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Wie in der „Feuerzangenbowle“: Arzt macht zum zweiten Mal Abitur

DÜSSELDORF. Die Idee entstand bei einem Bier mit alten Schulkollegen: Ein Arzt aus Düsseldorf wettete, dass er es schaffen würde, erneut sein Abitur zu machen – 37 Jahre später. Es funktionierte.

Illustration: Fachschaft ASW

Illustration: Fachschaft ASW

Ein Augenarzt aus Düsseldorf hat zum zweiten Mal die Abiturprüfung abgelegt – unerlaubt. Mit einem gefälschten Lebenslauf hatte er sich zuvor für das Abitur am Niederrhein-Kolleg in Oberhausen beworben und im letzten September die Prüfung erneut bestanden. Die Aktion entstand aus einer Wette: «Wir saßen mit alten Schulkollegen zusammen und waren in Bierlaune», sagte er. Genauer wollte er sich zu dem unerlaubten Experiment aber nicht mehr äußern.

Für die Bewerbung hatte er angegeben, mehrere Jahre auf einem Kreuzfahrtschiff gearbeitet zu haben und das Abi jetzt nachholen zu wollen. Sein erfolgreiches Medizinstudium erwähnte der Arzt nicht, wie die Bezirksregierung in Düsseldorf bestätigte. Einige Medien hatten zuvor über den Fall berichtet.

Schon 1976 hatte er die Abi-Prüfung am Geschwister-Scholl-Gymnasium in Düsseldorf abgelegt, eben der Schule von Heinrich Spoerl, dem Autoren der «Feuerzangenbowle». In dem Film mischt sich der von Heinz Rühmann gespielte Schriftsteller Pfeiffer unerlaubt in den Unterricht.

Ein zweites Mal das Abitur zu machen, ist nicht erlaubt, doch der Bezirksregierung fiel der Schwindel nicht auf: «Ein Zentralregister für abgelegte Prüfungen gibt es nicht», erklärte ein Sprecher. Erst als sich der Augenarzt selbst gemeldet habe, seien Mitarbeiter dem Fall nachgegangen. «Bei uns löste das auch ein Schmunzeln aus.» Kosten sollen ihm nicht in Rechnung gestellt werden. Aber von einem weiteren Versuch möge er absehen, mahnte die Schulbehörde. dpa

 

 

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