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20 Minuten pro Tag “Leseband”: An Grundschulen soll mehr gelesen werden

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ERFURT. Vorlesen, Mitlesen, Lesetheater: Mit dem Leseband will jetzt auch Thüringen die Lesefähigkeit stärken und plant, das Angebot auf alle Grundschulen auszuweiten.

Lesen fällt nicht immer leicht. (Symbolfoto) Foto: Shutterstock

An 84 Thüringer Grundschulen wird ab heute jeden Tag zwanzig Minuten extra gelesen. Die Leseförderung ist Teil des sogenannten Lesebandes, mit dem Schülerinnen und Schüler verschiedene Formen des Lautlesens üben sollen, wie das Bildungsministerium mitteilte. Die Schüler sollen demnach vorlesen und zuhören, mitlesen oder im Tandem lesen. Auch Lesen im Chor oder Vorlesetheater seien möglich.

Das gemeinsame Lesen soll den Angaben zufolge in den Schulalltag integriert werden und nicht zusätzlich dazu kommen. Mit der wöchentlichen zusätzlichen Lesezeit sollen die Basis- und Kernkompetenzen im Bereich Mathematik und Deutsch nachhaltig verbessert werden. Die Einführung des Lesebands sei eine Maßnahme im Rahmen der «Lese-Schreiben-Rechnen-Garantie».

Unterstützung durch Stiftungen

Ziel der Landesregierung ist es, das Leseband an allen der rund 400 Grundschulen im Freistaat einzuführen. In den kommenden zwei Schuljahren soll die Leseförderung jeweils an weiteren 100 Grundschulen starten. Das Leseband wird von der Auridis-Stiftung und der Crespo-Foundation unterstützt, die dafür jeweils bis zu 431.000 Euro bereitstellen. Das Leseband wird inzwischen in mindestens 14 der 16 Bundesländer an Grundschulen praktiziert – allerdings in sehr unterschiedlichem Umfang: teils landesweit verpflichtend, teils als Pilotprojekt oder an einzelnen Schulen. News4teachers / mit Material der dpa

Mehr Zeit zum Lesenlernen: “Leseband” wird (nach guten Erfahrungen) ausgeweitet 

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48 Kommentare
unfassbar
11 Tage zuvor

Mal eine rein logistische Frage: Wenn eine Grundschulklasse aus 20 Kindern besteht, darf jedes Kind rein rechnerisch eine Minute pro Tag laut etwas vorlesen, also wenn es hoch kommt eine viertel oder halbe Buchseite. Das finde ich besser als nichts, aber auch nicht mehr. Oder verstehe ich da etwas falsch?

Arno Handke
10 Tage zuvor
Antwortet  unfassbar

Das geht nur, wenn viele gleichzeitig lesen, z.B. (siehe Text) im “Tandem”. Wird laut, aber warum nicht?

Rainer Zufall
10 Tage zuvor
Antwortet  Arno Handke

Tandemlesen muss geübt werden, hat aber durchaus Vorteile beim jeweiligen Kompetenzerwerb und die Lehrkraft hört, wo nachgeholfen werden muss 😉

GBS-Mensch
10 Tage zuvor
Antwortet  unfassbar

Die können auch synchron gleichzeitig lesen. Das wären dann 20 Minuten. Ok, ist ein bisschen old school. Oder sie können sich,wie im Text angeführt, im Tandem gegenseitig vorlesen. Das wären dann zehn Minuten pro Kind. Sie können auch mitlesen, während die Lehrkraft oder ein Kind, mehrere Kinder vorlesen (Steht auch im Text). Dann wären wir wieder bei 20 Minuten.

Ich hoffe, Ihre logistische Frage ist damit beantwortet.

unfassbar
10 Tage zuvor
Antwortet  GBS-Mensch

Wie stellen Sie beim gemeinsamen Lesen sicher, dass auch alle Kinder laut lesen und nicht bestenfalls ins Vollplayback gehen? Beim gemeinsamen Singen passiert das ja in aller Regel.

Fräulein Rottenmeier
10 Tage zuvor
Antwortet  unfassbar

Ja, das passiert schon, aber als LK hat man dann die Aufgabe, die entsprechenden Kinder zur Teilnahme zu motivieren….nach meinen Erfahrungen betrifft es vor allem Kinder, die sehr schlecht lesen können und mit dem allgemeinen Tempo noch nicht mithalten können. Für diese Kinder ist es wichtig, dass sie erstmal in der Masse verschwinden können und dann nach und nach immer etwas mehr mitlesen.

Katabaster
10 Tage zuvor
Antwortet  unfassbar

Ja, genau das passiert. Die Schwachen, aber vor allem die Faulen drücken sich wie bei jeder Partner- oder Gruppenarbeit auch. Es ist wieder eine schöne Theorie und die Praxis ist eine andere.

Irgendwann wird das Leseband dann wieder abgeschafft werden oder einfach in den Deutschunterricht integriert, wo es hingehört.

GBS-Mensch
8 Tage zuvor
Antwortet  unfassbar

Wir reden hier über Grundschüler. Die haben i.d.R. noch nicht diese Ausweichstrategien. Die wollen tatsächlich noch etwas lernen auch schon aus sozialen Gründen.

Und wenn einer oder zwei von 20 nicht lesen, haben 18 oder 19 gelesen.
Das dürfte wohl eine akzeptable Quote sein, wenn man nicht von irgendeinem Perfektionismusvirus infiziert ist.

unfassbar
6 Tage zuvor
Antwortet  GBS-Mensch

Danke. Sie haben sicherlich gemerkt, dass ich zum Wohle aller nicht an der Grundschule arbeite.

Rainer Zufall
10 Tage zuvor
Antwortet  GBS-Mensch

Im Tandem könnten auch “Trainer* und Sportler*innen” an einem Text lesen, dann wäre das leseschwächere Kind 20 Min am Lautlesen, das stärkere würde still mitlesen und verbessern

Fräulein Rottenmeier
10 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Und genau das sollte nicht passieren, denn das macht ein lesestarkes Kind ein paar mal und hat dann keine Lust mehr drauf. Die Fachoffensive Deutsch schlägt deshalb vor, dass möglichst ähnlichstarke Kinder ein Tandem bilden und es dafür differenzierte Lesetexte gibt.
Es gibt übrigens auch Vorschläge für Kinder, die bereits flüssig lesen können und deshalb andere, anspruchsvollere Übungen benötigen. Für diese Kinder eignen sich Lesetheater und das Intonieren von EBooks…..

Rainer Zufall
10 Tage zuvor

Interessant, Danke. 🙂
Ich dachte, die Klasse wird (in der Regel) nach Lesestärke halbiert und die jeweils Stärksten der jeweilige Gruppe werden miteinander zusammengesetzt.

Wenn Sie eine Quelle zu der Emofehlung verlinken können, wäre ich Ihnen sehr dankbar

Fräulein Rottenmeier
10 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Ich habe eine Quelle unten verlinkt und wenn Sie mehr Interesse haben, googlen Sie „systematische Leseförderung“, da bekommen Sie alle gewünschten Informationen auch aus anderen Bundeslöndern…..Vorreiter ist hier übrigens Hamburg, die dies seit mehr als 6 Jahren praktizieren….

Bei einem Leseband kann man sicherlich nach Kompetenz differenzieren, aber nicht jede Schule macht ein Leseband. Wir z.B. verorten das Lesetraining im Deutschunterricht und deshalb bilden wir auch keine Gruppen, sondern praktizieren das Lesetraining im Klassenverband. Und da finden sich dann Tamdens nach dem Prinzip der ähnlichen Kompetenzstufe. So haben alle Kinder was davon….

Rainer Zufall
9 Tage zuvor

Danke, aber Ihr Link verweist auf die Paarung nach Lesestärke: “Rollenverteilung bzw. Tandemzuordnung kann anhand einer Rangfolge erfolgen. Es bietet sich bspw. die Zusammenarbeit des stärksten
und schwächsten Kind, des zweitstärksten und zweitschwächsten Kind etc. an. Ein Tandem aus Lehrkraft und SuS ist ebenfalls möglich.”
(https://stift-deutschunterricht.de/downloads-fuer-den-unterricht/methode-lautlesetandem/)

Fräulein Rottenmeier
9 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Ja, kann sein, dass da so steht, aber auf Anraten unserer Fachberatung Deutsch, haben wir ein ungefähres Ranking gebildet, die Liste in der Mitte geteilt und dann Paare nach Ihrem beschriebenen Prinzip gebildet. So sind sehr gute Schüler mit mittleren Schülern zusammen und mittlere Schüler mit schwachen…..

Rainer Zufall
6 Tage zuvor

Achso, ich glaube, dann meinen wir das Selbe.
Aber Danke für den Austausch zum Thematik 🙂 (unironischer Smiley)

unfassbar
6 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Sie wissen, dass das dem Inklusions- und Gesamtschulgedanken widerspräche?

Rainer Zufall
6 Tage zuvor
Antwortet  unfassbar

Nein, hier irren Sie sich.
Hier wird der Gedanke der Heterogenität aufgegriffen, keine Homogenität und Gleichschritt verordnet.
Alle Kinder sollen differenziert lesen lernen.

Wenn Sie sich auf sonderpädagogische Förderbereiche beziehen, hier finde ich es durchaus interessant: Gewinnt die Lehrkraft während (eingeübten) Tandemlesen die Zeit für Kleingruppenarbeit bspw. zum Silbenschleifen? Lassen sich nochmal andere Aufteilungen vornehmen, wo – nur als Gedankenspiel, das schwächste Drittel aus der Planung genommen und entsprechend der Trainer* und Sportler*innen eingeteilt werden? Unsichere Kinder könnten gestärkt als “Trainer*innen” die Schwächsten unterstützen, sich verbessern und selbst in einer anderen Rolle wertschätzen lernen.

Wäre schon cool, wenn wir im Forum öfter über Ideen, Praxis und Problemlösung schreiben würden, aber “Alles ist doof, aber ich will nichts ändern!” wird wohl nicht so schnell alt ^^

HarneEinrichson
10 Tage zuvor

Wir hatten es in der Uni so, dass die Kinder schon unterschiedlich stark sind, sich aber trotzdem abwechseln beim Lesen.

Stiller Beobachter
9 Tage zuvor

Differenzierte Aufgaben wären ja mega.

Bei uns läuft das in der Praxis so, dass die starken Kids erstmal die überhaupt nicht angemessenen Aufgaben machen müssen und danach, weil sie ja viel schneller sind, etwas schwereres bekommen – vielleicht.

Fräulein Rottenmeier
9 Tage zuvor

Wir reden aber immer noch über die Leseförderung, oder?
Tatsächlich gibt es da inzwischen differenzierte Lesetexte im Angebot…..gleicher Inhalt, in verschiedener qualitativer Ausführung.
Wir haben uns darüber hinaus an einem pädagogischen Nachmittag mal über alle Lesebücher und Texte hergemacht, geeignete Texte herausgesucht, kategorisiert und digitalisiert (hört sich jetzt nach wer weiß was an Mega Arbeit an, hat aber nur 3 Stunden gekostet) und auf einer Taskcard für alle abgelegt. Seitdem haben wir über die käuflich erworbenen Texte hinaus einen Riesenfundus an Lesetexten für die Leseförderung…..

Fridolin
8 Tage zuvor

Das ist leider total verkehrt, also bei uns in Berlin, denn es sollen keine Aufgaben bearbeitet werden, es soll wirklich nur gelesen werden. Und immer wieder das Gleiche, denn es geht ja um die Automatisierung des Lesens.

Stiller Beobachter
7 Tage zuvor
Antwortet  Fridolin

Ich bezog das auf jegliche Aufgabenstellung, nicht auf den Leseband speziell.

Es gibt hier auch teilweise “differenzierte” Texte und Aufgaben.

Nur sind die Texte teilweise wirklich unerträglich und es gilt weiterhin: erst, wenn du mir gezeigt hast, dass du die Dullitexte lesen kann – excuse my french – dann bekommst du andere.

Und das zieht sich durch alle Fächer.

Rainer Zufall
6 Tage zuvor

“Nur sind die Texte teilweise wirklich unerträglich”
Wäre es für Sie eine Option, über KI etwas Altersgemäßes auf derem Leseniveau der jeweiligen Kinder zu erstellen?

Rainer Zufall
6 Tage zuvor
Antwortet  Fridolin

Und immer wieder das Gleiche.
Meinen Sie dieselben Texte?
Wenn die sich da Flüssigkeit und Fehlerfreiheit nicht verbessern, könnten die Texte zu schwierig für die betroffenen Kinder seien

lehrer002
10 Tage zuvor
Antwortet  unfassbar

Dieses ganze Leseband oder Lesezeit ist ein einziges Täuschungsmavöver der Bildungsministerien. Wenn ich wirklich ernsthaft die Lesekompetenz verbesseren will, ohne die Kompetenzzuwächse in Mathe, Rechtschreiben, Musik …. zu verringern, brauche ich mehr Unterrichtsstunden. D.h. die 60-100 Minuten je nac Bundesland müssen eigentlich in zwei bis drei Extraschulstunden stattfinden, sodass jede Klasse zwei Stunden wöchentlich mehr Unterricht hat. Das wäre wirklich sinnvoll, Deutschland kann sich nicht länger eine Halbtagsschule leisten. Aber dafür braucht es mehr Lehrerstellen und damit Geld!

Rainer Zufall
10 Tage zuvor
Antwortet  lehrer002

Zustimmung bei den Ressourcen, dass es ein “Täuschungsmanöver” ist, halte ich für etwas übertrieben :/
Zumal die übrigen Fächer ja von einer verbesserten Lesefähigkeit profitieren, ist dieser Kompromiss (derzeit) meiner Meinung nach nicht schlecht.

Ansonsten laufen wieder alle Sturm, es können keine neuen Ressourcen bereitgestellt werden, weil es keine Ressourcen gebe – wie bei der Inklusion (augenroll)

Fräulein Rottenmeier
10 Tage zuvor
Antwortet  lehrer002

Wenn jeden Tag 20 Minuten dafür verwendet werden, haben Sie recht. Wenn aber (wie in NRW z.B.) 3x in der Woche das Lesetraining stattfindet, reichen die Deutschstunden tatsächlich dafür aus, so dass kein anderes Fach darunter leiden muss.

Fridolin
8 Tage zuvor

In Berlin mindestens 4x pro Woche. Und es leidet aber auch bei Ihnen das Fach Deutsch darunter, denn Sie können ja nichts anderes in dieser Zeit machen. Es wird nur gelesen. Und es dürfen keine Noten gegeben werden!

Rainer Zufall
10 Tage zuvor
Antwortet  unfassbar

“Oder verstehe ich da etwas falsch?”
Ja, es wird gleichzeitig bsw. gemeinsam gelesen, nicht der Reihe nach

Fridolin
8 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

“Gemeinsam” ist aber eine erste Täuschung, wenn dann einer nur zuhört. Der liest dann in dieser Zeit nicht. So ist es nicht gedacht.

Rainer Zufall
6 Tage zuvor
Antwortet  Fridolin

Mit gemeinsam bezog ich mich auf den Chor.
Fr. Rottenmeier hatte da einen Link zu eingestellt, wenn Sie da Interesse haben: https://www.news4teachers.de/2026/05/20-minuten-pro-tag-an-grundschulen-soll-mehr-gelesen-werden/#comment-809033

Wenn Sie von “Täuschung” statt Missverständnissen oder Herausforderungen schreiben, habe ich da aber ehrlichgesagt Zweifel :/

Fräulein Rottenmeier
10 Tage zuvor
Antwortet  unfassbar

https://stift-deutschunterricht.de/systematischelesefoerderung/

Es geht hier ausschließlich um Lautlesemethoden und das möglichst in einer Gleichzeitigkeit, d.h. Hauptbestandteil ist das chorische Lesen, bei dem alle Kinder einen Text gleichzeitig laut lesen.
Welche Methoden angewendet werden, kann man auf der verlinkten Seite gut nachlesen.

Katabaster
10 Tage zuvor
Antwortet  unfassbar

Alle lesen gleichzeitig! Z.B. im Chor, maximal abwechselnd mit einem Partner, wobei dann aus 20 Minuten auch je 10 werden. Also eigentlich im Chor! Alles andere, vielleicht abwechslungsreicher und interessanter, widerspricht aber dem Ziel des Lesebandes und konterkariert es. (Wird aber trotzdem gemacht.)

Rainer Zufall
9 Tage zuvor
Antwortet  Katabaster

“Alles andere, vielleicht abwechslungsreicher und interessanter”
Ach wie schade, dass Ihnen kein Beispiel einfiel, was interessanter, aber mit dem Leseband unvereinbar wäre. Aber bestimmt fällt es Ihnen noch ein (augenroll)

Katabaster
10 Tage zuvor

Früher wurde im Unterricht mehr gelesen, vor allem laut gelesen. Nun gibt es das Leseband, bei dem auch in Mathe, Musik, Englisch usw. 20 Minuten lang gelesen werden soll, auf Deutsch! Es soll auch nur gelesen werden, kein Leseverständnis, und mehrmals das Gleiche zwecks Automatisierung. So sind die Vorgaben.

Wir haben das nun in Berlin auch. Es macht jeder Lehrer anders und nicht weniger unterlaufen obige Vorgaben.

Man könnte auch einfach wieder mehr lesen, laut lesen, im Deutschunterricht!

unfassbar
10 Tage zuvor
Antwortet  Katabaster

Man könnte auch einfach wieder mehr in der Familie laut lesen lassen.

Rainer Zufall
9 Tage zuvor
Antwortet  unfassbar

Wenn es kein Problem geben würde, hätten wir kein Problem – genial! (augenroll)

Fräulein Rottenmeier
9 Tage zuvor
Antwortet  unfassbar

Weil das ja auch so gut geklappt hat in der Vergangenheit 😉

Rainer Zufall
9 Tage zuvor
Antwortet  Katabaster

“Früher wurde im Unterricht mehr gelesen, vor allem laut gelesen.”
Wie? Jede/r einen Satz? Oder immer nur ein Kind, während 25 andere lauschen?

“macht jeder Lehrer anders und nicht weniger unterlaufen obige Vorgaben.”
Dann machen Sie es doch richtig 🙂

Fridolin
8 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Ihr “gemeinsames Lesen” ist doch auch so, einer liest, der andere nicht.

Rainer Zufall
6 Tage zuvor
Antwortet  Fridolin

Nein ^^
Aber wenn Sie sehen, dass die Trainer*innen nicht mit dem Finger auf die Stellenim Text zeigen und dem Vorgelesenen folgen, die Sportler*innen nicht verbessern oder bei schwierigen Wörtern stellen unterstützen… Hmm..

Es könnte sein, dass SIE aktiv werden könnten und das Tandemlesen kein Selbstläufer ist, sondern gelernt werden muss…

Fridolin
8 Tage zuvor
Antwortet  Katabaster

Ja!

Rainer Zufall
6 Tage zuvor
Antwortet  Katabaster

“Man könnte auch einfach wieder mehr lesen, laut lesen, im Deutschunterricht!”
Machen Sie doch beides 🙂

“Es soll auch nur gelesen werden, kein Leseverständnis”
Können Sie diese Vorgabe bitte verlinken (augenroll)

potschemutschka
5 Tage zuvor

Ernstgemeinte Frage: Lesen die Schüler beim Leseband einen für sie neuen Text? Oder wird der vorher allen einmal vorgelesen und unbekannte Wörter besprochen – nicht nur für Schüler ndH – auch D-muttersprachliche Kinder haben manchmal keinen altersgerechten Wortschatz?
Diese Frage tauchten bei mir aus aktuellem Anlass auf. Einer meiner erwachsenen afghanischen Nachhilfeschüler sollte mir einen kurzen Text laut vorlesen, um seine Aussprache zu üben. Das Lesen klappte ganz gut, aber Fragen zum Text konnte er anschließend kaum beantworten – er hatte sich zu sehr auf den Lese- und Sprechvorgang konzentriert. Ich ließ ihn den Text noch einmal still lesen und siehe da, er konnte die Fragen zum Inhalt beantworten. Ich erzählte meinem Mann davon und er sagte mir, laut lesen fand er auch immer sehr anstrengend (vorlesen für die Kinder und Enkelkinder delegierte er, wenn möglich, immer lieber an mich). Ehrlich gesagt hatte ich mir noch nie Gedanken darüber gemacht, wie das funktioniert. Ich kannte in der Regel die Texte, die ich laut vorlas und unbekannte Texte laut vorlesen müssen, passiert sehr selten und meist habe ich sie erst einmal schnell überflogen. Als Lehrer habe ich meinen Förderschülern Lesetexte auch immer erst einmal vorgelesen, um den Inhalt zu besprechen und Fragen zu klären. Danach lasen dann die Schüler, aber meist zuerst nur je einen Satz laut. Gibt es dazu irgendeine wissenschaftliche Studie, wie sich lautes Lesen auf das Leseverständnis auswirkt. Ich habe keine gefunden. Nur folgenden interessanten Artikel:
Lernen durch lautes Lesen oder im Stillen: Was funktioniert am besten? – Gedankenwelt

Rainer Zufall
4 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

“Lesen die Schüler beim Leseband einen für sie neuen Text? Oder wird der vorher allen einmal vorgelesen und unbekannte Wörter besprochen”
Da hätte Sie pädagogische Freiheit, wenn Sie noch unterrichten würden…

“Ehrlich gesagt hatte ich mir noch nie Gedanken darüber gemacht, wie das funktioniert.”
Haben Sie nicht Sprache als Sonderpädagogischen Förderschwerpunkt studiert und ein ganzes Berufsleben hinter sich? Spannend, dass Sie da Ihren Mann fragen müssen… :/

Aber viel wichtiger: Haben Sie inzwischen herausgefunden, ab welchem Alter Sie von jungen Menschen Respekt erwarten können? 😀
Diese Frage trieb Sie ja ebenfalls ernsthaft um

potschemutschka
5 Tage zuvor

Gerade musste ich noch an ein paar meiner Schüler mit starker LRS denken. Einzelne von denen konnten mir nach mehrmaligem Vorlesen durch andere Schüler und/oder regelmäßiges Üben zu Hause kurze Texte fast fehlerfrei “vorlesen”. (Regelmäßiges Lesenüben gab es immer als Hausaufgabe.) Nur durfte ich nicht auf die dumme Idee kommen, mir nur einzelne Wörter oder Sätze aus dem Text vorlesen zu lassen, auf die ich wahllos tippte. Die Schüler fanden das damals ziemlich gemein von mir. Zum Trost bewunderte ich ihr gutes Gedächtnis bzw. die Fähigkeit etwas auswendig zu lernen. 🙂

potschemutschka
5 Tage zuvor

Das Thema Sinnerfassung beim lauten Lesen, lässt mich nicht los. Ich fand noch folgendes dazu:
„Lautes Lesen eignet sich gut zur Über prüfung hörbarer Lesetechnik“, dagegen sei es dem eigentlichen Leseverstehen eher abträg lich: „Sobald aber das Leseverstehen im Zentrum des Kompetenzerwerbs steht, ist das laute Lesen weniger geeignet“, und solle allenfalls als „zusätzliche Form der Textbegegnung“ einge setzt werden (Frauen/Wietzke 2008, 26). Daraus folgt dann, dass nur das leise Lesen „die un eingeschränkte Konzentration auf das Leseverstehen“ ermögliche (ebd., 27). Von dieser Fest stellung ist es nur ein Schritt zu der weitverbreiteten Annahme, dass lautes Lesen das Verste hen behindere, weil der Sprachklang von der Sinnentnahme ablenke.1 Didaktisch akzeptabel ist dann zwar noch, dass ein Text auch mal laut gelesen oder geübt vorlesen wird, nicht aber, dass lautes Lesen und Verstehensprozesse in einer produktiven Wechselwirkung stehen.
Quelle lr-2018-2-editorial.pdf
Noch ein interessanter Artikel:
Warum leises Lesen ebenso wichtig wie lautes Lesen ist