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Dänemark: Regierungschefin beendet Aussperrung der Lehrer

KOPENHAGEN. Dänemarks Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt hat die Aussperrung von 69.000 Lehrern im Land beendet – per Sondergesetz. Damit werden den Pädagogen längere Arbeitszeiten auferlegt.

Hat eingegriffen: Dänemarks Premierministerin Helle Thorning-Schmidt. Foto: Johannes Jansson / Wikimedia Commons (CC BY 2.5 DK)

Hat eingegriffen: Dänemarks Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt. Foto: Johannes Jansson / Wikimedia Commons (CC BY 2.5 DK)

Am Ende begründete Thorning-Schmidt ihr Eingreifen damit, dass die Situation „nicht länger haltbar“ sei. Zuvor hatte die Sozialdemokratin die Aussperrung als „normalen Tarifkonflikt“ bezeichnet, aus dem die Regierung sich heraushalten wolle. Nach vier Wochen ohne Annäherung – und Zwangsferien für rund 800.000 Schüler in Dänemark – wurde der Druck auf die Regierung aber offenbar zu groß: Ein Sondergesetz, das vom dänischen Parlament verabschiedet wurde, beendete die Aussperrung.

Es bringt darüber hinaus, so berichtet die deutsche Lehrergewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW),  „erhebliche Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte“. Deren Arbeitszeit werde verlängert und flexibilisiert. Schulleitungen könnten künftig darüber bestimmen, wie viel Arbeitszeit ein Lehrer für Vor- und Nachbereitung und wie viel er für den Unterricht aufzuwenden habe. Bisherige Schutzregelungen, die eine verringerte Stundenzahl für ältere Lehrkräfte über sechzig Jahre vorsahen, entfielen. Als „Ausgleich“ sollen die Lehrer laut GEW eine Gehaltserhöhung bekommen, für die jedoch nur 300 Millionen Kronen, etwa 40 Millionen Euro, zur Verfügung stehen. Die neuen Arbeitszeitregeln treten zu Beginn des übernächsten Schuljahrs im August 2014 in Kraft.

Gegen diese Pläne der kommunalen Schulträger hatten die Lehrergewerkschaften streiken wollen – die Arbeitgeber waren ihnen mit der Aussperrung zuvorgekommen. „Die Lehrer fühlen sich jetzt als Opfer eines abgekarteten Spiels der Regierung und der kommunalen Arbeitgebern. Ihre Gewerkschaft DLF, die rund 97 Prozent der Lehrkräfte organisiert, ist nach dem einmonatigen Arbeitskampf finanziell ausgeblutet. Da die Lehrerinnen und Lehrer während der Dauer der Aussperrung kein Gehalt erhielten, musste die DLF einspringen und ihren Mitgliedern Unterstützungsleistungen zahlen“, so berichtet die GEW. Sie fürchtet bereits, dass das dänische Modell Schule machen könnte und  „zukünftig auch in anderen europäischen Ländern öffentliche Arbeitgeber zum Mittel der Aussperrung greifen, um Kosten zu senken, indem sie die Bezahlung und Arbeitsbedingungen der Beschäftigten verschlechtern“. News4teachers

(2.5.2013)

Zum Bericht: „GEW ist über Aussperrung von Lehrern in Dänemark empört“

 

Ein Kommentar

  1. Junger Lehrer

    Jaja, wieder mal die Sozis…

    Konservative Politiker würden sich hüten, soetwas zu machen. Seit ich im Schuldienst tätig bin, wähle ich die Sozialdemokraten nicht mehr.

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