Start Leben Ethikrat lehnt Social-Media-Mindestalter ab – stattdessen: Mehr Medienbildung an Schulen

Ethikrat lehnt Social-Media-Mindestalter ab – stattdessen: Mehr Medienbildung an Schulen

24
Anzeige

BERLIN. Ein gesetzliches Mindestalter für soziale Medien hält der Deutsche Ethikrat für den falschen Weg. Kinder und Jugendliche müssten lernen, sich in der digitalen Welt kompetent zu bewegen, statt pauschal von ihr ausgeschlossen zu werden, argumentiert das Gremium. Zugleich empfiehlt es deutlich strengere Regeln für den Umgang mit Smartphones in Schulen und sieht die Einrichtungen in besonderer Weise in der Pflicht, geschützte Räume für Lernen und persönliche Begegnung zu schaffen. Gleichzeitig allerdings muss die Medienbildung dem Gremium zufolge gestärkt werden.

Sowohl – als auch: Prof. Helmut Frister, Vorsitzender des Deutschen Ethikrates, und die stellvertretende Vorsitzende Prof. Judith Simon (r.) übergeben die Stellungnahme zum digitalen Kinder- und Jugendschutz an Bundestagspräsidentin Julia Klöckner. Foto: Christian Thiel/Deutscher Ethikrat

Der Deutsche Ethikrat, ein unabhängiges Expertengremium, das Bundestag und Bundesregierung in ethischen Fragen berät, hat sich gegen ein pauschales gesetzliches Mindestalter bei der Nutzung sozialer Medien ausgesprochen. Für einzelne digitale Angebote sollte es jedoch spezielle Regelungen geben, schreibt der Ethikrat in seiner Stellungnahme „Schutz, Teilhabe und Befähigung von Kindern und Jugendlichen in der digitalen Welt“.

„Kinder und Jugendliche wachsen heute mit vielen digitalen Angeboten auf, die eine wichtige Rolle bei der Erfüllung ihrer Kommunikations- und Informationsbedürfnisse spielen“, sagte der Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Helmut Frister. Der notwendige Schutz junger Menschen müsse mit ihren Interessen an digitaler Teilhabe und an der Erlangung bestimmter Fähigkeiten „in Ausgleich“ gebracht werden. „Die Einführung eines gesetzlichen Mindestalters für soziale Medien ist dafür aus Sicht des Deutschen Ethikrates nicht geeignet.“

Risiken etwa bei Endlos-Feeds

Risiken ergeben sich laut Ethikrat nicht allgemein für einige Klassen von digitalen Angeboten, sondern aufgrund bestimmter Merkmale wie zum Beispiel Endlos-Feeds. Diese bieten automatisch immer weitere Inhalte an. Zudem unterschieden sich Kinder in ihrem Reifegrad innerhalb und zwischen Alterskohorten mitunter deutlich. Ein ausschließlicher Fokus auf Risiken sozialer Medien ignoriere auch, welche Gefahren von anderen digitalen Diensten ausgehen können. Außerdem würde ein Mindestalter unter anderem die Entwicklung der Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen beeinträchtigen und auf „unverhältnismäßige Art und Weise“ in das Recht der Eltern eingreifen, den Zugang des Kindes zu digitalen Medien zu gestalten.

Der Ethikrat plädiert für ein Schutzkonzept, das neben sozialen Medien auch andere digitale Angebote einbezieht, deren jeweilige Risiken analysiert und jeweils angepasste Schutzmaßnahmen etabliert. „Für ein solches Schutzkonzept bietet die seit Februar 2024 geltende Regulierung der Onlineplattformen im Digital Services Act der Europäischen Union bereits eine gute Grundlage“, sagte Frister. „Die Vorgaben, um Gefahren für Kinder und Jugendliche im Netz zu reduzieren, müssen aber noch wesentlich effektiver umgesetzt und Anbieter stärker in die Pflicht genommen werden.“

Ethikrat sieht Schulen als geschützte Räume

Die Stellungnahme beschränkt sich allerdings nicht auf soziale Medien. Der Ethikrat widmet sich ausführlich den Auswirkungen digitaler Technologien auf Schule und Lernen – und spricht sich dabei für weitreichende Beschränkungen privater Smartphones im Schulalltag aus.

Metaanalysen zeigten ein differenziertes Bild zur Wirkung digitaler Werkzeuge auf die Lernleistung von Schülerinnen und Schülern. Besonders die außerschulische Nutzung wirke sich häufig hinderlich auf Lernerfolge aus, vor allem bei jüngeren Kindern und Jugendlichen aus bildungsferneren Haushalten. Als Faktoren mit negativen Auswirkungen nennt die Stellungnahme unter anderem Bildschirmzeiten, die Bildschirmzeit der Eltern, Cybermobbing, Smartphone-Sucht und soziale Medien. Auch im Unterricht könnten digitale Geräte durch ihr Ablenkungspotenzial Lernprozesse beeinträchtigen. Positiv bewertet der Ethikrat dagegen den gezielten Einsatz von Lerntechnologien wie technikgestütztem Feedback, intelligenten Tutorsystemen oder interaktiven Lernvideos.

Vor diesem Hintergrund spricht sich das Gremium für deutliche Einschränkungen privater Endgeräte an Schulen aus. In der Stellungnahme heißt es: „Angesichts der vielfältigen Risiken, die die private Nutzung digitaler Technologien für die Konzentration, die Lernprozesse und das soziale Miteinander von Schülerinnen und Schülern wie auch von Lehrkräften mit sich bringen können, erscheint es sinnvoll, den Schutzraum Schule durch eine weitgehende Einschränkung der privaten Nutzung digitaler Endgeräte zu stärken.“

Die allgemeine Schulpflicht versetze den Staat in eine besondere Verantwortung, „Schulen als geschützte Räume des Lernens und der persönlichen Entwicklung sowie der unmittelbaren persönlichen Begegnung auszugestalten“, schreibt der Ethikrat weiter. Als mögliches Modell nennt die Stellungnahme Regelungen, bei denen „private Geräte während des Aufenthalts in der Schule abgegeben werden“. Die Nutzung digitaler Technologien im Unterricht solle vorzugsweise auf Geräten mit jugendfreundlichen Einstellungen erfolgen. Zudem sollten „Pausen wieder mehr Freiräume für nicht-digitale soziale Interaktion eröffnen“.

Der Ethikrat verweist darauf, dass mehrere Bundesländer die Smartphone-Nutzung in Schulen bereits eingeschränkt oder für bestimmte Altersgruppen untersagt haben. Solche Regelungen könnten Lehrkräfte zudem von der Aufgabe entlasten, Verstöße gegen Handyregeln ständig kontrollieren und sanktionieren zu müssen.

Sorge vor Kompetenzverlust durch KI

Ausführlich befasst sich die Stellungnahme auch mit der wachsenden Nutzung generativer KI-Anwendungen durch Minderjährige. Der Ethikrat sieht die Gefahr, dass eine unsachgemäße Nutzung Lernprozesse beeinträchtigen könne. Minderjährige liefen „im Gegensatz zu Erwachsenen Gefahr, grundlegende Kompetenzen gar nicht erst zu erwerben, wenn Aufgaben vor allem in entscheidenden Entwicklungsphasen übermäßig an KI abgegeben werden“.

Zugleich verweist das Gremium auf mögliche positive Effekte. Der Einsatz von KI könne etwa bei Coaching- und Reflexionsprozessen lernförderlich wirken. Welche Folgen sich tatsächlich ergeben, hänge wesentlich von den jeweiligen Nutzungsmustern ab. Deshalb spreche vieles dafür, Bildungseinrichtungen die notwendigen Ressourcen und Strukturen bereitzustellen, um flexibel auf die rasanten technologischen Entwicklungen reagieren zu können.

Defizite bei der Medienkompetenz

Großen Handlungsbedarf sieht der Ethikrat bei der Vermittlung digitaler Kompetenzen. Digitale Medienkompetenz sei nicht nur wichtig, um digitale Werkzeuge sinnvoll zu nutzen. Sie sei auch „essenziell, um alle Beteiligten, insbesondere junge Menschen selbst, zu befähigen, mit den vielfältigen beschriebenen Risiken und Gefahren umzugehen“. Minderjährige müssten lernen, problematische Inhalte und Mechanismen frühzeitig zu erkennen und „angemessen auf problematische Situationen zu reagieren, selbst Abhilfe zu schaffen oder sich von geeigneten Stellen Hilfe zu holen“.

Nach Angaben des Ethikrats erreichen inzwischen mehr als 40 Prozent der Schülerinnen und Schüler in Deutschland am Ende der achten Klasse lediglich rudimentäre digitale Kompetenzen. Trotz der verstärkten Digitalisierung an Schulen seien diese Kompetenzen seit 2018 sogar zurückgegangen. Zudem gebe es Hinweise auf soziale Ungleichheiten beim Erwerb digitaler Fähigkeiten sowie Defizite bei der Vermittlung von Kompetenzen wie Quellenkritik und Datenschutz. „Angesichts dieser Lage und der Bedeutung von Medienkompetenz für die Befähigung und Resilienz junger Menschen im Umgang mit digitalen Gefahren und Risiken sind hier Verbesserungen essenziell“, heißt es in der Stellungnahme.

Hilfen für Eltern, um den Medienkonsum der Kinder einzuschränken

Für den technischen Kinder- und Jugendschutz schlägt der Ethikrat ein dreistufiges Modell vor: In der ersten Stufe solle der Zugang zu digitalen Angeboten durch die Eltern geregelt werden. „Technisch würde diese Kontrolle durch die Eingabe des Alters der Kinder bei der Konfiguration der Endgeräte sowie durch die Regulierung von Nutzungszeiten oder des Zugangs auf Apps auf den Endgeräten erfolgen.“

Um auch das Wohl der Kinder zu schützen, deren Eltern diese Werkzeuge nicht oder nur unzureichend nutzen, könnten laut Ethikrat zusätzliche Alterskontrollen auf der Ebene der Endgeräte eine zweite Schutzstufe bilden. Eine Variante seien Verfahren, bei denen die Endgeräte das Alter mittels offizieller Dokumente verifizieren.

Als dritte Stufe sollten für den Zugang zu bestimmten Inhalten, die Minderjährigen etwa nach dem Strafgesetzbuch nicht zugänglich gemacht werden dürfen, spezielle Verifikationsmechanismen erforderlich sein. Dabei sollen die Anbieter verifizieren, „dass der Altersnachweis auch wirklich von der Person stammt, die das Angebot nutzen will“. News4teachers / mit Material der dpa

Hier geht es zur vollständigen Stellungnahme. 

Social-Media-Verbot für Schüler? Lehrerverband will mehr schulische Medienerziehung, Bundeskanzler sieht keinen Sinn darin

Anzeige

Info bei neuen Kommentaren
Benachrichtige mich bei
24 Kommentare
Muxi
1 Monat zuvor

Obwohl wir wissen, dass die digitale Welt der kindlichen Entwicklung schadet. Bei Alkohol machen wir auch keine Frühförderung…..

Rainer Zufall
1 Monat zuvor

Genial!
Ein gesetzliches Mindestalter für [Führen eines Fahrzeugs] hält der Deutsche Ethikrat für den falschen Weg. Kinder und Jugendliche müssten lernen, sich in der [motorisierten] Welt kompetent zu bewegen, statt pauschal von ihr ausgeschlossen zu werden, argumentiert das Gremium.

In der Zwischenzeit veranstalten wir ein Bierseminar in sicherer Umgebung und bitten die Jugendlichen freundlich darum, ihren Tabak- und Alkoholkunsum bitte zu reduzieren oder gar einzustellen.
… Hm? Macht süchtig? … Wird öffentlich beworben? … Firmen zielen direkt auf vulnerable Gruppen wie Kinder und Jugendliche?

Aber mal wieder wird es der kostenlose Ruf nach mehr „Eigenverantwortung“ richten (augenroll)

Realist
1 Monat zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Wäre wahrscheinlich genauso wie bei den E-Scootern. Die darf man offziell erst ab 14 Jahren fahren. Ich sehe aber jeden Tag Jugendliche, die definitiv jünger sind, mit den Dingern herumfahren. Interessiert scheinbar niemanden, weder das Ordnungsamt, noch die Polizei, noch den Anbieter (die Dinger muss man ja freischalten), noch die Erziehungsberechtigten.

Mit einem Social Media-Verbot wäre es wohl ähnlich. Würde keiner durchsetzen wollen, man würde wahrscheinlich die Lehrer in den Schulen per Erlass wieder einmal zu Hilfspolizisten machen, weil sonst keiner Zeit und Lust hätte, so ein Verbot durchzusetzen…

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Realist

Ihre persönliche Unlust hat ja nichts damit zu tun, OB etwas verboten wird – siehe meine Beispiele oder das Ihre über die Altersbeschränkung bei E-Scootern.
Wenn die Polizei Ihrer Aussage nach nicht eingreift, wenn haufenweise Achtjährige damit auf den Straßen fahren, ist das kein Argument gegen ein Verbot, sondern eine Kritik, wie es sich besser kommunizieren und kontrollieren lässt.

Dass Sie sich einbilden, besonders Sie müssten das Gesetz, ist weit hergeholt oder sagt bedrückend viel darüber aus, wie viel Freizeit Sie mit Ihren Schüler*innen auf social media verbringen :/

Stiller Beobachter
1 Monat zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Straßenverkehr ist genau das richtige um das herzuleiten und beispielhaft zu erklären.

Zunächst sind Kinder nämlich einfach Teilnehmer des Straßenverkehrs, mitgenommen von den Eltern. Später machen sie einen Fahrradführerschein, dürfen mal alleine teilnehmen, dann irgendwann auch motorisiert über Roller und schließlich das Auto.

Und das ganze statt Kinder pauschal vom Straßenverkehr auszuschließen.

Sachen gibt’s. Verrückt, oder?

(Drogenseminare sind natürlich eine völlig hanebüchenes Beispiel…)

Rainer Zufall
1 Monat zuvor

„Und das ganze statt Kinder pauschal vom Straßenverkehr auszuschließen.“
Ich weiß nicht, wo Sie wohnen, aber in Deutschland ist die Teilnahme am Autoverkehr durch Altersbeschränkungen und verpflichtende Prüfungen begrenzt.

Wenn Sie ein social Media-Angebot für Kinder und Jugendliche (quasi einen Fahrschule) fordern, bin ich ganz bei Ihnen.
Sich sicher im Verkehr/ Internet zu orientieren und zu bewegen kann gerne noch früher angeboten werden, aber genauso wie die Autobahn sollte social media als Abgrund der Menschlichkeit zuletzt ermöglicht werden – gerne nach theoretischer und praktischer Prüfung 🙂

laromir
1 Monat zuvor

Naja. Hier macht nicht mehr jedes Kind den Fahrradführerschein. Und außerdem hinkt das Beispiel. An der Straße wittern die Eltern Gefahren und möchten nicht, dass das Kind platt gefahren wird. Am Internet und social Media stirbt man ja nicht, zumindest nicht gleich und nur die, die sich deshalb umbringen. Und Sucht ist nicht gleich sichtbar, Depression ebenfalls nicht, da muss das Kind schon eine Weile in den Brunnen gefallen sein, bis das Umfeld was checkt. Bei einem Autounfall können sich viele die direkten Konsequenzen gut ausmalen. Da ist man dann achtsamer.
Und ganz ehrlich, ich zeige Achtjährigen auch weder Pornos noch Hannibal, schließe ich sie deshalb vom Fernsehen aus? Wir haben bei Videospielen, in Kneipen und im Kino überall eine FSK und Jugendschutz, soll das auch weg? Ich kann diese schwachsinnigen Vergleiche nicht mehr hören. In sehr sehr sehr viele. Bereichen reglementierten wir Kinder und Jugendliche aus guten Grund und keiner würde sagen, dass man sie ausschließt. Da nennt man das dann Schutz. Nur beim Medien Gedöns, da ist das dann plötzlich nicht mehr nötig, da wird schon jeder sich irgendwie zurecht finden.

Hans Malz
1 Monat zuvor

Der Ethikrat kann mich mal gepflegt. Alle Dummschwätzer von außen müssen für ein halbes Jahr ihre warmen Büros räumen und in den Unterricht. Da können sie dann mal das wahre Leben kennen lernen und die Konsequenzen ihrer dämlichen Ideen mal am eigenen Leib spüren.

Lera
1 Monat zuvor

Jau, der Ethikrat macht genau das, was man von ihm erwartet: er hat Bedenken und empfiehlt irgendwas, das absehbar nicht umsetzbar ist. Müssen sich ja eh andere drum kümmern, und die Auswirkungen bekommen andere zu spüren.

Stiller Beobachter
1 Monat zuvor
Antwortet  Lera

Stimmt. Völlig unrealistisch in der Umsetzung. Die Mehrheit der Lehrkräfte bringt nicht mal im Ansatz die dafür notwendige Medienkompetenz mit um Kinder anleiten zu können.

Sonst wäre das Konzept klasse.

laromir
1 Monat zuvor

Ach was. Lehrerbashing nächste Runde. Ohne Eltern funktioniert das nicht. Und viele Eltern interessiert das nicht. Da kann man sich in der Schule den Mund fusslig reden.

447
1 Monat zuvor

Sobald ich die Schule betrete, schiesst auch jedes IT-Wissen in Form pixeliger Dampfwolken aus meinen Ohren.

Nen Kollege verlernt fliessendes Spanisch schlagartig, in einem Anfall zuckenden Exorzismusses ergießt sich das umfangreiche Bau- und Schmiede(!)wissen eines Kollegen über den Lehrerzimmerflur.

Wären Sie Lehrer – wüssten Sie, warum das so ist.

Abgrenzung
1 Monat zuvor

ich wünsche mir die Förerung von Offline-Kompetenzen! 🙂

Andreas
1 Monat zuvor

Moin,

Ja klar, die Schule soll es wieder einmal richten. Hand aufs Herz und runter vom der rosaroten Wolke: Social Media ist Gift für die Kinder. Krank machendes Gift. Ich für meinen Teile habe weder Kraft noch Nerven jeden Tag die Zombies von der Glotze zu holen. Smartphones weg aus der Schule und zwar pronto! Und Einschränkungen: Ja Bitte!

Rüdiger Vehrenkamp
1 Monat zuvor

Die Mischung machts: Verbote UND Medienbildung. Ansonsten können wir auch Alkohol und Tabak für alle freigeben – es braucht nur mehr Gesundheitsbildung in der Schule.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor

Volle Zustimmung!

blau
1 Monat zuvor

Absolut dagegen. Social Media aus neurokognitiver Sicht wäre erst ab 25 Jahren okay. Smarterstartab14!

DerechteNorden
1 Monat zuvor

Wer sich mit Kindern und Jugendlichen unterhält, stellt schnell fest, dass die eigentlich alles genau wissen. Ich komme mir jedes Mal blöd vor, wenn ich mit dem Thema in meinen Klassen ankomme.
Dass sie nicht genug Bescheid wüssten, ist nicht das Problem. Ich kenne Elfjährige, die dir sogar erzählen können, was da im Gehirn passiert.
Also was genau soll Schule denen denn vermitteln? Kolleg*innen mit Kids, die genau darauf achten, dass diese um sämtliche Gefahren wissen (Hier haben die Kids dann auch noch zuhause Medien-Bildung.), berichten, dass sie trotzdem keine Chance haben, ihre Kids davon abzuhalten zu viel und das Falsche zu konsumieren, zu mobben, unerlaubte Fotos zu machen und sie weiterzuleiten usw.
Ja, gern sorge ich dafür, dass auch die Letzten noch aufgeklärt werden. Aber noch mehr Medien-Bildung wird es nicht bringen.
Wenn wir Kinder und Jugendliche wirklich schützen wollen, dann müssen wir den Zugang bis zu einem gewissen Alter beschränken.

Die Tatsache, dass Menschen trotz besseres Wissens rauchen, zu viel Alkohol trinken usw., sollte diesen Leuten doch zu denken geben.
Aber es scheint wirklich nur noch darum zu gehen, niemandem irgendetwas zu verbieten. In Deutschland sollen alle Menschen (auch Minderjährige) ein Recht darauf haben, alles selbst entscheiden zu dürfen, egal ob sie sich damit ruinieren.

blau
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

100% Zustimmung.

Stiller Beobachter
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Die Menschen essen auch wider besseren Wissens viel zu viel Zucker.

Das ist im Gegensatz zu Alkohol und Tabak ohne Altersgrenzen zu haben und sogar völlig unbegrenzt verabreichbar.

Nur: irgendwo muss eben eine Grenze gezogen werden, was ganz verboten werden muss, bei was es Altersgrenzen gibt und was dann auch doch in der Verantwortung jedes einzelnen liegt.

Mit den beschriebenen Auswirkungen hilft übrigens ein Altersverbot – über das man ja durchaus verschiedene Meinungen haben kann – gar nichts, sondern es müsste ein generelles Verbot oder zumindest Verbot bestimmter Wirkmechaniken geben.

laromir
1 Monat zuvor

In anderen Ländern gibt es bereits eine Zuckersteuer und ungesunde Produkte sind teuerer. Das scheint ja irgendwie zu gehen

Einer
1 Monat zuvor

Wieso machen wir nicht auch Alkohol- und Nikotinberatung in den Schulen statt der dämlichen Verbote. Die Verbote umgeht doch sowieso jeder 12 jährige, der trinken und rauchen möchte. Da wäre doch frühzeitige Beratung viel besser! Am besten in der 4. Klasse. Da kann man davon ausgehen, dass die wenigsten Kontakt hatten mit Schnaps und Kippen.

laromir
1 Monat zuvor
Antwortet  Einer

Ja. Da kann man dann ja mal gemeinsam probieren und sich danach über die Wirkung austauschen. Es darf auch jeder nur einmal ziehen und nur ein Glas Bier pro Kind. Die müssen schließlich wissen, worüber sie reden. Und sie können schließlich selbst entscheiden, ob das Verbot Sinn macht… Was soll man dazu sagen. Fast ein Viertel der Kids ist suchtgefährdet, da reicht ne Medienstunde pro Woche nicht. Die wissen hoffentlich schon, wie das so mit Suchtmitteln ist? Hmm Moment,.. mal.kurz nachdenken… Anscheinend wohl nicht. Ich kann das nicht mehr hören. Einsamkeit, Schlafstörungen, Essstörungen, Depression, teils gefährliche und völlig beknackte Challenges…wann ist denn das Maß so voll, dass man endlich macht?

447
1 Monat zuvor

Habe gerade das Kürzel „EtR“ für „Ethikratstunde“ auf UntiS in meinem Stundenplan gesucht.

Leider nix gefunden.

Kann mir wer helfen?