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„Wirtschaftsunterricht muss lebensnah sein“

Der Deutsche Gründerpreis für Schüler startet aktuell in die neue Spielrunde 2015. Im Interview spricht Stefan Donnermeyer, der in der vergangenen Spielrunde zum „Lehrer des Jahres“ gewählt wurde, über seine Wettbewerbserfahrungen. Er unterrichtet an den Kaufmännischen Schulen Tecklenburger Land in Ibbenbüren. 

Stefan Donnermeyer „Lehrer des Jahres“ in der vergangenen Spielrunde

Stefan Donnermeyer
„Lehrer des Jahres“ in der vergangenen Spielrunde

Herr Donnermeyer, was ist für Sie der ausschlaggebende Grund, sich beim Deutschen Gründerpreis für Schüler zu engagieren?
Es motiviert ungemein, sich als Lehrer an so einem Projekt zu beteiligen. Die Schülerinnen und Schüler kommen auf geniale Ideen, wachsen im Team an ihren Aufgaben und lernen Dinge fürs Leben. Das Existenzgründer-Planspiel deckt ein breites Bündel an Kompetenzen ab. Neben der vielschichtigen betriebswirtschaftlichen Themenpalette werden auch die sozialen Kompetenzen geschult. Die Tatsache, dass die Teams im Rahmen des Spiels viele Informationen beschaffen, bewerten, selektieren und aufbereiten müssen, ist darüber hinaus noch gut für die methodischen Fähigkeiten.

Wird der Wirtschaftsunterricht in den Schulen Ihrer Meinung nach ausreichend gefördert?
An den kaufmännischen Berufskollegs per definitionem schon. Darin liegt unser Schwerpunkt. An den allgemeinbildenden Schulen gibt es sicher noch Aufholbedarf zu Themen aus dem Bereich Wirtschaft. Dabei sollten sie aber lebensnah sein. Berechnungen zum Bruttoinlandsprodukt wären dabei weniger dringend wie zum Beispiel vermögenswirksame Leistungen, Altersvorsorge oder Schuldenfalle.

Was bringt der Wettbewerb vor diesem Hintergrund? 
Wir als kaufmännische Schule profitieren von der Themenvielfalt und der Praxisnähe des Projektes. Die Spielgruppen müssen sich zum Beispiel konkret Gedanken über ihre Geschäftsidee, die Finanzierung, das Absatzmarketing und die Organisationsstruktur machen. So werden die Unterrichtsfächer mit selbsterfahrener Praxis gefüllt.

Wie integrieren Sie das Planspiel in den Unterricht?
Der Deutsche Gründerpreis wird direkt bei der Einschulung thematisiert. Die Schülerinnen und Schüler machen sich im Anschluss Gedanken über eine gute Geschäftsidee. Dafür haben sie dann ein halbes Jahr Zeit. Im zweiten Halbjahr ist der Spielzeitraum, in dem sie die Aufgaben des Planspiels bearbeiten.

Wie hoch ist Ihr persönlicher Aufwand und wie viel Zeit sollten die Schüler investieren?
Für die Schüler sind es mindestens 90 Minuten pro Woche im Unterricht. Hinzu kommt ein gewisses Maß außerhalb der Schule zum Beispiel für Befragungen oder die Gestaltung der Webseite. Der Aufwand des Lehrers befindet sich im Großen und Ganzen in den Grenzen des Unterrichts. Aber es kommen auch schon einmal Fragen per E-Mail, in den Pausen oder nach Unterrichtsschluss vor.

Welche Tipps haben Sie für Schüler und Lehrerkollegen, die künftig am Wettbewerb teilnehmen möchten?
Ganz wichtig ist es, frühzeitig mit der Ideensuche zu beginnen. Wenn man zum Spielbeginn unter Zeitdruck etwas finden soll, wird es meistens schwierig. Ansonsten kann man als Coach in unterschiedlicher Weise die Spielgruppen steuern. In der Regel sollte man die Schülerteams eigenverantwortlich arbeiten lassen und sich auf die Rolle des Coaches zurückziehen. Zur Erläuterung einiger Inhalte oder Aufgaben kann man auch mal für zehn Minuten im Plenum zusammen kommen und gemeinsam offene Fragen klären.

Die Bewerbungsfrist für die Teilnehmer des Deutschen Gründerpreises für Schüler startet am 15. Oktober 2014. Logo: Deutscher Gründerpreis für Schüler

Die Bewerbungsfrist für die Teilnehmer startet am 15. Oktober 2014. Logo: Deutscher Gründerpreis für Schüler

Wie motivieren Sie Ihre Schüler, bei der Stange zu bleiben?
Wenn die Schüler hinter einer Idee stehen, klappt es ganz gut. Der Knackpunkt ist, dass sie auch selbst von der Konzeption überzeugt sind. Die Preisverleihung in Hamburg, die selbstgesteuerte Unterrichtsstruktur und nicht zuletzt auch eine gute Note im Bereich des Projektunterrichts sollten Motivation genug sein. Bei allen Gruppen gelingt es allerdings nicht in gleichem Maße. Aber das ist bei der großen Anzahl unserer Teams als normal anzusehen. Meine Erfahrung ist: Wenn die Teams Spaß haben und an einem Strang ziehen, dann haben sie auch Erfolg und erleben unvergessliche Momente.

 

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