BERLIN. „Ein gelingender Übergang von der Kindertagesbetreuung in die Grundschule ist ein entscheidender Schritt für den weiteren Bildungsweg unserer Kinder“ – meint KMK-Präsidentin Anna Stolz. Die Bildungsministerkonferenz hat im Rahmen der KMK gemeinsam mit der Jugend- und Familienministerkonferenz (JFMK) erstmals länderübergreifende Empfehlungen für den Übergang von der Kita in die Grundschule verabschiedet.

Der Einstieg in die Empfehlungen erfolgt mit der Zielsetzung, „Kindern einen chancengerechten Start in die Grundschule, verbunden mit einer bestmöglichen individuellen Förderung, zu ermöglichen“. Damit wird der Übergang ausdrücklich als bildungsbiografisch entscheidende Phase definiert. Die Verantwortung wird dabei nicht einer Institution zugewiesen, sondern als gemeinsame Aufgabe von Familien, Kitas und Schulen beschrieben.
Mit dem Beschluss der „Gemeinsamen Empfehlung zum Übergang vom Elementar- in den Primarbereich“ haben die Länder einen mehrjährigen Abstimmungsprozess abgeschlossen.
„Starke Startbedingungen sind der Schlüssel für eine erfolgreiche Bildungsbiografie“
Die Präsidentin der Bildungsministerkonferenz, Bayerns Kultusministerin Anna Stolz (Freie Wähler), betont die Relevanz des Übergangs. „Deshalb setzen wir hier bewusst auf eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten – von der Familie über die Kita bis zur Schule. Das Ziel ist klar: Wir wollen jedes Kind mit seinen individuellen Fähigkeiten und Stärken in den Blick nehmen, gezielt fördern und ihm von Anfang an faire und gute Bildungschancen eröffnen. Denn starke Startbedingungen sind der Schlüssel für eine erfolgreiche Bildungsbiografie.“
Auch die Vorsitzende der Jugend- und Familienministerkonferenz, Hessens Sozialministerin Heike Hofmann (SPD), hebt die frühe Förderung hervor und setzt dabei einen klaren Schwerpunkt auf Sprache: „Der Grundstein für eine erfolgreiche Bildungsbiografie wird schon im Kita- und Elementarbereich gelegt. Hier gilt wie in allen Lebensbereichen, dass Sprache ein zentrales Gelingens-Element ist. Wer mit Defiziten in die Schulzeit startet, ist oft schon erheblich im Nachteil.“
Die Empfehlungen selbst konkretisieren diesen Anspruch entlang mehrerer zentraler Handlungsfelder. Ein Schwerpunkt liegt auf der systematischen Beobachtung und Dokumentation von Entwicklungsverläufen. Im Elementarbereich sollen „regelmäßige und gezielte Beobachtung und Dokumentation“ die Grundlage individueller Förderung bilden. Die Dokumentation wird zugleich als verbindendes Element zwischen den Institutionen verstanden: Lehrkräfte sollen an die Erkenntnisse aus der Kita anknüpfen, um die Lernausgangslage zu bestimmen.
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Allerdings macht das Papier auch deutlich, dass diese Anschlussfähigkeit an rechtliche Grenzen stößt. Die Weitergabe von Entwicklungsdokumentationen ist nur mit Einwilligung der Eltern zulässig, da es sich um Sozialdaten handelt. Die Verantwortung für den Übergang bleibt damit auch eine Frage praktischer Umsetzbarkeit im Alltag von Einrichtungen.
Inhaltlich definieren die Empfehlungen drei zentrale Kompetenzbereiche, die bereits vor Schuleintritt systematisch entwickelt werden sollen: soziale und emotionale Kompetenzen, sprachliche Kompetenzen sowie mathematische Grundvorstellungen. Diese werden nicht isoliert betrachtet, sondern als miteinander verflochtene Entwicklungsbereiche beschrieben.
Besonders ausführlich wird die Bedeutung sozialer und emotionaler Kompetenzen dargestellt. Kinder sollen lernen, „sich sozial zugehörig [zu] fühlen und als selbstwirksam [zu] erleben“. Beziehungen werden dabei als zentrale Voraussetzung für Lernen beschrieben. Die Qualität der Interaktion zwischen Kindern und pädagogischen Fachkräften gilt als entscheidender Faktor für Bildungsprozesse.
Die sprachliche Bildung wird als durchgängige Aufgabe über alle Bildungsphasen hinweg definiert. Der Text betont, dass Sprachförderung nicht auf einzelne Programme beschränkt sein darf, sondern im Alltag verankert sein muss. Gleichzeitig wird Mehrsprachigkeit ausdrücklich als Ressource beschrieben, die in pädagogische Konzepte einbezogen werden soll. Auch mathematische Kompetenzen werden bereits im Elementarbereich verortet. Kinder entwickeln laut Empfehlung „ein intuitives Verständnis von Mathematik“, das durch Alltagserfahrungen und gezielte Impulse vertieft werden soll. Der Übergang zur Schule soll diese Erfahrungen systematisieren und weiterführen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der institutionellen Kooperation. Der Übergang wird als Prozess beschrieben, der nur durch abgestimmtes Handeln gelingt. Leitungen von Kitas und Grundschulen kommt dabei eine „Schlüsselrolle“ zu. Gefordert werden verbindliche Strukturen, gemeinsame Fortbildungen und klare Zuständigkeiten.

Auffällig ist, dass die Empfehlungen auch eine Gruppe besonders in den Blick nehmen, die bislang oft außerhalb institutioneller Übergangsstrukturen steht: Kinder ohne vorherigen Kitabesuch. Hier wird vorgeschlagen, verpflichtende Sprachstandserhebungen spätestens ein Jahr vor Schuleintritt einzuführen. Bei Förderbedarf soll eine verpflichtende Förderung erfolgen.
Damit greifen die Länder ein Problem auf, das in der Bildungsforschung seit Jahren beschrieben wird: Kinder aus sozial benachteiligten Familien oder mit Migrationshintergrund nehmen Angebote frühkindlicher Bildung seltener wahr. Die Empfehlungen benennen dies ausdrücklich und schlagen Maßnahmen vor, die von aufsuchender Elternarbeit bis zu verpflichtenden Förderstrukturen reichen.
Politisch markiert das Papier einen Versuch, die lange getrennt entwickelten Systeme von frühkindlicher Bildung und Schule stärker aufeinander zu beziehen. Die gemeinsame Beschlussfassung von KMK und JFMK verweist auf eine institutionelle Annäherung, die in der Praxis bislang häufig an unterschiedlichen Zuständigkeiten und Logiken scheiterte.
Ob daraus eine tatsächliche Veränderung im Übergangsgeschehen entsteht, hängt jedoch von der Umsetzung in den Ländern ab. Die Empfehlungen formulieren Grundsätze und Rahmenbedingungen, enthalten aber keine unmittelbaren rechtlichen Verpflichtungen. Sie setzen auf Abstimmung, Kooperation und gemeinsame Standards – und damit auf einen Steuerungsansatz, der auf Konsens basiert.
Der Text selbst formuliert das Ziel klar: Bildungsprozesse sollen „aktiv und konsistent begleitet und unterstützt“ werden. Ob diese Konsistenz im föderalen System erreicht wird, bleibt offen. News4teachers
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Wir haben jetzt schon Aufnahmegespräche, die in der Kita stattfinden und an denen die Eltern, eine Erzieherin und eine Lehrkraft der aufnehmenden Klasse teilnimmt. Je Kind eine Stunde und das noch nach Unterrichtsschluss. Zeitlich kaum innerhalb der eigenen Arbeitszeit zu bewerkstelligen. Es wird aber einfach so verlangt.
Diese Übergabegespräche gibt es bei uns auch schon lange. Blöd halt, wenn der KiGa froh ist, das Kind loszuwerden und uns rein gar nichts über die massiven Verhaltensprobleme erzählt (Eltern tun das erfahrungsgemäß erst recht nicht). Dann trifft es die Erstklasskollegen vollkommen unvorbereitet.
Schulkindergarten wieder einführen. Offene Schuleingangsphase ist emotional großer Mist für kleine Kinderseelen.
Wenn man “verbindliche Strukturen” und “klare Zuständigkeiten” will:
Ist es dann eine gute Idee, die Zuständigkeit auf mehrere Institutionen zu verteilen?
Wäre es vielleicht eine bessere Idee, eine dezidierte Institution zu schaffen?
…
Ach nee, geht nicht, das wäre ja eine Vorschule, die hatte man ja abgeschafft, weil sie Geld kostet.
“Genaue Beobachtung und Dokumentation”
“Schriftliche Übergangsempfehlungen”
Ich gebe zu, dass ich mich als Lehrerin an der Grundschule darüber freuen würde. Aber wann sollen die Erzieherinnen das in Gruppen mit 25 Kindern leisten? Ich glaube nicht, dass es dafür Ermäßigungsstunden oder mehr Geld gibt.