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PISA-Forscher: Bildungsstandards und Inspektionen haben deutsche Schulen verbessert

MÜNCHEN. Der für den deutschen Teil der PISA verantwortliche Bildungsforscher Manfred Prenzel hat die Befunde der Studie für Deutschland als „sehr positiv“ bezeichnet. Es gebe Leistungssteigerungen in Mathematik, Naturwissenschaften und endlich auch im Lesen, so berichtet der Chef des Zentrums für Internationale Bildungsvergleichsstudien an der TU München. Damit liege Deutschland erstmals in allen drei Testbereichen deutlich über OECD-Durchschnitt. Reformen wie die Einführung der Bildungsstandards und Schulinspektionen hätten gewirkt.

Erstmals liegt Deutschland bei PISA in allen drei Testbereichen über dem Durchschnitt. Foto: Will Palmer / Flickr (CC BY 2.0)

Erstmals liegt Deutschland bei PISA in allen drei Testbereichen über dem Durchschnitt. Foto: Will Palmer / Flickr (CC BY 2.0)

Im Mathematiktest, dem Schwerpunkt der neuen PISA-Studie, zählt Deutschland Prenzel zufolge zu den besten zehn der insgesamt 34 OECD-Länder. „Zu dieser positiven Entwicklung hat vor allem die verbesserte Qualität von Schulaufgaben und Unterrichtsansätzen beigetragen“, meint der Professor. Der Anteil besonders schwacher Schüler sei gesunken. Auch in den Naturwissenschaften und bei der Lesekompetenz erzielen die deutschen 15-Jährigen „sehr gute Ergebnisse“. Beträchtliche Leistungssteigerungen gebe es bei den Schülern aus sozioökonomisch schlechter gestellten Elternhäusern. Fazit des Forschers: Deutschland sei eines der wenigen Länder, die sich seit der ersten PISA-Runde kontinuierlich verbessert haben.

„Die Leistungssteigerung bei den Schülerinnen und Schülern ist beachtlich“, sagt er. „Unsere 15-Jährigen heute sind mit ihrem Wissen und Können ein Schuljahr weiter als ihre Altersgenossen von damals.“

Mit PISA 2012 wird die fünfte Erhebungsrunde des Programme for International Student Assessment (PISA) bezeichnet, die im Sommer 2012 stattfand. Die Studie wird international von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) koordiniert und in Deutschland im Auftrag der Ständigen Konferenz der Kultusminister in der Bundesrepublik Deutschland (KMK) durchgeführt. Prenzel wird auch die PISA-Studie 2015 leiten.

Der Schwerpunkt von PISA 2012 richtete sich auf die Mathematik, wie zuletzt bei PISA 2003. Daneben wurde das Wissen und Können der 15-jährigen Schülerinnen und Schüler in den Bereichen Lesen und Naturwissenschaften erfasst. An den Tests nahmen in Deutschland 5001 Schülerinnen und Schüler an 230 Schulen teil. Die Stichprobe ist repräsentativ für Deutschland.

„Die Schülerinnen und Schüler in Deutschland zeigen im Mathematiktest überzeugende Leistungen“, so Prenzel. Sie erreichen 514 Punkte und übertreffen den OECD-Durchschnitt (494 Punkte) signifikant um 20 Punkte. Gegenüber PISA 2003 bedeutet dies eine bedeutsame Verbesserung. Vor allem sei es gelungen, den Anteil besonders schwacher Schüler deutlich zu verringern (17,7 Prozent gegenüber 23 Prozent in den OECD-Staaten). Auch im oberen Leistungsbereich übertreffe Deutschland den OECD-Durchschnitt, könne dort aber im Vergleich zu herausragenden Staaten noch weitere Fortschritte machen. Innerhalb der OECD zähle Deutschland inzwischen zu den „Top Ten“ im Mathematiktest, allerdings erreichen einige Partnerstaaten (Shanghai, Singapur, Hongkong) im asiatischen Raum noch deutlich höhere Werte.

Besonders hervorzuheben sei, dass die Leistungszuwächse in Deutschland nicht mit negativen Nebenwirkungen auf die Persönlichkeitsentwicklung und das Wohlbefinden der Schüler verbunden seien. Im OECD-Vergleich zeichneten sich die Schüler durch großes Selbstvertrauen in ihre mathematische Fähigkeit und Wirksamkeit sowie eine geringe Ängstlichkeit in Bezug auf Mathematik aus. Die Schüler fühlen sich an den Schulen sozial sehr gut eingebunden. Sie wünschen sich allerdings mehr Unterstützung im Unterricht durch ihre Lehrkräfte.

Im Bereich Naturwissenschaften konnten sich den Forschern zufolge über die bisherigen PISA-Runden die größten Fortschritte für Deutschland verzeichnet werden. Dies bestätige sich auch in PISA 2012: Mit 524 Punkten übertreffen die Jugendlichen in Deutschland den OECD-Durchschnitt (501 Punkte) deutlich. Im Vergleich zum OECD-Mittel schneiden in Deutschland wesentlich weniger Jugendliche im unteren Leistungsbereich ab.

Im Vergleich zur Mathematik und zu den Naturwissenschaften hatte sich die Lesekompetenz in Deutschland bisher weniger stark entwickelt. In PISA 2012 zählt Deutschland nun erstmals auch in diesem Bereich zu der Gruppe der Staaten, die den OECD-Durchschnitt signifikant übertrifft. Der Anstieg der Testwerte von PISA 2000 (484 Punkte) bis PISA 2012 (508 Punkte) belegt ebenfalls große Fortschritte in den letzten Jahren. Auch in diesem Bereich konnte in Deutschland der Anteil der besonders leistungsschwachen Schülerinnen und Schüler deutlich verringert werden; allerdings ist der Anteil mit 14,5 Prozent noch immer hoch.

„Die Ergebnisse aus PISA 2012 belegen, dass die Verbesserung der Kompetenzen keineswegs auf Kosten der Schülerinnen und Schüler aus sozioökonomisch schlechter gestellten Elternhäusern erfolgte. Vielmehr hat diese Gruppe ihre Leistungen beträchtlich gesteigert“, erklärt Prenzel. Auf diese Weise hätten herkunftsbedingte Disparitäten deutlich abgeschwächt werden können. Die Kopplung zwischen Herkunft und Kompetenz liegt nun im Bereich des OECD-Durchschnitts. Es gibt inzwischen eine Reihe von Staaten (z. B. Frankreich oder Neuseeland), in denen der Zusammenhang stärker ausgeprägt ist als in Deutschland. „Allerdings müssen in Deutschland noch weitere Anstrengungen unternommen werden, um die Konstellation zu erreichen, die besonders erfolgreiche Staaten auszeichnet: nämlich ein hohes Kompetenzniveau bei geringer Kopplung an die soziale Herkunft“, sagt der Forscher

Auch in PISA 2012 erzielen 15-Jährige mit Zuwanderungshintergrund in Deutschland durchschnittlich niedrigere Kompetenzwerte im Bereich Mathematik als 15-Jährige ohne Zuwanderungshintergrund. Die Abstände haben sich seit PISA 2003 aber deutlich verringert. Bemerkenswert sei, dass die Schüler mit Zuwanderungsgeschichte in Deutschland im Mittel 485 Punkte erreichen und damit nur mehr 9 Punkte unter dem OECD-Mittelwert aller 15-Jährigen liegen. Die Jugendlichen mit Zuwanderungshintergrund in Deutschland erreichen damit das Leistungsniveau aller Schüler zum Beispiel in den USA (481) oder in Schweden.

Die Wissenschaftler hätten zahlreiche Belege dafür gefunden, „dass die seit PISA 2000 ergriffenen Maßnahmen zur Weiterentwicklung von Unterricht und Schule Wirkung zeigen“. Sie verweisen insbesondere auf die Einführung von Bildungsstandards und Schulevaluationen. Zur positiven Entwicklung in der Mathematik habe zudem die verbesserte Qualität von Aufgaben und Unterrichtsansätzen beigetragen, die auf der neueren empirischen Forschung beruhe. Prenzel: „Die bisher erfreuliche positive Entwicklung an den Schulen in Deutschland wird aber nur durch weitere Anstrengungen in der Qualitätssicherung sowie in der Unterrichts- und Schulentwicklung fortgeführt werden können.“

 

 

36 Kommentare

  1. Zitat: „Die Leistungssteigerung bei den Schülerinnen und Schülern ist beachtlich“, sagt er. „Unsere 15-Jährigen heute sind mit ihrem Wissen und Können ein Schuljahr weiter als ihre Altersgenossen von damals.“
    Das mag auf PISA-Aufgaben zutreffen – aber nicht mal da bin ich sicher.
    Warum stellen alle KollegInnen fest, dass die Kinder Aufgaben von vor 15 Jahren nicht mehr schaffen?

    • wenn man sich nicht sicher ist, sollte man sehr vorsichtig sein mit Pauschalierungen.

      „Warum stellen alle KollegInnen fest, dass die Kinder Aufgaben von vor 15 Jahren nicht mehr schaffen?“

      Diese Aussage ist sehr diskussionswürdig oder einfacher gesagt schlicht falsch!
      Über welche „Aufgabenkultur“ reden wir heute (und gestern! welch Unterschied) – Aufgaben „schafft“ man übigens nicht – diese sind zum Lernen da. ;-))

      • konfuzius, warum machen Sie Ihrem Namen bloß so wenig Ehre? Wie wäre es mit einem Pseudonym wie „Pisa-Apostel“ – „Meister hohler Andeutungen“ oder „Gernegroß“?

        • … so kann man das natürlich sehen.

          Ich denke es kann für den Einen oder Anderen sehr hilfreich sein, den Pisa-Bericht einmal original zu lesen.
          http://www.pisa.tum.de/

          … und von S. 20:
          „Die in öffentlichen Diskursen (und insgesamt selten) geäußerte Kritik an PISA beruht häufig auf Missverständnissen und Unkenntnis. Das ist dann leicht der Fall, wenn die Information über PISA nur auf Zeitungsberichten, Rankings oder Internet-Blogs beruht und einschlägige wissenschaftliche Publikationen sowie die unmittelbare Berichterstattung aus dem Projekt vernachlässigt. … Auch in der Geschichte der Berichterstattung über PISA in Deutschland gab es gelegentlich Stellungnahmen von einzelnen Wissenschaftlern, die fundamentale Kritik äußerten. Soweit die Stellungnahmen einigermaßen seriös waren, wurde von den nationalen Projektverantwortlichen Erwiderungen auf die Kritik veröffentlicht. Ein guter Maßstab für die Substanz einer Kritik ist, ob diese in einem einschlägigen internationalen wissenschaftlichen Journal mit Reviewverfahren publiziert wurde. Nimmt man dieses Kriterium, dann können die kritischen Stellungnahmen zu PISA, die nur auf Internetseiten oder im Selbstverlag erschienen sind, mit gutem Gewissen ignoriert werden. In den einschlägigen internationalen Journals der Psychometrie oder der Lehr-Lern-Forschung jedenfalls findet man bis heute so gut wie keine grundlegende Kritik am methodischen Ansatz von PISA (mit Ausnahme etwa von Goldstein, 2004).“

          Ach übrigens: PISA testet vor allem (!) die naturwissenschaftliche und mathematische Grundbildung (die mehr schlecht als rechte Übersetzung des Begriffs Literacy).

          • „Ein guter Maßstab für die Substanz einer Kritik ist, ob diese in einem einschlägigen internationalen wissenschaftlichen Journal mit Reviewverfahren publiziert wurde.“
            Wer es glaubt, wird selig. Aber manche glauben eben noch immer alles, was unter dem Namen „Wissenschaft“ läuft, obwohl geschickte Meinungsmacher diese Gutgläubigkeit längst als Hebel entdeckt haben.

  2. bitte den 1. Teil des Zitats lesen – der ist (bei dieser Antwort) wohl eher passend.
    Kommen jetzt wieder die Verschwörungstheorien?

  3. Wer ernsthaft negiert, die Schülerleistungen seien in der Vergangenheit nicht deutlich besser gewesen als heute, lebt entweder in einer Traumwelt oder verdrängt die Schulrealität.
    Absolventen der einmal in Deutschland existierenden VOLKSSCHULE beherrschten in aller Regel nach 8 Jahren !! die Kulturtechniken. Obendrein waren diese Schülergenerationen auch noch in hohem Maße ausbilddungsfähig und -willig.
    Heutzutage stöhnen nicht nur die Ausbildungsbetriebe über unzureichende Rechtschreib- und Mathekenntnisse. Nein, auch an den Unis laufen bereits Auffrischungskurs z.B. in Deutsch und Mathe, damit die jungen Damen und Herren Studierenden überhaupt eine Chance haben, erfolgreich ins Studium zu starten. Ja, es gibt mittlereile EingangstestsOffensichtlich ist das (so genannte) Reifezeugnis nicht mehr das, was es einmal war.
    Die schlechten Deutschkenntnisse (Rechtschreibung/Grammatik) sind auch bei News4teachers lebhaft diskutiert worden.
    In meiner Schulzeit wurden Arbeiten ganz häufig ohne Ankündigung geschrieben. Oh, Wunder, sie konnten dennoch gewertet werden. Heute wäre das UNDENKBAR!! Ich kann mich auch nicht erinnern, dass auf Klassenarbeiten besonders intensiv vorbereitet wurde; wir schreiben sie eben oft plötzlich aus dem laufenden Unterricht heraus. Das sollte sich heutzutage mal jemand trauen. Es würde zu einem katastrophalen Ergebnis führen und ganze Heerscharen von Eltern würden das Zimmer der Schulleitung stürmen. Evtl. würde diese Lehrkraft als Beispiel für nicht mehr zeitgemäßen Unterricht sogar hier bei News4teachers stehen, und es würden evtl. disziplinarische Maßnahmen eingeleitet.
    Bereits vor vielleicht 10 Jahren beschloss auf meiner Schule die Fachkonferenz Deutsch in der Unterstufe (5./6. Klasse) auf Aufsatzformen wie Erlebniserzählungen oder Fantasie- zu verzichten, weil die Arbeiten von Jahr zu Jahr immer schlechter ausgefallen waren.
    Von älteren Lerhrkräften höre ich jetzt noch die warnenden Stimmen, diese Arbeit um Himmels Willen nicht mit den Aufgaben in Mathe zu schreiben. Das schaffen die doch nicht! Von diesen Lehrkräften wurde bestätigt, dass länger zurückliegende Klassenarbeiten einige Jahre später nicht mehr bewältigt würden. Keine Sorge, meine Arbeiten konzipiere ich generell immer wieder neu.
    Ja, es soll sogar inzwischen passieren, dass Klassenarbeiten vorgeschrieben werden, um sie überhaupt einigermaßen vernünftig werten zu können. Persönlich war ich einmal Zeuge dieses absurden Theaters.

    Möglicherweise kann meine Beispielliste noch erweitert werden. Aber viele Lehrkräfte scheuen sich offensichtlich, diese Tatsachen auch zuzugeben!!

    Mein Fazit: Die sogenannten Bildungsreformen gepaart mit oftmals vollkommen unsinnigen Lehr- und Lernmethoden vor allem in links regierten Bundesländern haben unser Bildungsniveau so in den „Keller rauschen lassen“.

    • Pardon, der Sendeknopf sollte noch gar nicht betätigt werden, grins.

      … ausbildungsfähig …

      Ja, es gibt mittlerweile Eingangstests in einigen Fachbereichen. Offensichtlich trauen die Unis dem nicht mehr so bedingungslos, was da im Reifezeugnis steht.

      … wir schrieben sie eben …

      … Von älteren Lehrkräften …

    • jetzt hat er soviel geschrieben – leider am Thema vorbei.

      mehrnachdenken hat seinen Beitrag mit pauschalen, subjektiven Wertungen versucht zu begründen. Leider bleibt es bei dem Versuch, da mehrnachdenken es nicht verstand eine kritische Position oder Sichtweise zu diskutieren. Auch fehlt dem verfassten Text eine inhaltliche Tiefe, da Positionen nicht differenziert gegeneinander abgewogen werden. Es ist nicht erkennbar, wie mehrnachdenken zu seinen geäußerten Meinungsäußerungen kommt, da er/sie nur „Hören-Sagen“ oder eigenes subjektives Erleben in seine/ihre Argumentation einfließen läßt. Das von mehrnachdenken am Ende des Textes gewonnene Fazit zeigt zudem eine politische Verbohrtheit, die einem leider häufig anzutreffenden Mainstream der satuierten Bürgerlichkeit (sic!) zu konstatieren ist. Insgesamt zeigt sich, dass mehrnachdenken nicht in der Lage ist, ein komplexes Thema mit aktueller gesellschaftlicher Bedeutsamkeit differenziert zu analysieren und zu diskutieren, da er zu sehr in seinen eigenen Überzeugungen und beschränkten Wahrnehmungen verhaftet ist.

      Sorry, er/sie mag eine nette Person sein – aber so einen Beitrag. Ich schreibe keine Note :-)) drunter

      • Der vermeintliche Widerspruch der Positionen hier lässt sich leicht aufklären: „Spiegel online“ berichtete unlängst über einen Bildungsforscher, der die Rechtschreibung von Kindern früher und heute verglichen hat. „Das Ergebnis: Ja, die Kinder machen mehr Fehler. Sie schreiben aber auch viel kreativer.“ http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/rechtschreibung-schueler-machen-mehr-fehler-schreiben-aber-kreativer-a-891202.html

        Wenn man’s mal Verallgemeinert: Die Schüler heute haben mehr Kompetenzen als die Schüler früher – beim Paukwissen schneiden die heutigen aber schlechter ab.

        • Eine einfache Frage: Haben Schüler mehr Chancen in ihrem späteren Leben mit unterstellter Kreativität oder mit befriedigenden Lese- und Rechtschreibfähigkeiten?
          Leute wie Sie bringen mich auf die Palme. Sie malen eine Welt, die nicht ist, und verbauen den Kindern ihre Zukunftschancen.

          • Eine sehr berechtigte Frage!

            Ich verweise gerne auf eine interessante Diskussion unter http://www.lehrerforum.de
            Wer neugierig geworden ist, klickt auf „Aktuelle Diskussion“.
            Hier ein Beitrag aus diesem Forum, der eine Antwort darauf gibt, wer hauptsächlich für unsere Bildungsmisere verantwortlich ist.

            Alchemilla,
            „ja, diese Diskussion ist deshalb nützlich, weil sie mögliche Ursachen unserer Bildungsmisere reflektiert. Sie liegen offensichtlich nicht im strukturellen Bereich sondern im ideologischen. Letzteres erschließt sich einem, wenn man bedenkt, dass seit nunmehr 45 Jahren der Hauspädagoge der demokratischen Sozialisten (u. a. SPD) ,W. Klafki, mit seiner kritisch-konstruktiven Didaktik die ideologischen Grundlagen der BRD-Bildungspolitiken bestimmt. Nach seiner Auffassung ist Bildung, als Bildung für alle, ist in erster Linie eine politische Bildung und keine „Fachbildung“. Politisch-ideologische Bildung, flankiert von Dogmen wie Leistungsfreiheit, Erziehungsverbot für Lehrer, Wohlfühlunterricht etc., führt halt zu katastrophalen Bildungsleistungen.
            Interessant sind die Ausführungen des „Bremer Entwurfs“ der SPD zum Thema Bildung (Jan. 2007). Die SPD fordert eine Verstärkung der politischen Bildung und zwar im Kontext der „demokratischen Schule“. Hier setzt die SPD offenbar verstärkt auf die pädagogischen Heilslehren von I. Illich, W. Klafki, H. v. Hentig und vielen anderen linksdrehenden Pädagogik-Päpsten, incl. der Konstruktivisten a la K. Reich, und bereitet systematisch die Umsetzung der Idee der „Entschulung der Gesellschaft“ vor.“
            Helene

            Hier lesen Sie es: Politische Bildung ist das Zauberwort, nicht fachliche.
            Deshalb ist die Rechtschreibung auch nicht so wichtig. Hoch im Kurs steht aber „Kreativität“, wobei ich ganz entschieden bestreite, dass heute kreativer geschrieben wird. Das deckt sich nun gar nicht mit meinen eigenen Erfahrungen.
            Weitere Analysen finden Sie im genannten Forum.

      • @Konfuzius
        Im Grunde genommen ist es müßig, auf Ihr hochtrabendes geistiges Geschwafel auch nur mit einer Silbe einzugehen. Solche Leute wie Sie braucht dieses Bildungssystem. Dann wird es in nicht allzu langer Zeit tatsächlich zu Grunde gerichtet sein.
        Ich bin ein Mensch der Praxis und worüber ich berichte, habe ich alles selber erlebt. Das sind harte Fakten, die alle Lehrkräfte bestätigen werden, die z.B. noch die Zeit der Volksschule miterlebt haben.
        Zudem bin lange genug als Lehrkraft unterwegs, um sehr wohl den stetigen Leistungsverlust dieses Bildungssystems beurteilen zu können. Das ist übrigens keine subjektive Einzelmeinung, sondern sie wird von ganz vielen Lehrkräften geteilt. Zumindest von denen, mit denen ich tagtäglich zu tun habe, und die noch nicht innerlich kapituliert haben.
        Zudem werden meine Darlegungen durch zahlreiche Studien immer wieder bestätigt. Wenn Sie das leugnen, haben Sie entweder keine Ahnung oder Sie wollen tatsächlich die Schulwirklichkeit nicht wahrhaben. Sie scheinen offfensichtlich so wirklichkeitsfremd in Ihrem „geistigen Elfenbeinturm“ durch die Lande zu ziehen, dass Sie womöglich auch noch an den „Klapperstorch“ glauben.
        Schließlich kann ich Sie beruhigen: Ich lebe keineswegs in einer „saturierten Bürgerlichkeit“. Wenn Sie meine Vita kennen würden, hätten Sie ganz bestimmt nicht mit dieser Leichtigkeit Ihre anmaßende und freche Bermerkung formuliert.

  4. @ konfuzius
    Das hätten Sie wohl gern, dass Lehrer an ihren Beobachtungen und zutrefenden Beurteilungen zweifeln. Alles, was „mehrnachdenken“ schreibt, kann ich aus eigener Erfahrung nur dick unterstreichen.
    Natürlich sind Theoretiker und Ideologen wie Sie Feind jeder hautnahen, eigenen Beurteilung, die der Theorie Hohn spricht. Sie kommt der entgegengesetzten Glaubenslehre in die Quere.
    Wie oft wollen Sie noch Meinungen, die Ihnen unbequem sind, vorsorglich als „Verschwörungstheorie“ bezeichnen? Ist Ihnen nicht klar, dass Ihre ständige Wiederholung mehr über Sie, Ihre Geisteshaltung und Absicht aussagt als über die der Andersdenkenden?
    Sie urteilen, „dass mehrnachdenken nicht in der Lage ist, ein komplexes Thema mit aktueller gesellschaftlicher Bedeutsamkeit differenziert zu analysieren und zu diskutieren, da er zu sehr in seinen eigenen Überzeugungen und beschränkten Wahrnehmungen verhaftet ist.“
    Ich urteile, dass mehrnachdenken besonders gut in der Lage ist zu jenen Dingen, die sie ihm absprechen. Und ich bin voller Anerkennung, dass er sich nicht durch Leute wie Sie irritieren lässt. Wo kämen wir hin, wenn Lobbyisten alle Lehrer dazu brächten, gezieltem Gesshwätz mehr zu vertrauen als ihren authentischen Erfahrungen und den damit verbundenen Sorgen für ihre Schüler. Leider gehen schon viel zu viele Lehrkräfte Leuten wie Ihnen auf den Leim.
    Zum Schluss noch zwei kurze Anmerkungen: Gebrauchen Sie „sic!“ bitte nicht an falscher Stelle. Es wirkt zwar gebildet, wenn man es gebraucht, doch es ist nicht zur Selbstbestätigung gedacht, sondern zur Bestätigung der Meinung anderer.
    Und überlegen Sie sich besser, wann Sie ein lachendes Gesicht an den Schluss Ihres Kommentars setzen. Auch da sehe ich Lernbedarf.

  5. Nachdem wir uns alle jetzt recht schön aufgeregt haben und uns unsere gegenseitige Wertschätzung und Hochachtung – auf verschiedenen Ebenen – nachdrücklich versichert haben, werde ich noch einmal zum Ausgangspunkt der Diskussion zurückkommen und meine Sicht als „Praktiker“ darstellen. Seit Anfang der 80er Jahre gestalte/beobachte/begleite ich Initiativen, die sich um eine Verbesserung (zeitgemäße Gestaltung?!) des naturwissenschaftlichen Unterrichts bemühen, sei es im eigenen Unterricht oder bei Schulentwicklungsprojekten oder im Bereich Aus- und Weiterbildung. (Ich kann auch nur über die Nawi und Mathematik etwas sagen, da ich hier die Lehrbefähigung habe.)
    Das Nachdenken über das Wesen „guten nawi Unterrichts“, der für SuS Lernanlässe bereit stellt, so dass diese an interessanten Inhaltsfeldern selbst handelnd aktiv werden können (Motivation), wurde zwar seit Ende der 60er Jahre in den aufkommenden Didaktiken (und natürlich der „neuen“ Lernpsychologie) intensiv diskutiert, eine Übertragung auf das Praxisfeld Schule fand jedoch nur unkoordiniert (und zumeist nich wissenschaftlich begleitet) statt, natürlich durch viele engagierte Kolleginnen und Kollegen, die ihre eigenen Erfahrungen in den typischen Lehrerzeitschriften (Naturwissenschaften im Unterricht oder Pädagogik heute oder oder) anderen mitteilten. So wichtig diese Initiativen waren, so wenig bewirkten sie insgesamt. Der nawi Fachunterricht wurde nach wie vor stark an der jeweiligen Fachsystematik ausgerichtet, unterstützt durch die damalige Bildungsadministration (Lehrpläne) sollte der sachlogische Aufbau der jeweiligen Naturwissenschaften Interesse ereugen, Schüler motivieren und diese durch das Fach leiten. Die Probleme, die sich in der bundesdeutschen Bildungslandschaft ergaben sind bekannt: So stimmten die SUS in den 90er Jahren zunehmend mit den Füßen ab, d.h. Leistungskurse in den sogenannten harten Nawi kamen wegen geringer Anwahlzahlen häufig nicht zustande, Lehrer beklagten das dürftige Niveau des nawi Unterrichts in der Sek 1 und Unterstützungssysteme in Form von erprobten Materialien oder Fortbildungen waren nur rudimentär ausgebildet. Hinzu kam eine gesellschaftliche „Grundströmung“ in dieser Zeit, die den Nawi mehr oder weniger einen Bildungswert absprach. Es war schick, mit seiner eigenen nawi Ungebildetheit zu kokettieren. Da auch erste größere Studien zeigten, dass mit den Nawi ander Schule irgendetwas schief läuft, wurde Ende der 90er Jahre (durch KMK und andere übergeordnete Stellen) der Entschluss gefasst, dass Deutschland mal wieder an internationalen Vergleichsstudien teilnehmen sollte (nach vielen, vielen Jahren des Ignorierens). Die Ergebnisse des 1. Vergleichs (TIMSS 98) und der 1. PISA-Studie kamen für viele vollkommen unerwartet, dachte man doch, das der nawi Unterricht hierzulande traditionell sehr hochwertig ist. Dem war aber bekanntermaßen nicht so (was die Praktiker natürlich wussten), und es setzte glücklicherweise ein Nachdenken über Gründe aber auch Veränderungsmöglichkeiten ein.
    Was ist setdem passiert (in aller Kürze) und hierauf bezieht sich mein Forumsbeitrag: Es existieren seit 12 bis 15 Jahren hunderte von Projektschulen, die sich um eine bessere Unterrichtsqualität im nawi Unterricht bemühen (z.B. SINUS-Projekt, die Kontextprojekte Chemie, Biologie, Physik im Kontext, etc. pp). Diese Projekte werden landesweit dezentral organisiert und setzen auf ein Multiplikatorensystem. Die Entwicklung von Lernmaterialien und das Erproben neuerer Unterrichtsmethoden hat „frischen Wind“ in die nawi Fächer gebracht, auch da alle Sachen von der Praxis für die Praxis entwickelt wurden und werden. Natürlich werden diese Aktivitäten auch wissenschaftlich begleitet, die Ergebnisse zeigen, dass der Lernerfolg der SuS zumindest nicht schlechter ist.
    Daneben gibt es natürlich noch ein Bündel weiterer Maßnahmen, die mitverantwortlich sind, dass es mit der nawi Bildung in Deutschland langsam aufwärst geht. Endlich wurde beispielsweise erkannt, dass sich die sogenannte „nawi Lücke“ in den Klassenstufen 5/6 sehr negativ auf die nawi Interessensentwicklung auswirkt und gleichzeitig wurde über den eigenen Tellerrand (nach Kanada, UK oder Skandinavien) geschaut. Als Ergebnis haben wir heute in fast allen Bundesländern integrierte Fächer in den Klassenstufen 5/6 und nawi Profilfächer im Wahlpflichtbereich 9/10. Gleichzeitig gab es eine Revision der nawi Curricula, die Diskussion über Standards und Kompetenzen wurde initiiert, nicht nur bezogen auf das schulische Lernen der Nawi, auch mit Blick auf die Lehrerausbildung (Praxisorientierung, Kerncurricula).
    Hier ließen sich jetzt noch viele weitere Aspekte anführen – aber es soll erst einmal reichen.
    Wo standen wir in den 90er Jahren, wo stehen wir jetzt? Natürlich ist nicht alles besser geworden, aber die internationalen Vergleichsstudien haben – bei aller Fragwürdigkeit der Testkonstruktion – dazu beigetragen, dass sich der nawi Fachunterricht aus dem starren Korsett der fachsystematischen Ausrichtung ansatzweise befreien konnte. Und das wirkt sich positiv auf die nawi Grundbildung aus!
    Ich denke, meine Position werden viele nawi Kollegen so bestätigen (sicherlich nicht alle). LuL, die keine Affinität zu den Nawi haben, erreichen meine Argumente wohl eher nicht.

  6. „(Ich kann auch nur über die Nawi und Mathematik etwas sagen, da ich hier die Lehrbefähigung habe.)“

    Ein sehr enges Fenster, durch das Sie da sehen!! Aber dennoch erdreisten Sie sich, aus dieser sehr schmalen Perspektive blickend, meine auf langer Lehrererfahrung fußenden Erkenntnisse in Bausch und Bogen als „Hirngespinste“ abzutun. Erwarten Sie tatsächlich, dass Sie nun noch jemand vor dem Hintergrund Ihres aktuellen „Outings“ ernst nehmen will oder kann?

    • Es gibt immer in irgendwelchen Foren in Netz Personen, die einfach nur ärgerlich sind. Manchmal bin ich es (so viel Selbstkritik muss sein) und dann sind es wieder andere, die sich nie „outen“ und mit ihrer „speziellen Art“ (!) jedes neue, andiskutierte Thema mit sehr wenigen Gleichgesellten bestimmen (hier nach meinen mehrmonatigen Beobachtungen so ca. 3 – 5). Wehe es gibt Widerspruch oder eine Meinung, die aus anderer Perspektive (wie auch immer) die Fakten beschreibt. Sei es PISA, sei es Inklusion, sei es Moderne Methoden, sei es neue Schulformen, sei es … …
      Es läuft dann immer der gleiche Mechanismus ab, die gleiche Nummer – beim Austausch von Positionen. Ist IHNEN das noch nicht aufgefallen??

      • Ja doch, aber gilt diese Beoachtung nicht für alle Seiten?

      • Ja, Sie wollen uns mit den genannten Themen gleichsam wie eine Amöbe „schleimig“ zudecken. Sie wollen nicht wahrhaben, dass es aber noch Menschen gibt, die sehr wach sind und dieses Gutmenschen – Gelabere so was von durchschaut haben. Es ärgert Sie offensichtlich sehr, dass Sie diese Leute nicht auch noch vor Ihren ideologischen Karren spannen können.
        Fast alles, was Sie bezüglich der Themen Inklusion, moderne Methoden, Pisa oder Schulformen hier erzählen, ist für mich kein Fortschritt, sondern das ganze Gegenteil. Nicht nur ich habe versucht, Ihnen das mit vielen Argumenten zu verdeutlichen. Darauf gehen Sie aber nicht ein und damit setzen Sie sich nicht auseinander, weil das Ihr ideologisches Weltbild offensichtlich nicht zulässt.

        • „Fast alles, was Sie bezüglich der Themen Inklusion, moderne Methoden, Pisa oder Schulformen hier erzählen, ist für mich kein Fortschritt, sondern das ganze Gegenteil.“

          Komisch – ich habe hier noch nie etwas zu den Themen Inklusion, moderne Methoden oder Schulformen hier „erzählt“. Ich habe die Diskussion „wach“ begleitet und dabei ist mir aufgefallen, dass konträre Meinungen von ganz bestimmten Positionen immer auf die gleiche Art – nennen wir es – behandelt werden.

          Der Ablauf folgt dabei einem gewissen Ritual. Ein eingestelltes Thema wird durch einen mehr oder weniger polarisierenden (pointierten, einfachen)Kurzbeitrag kommentiert, indem die „Schlechtigkeiten“ dieser Welt im Allgemeinen und die „eigenen Erfahrungen“ als Richtschnur herausgestellt werden. Gibt es eine Replik, die dieses irgendwie in Zweifel zieht bzw. hinterfragt, zündet sozusagen die 2. Stufe. Wortreich wird nicht die dargestellte eigene „Erfahrung“ belegt, sondern es werden gegenteilige Meinungen als vollkommen irrelevant dargestellt. Wichtige Aktion: Aus dem „Off“ melden sich bekannte Foristen und beklagen den Stil, die Orthographie oder die allgemein eher unpassende Form des Diskutanten. Nächster Schritt – Solidarisierung setzt ein! Ganz wichtig, damit der Forumsauslöser nicht allein steht. Wenn man jetzt weiterhin in diese kommunikative Situation einsteigt hat man wirklich ein Problem – Die Wortwhl – hier nachzulesen – drückt es ganz gut aus.

          Ja, ja – es ist alles recht spannend hier.

          Wenn SIE es nicht verstehen, kann ich es auch sehr gerne mit einer kleinen „bildhaften“ Geschichte darstellen.

          • @Konfuzius
            „Komisch – ich habe hier noch nie etwas zu den Themen Inklusion, moderne Methoden oder Schulformen hier ‚erzählt‘.“

            Richtig, aber das folgende Zitat erlaubt den Rückschluss, dass Sie die aktuellen Entwicklungen dort positiv sehen.

            „Wehe es gibt Widerspruch oder eine Meinung, die aus anderer Perspektive (wie auch immer) die Fakten beschreibt. Sei es PISA, sei es Inklusion, sei es Moderne Methoden, sei es neue Schulformen, sei es … …“

            Sie beklagen die Diskussionskultur bei News4teachers. So sind nun mal die üblichen Abläufe in diesen Foren. Sind wir froh darüber, dass sich hier noch „oberhalb der Gürtellinie“ ausgetauscht wird!

            Warum finden Sie denn bspw. auch zu diesem Thema so wenige UnterstützerInnen? Ihre Sichtweise stößt bei fast allen Kommentatorn auf teilweise heftigen Widerstand. Woran das wohl liegen mag?

            Warum schreiben Sie hier eigentlich noch, wenn die Meinungen so außerhalb Ihres „geistigen Universums“ liegen, und Sie das offensichtlich alles nur gewaltig nervt?

      • Sie schreiben: „Wehe es gibt Widerspruch oder eine Meinung, die aus anderer Perspektive (wie auch immer) die Fakten beschreibt. Sei es PISA, sei es Inklusion, sei es Moderne Methoden, sei es neue Schulformen, sei es…“
        Die Crux besteht allerdings darin, dass Fakten nun mal Fakten sind und nicht Phantastereien mit dem Stempel „andere Perspektive der Fakten“.
        In der Vergangenheit haben sich die zahllosen Vertreter eines angeblichen Fortschritts nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Das führte weniger zur Besinnung als zum munteren Weitermachen nach dem Motto: Je ernüchternder die Etappe, desto berauschender das Ziel.
        Nur in einem Monopolbetrieb, den allein Steuergelder über Wasser halten, ist eine solche Verschwendung von Geldern und Lernfähigkeiten der Kinder möglich. Natürlich braucht die Welt der Pädagogik auch Fortschritt und Vision, sie braucht aber nicht blauen Dunst, der Fakten nur vorgaukelt statt vorweist.

    • zu Ihrer Erfahrung:

      Die Erfahrung ist wie eine Laterne im Rücken; sie beleuchtet stets nur das Stück Weg, das wir bereits hinter uns haben.

      • Ich möchte Ihrem nicht kenntlich gemachten Zitat von Konfutius ein weiteres hinzufügen, das mich seine Worte besser verstehen lässt:

        „Der Mensch hat dreierlei Wege, klug zu handeln:
        1. Durch Nachdenken – das ist der edelste;
        2. Durch Nachahmen – das ist der leichteste;
        3. Durch Erfahrung – das ist der bitterste, aber Erfahrung ist durch nichts zu ersetzen.“

        • Wird das Voranschreiten auch in Licht gehüllt? (kenntlich gemacht von mir mit „z“)

          Erfahrung heißt gar nichts. Man kann seine Sache auch 35 Jahre schlecht machen.
          (Tucholsky)

          • Ja, das kann man als Einzelner. Aber wenn ein ganzer Berufsstand geworben oder gezwungen wird, gegen die Summe der Erfahrungen zu handeln, die laut Konfutius für kluges Handeln „durch nichts zu ersetzen ist“, dann wird’s fragwürdig.
            Ich habe mir übrigens die Mühe gemacht, Ihr Zitat von Konfutius zu verstehen und stieß dabei auf das erhellende weitere Zitat. Mich jetzt aber einzulassen auf ein Ping-Pong-Spiel mit Zitaten, bei dem Sie von einem berühmten Namen, auf den ich mich einlasse, schnell zum nächsten wechseln, wenn Ihnen meine Antwort nicht passt, dazu habe ich keine Lust. Dieses Spiel ist mir einfach zu billig.
            Zum Schluss die Frage: Muss ich Ihren „z“- Hinweis ernst nehmen? Vermutlich ja, aber dann sind Sie ein noch größerer Verfechter korrekter Rechtschreibung als ich. Dazu kann ich nur sagen: Respekt!

        • Bravo, gut gekontert.
          Aber was bringt die Diskussion mit einer Person, die sich dauernd widerspricht, mal hierhin und mal dorthin hüpft, Verschwörungstheorien ablehnt und verspottet, sie aber selbst eifrig betreibt?
          Fast ein wenig hilflos wirkt doch der Verweis auf „ein gewisses Ritual“, das seiner/ihrer Meinung nach auf eine Verschwörerbande hindeutet, die ihm/ihr und anderen die Meinungsäußerung zum Problem macht.
          Warum nicht das Problem beseitigen und konfuzius nebst anderen angeblich „Unterdrückten“ reden lassen, bis er/sie in seiner/ihrer Widersprüchlichkeit nicht mehr meint: „Es ist alles recht spannend hier.“

  7. @mehrnachdenken

    „Richtig, aber das folgende Zitat erlaubt den Rückschluss, dass Sie die aktuellen Entwicklungen dort positiv sehen.“

    Dieser Rückschluss ist gewagt und so auch nicht stimmig.

    „Warum schreiben Sie hier eigentlich noch, wenn die Meinungen so außerhalb Ihres “geistigen Universums” liegen, und Sie das offensichtlich alles nur gewaltig nervt?“

    Es liegt nicht außerhalb meines Universums! Und ich bin auch nicht gewaltig genervt! Wie bereits gesagt: Es ist alles recht spannend hier.

  8. Wie wäre es, mal wieder über Inhalte zu diskutieren? „Fast alles, was Sie bezüglich der Themen Inklusion, moderne Methoden, Pisa oder Schulformen hier erzählen, ist für mich kein Fortschritt, sondern das ganze Gegenteil“, schreibt „Mehrnachdenken“ und outet sich damit als Anhänger einer Pädagogik von anno dazumal. Leider, lieber „Mehrnachdenken“, ist die Welt heute eine andere als die vor 30, 40 Jahren. Wir leben in einer Informationsgesellschaft, in der sich Wissen innerhalb von kurzen Zeiträumen vervielfacht. Mit lexikalischem Paukwissen ist heute nichts mehr zu reißen – es geht um Kompetenzen, etwa die, sich Informationen innerhalb von kurzer Zeit aneignen und verarbeiten zu können. Und auch die Kinder sind andere; die Lebenswelt der Mädchen und Jungen heute hat nichts mehr zu tun mit der Welt, in der wir heutigen Erwachsenen aufgewachsen sind. Wie können wir sie (und zwar möglichst alle) fit für die Herausforderungen machen, denen sie sich in 20, 30 Jahren zu stellen haben? Mit Lehrmitteln aus dem 15. Jahrhundert (Bücher), einem Schulsystem aus dem 19. Jahrhundert und Methoden aus dem 20. Jahrhundert wohl kaum.

    • @Bernd
      Ja, Sie sind einer der wenigen Unterstützer von @Konfuzius.
      Es ist schon einigermaßen frech und anmaßend, dass Sie mir in meinem Beitrag unterstellen, ich würde unterrichten wie vor 30 oder 40 Jahren und Lehrmittel aus dem „Mittelalter“ benutzen.
      Wollen Sie so ernsthaft mit mir über Inhalte diskutieren? Das kann doch wohl nicht Ihr Ernst sein.

      Ja, es stimmt allerdings, dass ich viele Entwicklungen in der Bildungspolitik zumindest für fragwürdig, in Teilen auch für vollkommen falsch halte. Ich lese momentan das Buch von J. Kraus „Helikopter – Eltern“, in dem er sich auch in Teilen mit der aktuellen Bildungspoliitk beschäftigt. Sehr zu empfehlen, vor allem für offensichtlich so „fortschrittsgläubige“ Leute wie Sie es augenscheinlich vorgeben zu sein.

      Ich empfehle Ihnen, sich zunächst die vielen zahlreichen kritischen Einlassungen zur aktuellen Bildungspolitik durchzulesen, um sich hier dann hoffentlich qualifizierter äußern zu können.

    • Um zu wissen wonach man googeln soll, muss man erst einmal etwas wissen.

  9. Kleiner Nachtrag: Stellen Sie sich mal vor, ein Arzt würde Ihnen erzählen: „Den ganzen modischen Firlefanz lehne ich ab – ich operiere lieber noch mit Hammer und Meißel.“ Würden Sie dem vertrauen? Eben.

    • Und stellen Sie sich mal vor, ein Arzt würde sein medizinische Erfahrungswissen in den Wind schlagen und nach tollen Versprechungen irgendwelcher Heilslehrer vorgehen, die auf grandiose Erfolge in anderen Ländern verweisen. Er würde wegen Körperverletzung und Tötungsdelikten bald vor dem Kadi stehen, den pädagogische Verführer niemals befürchten müssen.
      Da begebe ich mich doch lieber in die Hände solider Schulmediziner, die gewiss keine Steinzeit- oder mittelalterliche Menschen mit Hammer und Meisel mehr sind.
      Man kann es auch übertreiben mit seinen Argumenten und Vergleichen, werter Bernd, und sich ein Eigentor schießen.

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