Start Nachrichten Grüne für verpflichtendes (gebührenfreies) Kita-Jahr vor der Einschulung

Grüne für verpflichtendes (gebührenfreies) Kita-Jahr vor der Einschulung

3
Anzeige

BERLIN. Ist der Erfolg in der Schule zu stark abhängig von Elternhaus und Kita-Vorbildung? Die Grünen wollen mehr Förderung verpflichtend machen.

Pflicht-Programm? Symbolfoto: Shutterstock/Roman Samborskyi

Die Grünen wollen für alle Kinder in Deutschland ein verpflichtendes Kita-Jahr vor der Einschulung einführen. Das geht aus einem neuen Positionspapier zur frühkindlichen Bildung hervor, das laut einem Bericht der «Welt» von der Bundestagsfraktion verabschiedet wurde und der Zeitung vorliegt. Dieses Jahr müsse beitragsfrei sein, der Bund solle dazu mit den Ländern Gespräche über Umsetzung und Finanzierung aufnehmen.

«Mit einem verbindlichen und beitragsfreien Startklar-Jahr wollen wir jedem Kind vor der Einschulung die Förderung ermöglichen, die es braucht», sagte die Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen-Bundestagsfraktion, Anja Reinalter, der Zeitung.

Kritik am Gesetzentwurf von Prien

Mit der Forderung gehen die Grünen dem Bericht zufolge über ein geplantes Gesetz von Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) hinaus. Dieses sogenannte Startchancen- und Qualitätsentwicklungsgesetz soll laut Entwurf mehr Kinder in öffentliche Betreuung bringen, möglichst früh vor allem fehlende Sprachkenntnisse dingfest machen und etwaige Probleme durch gezielte Hilfen ausgleichen (News4teachers berichtete).

Die Grünen fordern darüber hinaus einen unbefristeten «Kita-Qualitätspakt» von Bund und Ländern. «Während Schwarz-Rot die Bundesmittel für Kita-Qualität perspektivisch halbieren will und ab 2035 komplett aus der Finanzierung aussteigen will, fordern wir einen dauerhaften Kita-Qualitätspakt mit jährlich drei Milliarden Euro vom Bund», sagte Reinalter. Zusätzlich müsse das Kita-Investitionsprogramm aus dem Sondervermögen auf elf Milliarden Euro aufgestockt werden. News4teachers

Bundesland prüft Kita-Pflicht – trotz hoher (verfassungsrechtlicher) Hürden

Anzeige

Info bei neuen Kommentaren
Benachrichtige mich bei
3 Kommentare
A. M.
1 Tag zuvor

„Startklar-Jahr!“ – schon wieder so ein beschönigender Ausdruck für eine Verpflichtung die wir in dieser Form wohl bundesweit eher nicht brauchen. Fast alle Kinder im Vorschulalter besuchen einen Kindergarten und die wenigen, die es nicht tun, haben dafür nicht selten medizinische Gründe. Aber wenn diese Forderung dazu, für Kinder ausnahmslos vor der Schule ein „Startklar-Jahr“ zu installieren, mit Gebührenbefreiung verbunden wird, dann sagen natürlich zu gern viele Eltern Ja! Und mit Protest jener Eltern, die aufgrund ihres Einkommens die höchsten Beiträge bezahlen, ist nicht mehr zu rechnen.

In Zeiten leerer Staatskassen auf Beiträge zur Betreuung ihrer Kinder von Besserverdienenden zu verzichten, ist nun wirklich nicht nötig. Das Geld wird dann später anderweitig irgendwo im sozialen Bereich eingespart.

ed840
1 Tag zuvor
Antwortet  A. M.

„Fast alle Kinder im Vorschulalter besuchen einen Kindergarten und die wenigen, die es nicht tun, haben dafür nicht selten medizinische Gründe.„

Ist je nach Bundesland unterschiedlich. Das geht von 99,6% bis 89,9%.

Betreuungsquote von Kindern unter 6 Jahren nach Bundesländern – Statistisches Bundesamt

A. M.
21 Stunden zuvor
Antwortet  ed840

Danke für die Statistik. Da sie sich aber auf Kinder ab drei bezieht, vermute ich doch sehr stark, dass die Quote der Kinder im letzten Kindergartenjahr, die einen Kindergarten besuchen, eher kurz unter 100 % liegt. Aus meinem Umfeld in NRW sind jedenfalls nicht annähernd 5% der Vorschulkinder ohne einen Kitaplatz. Überlicherweise zählen alle Kinder als Vorschulkinder, die im letzten Jahr vor der Einschulung an der Förderung der Vorschulkinder teilnehmen. Auch wenn sie vorzeitig eingeschult werden oder doch noch ein Jahr länger im Kindergarten bleiben.

Eltern haben manchmal immer noch ein Problem, für dreijährige Kinder einen Kindergartenplatz zu finden, nachdem es der Politik gefallen hat, festzulegen, dass mindestens vier oder sechs Zweijährige pro Jahr und Regelgruppe einen Platz erhalten müssen. – Wenn dann nach einem Umzug der Familie an einem anderen Ort ein Kindergartenplatz für ein älteres Kind gesucht und gebraucht wurde, konnte das dauern und Vorschulkinder mussten dann auch schon mal in die Tagespflege, bis ein Kindergartenplatz für sie gefunden war. Das ist natürlich sehr schade für diese Kinder. Starre Regeln von oben führten bislang schon erliche Male dazu, dass Kinder, die wirklich mit anderen Kindern spielen wollen, notgedrungen in der Warteschleife hängen, aber Kleinkinder, die jeden Infekt mitnehmen und im Hinblick auf ihr körperliches und seelisches Wohlbefinden vielleicht besser ein Jahr später in die Kita gegen würden, „da durch müssen“…

Bleibt zu hoffen, dass das „Startklar-Jahr“, wenn es denn kommt, nicht mit Tests aufwartet, die an Delfin 4 erinnern.