MÜNCHEN. Der staatliche KI-Chatbot für Schulen sollte ein Prestigeprojekt der Länder werden: datenschutzkonform, pädagogisch kontrolliert und unabhängig von den großen US-Plattformen. Nun müssen Schulen bundesweit den Dienst umbenennen – nur wenige Monate nach dem Start. Aus „telli“ wird „AIS.chat“, weil die Markenrechte auslaufen. Schulleitungen sollen Webseiten, Elterninformationen und Materialien unter Hochdruck anpassen. Die Episode wirft ein Schlaglicht auf ein Grundproblem staatlicher Digitalpolitik im Bildungsbereich: Viel Aufwand fließt in Plattformen und Systeme, deren Stabilität und Akzeptanz vor Ort oft begrenzt bleiben.

„Wir wollen Schülerinnen und Schüler auf eine Zukunft vorbereiten, in der der Umgang mit Künstlicher Intelligenz selbstverständlich sein wird. Dafür brauchen sie Orientierung, Kompetenz – und Räume, in denen sie KI verantwortungsvoll erproben können. Mit telli schaffen wir einen geschützten Rahmen, in dem genau das möglich ist – begleitet durch kompetente Lehrkräfte.“ Dies verkündete Bremens damalige Bildungssenatorin Sascha Aulepp (SPD) vor knapp einem Jahr.
Was Schulen und Schüler zunächst mal lernen können: dass staatlich betriebene IT-Entwicklung häufig auf wackeligen Füßen steht. Denn telli ist schon tot – dem Namen nach jedenfalls. Als hätten Lehrkräfte sonst nichts zu tun: Der großspurig als Zukunftsprojekt angepriesene KI-Chatbot, der von den Bundesländern gemeinsam entwickelt und als datenschutzkonforme Alternative zu kommerziellen KI-Angeboten beworben wird, firmiert nun unter dem Namen „AIS.chat“ – und muss auf allen Veröffentlichungen von Schulen, ob auf Homepages, in Elternbriefen oder interner Kommunikation entsprechend umbenannt werden.
„Sofern der Name ‚telli‘ auf der Homepage oder in weiteren Dokumenten Ihrer Schule verwendet wird, weise ich Sie darauf hin, dass dieser bis zum 1. Juni 2026 gelöscht und in AIS.chat umbenannt sein muss“, schreibt NRW-Schulstaatssekretär Urban Mauer in einer offiziellen Schulmail. Diese oder ähnlich lautende Schreiben haben in den vergangenen Wochen Tausende Schulleitungen in Deutschland erreicht. Begründet wird die Änderung lapidar mit „markenrechtlichen Gründen“.
Mauer betont zugleich, dass sich an der technischen Infrastruktur nichts ändere. „Der KI-Chatbot selbst und alle Funktionen und Benutzerdaten (einschließlich bereits angelegter Chats, Assistenten und Zugangsdaten) bleiben erhalten“, heißt es in der Schulmail des NRW-Schulministeriums. Der Bildungsserver Berlin-Brandenburg versucht ebenfalls zu beruhigen: „Die Änderung betrifft nur den Namen, es werden keine Funktionen oder Zugänge verändert.“ Zugleich räumt der Bildungsserver allerdings ein, dass einzelne Seiten und Materialien vorübergehend nicht erreichbar seien und „schrittweise ersetzt“ würden.
„Eine Namensänderung direkt nach der Einführung des KI-Chatbots ist nicht erfreulich“
Besonders unerquicklich für die Länder: Die Umbenennung erfolgt nur wenige Monate nach der öffentlichen Einführung des Systems. Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Dorit Stenke (CDU) hatte den Chatbot erst im vergangenen November an einer Lübecker Schule öffentlich vorgestellt. Nun muss auch ihr Ministerium umstellen. Gegenüber den Lübecker Nachrichten räumte Stenke ein: „Eine Namensänderung direkt nach der Einführung des KI-Chatbots ist nicht erfreulich.“ Die Ministerin betonte zugleich, die Umstellung habe weder relevante finanzielle noch rechtliche Folgen.
Tatsächlich nicht? In Bayern, beim Informationstechnischen Berater digitale Bildung für die Gymnasien in der Oberpfalz, klingt das anders: „Nach dem 20. Mai ist eine markenmäßige Verwendung des Namens ‚telli‘ untersagt, um rechtliche Risiken wie Abmahnungen zu vermeiden; lediglich eine rein beschreibende, rückblickende Nutzung zu Erklärungszwecken bleibt in engen Grenzen zulässig. Es wird dringend empfohlen, alle Anpassungsschritte sorgfältig zu dokumentieren, etwa durch Vorher-Nachher-Screenshots der Webauftritte, um den vollständigen Vollzug der Maßnahmen im Streitfall nachweisen zu können.“
Tatsächlich dürfte der Aufwand vor Ort größer sein als die offizielle Kommunikation vermuten lässt. Denn Schulen arbeiten inzwischen mit Präsentationen, Handreichungen, Lehrvideos, Fortbildungsunterlagen und Elterninformationen, in denen der bisherige Name verwendet wird. Das für das Projekt verantwortliche FWU, das Medieninstitut der Länder mit Sitz in München, bestätigt die Hintergründe. In einer Stellungnahme heißt es: „Die Erlaubnis zur Nutzung der Marke ‚telli‘ endet mit Ablauf des 19. Mai 2026. Ab diesem Zeitpunkt darf die Bezeichnung nicht mehr verwendet werden, sodass eine rechtssichere Neupositionierung erforderlich wird.“ Der neue Name solle zugleich die Zugehörigkeit zum Gesamtprojekt „Adaptives Intelligentes System“ (wofür die Abkürzung AIS steht) sichtbar machen.
Bemerkenswert: Das FWU schiebt dabei die Schuld auf die Kultusminister. Es verweist ausdrücklich darauf, dass „die 16 Bundesländer in den Prozess der Namensfindung eingebunden“ gewesen seien und den neuen Namen „gemeinsam beschlossen“ hätten – offensichtlich allerdings ohne den Markt ausreichend zu sondieren. Ob ein Name markenrechtlich problematisch sein könnte, lässt sich grundsätzlich bereits vor der Einführung prüfen. Das Deutsche Patent- und Markenamt stellt dafür ein öffentlich zugängliches Markenregister zur Verfügung, in dem bestehende Eintragungen recherchiert werden können. Die Saarbrücker Zeitung hat einen Metallstuhl namens „telli“ ausgemacht, der die Posse ausgelöst haben könnte.
„Der Staat stellt keine Schreibstifte her, er druckt keine Schulbücher und produziert keine Taschenrechner“ – aber eine KI!?
Der Fehlstart scheint die These zu untermauern, dass der Staat keine IT entwickeln kann – und tunlichst die Finger davonlassen sollte. Der EdTech-Verband, der nach eigenen Angaben mehr als 80 Unternehmen und Initiativen aus dem Bereich digitaler Bildung vertritt, wirft den Ländern und dem FWU vor, mit dem Instrument massiv in den Bildungsmarkt einzugreifen. In einer ausführlichen Stellungnahme kritisiert der Verband insbesondere die Rolle des Staates als Entwickler, Betreiber und teilweise auch Prüfer digitaler Angebote zugleich.
Der Verband argumentiert, dass privatwirtschaftliche Unternehmen bereits seit Jahren spezialisierte KI-Angebote für Schulen entwickelt hätten – von Unterrichtsplanung über Materialerstellung bis hin zu Feedback- und Korrekturhilfen. Aufgabe des Staates sei es nicht, selbst einen KI-Chatbot zu entwickeln, sondern Qualitätsstandards festzulegen und faire Wettbewerbsbedingungen zu sichern. Wörtlich heißt es in der Stellungnahme: „Der Staat stellt keine Schreibstifte her, er druckt keine Schulbücher und produziert keine Taschenrechner.“ Kritisiert wird außerdem, dass telli beziehungsweise AIS.chat dieselben internationalen Sprachmodelle nutze wie private Anbieter, gleichzeitig aber mit öffentlichen Mitteln finanziert werde und dadurch für Schulen faktisch kostenlos erscheine.
Besonders problematisch erscheint dem Verband die Doppelrolle des FWU. Das Institut entwickle nicht nur selbst digitale Angebote, sondern prüfe gleichzeitig über Schnittstellen und Anbindungen auch Konkurrenzprodukte privater Anbieter. Dadurch entstehe ein struktureller Interessenkonflikt. Der Verband fordert deshalb unabhängige Zertifizierungsverfahren sowie transparente Offenlegung der tatsächlichen Projektkosten. Nach Angaben der Stellungnahme liegt das Gesamtvolumen des übergeordneten AIS-Projekts inzwischen bei 50 bis 60 Millionen Euro.
Dabei konkurriert das staatlich bereitgestellte System ohnehin mit frei verfügbaren kommerziellen KI-Angeboten, die sich technologisch in hoher Geschwindigkeit weiterentwickeln. Entsprechend unbegeistert zeigen sich Schülervertretungen von dem Staats-Bot. „Wir gehen nicht davon aus, dass es Schülerinnen und Schüler eher nutzen als ChatGPT, Gemini oder Claude“, sagte der Landesschülersprecher der Gymnasien in Schleswig-Holstein, Eschel-Johan Ewert, den Lübecker Nachrichten. Grund seien die „enormen Datenschutzvorgaben“: AIS.chat sei längst nicht so leistungsfähig wie andere öffentlich zugängliche Systeme.
Das zeigt sich auch an den bisherigen Nutzungszahlen. Wie der Saarländische Rundfunk berichtet, wird der Chatbot an den Schulen des Landes bislang nur in begrenztem Umfang genutzt. Nach Angaben des Bildungsministeriums hatten zwar bis Mitte April rund 3.400 Lehrkräfte den notwendigen Grundlagenkurs abgeschlossen – etwa jede dritte Lehrkraft im Saarland. Für weiterführende Aufbaukurse hatten sich laut Bildungsministerium dann aber nur rund 530 Personen registriert. Sowohl die Gewerkschaft GEW als auch der Saarländische Lehrerinnen- und Lehrerverband erklärten gegenüber dem SR, telli/AIS.chat spiele im schulischen Alltag bislang „nur eine untergeordnete Rolle“. Andere Chatbots seien leistungsfähiger. Zudem seien die Zugangsvoraussetzungen vergleichsweise hoch. News4teachers / Von Volker Jürgens
Der Autor Volker Jürgens war selbst Geschäftsführer eines IT-Unternehmens in der Bildungsbranche und Vizepräsident des Didacta-Verbands. Er ist heute als Fachjournalist tätig.









Wenn AIS so unbrauchbar ist wie hier dargestellt, wird es wohl kaum die weit überlegenen Angebote privater Anbieter gefährden.
Dass der Staat jedes Jahr wieder und wieder Unsummen für schlechte Schulbücher von privaten Verlagen ausgibt, statt diese einfach einmal selbst zu erstellen, halte ich für einen klaren Fall von Steuergeldverschwendung.
Abgesehen davon: An der Grundschule brauche ich ohnehin keine KI – juhu!
„Wenn AIS so unbrauchbar ist wie hier dargestellt, wird es wohl kaum die weit überlegenen Angebote privater Anbieter gefährden.“
Doch natürlich – weil die, die Tools für Schulen einkaufen, ja nicht die sind, die sie nutzen. Raten Sie mal, was ein Schulträger tut, der die Wahl hat, ein (vermeintlich) kostenloses Angebot des Landes herunterzuladen oder ein zu bezahlendes Instrument für seine Schulen einzukaufen.
Und was Schulbücher (oder andere Produkte) vom Staat angeht: Erkundigen Sie sich mal bei früheren DDR-Bürgern, wie gut die staatlichen Angebote so waren und wie dynamisch und kundenorientiert sich der Service damals im Osten gestaltete.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Aus rein fachlicher Sicht waren die Schulbücher der DDR aus den Naturwissenschaften richtig gut. Über die Beschaffungsmodalitäten weiß ich allerdings nichts.
Wenn man die Naturwissenschaften als Fächergruppe begreift, die sich nicht weiterentwickelt – klar. Dann tut’s auch ein gutes Buch aus dem Kaiserreich.
Dann reicht wohl auch ein Volksbrot. Und ein Volksauto. Und eine Volkshose. Besser zwei: eine für Frauen und eine für Männer.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Damals zumindest haben viele Pädagogen daran teilgenommen, ein gutes Schulbuch zu entwickeln. Das Stoff war gut systematisiert und mit einer klaren Sprache geschrieben. Danach für mehrere Jahre wurden diese Bücher in Schulen approbiert und korrigiert. Am Ende hatten sie oft so eine gute Qualität, dass zum Beispiel Bücher in Geometrie oder Algebra, Russisch selbst in 2000 Jahren sehr gut benutzt wurden in meiner Heimat.
Heute hat man scheinbar einen anderen Einsatz.
„Damals zumindest haben viele Pädagogen daran teilgenommen, ein gutes Schulbuch zu entwickeln.“
Wer ein guter Lehrer ist, muss kein guter Buchautor sein. Auch heute entwickeln Lehrkräfte Schulbücher. Allerdings in Zusammenarbeit mit den (erfahrenen) Schulbuchredakteuren der Bildungsverlage.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
„Schulbücher entwickeln“
In Fächern wie Mathematik und Physik bräuchte man Schulbücher eigentlich gar nicht hastig zu „entwickeln“, weil fachlich nichts neues hinzukommt. Alle Mathematik, die dort steht, ist mindestens 100 Jahre alt. Das „Entwickeln“ bezieht sich hauptsächlich auf die ständig veränderten Direktiven aus den Schulministerien, die mehr aus politischen als aus fachlichen Gründen erfolgen. Vielfach geht es um das „Entrümpeln“ von Stoff, um alles im vermeintlichen Interesse von Bildungsgerechtigkeit zu erleichtern. Folglich interessieren sich Schubuchredakteure überhaupt nicht mehr für die fachliche Richtigkeit, Dafür ist heutzutage niemand zuständig, auch nicht das Georg-Eckert-Institut, das theoretisch für Analysen von Schulbüchern da ist.
„Alle Mathematik, die dort steht, ist mindestens 100 Jahre alt.“ Die zu vermitteln, hat aber offenbar nicht so gut geklappt: https://www.news4teachers.de/2023/10/studie-bei-vielen-erwachsenen-reichen-die-mathekenntnisse-nicht-fuer-den-alltag/
Womöglich braucht es dann doch mal hin und wieder neue Zugänge.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
„Womöglich braucht es dann doch mal hin und wieder neue Zugänge.“
Hin und wieder — aber nicht jedes Jahr, und nicht nach Bundesländern sortiert. Und schon gar nicht nach dem Kommando von einem Wasserkopf von Schulbürokraten mit Vorschriften zum Taschenrechnereinsatz. Man kann getrost 10-15 Jahre lang dieselben Bücher benutzen und in neuen Auflagen sich darauf beschränken, Tippfehler zu beseitigen.
Wenn Sie sich die Inhalte der heutigen Lehrpläne der (harten) Naturwissenschaften anschauen, wird man kaum in die zweite Hälfte des 20. Jahrhundert eintauchen können, in Mathematik wird sogar das 20. Jahrhundert schwierig. Dabei beziehe ich mich auf den Oberstufenstoff und auf die Entwicklung der Inhalte auf Forschungsbasis.
Aktuelle Themen wie der Atomausstieg werden aus nachvollziehbaren Gründen auf echt naturwissenschaftlichem Niveau nicht behandelt.
„Die Studie fasst diese Bedingungen in vier Faktoren zusammen, die über MINT-Motivation entscheiden: Lehrkräfte, Zeit, Alltagsbezug und die Möglichkeit, tiefer einzutauchen. Gerade der Faktor Zeit zeigt, wie sehr der Schulalltag gegen das Lernen arbeitet. Fast 70 Prozent der Befragten sagen, dass sie zu viele Inhalte in zu kurzer Zeit lernen müssen. Viele fühlen sich gehetzt, ihnen fehlen Pausen, ihnen fehlt die Ruhe, eine Idee zu durchdringen. Wo aber Lernen fast ausschließlich aus Vortragen und Mitschreiben besteht, ohne Zeit für Verstehen, entstehen keine Flow-Momente – und ohne sie bleibt Motivation flach.“ Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2025/12/was-schueler-im-mint-unterricht-motiviert-und-was-sie-daran-abturnt/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
So ein altes Vorurteil „Vortragen und Mitschreiben“ , das scheint einfach nicht auszurotten zu sein! Schule heute ist über das Niveau der „Feuerzangenbowle“ längst hinaus gewachsen, aber in der Vorstellung von Menschen, die seit vielen Jahren keine Schule mehr von innen gesehen haben, offenbar noch sehr präsent. Derartige Vorwürfe sind einfach Unsinn.
Offenbar haben Sie nicht registriert, worauf wir verlinkt haben. Es handelt sich um eine aktuelle Studie zu Schülererfahrungen – also von Menschen, die jeden Tag die Schule von innen sehen.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Na ich weiß nicht. Meine SuS sind mit der Urschleimmathemathik, die wir bis zum Abitur Unterrichten, durchaus ausgelastet. Meinen Sie ernsthaft, da wäre Platz in den Hirnen für Probleme der Homotopietheorie, abgesehen von den Grundlagen, die zuvor vermittelt werden müssten?
„Meinen Sie ernsthaft, da wäre Platz in den Hirnen“ – in allen wohl nicht, in manchen vielleicht schon. Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2026/02/deeper-learning-warum-es-in-der-schule-der-zukunft-auf-ein-solides-fundament-aus-fachlichen-grundlagen-ankommt/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Sie wissen aber schon, dass man gerade in der Mathematik die Grundlagen im Forschungsbereich beherrschen muss, um sich über Forschungsergebnisse, insbesondere in der aktuellen Forschung, unterhalten zu können? Diese Grundlagen versuchen wir in der Schule zu vermitteln.
Schade, dass Sie hier nur für Effekthascherei und weil Ihnen die Position nicht passt, alles ins Lächerliche ziehen. Ich kenne mehrere naturwissenschaftliche Lehrer, die von der Fachsystematik der Bücher überzeugt sind und berechtigte Kritik an den Neuerungen üben.
Mag ja sein. Dann können sie die Materialien ja auf dem Flohmarkt besorgen und nutzen (Stichwort Methodenfreiheit) – es geht darum, dass sie solch alten Strunx mit Illustration von 1950 aber nicht nutzen müssen, weil’s nichts anderes gibt. Der Staat ist ja nicht gerade als Innovationskanone bekannt. So sieht übrigens ein DDR-Physikbuch aus: https://shortlink.uk/1vZMv – lustig ist die Drehbank, die die Schüler sich im Original dann vielleicht noch im Technikmuseum anschauen können.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Hinweis: Die westdeutschen Schulbücher aus den 1960er Jahren sahen nicht viel anders aus.
Fordert aber auch keiner, die wieder einzuführen. Herzliche Grüße Die Redaktion
Ihre verzweifelte Art etwas schlecht zu reden, was scheinbar nicht in ihr Weltbild passt ist auffällig. Woran liegt das? Was wäre an Schulbüchern aus Staatshand, mit Beteiligung der besten Leute aus allen Ländern der BRD, so abwegig? Ihr Verweis auf die DDR ist nicht nachvollziehbar. Oder stellen sie die BRD gleich dem DDR Regime? Und nein, AIS ist keine Konkurrenz für die freie Wirtschaft. Der Umfang ist überschaubar und bestenfalls eine Ergänzung. Die freie Wirtschaft hat da mehr Möglichkeiten und auch bessere Ideen. Der Staat kann sich hier aber gerne ausprobieren und vielleicht wird’s ja was. Und sie sollten weniger dogmatisch sein und sich auf das wesentliche konzentrieren.
„Der Staat kann sich hier aber gerne ausprobieren“ – aber nicht für unser Steuergeld, sorry.
Der Staat ja schon einige Versuche unternommen, die kläglich gescheitert sind. Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2025/05/digitales-desaster-t-systems-laesst-schulplattform-des-landes-fallen-wie-logineo-zum-millionengrab-wurde/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Warum sollte er das nicht? Gerne auf mein Steuergeld. Das meinte ich mit dogmatisch. Wenn es Ihnen nicht gefällt gut. Als Redaktion bitte gerne neutraler und ohne ständige Wertung.
Zu den Versuchen. So funktioniert es eben, austesten und verbessern. Die Grundidee ist jedoch gut und führt am Ende zu mehr Konkurrenz.
Außerdem ist es egal, ob sie von Steuergeldern fremde Software einkaufen oder selbst entwickeln. Am Ende bezahlt es der Steuerzahler.
Wir sind ebenfalls Bürgerinnen und Bürger (übrigens als Beschäftigte eines Unternehmen auch direkt von solchen Staatseingriffen betroffen) – und diskutieren hier mit. Wer sich hier öffentlich zu Wort meldet, muss das aushalten.
Um nochmal auf den Punkt zu kommen: Wir vermuten mal, dass Sie lieber eine unabhängige journalistische Seite lesen als ein Verlautbarungsorgan eines Ministeriums. Das hat Gründe.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
„ Und was Schulbücher (oder andere Produkte) vom Staat angeht: Erkundigen Sie sich mal bei früheren DDR-Bürgern, wie gut die staatlichen Angebote so waren“
Die waren richtig gut, insbesondere die Unterrichtshilfen…
Wir reden vom staatlichen Angebot in allen Lebensbereichen (nicht davon, dass die Spreewaldgurken früher leckerer waren). Stichwort: „Doppelkappnahthose“. Gerne hier nachlesen: https://www.planet-wissen.de/gesellschaft/mode/hose/ddr-kultobjekt-die-doppelkappnahthose-100.html
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Oder der Spitztüten-BH 🙂
Als jemand der die Schule zu DDR-Zeiten durchlaufen hat kann ich beurteilen, dass Ihre Ansichten hier sehr wenig differenziert sind. Die Mathematik- und Physikbücher z.B. waren inhaltlich auf einem sehr hohen Niveau, auch bedingt durch die mit der höheren Bedeutung einhergehende höhere Stündigkeit v.a. in Mathematik.
Sie hatten allerdings nur wenige bunte Bilder und waren auf Recyclingpapier gedruckt, weshalb sie optisch nicht so viel hermachten wie die heutigen Angebote. Nicht, dass das für mich eine Rolle gespielt hätte, aber vielleicht ja für Sie?
Nebenbei hatte man jedes Jahr die Wahl, ob und welche Bücher man leihen oder welche man kaufen wollte. Ich habe es sehr geschätzt, neue Bücher zu haben, was bei Preisen von weniger als 5 Mark auch erschwinglich war.
Die Bücher in den Gesellschaftswissenschaften und den Sprachen konnten allerdings fachdidaktisch und systembedingt inhaltlich da nicht mithalten.
Insgesamt würde Ihren Kommentaren gelegentlich etwas mehr Sachlichkeit und Differenzierung gut tun…
„Als jemand der die Schule zu DDR-Zeiten durchlaufen hat kann ich beurteilen, dass Ihre Ansichten hier sehr wenig differenziert sind. Die Mathematik- und Physikbücher z.B. waren inhaltlich auf einem sehr hohen Niveau“ – das haben Sie als Schülerin beurteilen können? Nach welchem Maßstab denn (hatten Sie Lehrbücher von westdeutschen Verlagen zum Vergleich und haben den didaktischen Hintergrund abgeglichen)?
Ums mal sachlich festzustellen: Eine Schülerin hat nicht die Kompetenz, um die Qualität von Schulbüchern zu beurteilen – weil sie nicht beurteilen kann, was nicht drinsteht. Schon gar nicht, wenn eine Vergleichsmöglichkeit fehlt.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
„Eine Schülerin hat nicht die Kompetenz, um die Qualität von Schulbüchern zu beurteilen – weil sie nicht beurteilen kann, was nicht drinsteht. Schon gar nicht, wenn eine Vergleichsmöglichkeit fehlt.“
Aber mir werden Sie dann doch sicher die Kompetenz zusprechen? 🙂 Immerhin kann ich als Lehrer die Qualität der Schulbücher aus meiner und Schulzeit, aus der Schulzeit meiner Kinder und der meiner Enkel beurteilen und diese vergleichen. Außerdem habe ich den Vergleich der Schulbücher für meine Schüler von 1982 bis 1990 und von 2000 bis 2022. und kann auch da Inhalt, Struktur und Aufmachung beurteilen.
Als ich in den Ruhestand ging habe ich viele alte Schulbücher noch einmal in den Händen gehalten und durchgeblättert. Ich wollte sie in den Papiercontainer entsorgen – meine jüngeren Kollegen hinderten mich daran und nahmen sie mit Freude in ihren Fundus auf. 🙂
Nee, potschemutschka, Du hast da Null Kompetenz. Du kommst nämlich aus dem Osten, sprich: aus dem Inneren des Systems, und das weiß ja nun jeder: da kannste das weder neutral noch fachlich beurteilen.
Willse vielleicht gar nicht – früher war ja alles besser, wie wir aus zig Posts wissen.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Die Redaktion ist heute sehr launisch. Was stört Sie so sehr an der Aussage, dass Bücher im MINT Bereich oder dem NAWI Bereich früher qualitative Unterschiede zu heute aufweisen? Was stört Sie daran, dass es Menschen gibt, die nicht Ihrer Meinung sind?
Es geht mir im speziellen um die sprachlichen Ausreißer. Eine sachliche Auseinandersetzung findet nicht statt. Sind denn die Bücher in Physik oder Mathematik aus der DDR schlechter als die heutigen? Und wenn ja in welchen Punkten?
Welches Weltbild tragen Sie in diesem Forum vor sich her, das scheinbar immer angegriffen wird, sobald jemand auf die Vergangenheit referenziert.
Und warum wird sehr oft die Argumentation ad hominem verwendet, wenn es pikant wird in der Themenwahl?
Ich habe so viele Fragen
„Die Redaktion ist heute sehr launisch.“
Wir haben grundsätzlich eine „Laune“: Argumente sollten faktenbasiert sein. Das ewige Lamento „Früher war alles besser“ – ohne jemals Belege dafür zu liefern, ob das tatsächlich so stimmt, für wen das besser war (für alle?) und warum eine Weiterentwicklung nicht notwendig erscheint und welche Konsequenzen damit verbunden wären – ist ein psychologisches Problem, das schlicht damit zu tun hat, dass Menschen die Veränderung der Welt um sie herum nicht akzeptieren.
Schulbücher in der DDR mögen damals vielleicht gut gewesen sein – heute können sie nicht mehr passen, schon weil die heutigen Schülerinnen und Schüler andere sind als die vor 50 Jahren in einem abgeschotteten autoritären Staatswesen. Das gilt selbst für Mathematik, weil auch dabei sprachliche Einführungen notwendig sind, die zum Beispiel von Nicht-Muttersprachlern (immerhin rund die Hälfte der Grundschüler heutzutage) nicht verstanden werden. Die Texte kommen aus einem völlig anderen Kontext.
Wir wissen auch gar nicht, ob Schulbücher in der DDR damals gut gewesen sind – es hat ja keiner deren Wirkung überprüft. Es gab keine standardisierten Leistungsvergleiche. Wir wissen zum Beispiel nicht, wie viele Kinder damals durch den Rost gefallen sind und dann später als ungelernte Hilfsarbeiter endeten. Deshalb ist diese (N)Ostalgie auch so wohlfeil: Man kann alles behaupten – und am Ende kommt immer raus: Früher war alles besser. Davon leben am Ende auch die politischen Rattenfänger der AfD.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Vielleicht will ja auch die Redaktion nicht – weil nicht sein kann, was nicht sein darf?
Es darf sein, was durch Fakten belegt ist – nicht auf (wie manche Zyniker hier so gerne auf Schüler bezogen sagen) „Fühli-Fühli“.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Na dann: sehen Sie sich die Lehrbücher der 80er doch einfach mal an! Dann können Sie wenigstens qualifiziert rummeckern!
Wir meckern doch gar nicht ‚rum. Wir sagen nur: „Fühli-Fühli“ reicht als Argument nicht (um nochmal den zynischen Begriff zu gebrauchen, der von manchen hier immer wieder auf Schüler gemünzt wird).
Und was sagt es aus, wenn ein Schulbuch aus den 80-ern besonders anspruchsvoll erscheint – wie viele Schülerinnen und Schüler damals haben den Inhalt denn verstanden? Darauf kommt es doch an. Dazu gibt es aber keine Zahlen. Die ersten Daten, die für den Mathematik-Unterricht in Deutschland ein Bild ergeben, erschienen 1996 mit der TIMS-Studie: erschreckend schwach. Hatte bis dato niemand mit gerechnet (was schon mal zeigte, dass subjektive Lehrkräfte-Einschätzung und die Realität in der Fläche dann doch auseinandergehen können). Gerne hier nachlesen: https://www.stochastik-in-der-schule.de/sisonline/struktur/jahrgang17-97/heft2/1997-2_INF_TIMSS.pdf
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Kindliche Intelligenz.
Keine Ki in der Grundschule? Du und deine SuS verpassen was!
Sehen Sie, ich bin dankbar für jede Stunde, für jeden Tag, an dem mir keiner mit irgendeinem Projekt reingrätscht und wir uns auf das Lesen, Schreiben und Rechnen konzentrieren können. Damit ist das Schuljahr bereits sehr gut gefüllt.
Ich werde einen Teufel tun und meine wertvolle Unterrichtszeit mit Sahnehäubchen verplempern, wenn ich noch gar keinen Kuchen gebacken habe.
Staatliche Schulbücher – bitte nicht. D.h. nur eine Methode, ein Vorgehen keine Anpassungen an das regionale Schülerklientel. Nein bloß nicht.
Verstehen Sie es einfach als zusätzliche, kostenlose Option, die den Verlagen vielleicht mal etwas Feuer unterm Hintern macht, konsistente, strukturierte Lehrwerke mit ausreichenden und passenden (!) Übungen herauszugeben statt horrend teure Konvolute von redundant-unsystematischen Förder-, Forder-, Arbeits- und Übungsheften nebst Sammlung von Kopiervorlagen und das Ganze dann nochmal in (umständlich) digital für insgesamt um die 250 Euro. Für EIN Lehrwerk. Sowas von lächerlich.
„…wird es wohl kaum die weit überlegenen Angebote privater Anbieter gefährden.“
Doch, weil der Schuletat oft nichts anderes zulässt und weil (wie in NRW bei z.B. LogineoNRW) sanfter Druck von der Schulaufsicht ausgeübt wird.
„Dass der Staat jedes Jahr wieder und wieder Unsummen für schlechte Schulbücher von privaten Verlagen ausgibt,“
Bei uns gibt nicht „der Staat“ das Geld aus, sondern die Fachkonferenzen prüfen verschiedene Serien von Verlag und sprechen sich dann für oder gegen ein bestimmtes Buch aus. Manchmal auch allgemein gegen ein bestimmtes Buch.
„An der Grundschule brauche ich ohnehin keine KI – juhu!“
Naja, man kann da schon was machen, indem bestimmte Assistenten selber erstellt (in begrenztem Rahmen). Da gab es bei uns auch schon Projekte mit Grundschulen. Ganz abgesehen davon nimmt mir die KI weit mehr als die Hälfte der Verwaltungsaufwandes ab.
„Ganz abgesehen davon nimmt mir die KI weit mehr als die Hälfte der Verwaltungsaufwandes ab.“
Ich habe sowieso (so gut wie) keinen „Verwaltungsaufwand“ – nochmal juhu!
„Bei uns gibt nicht “der Staat” das Geld aus, sondern die Fachkonferenzen prüfen verschiedene Serien von Verlag und sprechen sich dann für oder gegen ein bestimmtes Buch aus.“
… das der Staat dann bezahlt. Im Gegensatz zu einem staatlichen Lehrwerk. Das besitzt er nämlich.
Private Verlage können ja auch gerne weiterhin Schulbücher schreiben und verkaufen. Sofern sie besser sind als die staatlichen, wird es genug Schulen, Fachkonferenzen und Lehrer geben, die sich das kaufen. Sofern 😉 Bis dahin ist es – zumindest was die Grundschulmaterialien angeht – aber noch ein seeeehr weiter Weg. Insofern sollte man ein staatliches Angebot neben den privaten als Innovationstreiber sehen. Und da ist wie gesagt extrem viel Luft für Verbesserung.
„…keinen “Verwaltungsaufwand”“
Ich bin gerade etwas neidisch 😉
Der Staat (genauer gesagt der Schulträger) bezahlt dann aber das Buch, was wir haben wollen. Oder eben Alternativmaterial. Die Auswahl ist super, im Vergleich zu den Büchern (Bio und Geschichte) vom Land, die über die Bildungsmediathek abrufbar sind. Die sind leider nicht so dolle…
Also nicht nur die KI vom Land ist suboptimal, sondern auch auch die Plattform LogineoNRW, über die die (suboptimalen) Schulbücher verteilt werden. Deshalb lieber nicht…
50 Mio € für ein schlechteres Produkt geht sehr deutlich in Richtung Steuergeldverschwendung.
Besser als sich amerikanischen Monopolisten auf Dauer auszuliefern.
Und nein, „AIS.chat“ muss keine Mathe-Olympiaden gewinnen können oder in Echtzeit zu bombariderende Ziele bestimmen können…
„Besser als sich amerikanischen Monopolisten auf Dauer auszuliefern.“
Deutsche EdTech-Unternehmen haben KI-Chatbots für Schulen auf der Grundlage europäischer Technik wie Mistral entwickelt – und werden jetzt vom Markt verdrängt. Es ist umgekehrt: telli/AIS.chat nutzt US-Technik, darunter GPT-5 oder Llama. Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2026/05/edtech-verband-greift-staatlichen-ki-chatbot-telli-scharf-an-wettbewerbsverzerrung-zu-lasten-der-unternehmen-und-schulen/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Wie ich es vorausgesagt habe: Faktisch also ein Bedienfeld und Datenweiterleiter.
Woher ich das wohl wusste (ohne ernsthaft Ahnung davon zu haben…)
Also ganz ehrlich, um das vorauszusagen muss man wirklich nicht Einstein sein 😉
Och menno, ich fühlte wie gerade so K.L.U.K 🙁
Nein tatsächlich nicht. Der Datenschutz ist gewährleistet durch Rahmenverträge und Hosting in der EU.
Also Datenschutz erhalten aufgrund eines Aufklebers. Genauso wie eine leuchtende LED den täuschungssicheren Prüfungsmodus des Taschenrechners belegt.
Ich habe noch nie eine so schlechte KI gesehen und benutzt wie telli. Nach dem ersten Testlauf habe ich beschlossen lieber wieder zurück zu den guten alten Chatgpt, Perplexity und Claude bevor ich mir so etwas antue.
Ich habe es auch versucht und sogar eine online Fortbildung dazu gemacht. Ich habe ein paar Sachen probiert – viel zu aufwändig und es macht dann nicht das, was ich angegeben habe. Reine Zeitverschwendung!
So etwas Peinliches haben meine Schüler (5. Klasse) noch nie gesehen: Langatmige Antworten voller Rechtschreibfehler. Da unterrichte ich lieber technisch auf der Höhe der Zeit und streife en passant das Thema Datenschutz… (z.B. Warum ist es unproblematisch, dieses Foto dem Prompt beizufügen?)
Jepp, haben mal ein Arbeitsblatt zur Mytose abgefragt … die Darstellung schien auf den ersten Blick sehr brauchbar und daher prima … bei genauerem Hinsehen mussten wir dann feststellen, dass alle zugeordneten Begriffe schlicht falsch waren.
ergo:
Vollkommen unbrauchbar … es sei denn, man verfolgt pädagogisch das Konzept, die SuS daran lernen zu lassen, offensichtliche Fehler selber zu finden und dann mit brauchbaren, wissenschaftlichen Materialien zu korrigieren.
Mehr als fragwürdig!
Es heißt ja immer, dass KI zunächst lernen muss um zuverlässige Ergebnisse zu liefern … wenn das Lernen dann aber auf unseren Schultern stattfindet, indem wir quasi der KI „auf die Sprünge“ helfen müssen, dann ist es schlicht totaler Quatsch.
Ein 1a-Bananenprodukt – reift beim Kunden!
AIS Chat benutzt ebenfalls die US KIs. So viel zur digitalen Unabhängigkeit, von der hier einige schwadronieren
Und wie steht’s überhaupt um die Sicherheitslücken bei der ganzen Sache:
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/technologie/claude-mythos-ki-banken-finanzsystem-100.html
Da lobt man sich doch die Zeiten, in denen eine Lehrkraft, wenn nicht gerade eine Rechtschreibreform Anstand, keinerlei Herausforderung in einer Laufbahn hatte…
Wenn Sie im Lehrerberuf nicht tätig sind, können Sie natürlich nicht wissen, dass Lehrer permanent Herausforderungen haben und Neues Lernen müssen (außer Lateinlehrer vielleicht). Vor allem ist es immer wieder eine nervige Heruasforderung, die Einfälle der vielen vom KuMi beauftragten Bildungsexperten umzusetzen, die dann nach 2-3 Jahren wieder in der Versenkung verschwinden.
Aber die Herausforderung für die Lehrer ergibt sich im Beruf, alleine schon durch die ständig wechselne Zusammensetzung im Klassenzimmer, neue Methoden und Unterrichtsinhalte sowie technisches Equipment, die Lehrer stehen nicht mehr mehrheitlich an Kreidetafeln oder sehen den Overhead als neuzeitliche Errungenschaft. Seit meiner Schulzeit hat sich da unendlich viel getan, auch wenn manche hier das Gegenteil behaupten.
Aber mal ehrlich: die Sache mit KI und allen seinen Nebenerscheinungen, die darf man kritisieren dürfen, denn wie man sieht, wird diese Entwicklung aus pädagogischer Sicht nicht unbedingt zielführend sein, zumal wir nicht ähnlich gelagerte Disziplinierungsmaßnahmen wie z.B. China haben, wo die Kids mit soclehn Dingen bombardiert werden, aber sicher nicht aus pädagogischen Überlegungen heraus, wie man sich denken kann.
Man hat in jedem Beruf seine Herausforderungen und in jedem Beruf gibt es auch immer wieder Exemplare, die sich ohne Anstrengung durchmogeln. Das beechtigt aber nicht zu solchen, ich möchte mal sagen, unqualifizeirten Aussagen. Wir werden die KI auch noch stemmen (müssen), aber es soll bitte hinterher keiner jammern, dass dann keine Geld mehr für sinnvollere Investitionen da sind, da die KI unvorhersehbare Summen verschlingt und Resourcen bindet.
Nichmal die lehrer konnten mir erklären was das überhaupt ist als ich fragte.
Was ich nicht verstehe ist, weshalb die Kinder datengeschützt werden müssen, wenn sie mit irgendeinem Schultablet die üblichen LLM nutzen. Was erfährt chatgpt denn dann? Dass sich das Tablet in Posemuckel in der Pippi-Langstrumpfschule befindet und irgendwer wissen möchte, wie lange der dreißigjährige Krieg dauerte. Wo ist das Problem? Weder Name, noch Alter oder Geschlecht oder Foto geht raus. Nach der Schule gehen sie dann allerdings mit dem privaten Handy los und machen endlich, was sie wollen, spätestens mit 10 Jahren. Warum also Aischat?
PS – einer meiner muslimischen Schüler meinte übrigens „so heißt meine Oma“.
PPS – die „Fort-Bildungsfragen“ für tellie haben wir übrigens mit großem Spaß mit der KI beantwortet – es ist so lächerlich.
Der aktuelle Name (wie lange gilt der wohl?) ist fast so behämmert wie der vorherige. Nicht nur die muslimische Oma fühlt sich geehrt, der des Englischen mächtige Nutzer denkt wohlmöglich jedes Mal an sein am Morgen getätigtes Geschäft: I shat – ich sch*ss
Was wäre an „Bildungs-KI“, „Schul-KI“, von mir aus wenn man groß denken will sogar „Deutschland-KI“ so falsch gewesen?
Es ist leider wie in allen Bereichen. Statt das deutsche Ökosystem zu stärken und EdTech Lösungen einfach an den Schulen verfügbar zu machen wird etwas zusammengemurkst, was weder richtig funkioniert noch preislich attraktiv ist – und am Ende nutzt es wieder keiner.
Alternativ wird über „Netzwerk“ einer der großen beauftragt für noch mehr Geld etwas zu bauen (siehe Corona App)…
Sinnbildlich dafür auch diese Anweisung:
„Es wird dringend empfohlen, alle Anpassungsschritte sorgfältig zu dokumentieren, etwa durch Vorher-Nachher-Screenshots der Webauftritte, um den vollständigen Vollzug der Maßnahmen im Streitfall nachweisen zu können“
Bitte auch noch ausdrucken und von einer vorgesetzten Person gegenzeichnen lassen – und dann in doppelter Ausführung abheften.
Und das Laminieren nicht vergessen!!!!!!!
@Stiller Beobachter
Das Abheften der gegengezeichneten doppelten Ausführung ist quasi ein Naturgesetz – aber sollte man zur Sicherheit der Sicherheit nicht noch einmal eine dritte gegengezeichnete Version laminieren? 😉
Microsoft möchte herausgefunden haben, dass der Einsatz von KI mehr kostet als die Gehälter der Menschen, die aufgrund von KI entlassen werden können.
Microsoft reports expose AI’s cost problem: The tech is more expensive than paying human employees | Fortune
Die Umbenennung ist sicherlich unglücklich und verursacht zusätzlichen Aufwand. Dennoch erscheint mir die Diskussion sehr stark auf die Markenfrage fokussiert. Für Schulen dürfte letztlich wichtiger sein, ob eine datenschutzkonforme KI-Lösung zuverlässig funktioniert und pädagogisch sinnvoll eingesetzt werden kann. Interessant wären daher vor allem Erfahrungen aus der Praxis sowie eine Bewertung der tatsächlichen Nutzung an den Schulen.