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Spitzeldienst erbeten: Lehrer sollten über Kollegen Auskunft geben

BERLIN. Empörung unter Lehrern in Berlin: Per Fragebogen sollten sie dem Institut für Schulqualität Berlin und Brandenburg (ISQ) Auskunft über die Arbeit ihrer Kollegen geben. Dies berichtet der „Berliner Kurier“.

Anlass für die dreiseitige Befragung sei der Leistungstest „Vera 8“, bei der Achtklässler geprüft werden. Lehrer hätten nach der Prüfung einen Fragebogen bekommen. „Kennen Sie Lehrkräfte, die Testantworten nachträglich veränderten?“, habe darauf gestanden.  Gefragt worden sei auch nach Kollegen, „die andere dazu ermutigt haben, zu schummeln“ oder „leistungsschwächeren Schülern Hilfestellungen gaben“ und „während des Tests vorgesagt haben“.

Ein von der Zeitung befragter Schulleiter zeigte sich laut Bericht empört: „Ich musste sofort an Stasi-Methoden denken.“ 30 Lehrer beschwerten sich dem „Berliner Kurier“ zufolge schriftlich über die Fragen, andere Schulen schlossen sich an. Kleinlaut habe der Chef des ISQ den Bogen nach dem Protest zurückgenommen. „Dieser Fragebogen ist uns missglückt und wurde keiner weiteren Kontrolle unterzogen, so dass er gewissermaßen durchrutschte.“ Eine Aussage, die den von der Zeitung befragten Schulleiter fassungslos gemacht habe: „Einem Institut, das sich um Qualitätskontrolle kümmert, darf das nicht durchrutschen.“ Deren Experten seien auch für die Lehrerbewertung zuständig. Das Vertrauen in die Fähigkeit der Mitarbeiter werde extrem gestört. Die Senatsschulverwaltung habe ihr Bedauern geäußert, heißt es. 

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