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Kippt Bayern das Fach Englisch in der Grundschule?

MÜNCHEN. Der Bayerische Philologenverband fordert: Schluss mit methodisch-didaktischen Neuerungen in der Grundschule wie dem verpflichtenden Englischunterricht. Offenbar denkt die Landesregierung tatächlich über eine Abschaffung des erst vor einigen Jahren in den Klassen drei und vier eingeführten Faches nach. Zumindest ausschließen wollte ein Sprecher eine Neuregelung nicht.

G8, Studiengebühren, Englisch in der Grundschule: In Bayern geraten die bildungspolitischen Reformen der vergangenen Jahre ins Wanken. Foto: &DC / Flickr (CC BY 2.0)

G8, Studiengebühren, Englisch in der Grundschule: In Bayern geraten die bildungspolitischen Reformen der vergangenen Jahre ins Wanken. Foto: &DC / Flickr (CC BY 2.0)

Anlass der Forderung ist eine Umfrage unter bayerischen Gymnasiallehrern, wie sich die veränderten Rahmenbedingungen und bestimmte methodisch-didaktische Neuerungen an der Grundschule auf den Anfangsunterricht am Gymnasium auswirken – insbesondere des vor einigen Jahren an der Grundschule eingeführten Englischunterrichts. In einer Online-Umfrage wurden deshalb 1.146 Gymnasiallehrkräfte mit Unterrichtserfahrung in Englisch, Deutsch und Mathematik in der 5. Jahrgangsstufe nach ihren Erfahrungen mit dem Kenntnisstand von Übertrittsschülern aus der Grundschule befragt.

Danach sind nur zehn Prozent der befragten Englischlehrkräfte der Auffassung, dass die Einführung von Grundschulenglisch den seinerzeit erhofften positiven Effekt auf den gymnasialen Englischunterricht zur Folge gehabt hat, die große Mehrheit sieht keinen Qualitätsgewinn. Außerdem verzeichnen rund 85 Prozent der befragten Deutschlehrkräfte eine Abnahme der Rechtschreibleistungen bei den Übertrittsschülern in den letzten Jahren, was auch eine Folge des wegen der Einführung von Englisch gekürzten Deutschunterrichts an der Grundschule sein könnte. 60 Prozent der Befragten meinen außerdem, dass sich die Einführung neuer Rechtschreiblehrmethoden („Lesen durch Schreiben“) an der Grundschule negativ auf die Rechtschreibkompetenz der Schüler ausgewirkt habe. Knapp 70 Prozent der befragten Mathematiklehrkräfte sind zudem der Meinung, die an der Grundschule vermittelten Rechenfähigkeiten hätten nachgelassen. Nicht einmal vier Prozent von ihnen sind überzeugt, dass die in den letzten Jahren im Mathematikunterricht eingeführten methodisch-didaktischen Neuerungen (wie eine neue Subtraktionsmethode) einen positiven Effekt auf die Rechenkompetenz der Grundschüler gehabt haben.

„Grundschüler brauchen mehr Deutschunterricht“

Für den Vorsitzenden des bayerischen Philologenverbands, Max Schmidt, liegen die Konsequenzen auf der Hand: „Unsere Grundschüler brauchen zum einen wieder mehr Deutschunterricht. Flüssiges Lesen und Schreiben und eine sichere Beherrschung der Grundgrammatik sind die zentralen Voraussetzungen für gelingende Bildungswege.“ Auch in Mathematik fordert Schmidt eine Rückbesinnung – er kritisiert insbesondere das Abziehverfahren. „In der Grundschule mag es seinen Zweck erfüllen. Aber am Gymnasium, wo die Rechenaufgaben komplizierter werden, bekommen unsere Schüler massive Probleme mit der Unübersichtlichkeit des Verfahrens“, sagt er. In den Schulheften der Fünftklässler herrsche nach übereinstimmenden Beobachtungen teils „blindes Chaos“. Schmidt, selbst Mathematiklehrer, ergänzt, das Abziehverfahren sei vor allem zur individuellen Förderung einzelner weniger Schüler geeignet, etwa bei Dyskalkulie, nicht aber für die Mehrheit der Gymnasiasten. Selbst die Hälfte der bayerischen Grundschullehrkräfte hält das Abziehverfahren für ein „nicht geeignetes Subtraktionsverfahren“, wie eine Umfrage des bayerischen Staatsinstituts für Schulqualität und Bildungsforschung ergab. „Ganz klar“ sei, so Schmidt: „Das Abziehverfahren muss weg.“

Vor allem aber hakt es aus Sicht der bayerischen Gymnasiallehrkräfte beim Grundschul-Englisch. „Der Englischunterricht an der Grundschule ist meist nicht altersgerecht gestaltet. Die Dritt- und Viertklässler beschäftigen sich mit Inhalten, die eigentlich für Kleinkinder vorgesehen sind“, erläutert Schmidt. „Wir fordern daher: Solange die Rahmenbedingungen wie das Unterrichtsmaterial und die Lehrerbildung nicht stimmen und der Englischunterricht an der Grundschule nicht optimal gestaltet werden kann, sollte er lediglich als Zusatzangebot im Wahlbereich stattfinden. Die dadurch frei werdenden Unterrichtsstunden sollten dringend in den Deutsch- und Mathematikunterricht fließen.“ Erst wenn verbindliche Standards für den Englischunterricht und die Ausbildung der Lehrkräfte an den Grundschulen existieren, könne man über verpflichtendes Grundschulenglisch sprechen. Schmidt stellt dabei klar: „Ich habe nichts gegen guten Englischunterricht an der Grundschule. Wenn die dort geschaffenen Grundlagen gut wären, könnten wir in den Gymnasien bereits in der 5. Klasse mit einer 2. Fremdsprache beginnen und Englisch weiterführen.“ Solange dies aber ein „Wunschtraum“ sei, müsse „Deutsch höchste Priorität haben.“

Nach Angaben des Kultusministeriums in München wird derzeit ein neuer Lehrplan für die Grundschule erarbeitet. Ein stabiles Fundament in Deutsch sei zweifellos wichtig, sagte ein Ministeriumssprecher. «Wie es mit dem Englischunterricht an Grundschulen weitergeht, steht aber noch nicht fest. Der Minister hat noch nichts unterschrieben.» Der Philologenverband werde zu Gesprächen eingeladen. News4teachers

(5.12.2012)

Zum Bericht: „Lehrer-Sprecher Kraus fordert: Weg mit Englisch in der Grundschule“

 

39 Kommentare

  1. Den frühzeitigen Erwerb einer zweiten Sprache abzuschaffen, nur weil die Durchführung nicht altersangemessen ist, halte ich für völligen Schwachsinn. Mehrere Studien bezüglich der L2 belegen zweifellos, dass der frühe Beginn des Fremdspracherwerbs sich positiv auf das Sprachvermögen auswirkt, da einerseits die Angst vor Nutzung der Fremdsprache minimiert werden kann. Vor allem Studien die sich mit Immersion in der L2 befassen zeigen, dass, auch wenn die L1 nur teilweise in den Schulalltag integriert ist, nicht drunter leidet, da der Erwerb der L2 die gleichen koginitiven Fähigkeiten schult, die im Umgang mit der L1 trainiert werden. Jedoch soll der Umgang mit der L2 ein größeres Bewusstsein bezüglich der Nutzung von L1 und L2 hervorrufen, sofern der Unterricht in angemessener Form gestaltet ist.
    Daher ist lediglich die Umsetzung des Grundschulenglischunterrichts zu überdenken, keinesfalls jedoch eine Abschaffung in Erwägung zu ziehen.

  2. Auch an unserer Schule (RLP) finden die Englischlehrer, dass Englisch in der Grundschule keine Vorteile bringe, etwa dem Lernfortschritt von 4 Wochen entspreche, aber den „Reiz des Neuen“ in Klasse 5 wegnehme.

  3. Die Kinder schon in der Grundschule an die Fremdsprache Englisch heranzuführen, finde ich richtig. Je früher man mit dem Fremdsprachenlernen anfängt, desto leichter fällt es. Wichtig finde ich aber, dass alle Kinder die gleiche Fremdsprache lernen (z.B. Englisch) und diese so gut wie möglich. Nur so können wir uns doch dann irgendwann alle über Ländergrenzen hinweg miteinander verständigen. (Oder wozu lernen wir Fremdsprachen?) Alle anderen Fremdsprachen sollen „nach hinten“ (in spätere Klassen) verschoben werden und am besten freiwillig sein oder wahlobligatorisch als IG/AG.

    • Ich bin selbst Grundschulstudentin mit Hauptfach Englisch und kann nur positive Argumente für dieses Unterrichtsfach in der Grundschule feststellen. Besonders interessant finde ich, dass die Philologenvertreter scheinbar reihenweise sämtliche Untersuchungen ignorieren, die dem Englischunterricht in der Grundschule sehr positive Erfolge bescheinigen. Auch gerade das Argument, für Kinder mit Migrationshintergrund stelle dies eine besondere Hürde dar, ist in seiner Generalisierung unhaltbar. Gerade hier ist nicht zu unterschätzen, welche positiven Chancen sich ergeben, wenn das Kind erfährt, dass hier alle bei null anfangen un des so positive Lernerfahrungen sammeln kann. Ich stimme zu, dass ich bei meinen Praktika leider sehr unterschiedliche Realisierungsformen des Englischunterrichts gesehen habe, sind doch noch viele Lehrer gezwungen zu unterrichten, die weniger kompetent in der Sprache sind. Jedoch strömen viele gut ausgebildete Englischlehrer aus den Universitäten, so dass sich diese Situation sehr bald verbessern wird. Die übereilte Einführung ohne ausreichender Englischlehrerressourcen darf nicht den Englischunterricht in der Grundschule an sich entwerten!
      Dies ist ein sehr wichtiger Schritt, der eigentlich schon viel früher ansetzen sollte, am besten im Kindergarten!!

  4. @Reinhard
    Ich bin derselben Meinung wie die Englischlehrer an Ihrer Schule.
    Auch wir haben an unserer Grundschule die Erfahrung gemacht, dass der Englischunterricht hier viel weniger bringt als ursprünglich gedacht und erhofft.

  5. @Marie
    Ich frage nicht nur Sie, sondern oftmals auch mich, inwieweit wir in unserer Meinungsbildung durch persönliche Betroffenheiten geprägt sind und nur schwer von diesen subjektiven Voraussetzungen absehen können.
    Ist man z. B. als Grundschulstudentin mit dem Hauptfach Englisch nicht fast schon gezwungen, für das Fach Englisch an der Grundschule zu sein?

  6. Liebe Natalie,
    natürlich würde ich dieses Fach nicht studieren, wenn ich nicht selbst davon begeistert wäre. Diese Frage wird man denke ich bei allen Aspekten, die den Unterricht betreffen, stellen können/dürfen, und ich muss auch sagen, dass ich es nicht negativ finde, wenn Fächer von Leuten unterrichtet werden, die selbst eine entsprechende Motivation dafür mitbringen und diese auch den Kindern als Modell vorleben. Zum Englischunterricht muss ich sagen, dass ich nicht erkennen kann, worin der Nachteil bestehen sollte, Kinder früh an eine Mehrsprachigkeit heranzuführen. Unsere Gesellschaft ist multikulturell, Kinder sollten gerade mit der zunehmenden Internationalisierung ungeachtet der sprachlichen Vorteile lernen, einen eventuellen Egozentrismus bezüglich der eigenen Kultur und Sprache fallen zu lassen, bzw. vielleicht gar nicht erst zu entwickeln. Es gibt genug Studien die zeigen, dass früher Englischunterricht NICHT zulasten der anderen Fächer geht. Gerade hier in Bayern, wo er nicht benotet ist, haben die Kinder so die Möglichkeit, in der Grundschule erste, motivierende Lernerfahrungen in einer Fremdsprache zu sammeln, die so einen positiven Erfahrungsschatz grundlegen, der ein wichtiges Fundament für das ganze Leben darstellt. Was soll daran verkehrt sein? Was Fakt ist, ist dabei eben, dass es einen fundierten Gesamtkonzeptes für Primar- und Sekundarbereich bedarf, so dass eben in der Sekundarstufe wirklich das Wissen der Kinder wertgeschätzt und aufgenommen wird und nicht einfach wieder von null angefangen wird. Hier in der Grundschule ist es ganz normal, dass Heterogenität die Norm ist und man nun einmal keine homogene Klasse hat. Ich denke, da ist auch im Sekundarbereich methodisch-didaktisch ein Umdenken erforderlich. Gerade jetzt mit Ganztagsgrundschulen wäre auch ein umfassenderer zeitlicher Rahmen vorhanden, um dem Englischen mehr Gewicht zuzubilligen.
    Englisch in der Grundschule JA! Es bedarf eben entsprechend ausgebildeten Personals, keines schnellen Kurses, der noch lange keine flexible Sprachkompetenz sichert, entsprechender Übergangskonzepte in die fünfte Klasse und auch einer besseren Zusammenarbeit/Offenheit zwischen weiterführenden Schulen und Grundschule. Mancher Standesdünkel muss dann halt aufgegeben werden.

  7. Komisch, dass noch nie jemand nach der Sinnhaftigkeit des Religionsunterrichtes in der Grundschule gefragt hat. Braucht es dafür 3 Wochenstunden? Wenn ich in die Hefte meiner Drittklässler schaue, dann malen diese dort jedes Mal Bildchen aus.
    Außerdem wurde z.B. nicht Deutsch eine Stunde weniger in der 3. Klasse um Platz für Englisch zu machen, sondern HSU.

  8. Englisch als gleichberechtigtes Zwangs-Hauptfach neben der Muttersprache, ist der erste Schritt zur Abschaffung der eigenen Volkssprache und damit eine geistige Verkrüppelung der heranwachsenden Zukunft.

    In der DDR war dies Russisch und wie jeder weiß, war nunmal die DDR von den russischsprachigen Sowjets besetzt, eine Kolonie. Das gleich trifft auf die BRD zu, nur mit dem Unterschiede, dass diese eben unter englischsprachiger Führung steht. somit ist in meinen Augen jeder Deutsche, der sein Kind vorzeitig mit primitivem Englisch verwirrt, ein Verbrecher am eigenen Volke.

    Zumal es die englischsprachige Welt war, die Deutschlands Städte in Schutt und Asche legte und nun küren wir diesen Akt des Massenmordes an unserem Volk mit der Einführung der englischen Sprache!

    Ich denke, es reicht vollkommen aus, wenn englisch freiwillig *!* ab der Sekundarstufe angeboten wird!
    Zumal das Beherrschen dieser Feindessprache einer deutschen Fühtungselite obliegen sollte, aus politischen Gründen.
    Für den Otto-normal-Verbraucher ist dies völlig nutzlos.

    • Wie krank ist das denn? Ich kann gerade nicht glauben, was ich hier lesen muss. Wohl ein typischer Fall von Gehirnwäsche? Ich kann nur hoffen, dass du a) keine Kinder hast und b) nicht evtl. auch noch im Schuldienst bist. Und was sagt die Redaktion dazu?

  9. @klexel
    Mir gefällt nicht, dass Sie immer wieder ausfallend werden, wenn jemand etwas schreibt, was Ihnen gegen den Strich geht. Sie antworten Hannes mit übelsten Angriffen auf seine Person.
    Wenn die Meinung anderer Sie aufregt, dann setzen Sie doch Sachargumente dagegen. Das ist angemessener Stil, der manchmal sogar überzeugt. Selbstgerechte Entrüstung bringt nichts außer hohem Ross und indirekter Selbstbeweihräucherung.

    @Hannes
    Ihre Meinung kann ich absolut nicht teilen. Sie ist mir reichlich nationalistisch und beruht m. E. auf einer fragwürdigen Betrachtung historischer Fakten.
    Außerdem ist Englisch die Weltsprache Nr.1, mit deren Hilfe sich viele Menschen der verschiedensten Länder untereinander verständigen können. Warum nur eine „Führungselite“ sie lernen sollte, verstehe ich nicht. Im Gegenteil, je mehr junge Menschen Englisch lernen, desto besser.
    Ob dies allerdings schon im Kindergarten geschehen muss, wage ich zu bezweifeln. Sogar die Grundschule ist für mich noch reichlich früh, weil die Ergebnisse meist recht mager sind. Die Unterrichtsstunden brächten vermutlich mehr, wenn sie für ein besseres Erlernen des Lesens und Schreibens genutzt würden.

    • Also wenn bei Sätzen wie: „Zumal das Beherrschen dieser Feindessprache einer deutschen Fühtungselite obliegen sollte..“ nicht alle hier auf die Barrikaden gehen, dann verstehe ich die Welt nicht mehr. Es ist unglaublich!! „Reichlich nationalistisch“ ist richtig ausgedrückt, aber noch viel zu freundlich. Das hat nichts mit hohem Ross zu tun, solch ein Beitrag gehört gelöscht !! Merkt das denn keiner hier?? Solch eine Zeile wie: “ jeder Deutsche, der sein Kind vorzeitig mit primitivem Englisch verwirrt, ein Verbrecher am eigenen Volke“ kann doch wohl hoffentlich niemand ernst nehmen. Unfassbar!

  10. Nein, solche Beiträge gehören nicht gelöscht, sie gehören widersprochen und zurückgewiesen. Mich stört eh, dass manche Redaktionen sich zu sehr als Sittenpolizei verstehen und Beiträge fieberhaft auf ihre politische Korrektheit überprüfen.
    Was ist unsere Demokratie denn wert, wenn den Bürgern noch nicht einmal zugetraut wird, dass sie sich mit kruden Meinungen auseinandersetzen und ihnen eine Abfuhr erteilen. Das bringt mehr als nur Mund-Verbieten.
    Und nochmals: Ich verabscheue üble Angriffe auf Personen, auch wenn sie eine Meinung äußern, die mich auf die Palme bringt. Auch das weckt unangenehme Assoziationen in mir, die wenig mit Demokratie zu tun haben.
    Das, was Hannes gesagt hat, bietet genug Angriffsfäche. Warum diese nicht wahrnehmen anstatt der Person?

  11. ..und: Hier wurden schon sehr viel harmlosere Beiträge gelöscht im Vergleich zu diesen unsäglichen Äußerungen.
    In diesem Extremfall denke ich auch, dass man diesen Menschen nicht bekehren oder überzeugen kann, seine Meinung ist viel zu manifestiert. Da wäre das Löschen die einzig wirksame Maßnahme, damit er nicht noch mehr davon verbreiten kann. Freundliche Korrektur wird bei ihm abprallen.

    • „Da wäre das Löschen die einzig wirksame Maßnahme, damit er nicht noch mehr davon verbreiten kann.“
      Die Furcht vor weiterer Verbreitung ist doch nur gerechtfertigt, wenn wir annehmen, dass sie auf fruchtbaren Boden fällt. Und das halte ich für ausgeschlossen.
      Dass hier nicht mehr Empörung herrscht, finde ich verständlich und sehe darin mehr ein Zeichen von Nicht-Ernst-Nehmen und darum auch nicht Drauf-Eingehen als von heimlicher Zustimmung. Man lässt Hannes mit seiner Meinung einfach ins Leere laufen.
      Das hätte ich sicher auch getan, wäre ich nicht über Ihre Reaktion gestolpert.

  12. Ich finde es beschämend, dass rechtslastige Gesinnung verteidigt wird mit dem unseligsten Argument “guter” Demokraten.
    Worum geht es denn überhaupt? Es ist nicht allein ein bajumwarisches Phänomen, dass von obenherab Gymnasiallehrer aufgerufen werden und sich berufen fühlen, über Grundschullehrpläne zu urteilen.
    Sollte es tatsächlich um den Englischunterricht gehen, der möglichst früh und möglichst sinnreich anzugehen ist, dann wäre jenseits der Politika doch das fachlich geschulte und fitte Personal zuerst zu befragen, das die entsprechende Klientel betreut. Dass alle Lehrer gleichermaßen gegen das Vergessen kämpfen, kann als Argumenationsversuch allenfalls die Lachmuskeln anspannen.

  13. Kaum zu glauben, dass es so eine Meinung wie die von Hannes noch gibt. Doch, man muss ihr widersprechen, wir müssen den Ewig-Vorgestrigen Paroli bieten!

    Ich kenne übrigens in meiner Nähe einen bilingualen Kindergarten. Die Kinder lernen spielerisch Englisch, ohne Zwang, und haben viel Spaß dabei. Es spricht überhaupt nichts gegen frühen Fremdsprachenbeginn!

  14. Mit wie vielerlei Maß wird denn hier gemessen? Wenn ich den Beitrag von hannes lese, wird mir schlecht ob der Terminologie. Dazu muss ich nicht die Person diffamieren, das tut sie nämlich mit ihrem Beitrag schon selbst. Dann soll ich mich nicht äußern dürfen, weil sich andere Personen als Sittenwächter zeigen? Und zum Schluss bekomme ich den Tipp, hannes „ins Leere laufen zu lassen“, d.h. wegschauen?????
    Hatten wir das nicht auch schon irgendwann??
    Dass so wenig Reaktion kommt, wundert mich in der Tat genauso sehr wie klexel, zumal in Internet-Kommentarforen sich die Leute wegen weit weniger die Köpfe einschmeißen.
    Wollen wir hoffen, dass einfach nur alle in die Ferien gefahren sind!

  15. Ich habe nichts gegen „Ewig-Vorgestrige“, denn sie sind oft sehr lebensklug und lasen sich wenig beirren von neusten Moden, die oft nur Eintagsfliegen sind, weil sie für eine längere Existenz nicht taugen.
    Die Pädagogik ist eine Brutstätte für diese kurzlebigen Wesen.
    Hannes mit seiner Meinung gehört ganz sicher nicht zu der Kategorie der „Ewig-Gestrigen“ oder „Vor-Gestrigen“, denen ich wegen ihres gesunden Menschenverstandes, ihres Rückgrats und ihrer gefestigten Wertevorstellung großen Respekt zolle. Im Gegenteil.
    Bei mir ist es so, dass ich Leute eher verachte, wenn sie jedem neuen Trend nachlaufen, nur weil er als neu und fortschrittlich gilt. Denen kann man jeden Bären aufbinden, wenn er denn unter „political correctness“ oder „wissenschaftliche Erkenntnis“ läuft. Und die Welt ist heute, im medialen Zeitalter, voller von diesen Typen als je zuvor.

  16. @bolle: Es wird ja immer schlimmer hier im Forum. „..und nun küren wir diesen Akt des Massenmordes an unserem Volk mit der Einführung der englischen Sprache!..“ – Wer hier nicht lauthals protestiert und solch einen Schwachsinn auch noch gutheißt, der hat wirklich nichts von unserer Geschichte verstanden. Ekelhaft!

  17. „Hannes mit seiner Meinung gehört ganz sicher nicht zu der Kategorie der “Ewig-Gestrigen” oder “Vor-Gestrigen”, denen ich wegen ihres gesunden Menschenverstandes, ihres Rückgrats und ihrer gefestigten Wertevorstellung großen Respekt zolle“
    Das spricht doch für sich, was soll man dazu noch sagen???

  18. Zur korrekten Zitierung meiner Worte gehört auch noch die Bemerkung: Im Gegenteil.
    Am besten liest aber jeder Interessierte meine Worte selbst.
    Immer mehr gewinne ich von Ihnen, klexel, den Eindruck, dass Sie ein sog. Zeitgeistsurfer sind. Dass und warum ich diese Leute nicht sehr schätze, habe ich bereits erläutert. Sie kommen mir vor wie Marionetten der vorgeschriebenen politisch korrekten Meinung.

  19. Ich finde auch falsch, was Hannes geschrieben hat. Mich darüber aufzuregen, hab ich aber keine Lust. klexels Diskussionsstil finde ich wieder sehr unsympathisch. Man hat immer das Gefühl, sie reklamiert die Meinungshoheit für sich. In diesem Falle stehen wir ja vermutlich fast alle auf ihrer Seite, aber wir wissen schon aus anderen Diskussionen, dass sich das Blatt wenden kann und dann wirft klexel mit Dreck in unsere Richtung, weil wir nicht einsehen mögen, dass sie eben doch IMMER Recht hat. Vielleicht mochte sich deshalb niemand mit klexel solidarisieren, bevor sie sich Hilfe in einem anderen 4teachersforum holte?!? Ich halte es eher mit Nathalie: Unaufgeregt dagegen argumentieren oder, wenn man keine Lust, eben nichts zu sagen. Glaubt denn irgendjemand, Hannes wird seine Meinung ändern, nur weil ihn hier viele angiften? Das zieht die Diskussion nur in die Länge. Und DAS (!) verschafft ihr dann auch die Aufmerksamkeit, die eigentlich wer wollte??? Hannes Meinung ist Hannes Meinung. An den Realitäten ändern wird sie nichts, aber auch gar nichts.

  20. Ergänzung:

    klexels Diskussionsstil entspricht eher einer Art „Meinungsdiktatur“. Je öfter jemand widerspricht, desto unflätiger reagiert sie. Sie hat die seltsame Illusion, dass man „gewonnen“ hat, wenn jemand nicht mehr widerspricht. Und dann ist die „bekämpfte“ Meinung weg, ja, klexel? Und was man nicht mehr sieht (liest), existiert auch nicht, oder?

    • mehrnachdenken

      Eine m.E. nachdenkenswerte Sicht aus dem Forum 4teachers:

      „Hannes wählt zwar drastische Worte, aber inhaltlich stimme ich ihm teilweise zu.

      Die Amerikanisierung unserer Kultur ist ein schleichender, aber meiner Meinung nach langfristig verderblicher Prozess. Wenn man damit aufgewachsen ist und es nicht anders kennt, macht man sich darüber womöglich kaum Gedanken.

      Als ich vor etwa 20 Jahren in den westlichen Teil Deutschlands übersiedelte, glaubte ich oft,
      nicht richtig zu hören. Da wurden zwischen sorry und hi events gecancelt und das Surfequipment herausgeholt, im Kaufhaus gab es sportswear für boys und girls und so weiter und so weiter.
      Als Heranwachsende hatten wir auch einmal eine Phase, wo wir uns mit amerikanischen Namen schmückten und irgendwelche Cowboy-Marotten nachäfften. Als pubertäre Verirrung würde ich das ja noch durchgehen lassen, hier muss ich jedoch miterleben, wie pseudo-amerikanisches
      Gekauderwelsche selbst unter gebildeten Landsleuten offenbar als schick?, modern?,international? oder sonst irgendwie attraktiv gilt.

      Aus irgendeinem Grunde scheinen wir unsere eigene Kultur zu verachten und haben völlig verlernt, mit unserer Sprache phantasievoll umzugehen.

      In meinem Unternehmen muss ich die Amerikanisierung Tag für Tag miterleben. Wird ein neues Projekt gestartet, so wählt man als Sprache für die Dokumentation irgendeinem unergründlichen, für mich unheimlichen Herdentrieb folgend instinktiv Englisch, auch wenn kein einziger Ausländer
      daran beteiligt ist. Im Laufe des Projektes wird das Ganze dann fleißig mit Deutsch vermischt und am Ende kommt ein niveauloses Sprachgepansche heraus, für das man sich nur schämen kann. Das Betriebssystem meines Rechners ist selbstverständlich auf Englisch. Begründung: Die Lizenz ist
      3€ billiger als die deusche Version. Dazu sage ich: Wer für 3€ seine Kultur in die Tonne tritt, der verkauft für 5€ seine Mutter.

      Eine weitere Erfahrung, die mich in dieser Richtung sensibilisiert hat, waren meine langjährigen Aufenthalte in England und in den USA. Hier habe ich hautnah miterlebt, wie verderblich sich eine monokulturelle Prägung auf die Psyche eines Volkes auswirkt. Die Amerikaner können garnicht anders als zu glauben, dass ihre Kultur die einzig gültige und maßgeblich für den Rest der Welt ist, wenn sie nie gelernt haben, eine andere Sprache zu sprechen und andere Werte und Kulturen überhaupt wahrzunehmen. Und selbstverständlich kann man einem so großen dumpfen Volk dann auch vermitteln, dass es rechtens ist, die eigenen wie auch immer gearteten Interessen überall auf der Welt mit Waffengewalt durchzusetzen.

      Das ist es, wovor mir für die Zukunft graut: dass auch wir hier in Europa nach und nach zu einer einzigen großen Nation von Amerikanern verkommen, die nur noch eine Kultur, eine Philosphie, eine Wahrheit kennen. Das passiert zwar nicht von heute auf morgen, aber der Anfang ist gemacht.
      Erst der Euro, dann Bologna, heute Englisch als Pflichtfach ab Klasse 1 und morgen Deutsch optional ab Klasse 5.

      Was den praktischen Nutzen der Sprache für die Verständigung angeht: Keiner meiner Kollegen hat
      ernsthafte Schwierigkeiten, sich in seinem Arbeitsumfeld auf Englisch zu verständigen. Das lernt man relativ schnell, wenn man es braucht. Dazu braucht man kein Grundschulenglisch, und auch ich selbst habe es ja irgendwie hinbekommen (und unterrichte heute Englisch), obwohl damals Englisch nur als zweite Fremdsprache ab der siebten Klasse mit zwei Wochenstunden gelehrt wurde.“

      Gruß

      ivok

  21. @schwingrid
    Hier wird nicht „rechtslastige Gesinnung verteidigt“. Wer, bitte schön, hat das getan? Nennen Sie mir einen einzigen Namen!!
    Sie scheinen eine Vorliebe für das probate Kampfmittel „Nazi-Keule“ zu haben und diese gern auch dann schon zu schwingen, wenn jemand nur die Redefreiheit verteidigt oder für zivilisierten Umgang miteinander plädiert.
    Ihre und klexels Äußerungen erinnern mich an den bekannten Ausspruch von Ignazio Silone: „Der neue Faschismus wird nicht sagen, dass er der Faschismus ist, sondern er wird sagen: Ich bin der Anti-Faschismus!“

  22. Off-topic: Warum schreiben die User, die auch bei 4teachers unterwegs sind, eigentlich nicht unter ihrem dortigen Nick? So viel Offenheit sollte doch wohl möglich und angebracht sein.
    Komischerweise wird immer nur bei mir die Querverbindung zu 4teachers.de gezogen, mehrere andere Schreiber hier verbergen sich hinter Doppelidentitäten, obwohl sie dort auch unterwegs sind. Was soll das?

  23. „So viel Offenheit sollte doch wohl möglich und angebracht sein.“
    Da spricht wieder der erhobene Zeigefinger.
    Sollte Ihre Vermutung mit den Doppelidentitäten stimmen, dann haben diese „User“ einen Grund für ihr Handeln, vermutlich mangelndes Vertrauen. Und diesem ist nicht abzuhelfen durch moralische Appelle. Diese beseitigen bestenfalls Symptome, nicht aber deren Ursachen.

  24. Das ist eben der Unterschied zu 4teachers.de. Dort geht man offen miteinander um, man „kennt“ sich, vertraut sich, hilft sich, kritisiert sich auch mal, aber man versteckt sich nicht. Eindeutig die seriösere Variante.

  25. @klexel, mit den Doppelidentitäten meinen Sie sicherlich nicht mich, denn wir sind uns ja auch schon bei 4teachers begegnet. Aus einer hilfreichen Antwort Ihrerseits wurde dann dort leider auch so eine verbiesterte Ping-Pong-Diskussion. Egal, ich habe mich aus Diskussionsforen zurückgezogen, weil es dort immer in so elendigen Schlagabtauschen endet, wie Sie sie hier fabrizieren. Hier habe ich anfangs nur kommentiert und mich sogar gegen das Diskutieren ausgesprochen. Wer hier und bei 4teachers mit unterschiedlichen Pseudonymen diskutiert, kann ich nicht beurteilen. Auf Ihren Hilferuf bei 4teachers stieß ich zufällig, als ich nach Material suchte und auf der Startseite die entsprechenden Diskussion vorfand. Da es mir um Meinungen und nicht um Personen geht, genauer gesagt um Meinungsaustausch und nicht darum, wer Recht hat und wer nicht, sind mir die Pseudonyme relativ egal. Unfair finde ich nur, wenn jemand innerhalb der gleichen Diskussion mit verschiedenen Pseudonymen auftritt und sich selbst „zujubelt“, um den Eindruck einer Mehrheit zu vermitteln. Dass jemand schon mal hier war unter anderem Namen, schrieb ich auch schon mal und das waren nicht Sie. Dass es hier bei den „Lehrernachrichten“ diese unseligen virtuellen Feindschaften ausgebrochen sind bzw. diese elendigen Schlagabtausche mit einhergehenden Beleidigungen, haben wir auch Ihnen (!) zu verdanken. Dass Sie sich im 4teachersforum anders benehmen, mag ich nicht glauben. Muss ich mir mal anschauen. Vielleicht haben Sie da einfach schon alle „Andersdenkenden“ vergrault?!?

  26. Was „Hannes“ anbelangt, so halte ich es mit Voltaire, der einmal zu einem „Kontrahenten“ gesagt haben soll: Ich finde alles falsch, was Sie sagen, aber ich werde immer für Ihr Recht eintreten, es zu sagen. Das billige ich Ihnen, klexel, auch zu – nur gegen Ihren oft herablassenden und beleidigenden Diskussionsstil wende ich mich.

  27. Ich finde es schon schwierig, wenn hier nationalsozialistisches Gedankengut verteidigt wird. Es wurde ja schon gefragt, wo das steht. Für alle die nicht zwischen den Zeilen lesen können oder es beim Überfliegen überlesen haben,
    Zitat Hannes „Zumal es die englischsprachige Welt war, die Deutschlands Städte in Schutt und Asche legte und nun küren wir diesen Akt des Massenmordes an unserem Volk mit der Einführung der englischen Sprache!“
    Ich möchte mit diesem Gedankengut nichts zu tun haben, das sie Toleranz, Demokratie und Freiheit mit Füßen tritt. Solchen Beiträgen Rückgrat zu bescheinigen, halte ich für sehr schwierig. Ich möchte unter keiner Diktatur mehr leben, ob es die rechte, die linke oder woher sie auch immer kommt. In jeder Diktatur werden Andersdenkende weggesperrt, gefoltert und getötet. Und Hannes kann froh sein, dass er in einer Demokratie lebt.
    Desweiteren halte ich Beiträge die sich einem angemessenen und kultivierten Wortschatz entziehen für mehr als fragwürdig. Was ist ein Zwangs- Hauptfach? Kann sich heute jeder in der Schule aussuchen, welche Fächer er gelehrt haben möchte? So könnte man den ganzen Beitrag durchgehen.

  28. @rubintyrann
    Sie schreiben: „Ich finde es schon schwierig, wenn hier nationalsozialistisches Gedankengut verteidigt wird.“
    Ich fordere Sie ebenso wie „schwingrid“ auf, einen Namen für diese Anschuldigung zu nennen.
    Da Sie das offenbar nicht können, behaupten Sie, es stehe zwischen den Zeilen.
    Wenn wir so argumentieren, können wir jeden denunzieren und jedem irgendwelche Dinge in die Schuhe schieben, wenn uns seine Meinung nicht passt. Dann ist man ruck zuck ein Nazi, weil man Schäferhunde mag, denn Hitler hatte ja auch einen.
    Nicht Hannes’ Meinung wurde hier verteidigt, die ich auch ablehne, sondern die Redefreiheit!
    Und diese ist gefährdet, wenn so reagiert wird, wie klexel und Sie das tun. Dann haben wir eine moderne Hexenjagd, deren Ansätze bereits existieren. Und fast immer ist es die Anschuldigung, „rechtes“ Gedankengut zu hegen. Heute genügt ja schon „rechts“ zur Diffamierung. Dabei stand „rechts“ mal für „konservativ“. Heute bedeutet es fast schon „Nazi“.
    Die Spielräume dessen, was man zu denken und zu sagen hat, werden immer enger. Das beunruhigt mich, weil dies auch Meinungsdiktatur ist, wenn auch nicht von rechts. Und mit keiner Seite will ich etwas zu tun haben.
    Typisch für Meinungsdiktatoren ist, dass sie die Personen aufs Korn nehmen, die eine unliebsame Meinung äußern, und sich bei den Worten mit einem stereotypen Verdammungsurteil oder der Forderung nach Löschung begnügen. Dabei ist in eine funktionierende Demokratie auf die Auseinandersetzung mit Inhalten angewiesen und nicht auf Köpfe-Einschlagen oder Mundverboten. Tut man dies, hat man wenig gelernt aus der Nazi-Vergangenheit, für deren Verabscheuung man doch so vehement eintritt.
    Sofawolf bringt es auf den Punkt, wenn er an Voltaires Worte erinnert, die übrigens in letzter Zeit auffallend oft zitiert werden: „Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür geben, dass du es SAGEN DARFST.“

  29. Hier wurde vor allem pauschal die Meinung zum nationalsozialistisch geprägten Gedankengut abgegeben, ich versuche hier inhaltlich zu hannes‘ Meinung meine Position zu schreiben. Zuerst dachte ich daran, dass Ihre Meinung @ hannes provozieren sollte – birgt sie doch so viel Zündstoff und emotional besetzte Schlagwörter, dass man je nach Gusto eine Tragödie oder Komödie daraus machen könnte.
    Rein sachlich gesehen: In meinen Augen haben Sie sich ein Urteil gebildet und sehen von der Ursachen nur die Teilaspekte, die Ihre Argumentation unterstreichen. Deshalb sind Sie nicht haltbar.
    Die Geschichte hat sich so entwickelt, weil der 2. Weltkrieg unter Hitler als Aggressor stattgefunden hat. Weiterhin haben nicht nur englischsprachige Nationen deutsche Städte bombardiert. Die Worte, die sie benutzen „Verbrecher am eigenen Volke“ und „Massenmord“ werden üblicherweise mit Hitler in Zusammenhang gebracht.
    Schauen Sie mal in Nachbarländer. Auch ältere Leute in Frankreich und England tun sich schwer, ohne Vorurteile an die Deutschen heranzugehen, weil sie genauso unter dem Krieg zu leiden hatten.
    Doch wir leben 2012. Aus den Schrecken des Krieges haben (fast) alle ihre Lehrern gezogen und sich weiterentwickelt. Gibt es einen Grund alte Feindbilder aufrecht zu erhalten? (Im Mittelalter war’s noch schlimmer.) Wir sind alles Menschen und stammen von den denselben Urmenschen ab. In den USA und in Kanada leben genug deutsche Einwanderer. So viel zum Feindbild.
    Englisch ist wohl auch aufgrund politischer Machtverhältnisse zur Weltsprache geworden. Aber: Was hindert uns das, es zu lernen und sich überall verständigen zu können? Bei Reisen kommt man mit Englisch fast überall durch, ebenfalls in der Geschäftswelt. Das Rad kann man nicht mehr zurückdrehen.
    Was schon mehrfach angeklungen ist, mag ich auch nicht: Zwanghaft alles „verenglischen“ – und – diese Gefahr sehe ich auch, die Vereinfachung der deutschen Sprache.

  30. Zum Artikel:
    „Vor allem aber hakt es aus Sicht der bayerischen Gymnasiallehrkräfte beim Grundschul-Englisch. „Der Englischunterricht an der Grundschule ist meist nicht altersgerecht gestaltet. Die Dritt- und Viertklässler beschäftigen sich mit Inhalten, die eigentlich für Kleinkinder vorgesehen sind“, erläutert Schmidt.“

    Hiermit bringt sich Schmidt selbst ins Aus. Er gibt hier nur ein Vorurteil ohne Kenntnis des Englischunterrichts in der Grundschule wider. Ich empfehle ihm zum einen einmal eine längere Hospitation im Englischunterricht der Grundschule und zum anderen sich einmal die Englischwerke der Grundschule genau anzugucken. Er darf gern zu mir kommen. 😉
    Was stimmt, ist, dass man eine Stunde Deutsch mehr gebrauchen könnte. Ich würde hier allerdings einmal über die Verkürzung des Religionsunterrichts nachdenken. Für andere Bundesländer, auch Baden- Württemberg, reichen schon jahrzehntelang 2 Stunden Relgionsunterricht in der Woche. Warum ist das in Bayern nicht möglich? Es sind dieselben Konfessionen.

  31. @bolle
    Ihrem neuerlichen Kommentar stimme ich genauso leidenschaftlich überzeugt zu wie den vorangegangenen.
    @ysnp
    Ihren Worten über die Verbrechen des Nazi-Regimes und das unsägliche Leid der Opfer stimme ich ebenso zu. Das tun wohl alle hier, außer vermutlich Hannes.
    Damit rennen sie aber nur offene Türen ein.
    Schade, dass Sie nicht auf die Forderung von Redeverboten eingehen, die einige hier als bedenklich ansehen und sogar als Meinungsterror empfinden.

  32. @Nathalie
    Das kann ich gerne ergänzen. Emotional aufgeladene Diskussionen führen zu keinem Ergebnis und nicht einmal groß zur rationalen Auseinandersetzung mit dem Thema. Deswegen ist der einzige Weg, auf Äußerungen zu antworten, sachlich. Redeverbot würde ich dann erteilen, wenn die Gefahr bestünde, Massen aufzuhetzen. Doch das ist ja jetzt nicht der Fall. Wir sollte man vielleicht ein kleines Diskussionforum am Rande nicht verwechseln mit dem, was historisch passiert ist. Und: Warum sich nicht mit Thesen auseinandersetzen und seine sachlich begründete Meinung dazu schreiben? Dann brodelt wenigstens nichts im Verborgenen und es findet „Denkarbeit“ statt. Hier will ja keiner den anderen manipulieren. Da gibt es in unserer Gesellschaft viel gefährlichere Orte.
    Was vielleicht für andere selbstverständlich ist, ist es, wie ich aus dem Beitrag herauslese, für Hannes nicht. Deswegen wollte ich einige Dinge Schritt für Schritt zumindest andeutungsweise widerlegen.
    Übrigens – natürlich haben wir 2013 und nicht 2012.

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