destruktiv, lächerlich und mega peinlich ist, dann nun wirklich, wenn Eltern ihren Kindern Zuneigung, Liebe und Zu ersichtlich demonstrieren.

laromir
3 Tage zuvor
Antwortet  GBS-Mensch

Aha. Wann wären denn diese alten Tage? Ich persönlich kenne niemanden, der eine Anzeige in der Zeitung hatte (außer im Todesfall, also ganz andere Baustelle). Und ich kenne ebenfalls viele Eltern, die das mit den Plakaten übertrieben finden. Ich habe mich damals jedenfalls ohne Plakat und Zeitungsanzeige definitiv nicht ungeliebt und vernachlässigt gefühlt – und meinen Mit-SuS ebenfalls nicht.

GBS-Mensch
3 Tage zuvor
Antwortet  laromir

Ich habe in meinem Leben schier endlose Glückwunschanzeigen zur Konfirmation, zur Volljährigkeit ,,Verlobung, Hochzeit, Geburt, zum bestandenen Schulabschluss, Führerschein, zur bestandenen Gesellenprüfung und was weiß ich nicht noch alles zur Kenntnis genommen…gerne auch Anzeigen darüber, dass xy unverheiratet dreißig wird und vorm Rathaus fegen muss.

Scheint mir auch einfacher als jedesmal ein Plakat zu erstellen und aufzuhängen.

Susanne M.
3 Tage zuvor
Antwortet  GBS-Mensch

Für mich ist problematisch, dass eben nicht jedes Kind mit diesem Support rechnen kann. Die Zeitungsanzeige sieht der Schüler ja nicht, wenn er in die Schule kommt, die Plakate der Mitschüler schon.
Ich habe auch nie erlaubt, dass Einladungskarten für Geburtstage im Klassenzimmer verteilt werden, es sei denn, der Schüler lädt die ganze Klasse ein ( was im ländlichen Raum gar nicht so selten vorkam)

GBS-Mensch
3 Tage zuvor
Antwortet  Susanne M.

“Für mich ist problematisch, dass eben nicht jedes Kind mit diesem Support rechnen kann.”

Diesen Tenor liest man hier öfter. Weil einige Kinder kein liebevolles, zugewandtes, förderndes Elternhaus haben, dürfen es auch die anderen nicht haben.–> race to the bottom.

Heinz
3 Tage zuvor
Antwortet  GBS-Mensch

“Weil einige Kinder kein liebevolles, zugewandtes, förderndes Elternhaus haben, dürfen es auch die anderen nicht haben.”

Das ist doch Quatsch, ein liebevolles Elternhaus definiert sich eben nicht durch herausprallen in die Welt. Ganz im Gegenteil ist es eher so, dass bei denen, die ohne Ende mit ihrer Liebe prallen müssen, teilweise einfach nur wollen, dass es nach außen hin alles top aussieht. Das dürfte im Übrigen auch bei jedem so sein, der eine zu starke narzisstische Akzentuierung hat, und da weiß man nun einmal, dass es mit dem liebevollen Elternhaus nicht weit her ist.

GBS-Mensch
2 Tage zuvor
Antwortet  Heinz

Ich habe den Zusammenhang nicht hergestellt sondern Susanne.Ansonsten habe ich den Eindruck, dass Sie und viele andere hier mit sehr viel Projektion unterwegs sind.

Ob Eltern anlässlich des Abiturs Plakate zusammenklöppeln. nett Essen gehen, eine Weltreise verschenken oder wie früher gerne gemacht, einen VW Golf, ist wohl Sache der Eltern.
Was mich am meisten wundert, ist dass wegen der Plakate niemand “Brandschutz!!!” brüllt.

laromir
2 Tage zuvor
Antwortet  GBS-Mensch

Ich finde es hingegen befremdlich, dass unterstellt wird, dass ein Elternhaus nicht liebt und unterstützt, nur weil man kein Plakat malt oder für jedes Kacki ins Töpfchen eine Anzeige schaltet. Wir haben ganz viele Eltern, die “kaufen” sich mit sowas eher frei.

GBS-Mensch
2 Tage zuvor
Antwortet  laromir

Diese Behauptung habe ich nicht aufgestellt, Sie und andere ziehen einen vermeintlichen nicht starthaften Umkehrschluss und projizieren ganz viel.
Wie Eltern sich da auf der Beziehungsebene ausdrücken oder betätigen, ist Sache der Eltern.
Wenn sie das in Form von Plakaten tun, muss man das nicht ins Lächerliche ziehen, wie es.viele hier machen.

potschemutschka
2 Tage zuvor
Antwortet  GBS-Mensch

…. die Lösung dafür liest man bei n4t auch immer wieder: Wenn Eltern etwas für ihre Kinder nicht leisten (können/ wollen), dann springt die Schule/ die Lehrer dafür ein, mit individueller Förderung durch multiprofessionelle Teams. Also bitte liebe Gym-Lehrer bastelt für eure Schüler, die aus irgendwie benachteiligten Familien kommen, tolle Plakate!
(Ironie!)

Steißtrommler
3 Tage zuvor
Antwortet  Susanne M.

“Für mich ist problematisch, dass eben nicht jedes Kind mit diesem Support rechnen kann.”
Für mich sind das die Glücklicheren!
Zum Pseudo-Star gemacht zu werden kann man doch niemandem wünschen.
Außerdem sprechen wir nicht über Kinder, sondern junge Erwachsene.

unfassbar
4 Tage zuvor
Antwortet  Heinz

In NRW gibt es dieses Jahr kaum Abiturienten, weil die meisten Gymnasien im G8/9-Übergang einmalig raus sind.

Sepp
4 Tage zuvor
Antwortet  Heinz

Ich weiß nicht genau, wann bei uns dieser Trend losging, aber inzwischen haben alle angehenden Abiturienten solche Plakate im Oberstufentrackt hängen. Einige sind noch auf Tonkarton geschrieben und mit Fotos beklebt, viele aber auch aus der Druckerei.

Ob man das persönlich nun gut findet, als Zeichen der Unterstützung ansieht oder peinlich findet, sollte jeder für sich selbst entscheiden.

Ich denke, die meisten unserer Kids geben mehr Geld für die Kostüme für die Abi-Mottowoche aus. Vom Drucken von Plakaten für Wettbewerbe weiß ich, dass der nächste Copy-Shop ein A0-Plakat für 15 Euro druckt. Oder, wie es meine Klasse ausdrücken würde, ein Plakat kostet etwa zwei Döner!

Meiomei
3 Tage zuvor
Antwortet  Heinz

Die Banner mit 2qm gibt es im Internet für ca. 30 Euro (inklusive Eigengestaltung und Versand). Dafür geht man halt einmal weniger zu MCDonald mit der Familie oder aif das nächste Popcorn im Kino.
Wenn sie ein bischen nachhaltig denken, nehmen sie wenigstens Stoff und nicht PVC.

Einer
4 Tage zuvor

Mir wäre es extrem peinlich und ich würde rot anlaufen, wenn ich auf dem Weg zur Abi Prüfung an so einem Plakat mit meinem Namen entlang gehen müsste. Da hätten meine Eltern wirklich etwas von mir zu hören bekommen.

GBS-Mensch
4 Tage zuvor
Antwortet  Einer

Das ist ja nun ihr Problem. Es gibt viele Kinder und Jugendliche, die Wert auf den Support oder die Anwesenheit ihrer Eltern legen, wenn es um Fußballspiele, Aufführungen, Entlassungsfeuern etc. geht.
Scheint mir auf der emotional-psychologischen Ebene auch gesünder zu sein.

Marie
4 Tage zuvor
Antwortet  GBS-Mensch

Zwischen Support durch Anwesenheit (auch das würde mich bei Prüfungen eher nerven) und dem Aufhängen eines riesigen Plakates mit meinem Babyfoto besteht schon noch ein kleiner Unterschied.

HarneEinrichson
4 Tage zuvor
Antwortet  Marie

Vielleicht bin ich auch der Einzige, aber meine Eltern mussten während meiner Abi Prüfungen arbeiten

Heinz
3 Tage zuvor
Antwortet  HarneEinrichson

Ja also bei uns wäre kein Elternteil bei den Abiprüfungen dabei gewesen und ich kann mich auch nicht dran erinnern. Das wäre maximal vorgekommen, wenn jemand gefahren und abgeholt werden müsste und ich glaube da hätten wir alle schon dafür gesorgt, dass unsere Eltern in der Zeit bitte einkaufen gehen oder sonst was machen.
Grundsätzlich finde ich es ok, wenn die Eltern vor der Schule warten, ich kenne es aber von Nachprüfungen, dass Eltern dann gerne mal die folgenden Nachprüfungen durch irgendwelche Fragen zu ihrem Kind stören…. so stelle ich mir das dann auch bei den Abiprüfungen vor, als nicht Gym-Lehrer

GBS-Mensch
4 Tage zuvor
Antwortet  Marie

Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass die Anwesenheit von Eltern bei Prüfungen nicht zugelassen ist.

Marie
3 Tage zuvor
Antwortet  GBS-Mensch

Würde mich nicht wundern, wenn es demnächst eine Wartezone für Eltern vor dem Prüfungsraum gäbe.

GBS-Mensch
3 Tage zuvor
Antwortet  Marie

Sie wollen lediglich ein polemisches Fass darüber aufmachen, dass Eltern Anteil am Leben ihrer Kinder nehmen, weil Ihnen das aus irgendwelchen Gründen nicht passt.
Und unterm nächsten Artikel machen Sie dann ein genauso großes Fass über das Gegenteil auf.

unverzagte
2 Tage zuvor
Antwortet  GBS-Mensch

Auch ich schließe mich den Hinweisen an, dass eine Differenz besteht zwischen “Anteil am Leben ihrer Kinder nehmen” oder diese Anteilnahme mit privaten Informationen in die Welt zu posaunen.
Sollte auch hier einen taktvollen Mittelweg geben.

GBS-Mensch
2 Tage zuvor
Antwortet  unverzagte

Ich habe es nicht so wahrgenommen, dass jeder Schüler auf diesen Plakaten verpflichtend mit Fotomaterial aus dem Archiv als nackiges Kleinkind auf dem Töpfchen abgebildet ist.

laromir
3 Tage zuvor
Antwortet  GBS-Mensch

Das ist aber schon ein kleiner Unterschied. Oder stehen die Eltern in der Prüfung daneben und klatschen bei jeder Aufgabe?
Nach bestandenen Prüfungen zu feiern ist was anderes. Im übrigen geht bei uns auch hier jedes Maß verloren und die Abiturienten feiern nach jeder schriftlichen Prüfung, als wäre das Abi schon durch. Wir hatten eine kleine Feier nach der letzten Prüfung und den Abischerz. Ansonsten noch den offiziellen Teil. Heute ist der Schülerparkplatz Dauerparty Zone. Es muss eben immer alles ins Maßlose gehen. Fängt ja bei der Babyparty an, über Kindergeburtstag für 500€ bis später zum Neuwagen zum Führerschein, monströsen Abiplakaten und der Stretchlimousine zum Ball. Aber bei 7.50€ für die Schullektüre kommt Mimimi. Was kommt dann? Ein Eigenheim für alle zum Auszug? Der Druck auf alle würde sich wesentlich sinken, wenn man das mal wegließe. Wenn man den Kindern zu Hause Aufmerksamkeit und Liebe schenkt, was ohne großen Schnickschnack und Kosten möglich ist. Wenn es nicht mehr so wichtig wäre, wie groß ein Plakat am Ende ist. Für mich eher eine traurige Entwicklung, aber nicht, weil ich den Kindern den Support nicht gönne. Ich gehe auch zu Auftritten, Schulfesten etc., weil mein Kind da etwas vorbereitet hat, für mich und für andere, was von Zuschauern lebt.Aber Abi ist ja letztlich nicht für mich (und Zuschauer wären wohl eher störend), vielleicht liegt ja auch hier gerade das Problem. Die Annahme, dass man das Abi für die Eltern macht? Machen muss?

GBS-Mensch
3 Tage zuvor
Antwortet  laromir

Wenn an ihrer Schule etwas aus dem Ruder läuft, können Sie sich als Teil der Schulgemeinschaft entsprechend einbringen.

Wenn wir Kinder verabschieden machen wir im Jahrgang auch einmal ein nettes Banner oder Ähnliches für die Kinder, auch ohne mit Ihnen verwandt zu sein. Zur Einschulung übrigens auch.

laromir
2 Tage zuvor
Antwortet  GBS-Mensch

Liegt nicht hier eben genau der Unterschied? Man sagt allen Hallo und Tschüss, als Schule und nicht als Einzelperson. Also Schule heißen wir auch alle mit einer Feier willkommen, genauso, wie sie Abiturienten mit einer Feier gehen.
Und mit fünf Feiern auf dem Parkplatz und in der Schule und nach dem Schriftlichen und nach dem mündlichen usw. Und ganz ehrlich,.das darf man doch wirklich übertrieben finden. Es ist das Abitur, kein Doktortitel und schon gar kein Nobelpreis.

Heinz
3 Tage zuvor
Antwortet  laromir

Da bin ich ein wenig froh, dass an meiner Schulform die meisten Eltern nicht so gut betucht sind, dass die von Ihnen beschriebenen Dinge möglich wären, und das trotz gutem Standorttyp.

Alex
4 Tage zuvor

Wenn ich sehe, dass am letzten Grundschultag schon Doktorhüte in die Luft geworfen werden, wundert mich gar nichts mehr.

Mika BB
4 Tage zuvor

Oh man… Wenn man das Abi ablegt, ist man zwischen 17 und 19 Jahre alt. Mir wäre das superpeinlich gewesen, solche „Du schaffst das, Mika!“ -Plakate von meinen Eltern! in der Öffentlichkeit hängen zu sehen. Ganz ehrlich? Lasst die jungen Erwachsenen doch mal in Ruhe ihr Ding machen!

Ceterumcenseo
4 Tage zuvor

Unglaublich was für ein Druck so aufgebaut wird. Als ob das Abitur das alleinig seeligbringende Mittel wäre um ein glückliches (Berufs-) Leben starten zu können. Leider gibt es nicht nur seitens der Gesellschaft, sondern auch seitens des KuMi einen viel zu großen Fokus auf die allgemein-bildenden Schulen.

potschemutschka
4 Tage zuvor

Ich habe wieder eine Verständnisfrage:
Sind das die selben Eltern, die nicht möchten, dass Schüler vor der Klasse gelobt werden, die hier ihre Tochter/ Ihren Sohn als den/die beste/n Sohn/ Tochter vor der gesamten Schule dar-/ausstellen?
Diskussion: Ist es motivierend, Bestnoten vor der ganzen Klasse zu verkünden? – News4teachers

laromir
4 Tage zuvor

Unser Kind wird so ein Plakat definitiv nicht bekommen. Und wenn es deshalb glauben würde, dass wir es nicht unterstützen oder den Abschluss nicht wertschätzen, wäre ja vorher schon etwas falsch gelaufen. Wie kann man das bitte von einem Plakat einmal im Leben abhängig machen? Bei uns nimmt das auch überhand. Teilweise nur noch die superprofessionellen teuren Plakate, teilweise super peinliche Sprüche oder Babybilder. Ich hätte mich damals total geschämt, wenn meine Eltern so etwas an meiner Schule aufgehängt hätten.

Heinz
3 Tage zuvor
Antwortet  laromir

Ich bin auch der Meinung, dass man das Kind dann besser mal in den Arm nimmt und es mit gemeinsamer Zeit belohnen kann. Unternehmen Sie doch was schönes mit ihrem Kind für die knapp 30€, die sie gespart haben, wie jemand vorgerechnet hat.
Es gibt hier zwar welche, die sind der Meinung, dass Sie ihr Kind dann weniger lieb haben, aber was solls.

Tozitna
4 Tage zuvor

Die Plakate würde ich nicht zulassen. Aber wir lassen unsere Siebtklässler kleine Motivationskarten schreiben (A5), sodass jeder Prüfling auf seinem Platz eine hat. So ist es eigentlich nur ein Zeichen, dass alle anderen die Daumen drücken, wenn die Abiturienten über den Aufgaben brüten. Die Karten müssen aber vorher durch die Klassenleiter-Endkontrolle 🙂 – manchmal weiß manch kleiner noch nicht, was man auf so eine Karte schreibt und was nicht. In der Summe schätzen das unsere (dann Ehemaligen) sehr. Und es wird niemand von Mama und Papa herausgehoben…

Corinna Gonest- Miss 71%
4 Tage zuvor
Antwortet  Tozitna

Das ist doch eine schöne Idee! Und die 7er lernen und schreiben etwas.
Und NEIN, GEW, die Schule muss den Quatsch nicht thematisieren, wenn einer kein Plakat bekommt usw. Soll er seine- vielleicht vernünftigen- Eltern fragen.

laromir
4 Tage zuvor
Antwortet  Tozitna

Das ist doch eine sehr nette Idee. Zu meinem Abi haben immer die 11er eine Kleinigkeit zum Essen und Trinken aufgebaut, dass konnte man sich zum Frühstück mit in die Prüfung nehmen. War auch eine schöne Tradition.

TaMu
4 Tage zuvor
Antwortet  Tozitna

Ich würde ja jetzt gerne auf Herz statt auf Daumen hoch drücken

Rüdiger Vehrenkamp
4 Tage zuvor

In Zeiten, wo Eltern und Schüler für die Teilnahme an der Abifeier 100€ oder mehr für das Ticket bezahlen (Buffet vom Caterer inklusive), überraschen mich gigantische Plakate nicht. Nicht mehr lange und die ersten Eltern buchen Werbezeiten im Fernsehen.

laromir
3 Tage zuvor

Durchsagen im Radio am Abi-Morgen und Cheerleader auf dem Schulhof bitte nicht vergessen.

Steißtrommler
3 Tage zuvor

Cool wären allerdings Plakate wie “Diesmal schaffst Du`s!!”
“Vier gewinnt!”
“Mach’ uns keine Schande!”

unverzagte
3 Tage zuvor
Antwortet  Steißtrommler

🙂 und “Lieber Abitur, als immer Suppe nur”, “Apres tour heut in Dur” und neben “Vier gewinnt” steht “Mensch, ärger Dich nicht”, …

Heinz
3 Tage zuvor
Antwortet  Steißtrommler

“Wir wissen, du warst stets bemüht!”
“Wir lieben dich trotzdem.”
“Papa hat es auch nicht geschafft”

potschemutschka
2 Tage zuvor
Antwortet  Steißtrommler

….oder auch: “Möge die Macht (KI) mit dir sein!”

Die Balkon
4 Tage zuvor

Das Abitur ist heutzutage eine Leistung, die damit vergleichbar ist, als Mädchen auf die Welt zu kommen. Weil das sonst wieder alle falsch verstehen: Damit möchte ich nicht Mädchen abwerten.

Fräulein Rottenmeier
4 Tage zuvor
Antwortet  Die Balkon

Was genau möchten Sie denn sagen? Hab es leider nicht verstanden,,,,

potschemutschka
2 Tage zuvor
Corinna Gonest- Miss 71griffe
4 Tage zuvor
Antwortet  Die Balkon

Muss man das verstehen?

unverzagte
3 Tage zuvor

Die gute Nachricht ist: Nein.

DerechteNorden
4 Tage zuvor
Antwortet  Die Balkon

Erklären Sie es doch besser!
Wenn Sie Mädchen nicht abwerten wollten, hätten Sie ja “vergleichbar mit geboren werden” schreiben können.
So klingt das sehr nach dem, was Sie verneinen.

dickebank
3 Tage zuvor
Antwortet  Die Balkon

Weshalb ja prozentual auch mehr Mädchen die AHR erlangen.

potschemutschka
3 Tage zuvor
Antwortet  Die Balkon

Mir fiel da gerade ein Werbespot der 90er ein:
https://www.bing.com/videos/riverview/relatedvideo?q=Werbung%20mein%20Auto,%20mein%20haus,%20meine%20Yacht&mid=90DB2D84EA0453A548D190DB2D84EA0453A548D1&ajaxhist=0
Heute würden dann noch Fotos von “mein Kind” dazu kommen! 🙂

potschemutschka
3 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Sorry, falsches Video, aber auch nicht schlecht 🙂 Hier jetzt, hoffentlich, das richtige:
Bing-Video

unverzagte
3 Tage zuvor
Antwortet  Die Balkon

Die Frage, wer hier wen befruchtet ist auch offen.

Susanne M.
3 Tage zuvor

Mir als Jugendliche wäre es peinlich gewesen. Aber heutzutage ist alles etwas exaltierter und gefühliger, mit dem Zeitgeist muss ich leben. Wir haben beispielsweise unsere Abschlüsse an der PH 1988 einfach mit der Post zugeschickt bekommen. Keine Feier, keine Doktorhüte, keine Talare. ( Ich halte das für Inspiration aus Hollywood) Bei meinen Töchtern sahen die Feiern schon ganz anders aus.
Als Lehrer müsste man dafür sorgen, dass jeder Schüler ein Plakat bekommt. Ich habe nämlich durchaus auch Schüler, deren Eltern gegen Abitur oder gar Studium sind, die meinen, die jungen Leute sollten möglichst früh anfangen, zu arbeiten. Sie würden ihre Kinder, die sich durchgesetzt haben, nicht supporten. Und nein, das ist keine sogenannte Unterschicht, das sind oft Eltern ” Selfmade – Unternehmer”.

S.B.
3 Tage zuvor

Wir Eltern müssen draußen bleiben.

potschemutschka
2 Tage zuvor
Antwortet  S.B.

Das geht aber nicht, wenn die Symbiose zwischen Eltern und Kind so eng ist, dass eine “Trennung” wie die Amputation eines Körperteils empfunden wird.
symbiotische Beziehung – Online Lexikon für Psychologie & Pädagogik

dickebank
2 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Tja, so ist das, wenn vergessen wird, die Nabelschnur zu durchtrennen.
Siamesische Mutterschaft halt.

Cora
2 Tage zuvor

Okay, davon hatte ich noch nie gehört. Bei uns basteln die 11er immer eine Girlande mit ‘Viel Glück!’ – Wünschen für das Treppengeländer, das zum Prüfungstrakt führt und stellen im Gang Getränke und kleine Süßigkeiten zur Aufmunterung bereit. Normalerweise findet auch jeder Schüler an seinem Platz am Prüfungtag ein papierenes Kleeblatt mit Minischokomarienkäfer drauf oder etwas Ähnliches, was die Tutoren für alle vorbereiten. Das war’s. Von persönlichen Plakaten und Bannern habe ich in unserer Region nie was mitgekriegt (übrigens auch nicht von Anzeigen in Zeitung/Mitteilungsblatt) – ich denke, die meisten Abiturienten fänden das mega peinlich… Aber ja, kommt wahrscheinlich auch irgendwann bei uns an. Genau wie Ballkleid statt Abishirt beim Abiball und megaaufwändige Einschulungsfeier als Familienfest statt Butterbrezel für Mama in der Turnhalle…