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Kinderbarometer: Sport und Freunde sind beliebter als der Computer

BERLIN. Sport und Aktivitäten mit Freunden machen der Mehrzahl der Kinder in Deutschland zurzeit mit Abstand am meisten Spaß. Das Spielen am Computer und die Schule haben für die meisten Kinder und Jugendlichen hingegen eine weit geringere Bedeutung. 

Das ist das Ergebnis des LBS-Kinderbarometers, einer bundesweiten, repräsentativen Befragung von mehr als 10.300 Kindern zwischen neun und 14 Jahren, die heute in Berlin vorgestellt wurde. „Im Zentrum der Untersuchung steht die Frage nach dem aktuellen Wohlbefinden der Kinder. Das LBS-Kinderbarometer greift aktuelle Themen auf und untersucht, ob und wie sich diese positiv oder negativ auf das Wohlbefinden auswirken“, erklärt Anja Beisenkamp, Leiterin des Prosoz Instituts für Sozialforschung, die für die Studie verantwortlich ist. Die Kinder wurden neben der Mediennutzung auch den Themen Wohnumgebung, Elternhaus und Schule befragt.

Sport bereitet den Kindern zurzeit mit Abstand den größten Spaß, wie das LBK-Kinderbarometer zeigt; Foto: Ehsan Khakbaz / Flickr (CC BY-NC-ND 2.0)

Sport bereitet den meisten Kindern größten Spaß; dies zeigt das Kinderbarometer. Foto: Ehsan Khakbaz / Flickr (CC BY-NC-ND 2.0)

Die Untersuchung zeigt: Ein Drittel der Kinder in ganz Deutschland nennen Sport an erster Stelle, wenn es darum geht, was ihnen zurzeit den größten Spaß bereitet, gefolgt von „Aktivitäten mit Freuden“ (30 Prozent). Damit nehmen Sport und Freunde einen deutlich höheren Stellenwert ein als die Schule und andere Tätigkeiten wie Lesen oder Computer spielen. „Entgegen der landläufigen Meinung liegt Sport damit mehr als fünf Mal höher in der Gunst der Neun- bis 14-Jährigen“, sagt Christian Schröder von der LBS. Hingegen geben jeweils nur sechs Prozent der Kinder das Spielen mit dem Computer und die Schule an, wenn sie gefragt werden, was ihnen am meisten Spaß macht. Der Untersuchung zufolge bereitet Kindern in den unteren Klassen die Schule häufiger Spaß als Kindern aus höheren Jahrgangsstufen. Mit jeweils drei Prozent ist das Lesen und “Chillen”, also das Entspannen, bei den Kindern relativ unbeliebt.

Familie und Schule haben größten Einfluss auf positives Allgemeinbefinden

Seit der Erhebung 2009 gibt es nicht nur mehr Internetzugänge, sondern immer mehr Kinder haben auch einen eigenen Computer. 2011 ist dies bei 39 Prozent der Fall. Je älter die Kinder werden, desto häufiger haben sie einen (internetfähigen) Computer für sich. Bei zwei Fünfteln steht der Computer im Kinderzimmer und zwei Drittel davon können mit ihrem Computer auch ins Internet gehen. Fokussieren sich Jugendliche auf das Spielen am Computer, so geht dies – laut der Studie – meist einher mit einem geringeren schulischen Wohlbefinden. Haben Kinder keinen Internetzugang, hängt dies wiederum mit einem geringeren Wohlbefinden im Freundeskreis, aber auch in der Schule zusammen.

Der Studie zufolge hat vor allem die Familie, gefolgt von der Schule, den größten Einfluss auf ein positives Allgemeinbefinden der Kinder. 41 Prozent der Kinder geben an, dass ihr familiäres Wohlbefinden „sehr gut“ ist und sieben Prozent beschreiben es negativ (eher schlecht, schlecht, sehr schlecht). Bezogen auf den Lebensbereich „Schule“ zeichnet sich ein anderes Bild: Hier sagen 18 Prozent der Kinder, dass sie sich in der Schule „sehr gut“ fühlen, 29 Prozent finden es „gut“ und 16 Prozent geben ein negatives Wohlbefinden in der Schule an. Werden die Kinder älter, so nimmt das schulische Wohlbefinden der Kinder der Untersuchung nach leicht ab, wenn auch deutlich weniger als im Kinderbarometer aus dem Jahr 2009.

Mehrzahl der Eltern kümmert sich gut genug um Schularbeiten

Das LBS-Kinderbarometer fragte die Kinder auch, was sie sich von ihren Eltern wünschen. Laut der Umfrage ist dies vor allem mehr gemeinsame Zeit, auch wenn die Mehrheit der Kinder mit den Arbeitszeiten der Eltern zufrieden ist. 33 Prozent geben an, dass – wenn ein Elternteil weniger Zeit mit Arbeiten verbringen sollte –, dies dann der Vater sein sollte.

Der Studie zufolge finden die meisten Kinder, dass ihre Mutter oder ihr Vater sich gemeinsam mit ihnen im richtigen Maß um die Schulaufgaben kümmert. 57 Prozent sagen dies bei der Mutter und 62 Prozent bei dem Vater. Jedes zehnte beziehungsweise zwölfte Kind wünscht sich, dass sich seine Eltern dafür mehr Zeit nehmen und fünf beziehungsweise neun Prozent möchten, dass sich die Eltern weniger mit ihren Schulaufgaben beschäftigen. (kö)

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