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Kultusminister Stoch verteidigt Umbau der Schullandschaft im Südwesten

LEINFELDEN-ECHTERDINGEN. Immer weniger Schüler, verändertes Verhalten bei der Schulwahl: Ein Umbau der Schullandschaft ist da unabdingbar, findet der Kultusminister. Über die Details gibt es Diskussionen.

Kultusminister Andreas Stoch (SPD) hat den geplanten Umbau der Schullandschaft im Südwesten erneut verteidigt. Durch die zurückgehenden Schülerzahlen seien Veränderungen unabdingbar, sagte er am Donnerstag bei der Veranstaltung «Gute Schule 2020» in Leinfelden-Echterdingen (Kreis Esslingen). Die Einführung von Gemeinschaftsschulen sei kein Mittel zur «Bereinigung der Schullandschaft», sondern solle Strukturen stärken.

Nach Schätzungen des Ministeriums geht die Gesamtzahl der Schüler an allen Schularten bis zum Jahr 2025 insgesamt um knapp ein Fünftel zurück. Als weiteres Argument für den Umbau der Schullandschaft wird das veränderte Verhalten der Eltern bei der Schulwahl genannt.

Für ihn beginnt das neue Schuljahr, wie das alte endete - mit Ärger: Baden-Württembergs Kultusminister Andreas Stoch. Foto: Ra Boe / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0 DE)

Seine Neuerungen muss er immer wieder erklären: Baden-Württembergs Kultusminister Andreas Stoch. Foto: Ra Boe / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0 DE)

Nach den vom Kabinett beschlossenen Vorgaben werden für weiterführende Schulen mindestens 40 Schüler in der Eingangsstufe angestrebt, um die Zweizügigkeit auch bei weiterem Schülerrückgang zu gewährleisten. Für allgemeinbildende Gymnasien liegt die Mindestzahl für Neueinrichtungen bei 60 Schülern pro Jahrgang. Die Eckpunkte sollen in ein Gesetz münden, das 2014 in Kraft treten soll.

Zu der Veranstaltung des Ministeriums kamen mehr als 800 Vertreter von Kommunen und Schulen in Baden-Württemberg. Der Präsident des Gemeindetages, Roger Kehle, lobte die meisten der von Grün-Rot beschlossenen Eckpunkte. Er kritisierte jedoch die Messlatte von 40 Schülern in der Eingangsklasse für weiterbildende Schulen. Diese Zahl sei nach wie vor falsch: Sie beschneide die Flexibilität der Gemeinden. Er warb dafür, die unterschiedlichen Situationen in den Regionen stärker zu berücksichtigen. Zudem forderte er, die Fraktionen sollten hier enger zusammenarbeiten. Es müsse eine «Befriedung» der Bildungspolitik im Landtag geben.

Auch die Landkreise machen sich für flexiblere Lösungen bei der regionalen Schulentwicklung stark. Das Bildungsangebot müsse praktikabel und passgenau gestaltet werden, forderte der Hauptgeschäftsführer des Landkreistages, Eberhard Trumpp. Er sprach sich ebenfalls gegen die Mindestschülerzahl aus. Weniger kritisch sieht diese der Städtetag. Bildungsdezernent Norbert Brugger bezeichnete die Mindestwerte als richtig: «Sie sind verantwortungsvoll bestimmt worden.» dpa

Ein Kommentar

  1. „Als weiteres Argument für den Umbau der Schullandschaft wird das veränderte Verhalten der Eltern bei der Schulwahl genannt.“

    Was für eine Scheinheiligkeit!!
    Verbindliche Empfehlungen sind politisch gewollt abgeschafft worden. Die HS wird diffamiert und ohne Gymnasium sind bei uns die beruflichen Chancen angeblich schlecht. Wer so argumentiert, darf sich über das veränderte Verhalten der Eltern bei der Schulwahl nicht wundern.

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