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Der Deutsche Schulleiterkongress – noch jung, und schon unverzichtbar

Ein Kommentar von ANDREJ PRIBOSCHEK.

Der Bildungsjournalist Andrej Priboschek. Foto. Alex Büttner

Der Bildungsjournalist Andrej Priboschek. Foto. Alex Büttner

DÜSSELDORF. Es war wohl von Nina Ruge als kleines Warm-up gedacht, wie Fernseh-Macher das Anheizen des Publikums vor dem eigentlichen Beginn der Show nennen. Die Moderatorin wollte wissen – „Finger hoch!“ –, wer denn wie sie ein „Wiederholungstäter“ sei und den Deutschen Schulleiterkongress zum wiederholten Male besuche (Ruge hatte schon im letzten Jahr durch das Programm auf der Hauptbühne geführt). Tatsächlich reckten deutlich mehr als die Hälfte der Zuschauer in dem voll besetzten, riesigen Kongresssaal der Messe Düsseldorf ihre Arme in die Höhe. So geriet die kleine Aktion zu einer eindrucksvollen Demonstration für die erst zum dritten Mal stattfindende Veranstaltung. Was könnte mehr für ihren Erfolg sprechen, als wenn eine große Anzahl Menschen es nicht bei einem einmaligen Besuch belässt?

Tatsächlich sind es rund 60 Prozent der Teilnehmer am aktuellen 3. Deutschen Schulleiterkongress, die zum zweiten Mal oder öfter zu dem Bildungsgipfel nach Düsseldorf gereist sind. Eine weitere Zahl macht den Erfolg anschaulich: 2000 Teilnehmer – ausgebucht, so melden die Veranstalter, der Verband Bildung und Erziehung (VBE) und der Informationsdienstleister Wolters Kluwer Deutschland. Warum aber nehmen so viele Schulleiterinnen und Schulleiter eine zum Teil weite Anreise auf sich und tragen die Kosten oftmals aus eigener Tasche? Da sind, zum einen, sicherlich die Quantität und die Qualität der Fortbildungsangebote. „Auf dem Deutschen Schulleiterkongress 2014 wird in über 90 Vorträgen und Gesprächsrunden und von über 80 Referenten alles Wissenswerte rund um Schulleitung vermittelt“, so erklärt Michael Gloss, Geschäftsführer von Wolters Kluwer Deutschland – ob nun zur Inklusion, zum Thema Führungsstil oder zum digitalen Lernen.

Da ist, zum zweiten, ein Aspekt, den VBE-Vorsitzender Udo Beckmann betonte: die Möglichkeit, sich mit Kolleginnen und Kollegen über enge regionale Grenzen hinweg austauschen zu können – zu „netzwerken“, wie man heute so schön sagt. Drittens, die Unterhaltung kommt auch nicht zu kurz. Wofür nicht nur die Moderatoren Nina Ruge und Lothar Guckeisen (im Hauptberuf Radio-Journalist) stehen – sondern auch eine illustre Schar von Gästen, die den allzu engen Schulbezug sprengen: Da spricht der Musiker und Extremsportler Joey Kelly darüber, wie sehr das Erreichen eines Ziels von eiserner Disziplin abhängt, Moritz Freiherr Knigge beschreibt Umgangsformen und „Super-Nanny“ Katia Saalfrank erklärt, warum Kinder mehr „Beziehung statt Erziehung“ brauchen.

Aber alles das erklärt den Erfolg noch nicht hinreichend. Der vielleicht wichtigste Grund für die enorme Strahlkraft der Veranstaltung: Es ist die Wertschätzung, die der Deutsche Schulleiterkongress durch seinen Rahmen, aber auch schon durch seine bloße Existenz den Schulleiterinnen und Schulleitern in Deutschland entgegenbringt. Ein solch wuchtiger Auftritt, der die gesellschaftliche Bedeutung der Schulen spiegelt, hat lange hierzulande gefehlt. Man muss kein Prophet sein, um vorhersagen zu können: Der Deutsche Schulleiterkongress wird in der deutschen Bildungslandschaft auf Dauer präsent sein. Und das ist gut so.

 

 

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