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Klüngel? Ministerin Wende bevorzugt ihre ehemalige Uni bei Lehrerausbildung

KIEL. Der Streit um die geplante Reform der Lehrerausbildung im Norden und das Verhalten von Wissenschaftsministerin Wende eskaliert. CDU und FDP fordern notfalls ein Machtwort von Ministerpräsident Albig, den umstrittenen Gesetzentwurf Wendes erst einmal zu stoppen. Die Landesregierung will auch gegen Widerstände an der geplanten Reform der Lehrerausbildung im Norden festhalten.

«Wir halten diesen Weg für genau den Richtigen», sagte Regierungssprecher Carsten Maltzan. Das Kabinett habe den entsprechenden Gesetzentwurf von Bildungsministerin Waltraud Wende (parteilos) in der vergangenen Sitzung beraten. Anschließend habe es einen sogenannten Umlaufbeschluss dazu gegeben. «Das Kabinett steht vollkommen geschlossen hinter diesem Entwurf.»

Nach den Plänen der Ministerin wird die Uni Flensburg in der Lehrerausbildung erheblich ausgebaut – zum Nachteil Kiels. Wende war, bevor sie Ministerin wurde, Professorin für Literaturwissenschaften – und Präsidentin der Uni Flensburg.

Kommt gehörig unter Druck: Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Waltraud Wende. (Foto: Steffen Voss/Bildungsministerium Schleswig Holstein)

Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Waltraud Wende war Präsidentin der Uni Flensburg. (Foto: Steffen Voss/Bildungsministerium Schleswig Holstein)

CDU und FDP hatten Wende aufgefordert, ihre umstrittene Reform zurückzuziehen. Notfalls seien Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) und die Regierungsfraktionen gefordert.

Der Kieler Uni-Präsident Gerhard Fouquet hatte Wende vorgehalten, Absprachen zwischen dem Ministerium und den Universitäten Kiel und Flensburg zur künftigen Aufteilung der universitären Lehrerausbildung nicht einzuhalten – was Wende zurückwies. Die Kieler Christian Albrechts-Universität (CAU) reagierte daraufhin mit einer Solidaritätserklärung für ihren Präsidenten: «Die CAU wird nichts tun, was die Glaubwürdigkeit von Professor Fouquet in Frage stellt, und auch nicht zulassen, dass diese in Frage gestellt wird. Die neuen Informationen sind seitens der
Ministerin nicht so kommuniziert worden, dass die Information wahrnehmbar
gewesen wäre.» Die CAU erwarte, dass die Vereinbarungen aus dem Eckpunktepapier
vom September 2013 umgesetzt werden.

Wende will an der Universität Flensburg künftig in mindestens 13 Fächern ein Studium für die Sekundarstufe II (Klasse elf bis 13) anbieten. Das Lehramtsstudium in Schleswig-Holstein wird vom kommenden Wintersemester an neu aufgestellt. In der kommenden Woche berät der Landtag erstmals über den Gesetzentwurf. dpa

Zum Beitrag Eklat in Kiel um Lehrerausbildung: Uni fühlt sich von Wende hintergangen

2 Kommentare

  1. Ich denke es reicht, dass das Kabinett um Umlaufverfahren zugestimmt hat, erinnert an eine Wohnungseigentümerversammlung, wo so etwas auch gemacht werden kann. Aber bei einem solchen Gesetzentwurf das zu machen, ist schon eigentümlich. Verwundern kann es natürlich nicht. Freunde sind sind schließlich Freunde; und mächtige Freunde gibt es ja auch.
    Für die Studenten, für die Lehramtsanwärter, für Eltern, Schülerinnen und Schüler wäre ein“ Ende ohne Wende doch besser als eine Wende ohne Ende“.

  2. Vor der Wende war alles besser! ‚Wara‘ ist die unfähigste Bildungsministerin, die das nördlichste Bundesland je zu ertragen hatte, und auch im bundesweiten Vergleich gibt es vermutlich kaum einen Amtskollegen, der mehr versagt.

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