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Hessen: Kultusministerin Beer will Schulverwaltung verschlanken

WIESBADEN. Das neue hessische Landesschulamt wird alles einfacher machen, sagt Kultusministerin Nicola Beer (FDP). Das sollen auch die Schulen spüren. 

Nicola Beer, die neue Kultusministerin von Hessen. Foto: Frank Ossenbrink / Kultusministerium Hessen

Die Ministerin erhofft sich von dem künftigen Landesschulamt eine vereinfachte Schulverwaltung. „Es ist die Anpassung der Bildungsverwaltung an das Konzept der Selbstständigen Schule“, sagte sie zu dem umstrittenen Gesetzentwurf, den CDU und FDP vor ihrem Amtsantritt in den Landtag eingebracht hatten. „Die Verwaltung im Ministerium wird schlanker werden, weil erhebliche Aufgaben hinüber gehen ins Landesschulamt“, betonte Beer  in Wiesbaden.

Neben Teilen des Ministeriums werden in dem Landesschulamt die bisherigen 15 Schulämter, die Aus -und Fortbildung von Lehrern und andere Stellen der Schulverwaltung gebündelt. Die Schulämter sollen aber als Dienststellen in der Region fortbestehen. Darauf hatte die Union bestanden gegenüber Beers Vorgängerin Dorothea Henzler (FDP), die viele Standorte schließen wollte. Bei der ersten Lesung des Entwurfs im Landtag hatte die Opposition die neue Großbehörde kritisiert.“Wir gestalten die Schulämter, die ja in der Fläche bleiben, immer stärker als Service-Stellen für die immer selbstständiger werdenden Schulen.“ Derzeit werde noch an vielen Stellen Doppelarbeit geleistet, rechtfertigte Beer die Zentralisierung. „Viele Schulämter produzieren ihre eigenen Broschüren.“ Im Landesschulamt werde es für Veröffentlichungen eine Stelle geben. Auch die Statistik solle stärker zusammengeführt werden. „Derzeit kommen Berater aus unterschiedlichen Institutionen auf die Schulen zu, wertvolle Ressourcen werden hierbei nicht immer optimal genutzt“, sagte Beer. Die juristische Beratung solle gebündelt werden. „Wir werden selbstständige Schulen erheblich entlasten können, wenn wir ihnen beispielsweise Musterverträge an die Hand geben.“ Dann müsse ein Schulleiter nicht mehr mit Schulamt oder Ministerium klären, ob er einen Vertrag unterzeichnen dürfe.

Veränderte Zuständigkeiten ihres Ministeriums schließt Beer nicht aus. Zum Beispiel bei frühkindlicher Bildung arbeite sie bereits sehr eng mit dem Sozialministerium zusammen. „Mit Blick auf die Koalitionsbildung nach der nächsten Landtagswahl ist das sicherlich wieder ein Thema, was da zur Diskussion steht.“ Bei der Kompetenzverteilung könne man über vieles nachdenken, „wenn sie selbstständige Schulen haben und autonome Hochschulen und immer kleinere Ministerien darüber“. dpa

(24.06.2012)

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