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Fall Schavan: Philologen fordern bundesweite Standards für Uni-Abschlüsse

BERLIN. Der Deutsche Philologenverband fordert vor dem Hintergrund der Plagiatsaffäre um Bildungsministerin Annette Schavan bundesweite Standards für Examen und Promotionen an Universitäten – und kritisiert die Universität Düsseldorf heftig.

Der Vorsitzende der Gymnasiallehrerorganisation, Heinz-Peter Meidinger, verwies darauf, dass für Schulabschlüsse in den vergangenen Jahren Bildungsstandards eingeführt worden seien, die regelmäßig überprüft würden. An den Unis dagegen begutachteten die Akkreditierungsagenturen nur die Qualität der Studiengänge, nicht aber die der Abschlüsse. «Es ist höchste Zeit, dass die Überprüfung von Examen und Promotionen den einzelnen Universitäten entzogen und an ein zentrales und unabhängiges Gremium delegiert wird», erklärte Meidinger. «Nur so kann verhindert werden, dass Verfahrensfehler, diffuse und auseinanderdriftende Bewertungsmaßstäbe und politische Einflussnahmen die Objektivität des Überprüfungsverfahrens gefährden.»

Schließlich sei bei der Überprüfung von Fehlverhalten auch immer die jeweilige Universität betroffen und damit auch immer befangen, denn es gehe auch um das mögliche Versagen der für Examen und Promotionen zuständigen Gremien, argumentierte Meidinger.

Der Universität Düsseldorf und den mit der Prüfung der Doktorarbeit von Schavan betrauten Gremien warf Meidinger „hochgradiges Versagen im Verlauf des Verfahrens“ vor.  Der Verbandschef befand: „Unabhängig vom endgültigen Ausgang im Rechtsstreit um die Aberkennung des Doktortitels muss man nach Abschluss des universitären Überprüfungsverfahrens feststellen, dass dabei unentschuldbare, ja katastrophale Fehler gemacht wurden. Dazu zählt, dass weder die Vertraulichkeit gewahrt wurde, noch externe Gutachter zugezogen wurden, noch die Verantwortlichkeit der Universität selbst für Themenstellung und Begutachtung der Arbeit auch nur ansatzweise erörtert und öffentlich zugegeben wurde.“ News4teachers / mit Material von dpa

(8.2.2013)

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