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Auf dem Weg zum Deutschland-Abi

Ein Kommentar von NINA BRAUN.

Die Bildungsjournalistin Nina Braun. Foto: www.bildungsjournalisten.de

Die Bildungsjournalistin Nina Braun. Foto: www.bildungsjournalisten.de

Ganz schön mutig, was die Bildungsminister von sechs Bundesländern da vereinbart haben. Das gleiche – oder zumindest ein annähernd gleiches – Zentralabitur sowohl für die PISA-Sieger Sachsen und Bayern, für das gute Mecklenburg-Vorpommern, die gerade mal durchschnittlichen Länder Niedersachsen und Schleswig-Holstein sowie für das von Bildungsproblemen gebeutelte Hamburg? Es wird Verwerfungen geben, das ist absehbar. Eine alljährliche Liste der Sieger und Verlierer im Abitur-Ranking der Bundesländer ist dabei noch das kleinere Problem (wenn auch für die Politiker an der Spitze der Verliererländer ein großes). Schlimmer sind die Ungerechtigkeiten gegenüber den Schülern. Denn die Bedingungen, unter denen sie für die Hochschulreife zu lernen haben, sind keineswegs die gleichen. Obwohl die Ergebnisse deshalb nur bedingt vergleichbar sein werden, haben die Abiturienten dann Konsequenzen in der Konkurrenz um knappe Studienplätze zu tragen. Hamburger Abiturienten dürften es künftig schwer haben, Medizin zu studieren.

Und trotzdem: Die überparteiliche Einigung  – beschlossen von zwei SPD-, zwei CDU-, einem CSU und einem FDP-Minister – ist überfällig. Die Politik darf sich mit dem Nord-Süd-Bildungsgefälle in Deutschland nicht abfinden. Ein gemeinsames Abitur erzeugt Druck, auch die Bedingungen einander anzugleichen. Dem müssen sich die beteiligten Länder nun stellen. Und die anderen werden sich dem Sog nicht entziehen können: In zehn Jahren, die Vorhersage sei gewagt, wird es ein Deutschland-Abitur geben.

Zur Diskussion des Themas auf 4teachers.

Zur Meldung: „Sechs Bundesländer starten 2014 mit einem gemeinsamen Abitur“

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