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Stoppt die Spionage-Software!

Ein Kommentar von NINA BRAUN.

Die Bildungsjournalistin Nina Braun. Foto: www.bildungsjournalisten.de

Die Bildungsjournalistin Nina Braun. Foto: www.bildungsjournalisten.de

Das Urheberrecht ist ein wichtiges Gut. Kein Mensch würde mehr Texte produzieren, wenn er nicht einigermaßen sicher die Früchte seiner Arbeit ernten kann. Das gilt auch für Schulbücher. Die Vereinbarung zwischen der Kultusministerkonferenz (KMK) und den Verlagen schießt allerdings gewaltig über das Ziel hinaus. Lehrer, die sich für ihren Unterricht auch aus geschützten Quellen bedienen, sind keine Datendiebe, die mit krimineller Energie darangehen, sich auf Kosten anderer zu bereichern. Lehrer, die für ihre Schüler gegen das Urheberrecht verstoßen, handeln aus Not: Völlig veraltete Schulbücher, fehlende Materialien und eine „Lernmittelfreiheit“, die ihren Namen nicht verdient, machen in vielen Schulen einen angemessenen Unterricht kaum möglich. Arme Bildungsrepublik.

Ausgerechnet die Schulträger, die für diese Mangelwirtschaft verantwortlich sind, sollen jetzt als Kontrolleure für die Verlage wirken, die Schulrechner mit einer Spionage-Software durchleuchten und Missetäter dingfest machen. Das ist schon zynisch. Dazu kommt die augenscheinlich völlig fehlende Abstimmung mit dem Datenschutz. Man fragt sich, wie solch ein Vertrag die KMK und die juristischen Abteilungen von 16 Bildungsministerien durchlaufen konnte, ohne auf Widerspruch zu stoßen. Und man muss kein Prophet sein, um voraussagen zu können: Diese Regelung wird keinen Bestand haben.

Zum Beitrag „Empörung um Spähprogramm in Schulcomputern“

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