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Viele Schulsozialarbeitende denken über Ausstieg nach – Studie zeigt hohe Belastung

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SAARBRÜCKEN. Fast jede zweite Fachkraft in der Schulsozialarbeit denkt darüber nach, den Beruf aufzugeben. 43 Prozent geben an, in den vergangenen zwölf Monaten zumindest erwogen zu haben, ihre Tätigkeit zu beenden. Erhoben wurden diese Daten erstmals bundesweit im Rahmen einer groß angelegten Studie der htw saar, an der mehr als 5.000 Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter teilgenommen haben. Der Befund verweist auf ein erhebliches Belastungserleben in einem Arbeitsfeld, das als zentral für die Unterstützung von Kindern und Jugendlichen gilt.

Belastet (Symbolfoto.) Foto: Shutterstock

Die Ursachen für die hohe Belastung liegen nach den vorliegenden Ergebnissen weniger in einzelnen Faktoren als in strukturellen Bedingungen des Berufsalltags. Schulsozialarbeit findet häufig unter Rahmenbedingungen statt, die von unklaren Zuständigkeiten, fehlenden Konzepten und begrenzter Einbindung in schulische Teams geprägt sind. So berichtet nur rund die Hälfte der Befragten – wie die Studie zeigt – von festen Strukturen und Abläufen in der multiprofessionellen Zusammenarbeit. Ebenso verfügt lediglich ein Teil über verbindliche standortspezifische Konzepte für die eigene Arbeit.

Die Autoren selbst verweisen auf diese Lücke zwischen Anspruch und Realität. Konkret fehle es vielerorts „an festen Strukturen zur Zusammenarbeit im multiprofessionellen Team oder standortspezifischen Konzeptionen für die Schulsozialarbeit“. Hinzu kommt die individuelle Belastung im Arbeitsalltag. Diese wird im Bericht ausdrücklich benannt: „Zweitens deutet sich ein erhöhtes Belastungserleben der Fachkräfte darin an, dass etwa vier von zehn Fachkräften im letzten Jahr darüber nachgedacht haben, ihre Tätigkeit im Arbeitsfeld zu beenden.“

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„Die vielen unbefristeten Arbeitsverhältnisse [deuten] darauf hin, dass sich das Arbeitsfeld an vielen Schulstandorten als fester Bestandteil etabliert hat“

Der Berufsalltag ist dabei stark durch unmittelbare Unterstützungsarbeit geprägt. Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter begleiten Schülerinnen und Schüler in belastenden Lebenslagen, bearbeiten Konflikte und dokumentieren ihre Arbeit umfangreich. Die Studie hält fest, dass Einzelfalltätigkeiten „sehr oft/oft: 95,7 %“ sowie konfliktbezogene Tätigkeiten „sehr oft/oft: 82,3 %“ den Alltag bestimmen.

Auch die inhaltlichen Schwerpunkte verdeutlichen die Nähe zu akuten Problemlagen im Schulalltag. Projekte konzentrieren sich vor allem auf die „Stärkung der Klassengemeinschaft“ (80,4 Prozent), „Sozialkompetenztraining“ (79,3 Prozent) und „Gewaltprävention“ (58,8 Prozent). Themen wie „Inklusion“ (9,1 Prozent), „Nachhaltige Entwicklung“ (7,3 Prozent) oder „Flucht und Migration“ (6,4 Prozent) spielen demgegenüber bislang eine deutlich geringere Rolle.

Die strukturellen Probleme sind eng mit der Organisation des Arbeitsfeldes verknüpft. Trotz der rechtlichen Verankerung im § 13a SGB VIII bleibt die Schulsozialarbeit in Deutschland heterogen organisiert. Die Studie beschreibt dies als „föderalen ‚Flickenteppich‘ mit länderspezifisch unterschiedlichen Förderprogrammen, gesetzlichen Grundlagen, Zuständigkeiten und Berufsbezeichnungen“.

Diese Unterschiede erschweren nicht nur die Vergleichbarkeit, sondern wirken sich auch direkt auf die Arbeitsbedingungen der Fachkräfte aus. Die Autorinnen und Autoren halten fest, dass diese Unterschiede „nicht nur eine übergeordnete Perspektive auf Schulsozialarbeit in Deutschland erschweren, sondern auch die Arbeitsbedingungen und -schwerpunkte der Fachkräfte maßgeblich beeinflussen“.

Festgestellt wird:

  • Das Berufsfeld ist stark weiblich geprägt (80,1 Prozehnt).
  • Die Altersgruppe der 30- bis 49-Jährigen ist überdurchschnittlich vertreten.
  • Die Mehrheit arbeitet an Grundschulen oder Sekundarschulen.

Gleichzeitig zeigen die Daten, dass sich die Schulsozialarbeit in zentralen Bereichen etabliert hat. Die große Mehrheit der Fachkräfte verfügt über ein eigenes Büro an der Schule und ist unbefristet beschäftigt. Daraus schließen die Autoren: „Die vielen unbefristeten Arbeitsverhältnisse [deuten] darauf hin, dass sich das Arbeitsfeld an vielen Schulstandorten als fester Bestandteil etabliert hat.“ Auch die Kooperation mit Lehrkräften wird vielfach positiv bewertet. Rund drei Viertel der Befragten erleben die Zusammenarbeit „als eine Begegnung auf ‚Augenhöhe‘“ – ein Befund, der im Fachdiskurs seit Jahren als zentrales Ziel gilt.

Dennoch bleibt die Entwicklung widersprüchlich. Während sich strukturelle Elemente der Verankerung stabilisieren, bestehen zugleich grundlegende Defizite in der Ausgestaltung der Arbeit vor Ort. Genau in diesem Spannungsfeld zwischen institutioneller Etablierung und fehlender konzeptioneller Fundierung entsteht die hohe Belastung, die sich in den Ausstiegsüberlegungen vieler Fachkräfte niederschlägt.

Die Ergebnisse basieren auf einer bundesweiten Online-Erhebung, die zwischen März und Mai 2025 durchgeführt wurde. Insgesamt 5.070 Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter nahmen daran teil, was knapp 28 Prozent des gesamten Feldes entspricht.

Durchgeführt wurde die Studie von Nachwuchsprofessor Dr. Sebastian Rahn und Lars Bieringer im Projekt „Schulsozialarbeit im bundesweiten Vergleich“ (SibV) an der htw saar. Ziel des Projekts ist es, die Strukturen der Schulsozialarbeit systematisch zu erfassen und, wie die Autoren formulieren, zu untersuchen, „wie die Rahmenbedingungen auf die berufliche Praxis der Fachkräfte auswirken“ und „welche Strukturen eine professionelle Ausgestaltung der Schulsozialarbeit befördern“. News4teachers 

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Schulsozialarbeit wirkt: Studie weist erstaunliche Effekte bei Kriminalität und Bildung nach

 

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Petra OWL
5 Tage zuvor

Ja, die sind schnell weg.
Auch da wünschen sich viele mehr Homeoffice oder mehr Schotter
🙂

Gelbe Tulpe
5 Tage zuvor
Antwortet  Petra OWL

Von 6-Stunden-Tagen ganz zu schweigen.

Tanya
5 Tage zuvor
Antwortet  Gelbe Tulpe

Ach du
Meine Frau hat 35 Std Woche
Warum machen die das?

Ute
5 Tage zuvor
Antwortet  Petra OWL

Ihr Hasi hat einen Traumjob gefunden. Wir beneiden ihn. Gefühlt sind alle Jobs in der Schule unterbezahlt und mit 41 Stunden Vorortarbeit mies.

potschemutschka
5 Tage zuvor
Antwortet  Petra OWL

Wie passen Homeoffice und soziale/zwischenmenschliche Beziehungen zueinander?
sozial‎: Bedeutung, Definition

Thomas
5 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Wie passen harte Arbeit und Malocherei mit wenig Geld und keiner Prämienzahlung zusammen? Potschemutschka.
Du bist doch Status Quo Kandidat!
Es geht um Veresserungen im Schulbereich.
Außerdem sind 2 Tage Homeoffice nicht 100%, sondern nur 40.
Da ist noch viel Präsenz!

laromir
5 Tage zuvor
Antwortet  Thomas

Harte Arbeit hat aber nichts mit Home-Office oder Büro/ Home-Office oder Schule/ Home-Office oder Krankenhaus etc. zu tun. Verbesserungen im Bereich Schule hängen einfach nicht mit der Frage Home-Office oder nicht zusammen.
Und darum geht es auch den (meisten) Lehrkräften nicht. Und die, die bloß noch im Home-Office arbeiten wollen, die sollen am besten schnell die Schule verlassen. Da scheint etwas grundsätzlich schief gelaufen zu sein. Das Geschrei nach dem Büro zu Hause nervt einfach nur noch. Es ist total unsinnig, unkonstruktiv, am Thema vorbei und verbessert nichts. Es ist auch an eine Berufsbeschreibung vorbei, an den Bedürfnissen von Kindern etc. Was soll diese ewige Leier also?

Tanya
4 Tage zuvor
Antwortet  laromir

NEiN laromir!
Digitalunterricht, Projektarbeitstag und 4 Tage Woche funktionieren bestens und werden bereits an Schulen durchgeführt, im In- und Ausland.
Was nicht mehr klappt ist Schule, alle im Klassenraum von 7 bis 16 Uhr!
🙁

laromir
4 Tage zuvor
Antwortet  Tanya

Wir hatten da mal ein Jahr lang eine unfreiwilligen großen Versuch laufen zum Thema Projekte zu Hause und digitaler Unterricht. Es lief für 3/4 der SuS irgendwie nicht so toll. Und wenn die Eltern kein Home-Office haben? Sitzen dann die Grundschüler alleine zu Hause?
Wir haben regelmäßig mal eine. Digitaltag zur Übung und es läuft ebenfalls nicht so richtig gut. Schule läuft zudem auch nicht bis 16 Uhr, sondern nur bis 13.15 Uhr.

Goldglöckchen
5 Tage zuvor
Antwortet  Petra OWL

Kinder aus Problemfamilien nur noch im Homeoffice betreuen? Wahrscheinlich nur noch Protokolle ausfüllen und Listenpunkte abhaken? Kein persönlicher, menschlicher Kontakt? Auf so eine absurde Idee kann auch nur die wohlbehütete PetraOWL am Schreibtisch kommen. Vermutlich mit einem Glas Wein?

Tanya
4 Tage zuvor
Antwortet  Goldglöckchen

30-40%
und keine 100
Verstehst du das nicht oder willst du das nicht verstehen?
🙁

JonasG
5 Tage zuvor
Antwortet  Petra OWL

Was ändert mehr Geld an den Rahmenbedingungen? Nichts.

Und Homeoffice in einem sozialen Beruf ist wohl ein Scherz oder?

Tanya
4 Tage zuvor
Antwortet  JonasG

Nein

Mika BB
5 Tage zuvor

Es ist ihnen zu wünschen, dass die Ergebnisse der Studie mehr Wirkung zeigt als die Ergebnisse der Studien zur Belastung von Lehrkräften. Ansonsten: Willkommen im Club!

Realist
5 Tage zuvor

Schulsozialarbeit findet häufig unter Rahmenbedingungen statt, die von unklaren Zuständigkeiten, fehlenden Konzepten und begrenzter Einbindung in schulische Teams geprägt sind.”

Klingt im Wesentlichen wie der Lehrer-Job…

Dazu noch der Druck der höchstpersönlichen Verantwortung vor Ort für an die Sozialarbeiter herangetragenen Problemlagen.

Ein kuscheliger Job in der Sozialbehörde oder im Jugendamt ohne Außendienst scheint da wirklich angenehmer zu sein…

Und seine Sozialarbeiterin achtet wirklich auf pünktlichen Feierabend und ihre freien Tage. Sie weiß wohl schon, warum…

Rollo
5 Tage zuvor
Antwortet  Realist

Klingt wie der Lehrerjob.
Nur dass sich Lehrer in Dauerkrankheit und ggf Ruhegeld zurückziehen, während Schulsozialarbeiter woanders einen harten Job machen oder in die Arbeitslosigkeit gehen.
Der Job in der Schule ist ähnlich belastend. Die Privilegien, Rahmenbedingungen und Rückfallmöglicheiten unterscheiden sich aber fundamental.

Realist
4 Tage zuvor
Antwortet  Rollo

Wer würde den Job ohne diese “Privilegien” heute noch machen: Nur die, die keine Alternative hätten.

Alle anderen würden die Vorteil von echtem, ganztägigem Homeoffice, Urlaubsgeld, Prämien, Gewinnbeteiligungen, Dienstwagen, evtentuellen Abfindungen und Arbeitgebern schätzen, denen das Wohl ihrer MItarbeiter wirklich wichtig ist.

Rainer Zufall
5 Tage zuvor

“Dennoch bleibt die Entwicklung widersprüchlich.”
Es wird kaputtgespart, bitteschön.

Ist selbstredend nur meine private Beobachtung, aber die festen Strukturen der Schulsozialarbeit werden bei zu wenig Personal aufgelöst, sobald es brennt und akute Notfälle sich häufen. Dies erodiert wiederum die Basis, weshalb sich Notfälle u.a. (!) häufen.

Ne Schule mit zwei Schulsozialarbeiter*innen, das wäre was!

Rüdiger Vehrenkamp
5 Tage zuvor

In Mannheim werden oft nur halbe oder dreiviertel Stellen an Schulen vergeben. Viel zu wenig. Der weitere Ausbau der Schulsozialarbeit wurde aufgrund der Finanzlage der Stadt gestoppt. So gibt es immer noch Regelschulen, die komplett ohne Schulsozialarbeit auskommen müssen. Wir in der Familien- und Jugendhilfe könnten ebenfalls mehr Leute gebrauchen, bekommen aber tatsächlich kaum Bewerbungen geeigneter Mitarbeiter. Alles ist mehr geworden in den letzten Jahren. Adäqute Gehaltserhöhungen gab es dafür nicht.

Insgesamt sind die Bedingungen bescheiden und es gibt zu wenig Personal auf dem freien Arbeitsmarkt. Daher braucht mir niemand mehr mit den Forderungen nach “multiprofessionellen Teams” zu kommen. Wobei… Fordern kann man sie. Kommen werden sie nicht.

Corinna Gonest- Miss 71griffe
5 Tage zuvor

Multiprofessionale Teams ist nur ein anderer Begriff für Mehrarbeit. Alle, außer den Lehrkräften, machen diesbezügliche Arbeit innerhalb ihrer Arbeitszeit. Nur bei uns ist das wieder on top- Absprachen, Begutachtungen, Koordination, Diagnostik, Differenzierung, Gespräche…

TaMu
5 Tage zuvor

Was ich bei Sepp geantwortet habe, hätte ich auch unter Ihren Beitrag schreiben können. Ich wünschte, es gäbe an allen Schulen mindestens eine Vollzeitstelle für Sozialarbeit und gestaffelt nach der Anzahl der Schülerinnen und Schüler entsprechend mehr.

Sepp
5 Tage zuvor

Immer mehr Kinder werden im Ganztag betreut. Das ist gesellschaftlich gewünscht, weil z.T. beide Elternteile berufstätig sind (sein müssen) und alle Kinder dann ja vermeintlich gleiche Chancen bekommen.
Ansonsten ist es auch ganz bequem, sich nicht den ganzen Tag um seine eigenen Kinder kümmern zu müssen, dann hat man mehr Zeit für sich selbst. Auch die Kids werden immer Ich-bezogener erzogen und daddeln außerdem wie Erwachsene in den (a)sozialen Medien. Aber irgendwie finden wir das ja auch gut, wenn schon Kleinkinder mit ihren kleinen Händchen auf einem iPad rumpatschen…

Wenn Kinder also immer mehr sozial vernachlässigt werden und immer mehr Zeit in Schulen verbringen müssen, dann treten dort eben auch Probleme auf, die wir Lehrkräfte und die Schulsozialarbeit abfangen müssen. Die Konsequenzen sehen wir in den Schulen:

Unsere Schulsozialarbeit macht zwar auch viel zu Klassengemeinschaft und Prävention, sie stehen aber auch immer für alle Streitigkeiten, persönliche Belange, LGBTQ-Themen, vermeintliche und reale Mobbing-Erfahrungen usw. bereit. Mit anderen Worten – es kommen ständig Kinder mit belastenden Themen an und wollen sofort gehört werden, so dass man kaum gegen diese Arbeit ankommt. Da wundert es mich kaum, wenn die Kollegen der Schulsozialarbeit über den Ausstieg nachdenken.

Mittelfristig werden wir gesellschaftlich nicht umherkommen, Schulen komplett anders aufzustellen, sie viel mehr zu einem echten Lebensraum für Kinder und Jugendliche zu gestalten, aber dann auch mit deutlich mehr Personal, wozu auch eine große Anzahl an Schulsozialarbeitern gehört.

Rüdiger Vehrenkamp
5 Tage zuvor
Antwortet  Sepp

Woher kommt denn die “große Anzahl an Schulsozialarbeitern”? Bitte tun Sie doch nicht so, als würden diese Kollegen auf Bäumen wachsen. Dass diese außerdem mit halben oder dreiviertel Stellen abgespeist werden, macht die Tätigkeit an Schulen auch nicht attraktiver.

blau
5 Tage zuvor
Antwortet  Sepp

Ja es sind einfach viel zu viele Probleme, v.a. psychische für zu wenig Stellen. Das ist extrem belastend.

TaMu
5 Tage zuvor
Antwortet  Sepp

Ich sehe das genau wie Sie. Es müsste an jeder Schule durchgehend und zuverlässig Sozialarbeit geben, so lange täglich Kinder in der Schule sind.
Diese Sozialarbeitenden müssten sichere, klar geregelte Arbeitsplätze mit guter Bezahlung und gut ausgestatteten eigenen Arbeitsräumen haben. Wo es das nicht oder nicht ausreichend gibt, spreche auch ich von sozialer Vernachlässigung in Schulen. Wo alleine die Lehrkräfte soziale Probleme auffangen müssen, kommt der Unterricht und damit das Recht auf Bildung zu kurz. Wirklich aufgefangen und bearbeitet werden können die meisten Themen im Unterricht ohnehin nicht.
Es geht um Kinderrechte und wo auch immer man diese wirklich wahrnehmen müsste, werden sie in irgendeiner Form aus Kostengründen vernachlässigt.

Ukulele
5 Tage zuvor
Antwortet  Sepp

… oder man verabschiedet sich vom Ganztag und stärkt die Familien, die dann die Erziehungs- und Sozialarbeit ihrer Kinder übernehmen…

Lera
4 Tage zuvor
Antwortet  Ukulele

Das wäre doch wirklich einfach nur krank.

Eltern, die ihre Kinder erziehen… das verstößt gegen die Menschenrechte.

Fräulein Rottenmeier
5 Tage zuvor

Interessant, dass bis auf Herr Vahrenkamp entweder die Bots mit ihren Forderungen nach HO schreiben oder LK, die meist leider auch keine Ahnung haben von der Arbeitsplatzbeschreibung…..Am Thema vorbei 6 und setzen!
Die Arbeit als Schulsozialarbeiter findet bestimmt nicht im HO statt, weil sie direkt mit dem Klientel arbeitet. Traurig ist es, dass es offenbar keine wirkliche Tätigkeitsbeschreibung gibt und die betroffenen Personen dies mit den Schulen und den Arbeitgebern aushandeln müssen.
Wir haben wirklich lange an dem Konzept gefeilt und tun es tatsächlich immer noch und gleichwohl sind wir so dankbar, dass es sie gibt unsere Schulsozialarbeiterin. Sie leitet den Schülerrrat, leitet die pädagogische Inseln, leitet Balu und Du, koordiniert Nachhilfe nach BuT, macht viele weitere Projekte mit den Kindern, ist Ansprechpartner und Bindeglied zwischen LK und Eltern, sitzt in Hilfeplangesprächen natürlich mit dabei…..ist also sooooooo wertvoll…..
Und dann kommen die Petras und Tanyas und machen hier Bambule und sorgen dafür, dass dieser Bericht untergeht..schlimm, ganz schlimm!! Schämt Euch!

Rollo
5 Tage zuvor

Machen einen wichtigen Job. Für einen Bruchteil des Lehrersalärs. Und haben doch auch studiert.

GBS-Mensch
4 Tage zuvor
Antwortet  Rollo

Stören Sie doch das eiserne narrativ hier nicht:
Lehrer haben studiert. Alle anderen, die studiert haben verdienen mehr als Lehrer und haben ein einfaches Leben.
Alle die weniger verdienen (und ein schwereres Leben haben), haben auch nicht studiert und sind selbst schuld.

Realist
3 Tage zuvor
Antwortet  GBS-Mensch

Qutasch. Das “Narrativ” hier ist, dass Berufe am Menschen in Deutschland relativ gesehen deutlich unterbezahlt sind:

Aktuelle Nachricht: Medianlohn steigt in Deutschland um 3,7% dieses Jahr. Sind Sie dabei???

GBS-Mensch
3 Tage zuvor
Antwortet  Realist

“Das “Narrativ” hier ist, dass Berufe am Menschen in Deutschland relativ gesehen deutlich unterbezahlt sind:”

Was auf verbeamtete Lehrer schon einmal im Vergleich nicht zutrifft.

Sie dürfen gerne einmal für Ihr Bundesland das Netto(!) von A 13 und E 11 (Sozialarbeiter) vergleichen. Und wenn Sie schon dabei sind, können Sie auch gleich einen Abstecher nach E 8a (Erzieher) machen.

“Sind Sie dabei???”

Die Zahl vorm Komma stimmt. Die Zahl dahinter ist nicht so üppig.

447
3 Tage zuvor
Antwortet  GBS-Mensch

Natürlich nicht alle.

Aber vergleichen wir jetzt ein massenmedial seit Jahren (!) gefordertes, PASSSGENAUES, berufsorientiertes Studium (plus x Zusatzanforderungen weit über die Studienzeit hinaus) mit irgendwelchen “rich girl/boy”-Hobbystudiengängen wie Kunstgeschichte, Ägyptologie, Unterwasserkorbflechten?

Lehrer
5 Tage zuvor

Das ist dasselbe Phänomen wie bei den Quereinsteigern!
Man glaubt, Schule ist easy, 13 Wochen Ferien, und dann der Realitätsschock!
Ich habe kein Mitleid mehr mit diesen Menscen, die Schule als Paradies begreifen und zu spät merken, was für ein Knochenjob das ist.

Rüdiger Vehrenkamp
5 Tage zuvor
Antwortet  Lehrer

KEINER meiner Kollegen an Schulen hat die Illusion, dass die Arbeit an der Schule einfach sei. Während des Studiums durchlaufen wir mehrere Praktika und wer sich für “soziale Arbeit” entscheidet, weiß in der Regel, dass man hier nicht unbedingt mit einfachen Menschen zu tun haben wird.

Fräulein Rottenmeier
5 Tage zuvor
Antwortet  Lehrer

Es geht hier um Schulsozialarbeit…..nicht gemerkt, oder….?

Lehrer
4 Tage zuvor

Doch. Dein Kommentar ist schlicht dämlich! Ich habe nirgendwo von Lehrern gesprochen.
Wer lesen kann, ist schlicht im Vorteil!

Fräulein Rottenmeier
4 Tage zuvor
Antwortet  Lehrer

Ich glaube nicht, dass wir uns persönlich kennen, oder? Bleiben wir doch einfach beim „Sie“.
Sie Arschloch klingt auch viel besser als Du Arschloch…. 😉

blau
5 Tage zuvor
Antwortet  Lehrer

Warum nicht? Woher soll man es wissen? Als ich in Kl.12 war, hatte ich eine Berufsberatung in der Schule:
Ich: “Ich mag Mathe und Physik. Ich möchte etwas Familienfreundliches machen.”
Berater: “Dann werden Sie doch Lehrerin!”
Das waren auch schon alle Vorschläge. Ich hab das geglaubt

Realist
4 Tage zuvor
Antwortet  blau

Tja, reingefallen.

Aber trösten Sie sich: Gen Z passiert das nicht mehr, die sind bestens informiert.

“Familienfreundlich” ist heute echtes, ganztägiges “Homeoffice”, nicht das “Beste aus beiden Welten” im Lehrerjob: Bis um drei Uhr nachmittags in Präsenz in der Schule (inkl. explodierender Mobilitätskosten) und anschließend noch einmal bis in den Abend im selbstbezahlten “Homeoffice” (wo man dann noch einmal alle Materialien doppelt hat, die man nicht zwischen Schule und (Pseudo-)”Homeoffice hin- und herschleppen möchte)

Ukulele
5 Tage zuvor
Antwortet  Lehrer

Es gibt kein Paradies. Nirgendwo.

Realist
4 Tage zuvor
Antwortet  Ukulele

Doch, beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk: Immer im Recht, immer auf Seite der Guten, drei Tage pro Woche echtes Homeoffice im Durchschnitt, Arbeitsplatzsicherheit wie ein Beamter, regelmäßige Reallohnerhöhungen ohne Arbeitskampf und Diskussion und mit 95% des letzten Nettogehaltes in Pension (und nicht mit mikrigen, maximalen 71% wie bei Beamten…)

Goldglöckchen
5 Tage zuvor

Mit Verbeamtung kann man sie nicht locken. Die ist nicht vorgesehen für sie. Schade.

TaMu
5 Tage zuvor

Das zeigt einmal mehr, wie sehr Schulsozialarbeit insgesamt vernachlässigt wird. Dabei brauchen Kinder und Jugendliche zuverlässig durchgehend Ansprechpartner für ihre Bedürfnisse, die einen mehr, die anderen weniger. Sie stören dann im Unterricht, ohne ihr Problem in diesem Setting überhaupt benennen zu können. Könnte ein „störendes“ Kind gefragt werden, ob es zur Sozialarbeit gehen möchte und würde es das annehmen wollen, würde es dort vielleicht erzählen, was wirklich bei ihm los ist. Zwischen Lego, einem Trampolin und einer gemütlichen Sitzecke lässt sich viel leichter erzählen, was sonst mühsam zurück gehalten wird und in Form von lästiger Störung herausplatzt.
Je nachdem könnte das Problem sich dabei lösen oder erleichtern oder es wäre klar, dass hier Eltern, Lehrkräfte, Schulleitung, Jugendamt, Therapeuten eingebunden werden müssten. Da Eltern am Feierabend und am Wochenende häufig auch nicht wirklich Zeit für ihre Kinder haben, wäre diese Schulsozialarbeit für die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen existenziell notwendig.
Natürlich würden nicht nur „störende“ Kinder aus dem Unterricht dorthin geschickt werden können. Schulsozialarbeit wäre für alle da, die diese in Anspruch nehmen wollten.
Deshalb bräuchte es von vornherein zwei Stellen an jeder Schule, damit eine Person Einzelarbeit und Administration machen könnte und die andere eine offene Gruppe hätte aus allen, die die Räume aufsuchen. Es dürfte kein allzu großes Problem sein, diese Arbeitsplätze zu beschreiben und zu verankern. Sie wären den festgeschriebenen Regeln des Kinderschutzes verpflichtet und könnten sich daran orientieren. Eine gute Bezahlung und Ausstattung wären dabei selbstverständlich.
Wer darauf kommunal oder schulisch verzichtet, verzichtet auf das Recht des Kindes nach Sicherheit, Schutz und Geborgenheit, auch auf das Recht auf Ruhe, Konzentration und damit Bildung im Klassenzimmer. Er verzichtet auf die gesunde Entwicklung jedes einzelnen Kindes zu einem vergleichsweise niedrigen Preis, denn Schulsozialarbeit würde viel aus dem großen Themenbereich Erziehung übernehmen, der in Ganztagsschulen nicht individuell sein kann, was gegen das Bedürfnis des Kindes ist. Er verichtet auf frühzeitige Kenntnis von Notlagen und Entwicklungsstörungen und deren rasche Auflösung und Unterstützung. Er verzichtet auf gesund aufwachsende junge Menschen und letztendlich ihre Leistungsfähigkeit.
So viel Verzicht muss man sich erstmal leisten können!

Lera
4 Tage zuvor
Antwortet  TaMu

Naja…

hier kommt das Wasser in den Wein:

Schulsozialarbeitende Schulsozialarbeiter sind auch nicht die Lösung aller Probleme, wie Sie es hier darstellen.

Wenn es eine Insel gibt, hilft mir das natürlich –

eine Förderschule hülfe mir aber noch sehr viel mehr 😉

447
3 Tage zuvor
Antwortet  Lera

Ich kann nur durch die Kontrasterfahrungen bestätigen:

Wo nicht ohne weiteres abgeschult/gekickt werden kann, ist eine KOMPETENTE Schulsozialarbeit eine UNFASSBAR große Hilfe.

Wir haben zwei davon, die versetzen Berge.

Sind allerdings so drauf und reden so wie Rüdiger Vehrenkamp hier aus dem Forum.

Und natürlich machen die pünktlich Schluss, was ich total ok finde. Für das, was die alles leisten und ersparen…

Lera
4 Tage zuvor

Da werden wohl bald die

denkenden Schulsozialarbeitenden

zu

aussteigenden Schulsozialarbeitenden.

Sind ausgestiegene Schulsozialarbeitende dann eigentlich Schulsozialgearbeitete?

447
3 Tage zuvor
Antwortet  Lera

gearbeitet habende oder Habende, denke ich.