Start Leben Karolina-Burger-Realschule plus: „Deutschlands gefährlichste Schule“ – oder vielmehr Deutschlands zerstrittenstes Kollegium?

Karolina-Burger-Realschule plus: „Deutschlands gefährlichste Schule“ – oder vielmehr Deutschlands zerstrittenstes Kollegium?

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LUDWIGSHAFEN. Polizeieinsätze, Gewalt und Vandalismus haben der Karolina-Burger-Realschule plus in Ludwigshafen bundesweit den Ruf als „Deutschlands gefährlichste Schule“ eingebracht. Doch womöglich führt dieses Etikett in die falsche Richtung. Nach Einschätzung des rheinland-pfälzischen Bildungsministeriums ist nämlich nicht die Schülerschaft das eigentliche Problem – sondern ein offenbar vollkommen zerstrittenes Kollegium. Die Schulaufsicht reagiert mit drastischen Eingriffen: Der Schulleiter wird abgeordnet, zwei weitere Lehrkräfte werden versetzt. Und der Personalrat soll aufgelöst werden. Dagegen laufen die Lehrkräfteverbände GEW und VBE Sturm.

Im Clinch. (Symbolbild.) Illustration: News4teachers

Die Karolina-Burger-Realschule plus kommt nicht zur Ruhe. Wie der SWR berichtet, hatte sich zu Beginn des Schuljahres rund ein Drittel der 56 Lehrkräfte krankgemeldet – nach Angaben des Bildungsministeriums waren es zuletzt noch elf. Hintergrund der Krankheitswelle sollen auch die Konflikte mit dem Schulleiter gewesen sein. Gegen ihn waren drei Dienstaufsichtsbeschwerden eingereicht worden: vom Personalrat, aus dem Schulleitungsteam und von einer weiteren Lehrkraft.

Nun soll der Schulleiter Mitte September an eine andere Schule abgeordnet werden. Die Leitung der Karolina-Burger-Realschule plus übernimmt zunächst die Konrektorin. Ein weiteres Mitglied des Schulleitungsteams und eine Lehrkraft sollen ebenfalls die Schule verlassen. Wann eine neue dauerhafte Schulleitung ihre Arbeit aufnimmt, ist offen. Das Bildungsministerium teilte dem SWR mit, „derzeit wird intensiv daran gearbeitet, eine Nachfolge für den Schulleiter zu finden“.

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Der ungewöhnlichste Schritt richtet sich allerdings gegen die Personalvertretung. Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) unterstützt einen Antrag des bisherigen Schulleiters beim Verwaltungsgericht Mainz, den örtlichen Personalrat aufzulösen. Das Gremium habe seine gesetzlichen Pflichten grob verletzt, lautet der Vorwurf. Dazu gehöre insbesondere die Pflicht zur vertrauensvollen Zusammenarbeit und dazu, alles zu unterlassen, was die Arbeit und den Frieden innerhalb der Dienststelle beeinträchtigen könne. Aufgrund des Verhaltens des Personalrats sei eine solche Zusammenarbeit nicht mehr möglich.

Wann über den Antrag entschieden wird, ist noch unklar. Nach einem Bericht des SWR, der sich dabei auf Informationen des Evangelischen Pressedienstes beruft, dürfte sich das Verwaltungsgericht erst im kommenden Jahr mit dem Fall befassen.

„So ein Vorgehen hat es noch nie gegeben“

Die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Rheinland-Pfalz, Christiane Herz, reagiert alarmiert. Ein solches Vorgehen gegen einen schulischen Personalrat habe es nach ihrer Kenntnis noch nie gegeben. Sie zeigt sich gespannt, ob auch das Verwaltungsgericht tatsächlich eine grobe Pflichtverletzung erkennen wird.

Herz bezweifelt zudem, dass die vom Bildungsministerium verfügten Maßnahmen zu einem wirklichen Neuanfang führen. Die Art und der Zeitpunkt der geplanten Versetzungen würden zusätzliche Unruhe und Misstrauen schaffen, fürchtet sie. Jetzt brauche es vor allem Ruhe und Unterstützung, damit sich die Lehrkräfte versöhnen und gemeinsam nach vorne schauen könnten.

Entscheidend sei weniger, wer die Schule verlasse. Wichtiger sei, wer sie künftig führe, welches Team Verantwortung übernehme und welchen Plan die Landesregierung für die weitere Entwicklung habe. Der örtliche Personalrat werde derzeit von Mitgliedern des Bezirkspersonalrats beraten. Es gehe um personalrechtliche Verfahren mit Fristen, Anhörungen und notwendigen Zustimmungen.

Auch der Landesvorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE), Lars Lamowski, äußert deutliche Zweifel. Das Land müsse schon sehr gute Gründe vorlegen, wenn es mit seinem Vorgehen vor dem Verwaltungsgericht Erfolg haben wolle. Sein Verband werde das Verfahren genau beobachten.

Für Lamowski lässt sich die Krise nicht allein durch Versetzungen oder Abberufungen lösen. „Wir brauchen dringend mehr Schulsozialarbeiter und Psychologen an der Schule“, fordert er gegenüber dem SWR. Auch die Lehrkräfte benötigten „dringend Supervision“ und eine „Reflexion über das, was passiert, damit sie sich als Team begreifen“.

Schon diese Formulierung zeigt, wie tief der Riss durch das Kollegium gehen muss.

Streit entzündet sich an der Person des Schulleiters

Nach außen erschien der Konflikt lange wie eine Auseinandersetzung zwischen einem überforderten Kollegium auf der einen und einer untätigen oder schlecht kommunizierenden Schulleitung auf der anderen Seite. Eine langjährige Lehrkraft hatte gegenüber News4teachers geschildert, die Kolleginnen und Kollegen hätten zunehmend die Rückendeckung der Führung verloren. Konsequenzen gegenüber massiv störenden oder gewalttätigen Jugendlichen seien ausgeblieben, Informationen nach gefährlichen Vorfällen nicht ausreichend weitergegeben worden. Brandbrief, Überlastungsanzeigen und Beschwerden seien nach Wahrnehmung der Lehrkraft weitgehend folgenlos geblieben.

„Wir haben geschrieben, wir haben gemeldet, wir haben Überlastungsanzeigen gestellt. Irgendwann entsteht das Gefühl: Egal, was wir machen, es verschwindet in den Tresoren der ADD“, erklärte sie. Besonders nach Reizgasattacken, Amoklagen und der Bedrohung einer Lehrerin mit einem Messer hätten sich Beschäftigte alleingelassen gefühlt.(News4teachers berichtete.)

Doch andere Lehrkräfte aus derselben Schule zeichneten anschließend ein deutlich anderes Bild. Sie bestritten weder die Probleme noch Führungs- und Kommunikationsfehler des Schulleiters. Sie warnten aber davor, ihm die gesamte Krise anzulasten. Gewalt, Bedrohungen, Sachbeschädigungen und massive Unterrichtsstörungen habe es schon lange vor seiner Amtszeit gegeben.

Nach ihrer Darstellung hatte der Schulleiter versucht, die Schule stärker zu entwickeln und zu öffnen: mit Krisenteam und Streitschlichtung, Schulsanitätsdienst, Berufsorientierung, Kooperationen im Stadtteil sowie neuen Präventions- und Förderangeboten. Die Reformen seien womöglich zu schnell erfolgt und nicht immer ausreichend moderiert worden. Zugleich seien sie aber auf Teile eines Kollegiums gestoßen, das Veränderungen und zusätzliche Verantwortung nur eingeschränkt mitgetragen habe.

Die Verfasser der Stellungnahme wandten sich deshalb ausdrücklich dagegen, den Streit als Konflikt „Schulleiter gegen Kollegium“ darzustellen. Die Positionen innerhalb der Lehrerschaft seien wesentlich vielfältiger. Beschäftigte, die sich keiner der beiden Seiten zuordnen wollten, hätten die Atmosphäre teilweise als schwierig erlebt. (News4teachers berichtete.)

Damit stehen sich an derselben Schule zwei nahezu gegensätzliche Erzählungen gegenüber: Für die eine Seite fehlten Führung, Schutz und Rückendeckung. Für die andere versuchte der Schulleiter, notwendige Veränderungen gegen Widerstände im Kollegium durchzusetzen. Dass nun sowohl der Schulleiter gehen als auch der Personalrat aufgelöst werden soll, legt nahe: Die Schulaufsicht sieht die Verantwortung offenbar nicht nur bei einem der beiden Lager.

Ministerium: Schülerschaft ist nicht das eigentliche Problem

Besonders bemerkenswert ist dabei die neue Diagnose des Bildungsministeriums. Die Karolina-Burger-Realschule plus wurde über Monate vor allem als Schule der Gewalt wahrgenommen: Reizgasattacken, Schlägereien, Feuer- und Amokalarme sowie die Bedrohung einer Lehrerin mit einem Messer bestimmten die Schlagzeilen. Die „Bild“-Zeitung versah sie schließlich mit dem Superlativ „Deutschlands gefährlichste Schule“.

Objektiv belastbare Daten, die diese Bezeichnung rechtfertigen könnten, gibt es allerdings nicht. Schon die Polizei hatte erklärt, Körperverletzungen kämen an der Schule immer mal wieder zwar seit Jahren vor; ein allgemein herrschendes „Klima der Angst“ bestätigte sie jedoch nicht.

Nun rückt auch das Bildungsministerium von der Vorstellung ab, die rund 800 Schülerinnen und Schüler seien der Kern der Krise. Die Schülerschaft sei „nicht das eigentliche Problem“, erklärte Bildungsministerin Ute Eiling-Hütig (CDU). Es gebe viele engagierte und positiv eingestellte Schülerinnen und Schüler. Ihnen stünden lediglich einige wenige Jugendliche gegenüber, die tatsächlich auffällig seien und „über die Stränge schlagen“.

Der Schulfrieden sei vielmehr „insbesondere durch Zerwürfnisse innerhalb des Kollegiums massiv beschädigt worden“, erklärte Eiling-Hütig im Bildungsausschuss des Landtags. Alle personellen Maßnahmen seien deshalb so gewählt, dass sie dazu beitrügen, den Schulfrieden wiederherzustellen – ohne einer einzelnen Person die Schuld zuzuweisen.

Die Schule zu schließen, komme nicht infrage, betont Eiling-Hütig. Auch den Einsatz von Sicherheitspersonal lehnt sie ab. Stattdessen sollen zunächst täglich Beschäftigte der Schulaufsicht, des Pädagogischen Landesinstituts oder des Ministeriums vor Ort sein. Hinzukommen sollen weitere Sozialpädagogen und Deutschförderkräfte. In Einzelfällen kann außerdem bereits ab dem ersten Krankheitstag ein amtsärztliches Attest verlangt werden.

Eine überraschende Wende des Falls. Vielleicht war „Deutschlands gefährlichste Schule“ von Anfang an die falsche Beschreibung. Womöglich handelt es sich bei der Karolina-Burger-Realschule plus derzeit vor allem um Deutschlands zerstrittenste Schule – ein Kollegium, das sich nie darüber einig werden konnte, wie es mit den zweifellos schwierigen Rahmbenbedingungen umgehen sollte. Das wirft allerdings eine Frage auf: Was hat die Schulaufsicht eigentlich die ganzen Jahre getan? News4teachers

Brandbrief-Schule: Lehrkraft schildert Zustände im Unterricht („unverletzt rauskommen“)

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33 Kommentare
vhh
1 Monat zuvor

„…drei Dienstaufsichtsbeschwerden eingereicht worden: vom Personalrat, aus dem Schulleitungsteam und von einer weiteren Lehrkraft“ und nun sollen ein Mitglied der Schulleitung und eine Lehrkraft die Schule verlassen, der Personalrat auf Antrag des Schulleiters aufgelöst werden. Gaanz bestimmt sind das andere Betroffene. Natürlich dient das nur der Wiederherstellung des Schulfriedens (damit kann man alles begründen), denn Maßregelungen oder Unannehmlichkeiten als Folge einer eigenen Beschwerde sind bekanntlich verboten.
Die tägliche Anwesenheit von Schulaufsicht und Ministerium wird sicher die Hintergründe schnell klären, das Landesinstitut eine fundierte, auf die Probleme abgestimmte, praxisnahe Beratung durchführen.

Namina
1 Monat zuvor

„Eine langjährige Lehrkraft hatte gegenüber News4teachers geschildert, die Kolleginnen und Kollegen hätten zunehmend die Rückendeckung der Führung verloren. Konsequenzen gegenüber massiv störenden oder gewalttätigen Jugendlichen seien ausgeblieben, Informationen nach gefährlichen Vorfällen nicht ausreichend weitergegeben worden.“

Hm, das Schulrecht (aber wohl viele Lehrkräfte nicht) kennt doch die sogenannte „Ermessensunterschreitung“. Das bedeutet, wenn eine Schule auf Verfehlungen zu milde oder gar nicht reagiert, darf die übergeordnete Stelle (Schulaufsicht) die Sache an sich nehmen und passendere Maßnahmen ergreifen.

Dazu muss die übergeordnete Stelle natürlich von der „Ermessensunterschreitung“ erfahren. Und da kommt die Remonstrationspflicht ins Spiel, meine ich, die da in einem anderen Artikel diskutiert wurde.

Ribi
1 Monat zuvor

Wie kann man einen Böller in der Schule oder auch nur im öffentlichen Raum zünden? Da böllert es in der Birne! Ein widerliches und asoziales Verhalten! Angriffe mit Messer auf MitschülerInnen oder Lehrkräfte, in Koblenz, nicht gerade Berlin oder Köln, erlebt man auch asoziale SchülerInnen! Ich bin fassungslos, dass da zum Wohle der Opfer nicht handfest eingegriffen wird!

Rainer Zufall
26 Tage zuvor
Antwortet  Ribi

„Wie kann man einen Böller in der Schule oder auch nur im öffentlichen Raum zünden? Da böllert es in der Birne!“
Auspeitschen unter zehn Hieben ist da nicht

Ribi
24 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Auspeitschen nur für linksliberale LehrerInnen

Rüdiger Vehrenkamp
1 Monat zuvor

Wir haben Kontakt zu den Sozialarbeitern, die schon an der Schule tätig sind und waren. Man macht hier im Grunde Nebenschauplätze auf. Dass das Kollegium nicht perfekt war, stimmt wohl. Dies aber war auch durch die Schülerschaft bedingt und dem puren Gefühl des Burnouts. Allein gelassen fühlte man sich von den übergeordneten Stellen. Mit dem Fokus auf die Lehrerschaft, gepaart mit einigen Maulkörben, versucht man nun das Problem an der Schule zu lösen. Man wird in der Öffentlichkeit künftig weniger von der Karolina-Burger-Realschule Plus hören. Dies wird allerdings nicht deswegen sein, weil nun alle Probleme gelöst sind.

Rainer Zufall
29 Tage zuvor

„Dies aber war auch durch die Schülerschaft bedingt“
Aber nur „hier und da“? 😉

Hansjoachim
23 Tage zuvor

Die Lehrer sind schuld. Es ist eben ein Teil der Ideologie, dass Schulkinder niemals an irgendetwas schuld sein können, Migrantenkinder schon gar nicht, die sind die unschuldigen „Kuscheltiere“ (Mansour), und die Eltern haben keinen Einfluss auf ihre Kinder, sie können sie einfach nicht im Sinne unseres Gemeinwesens mit „unseren Werten“ erziehen, nein, sie können es nicht, dafür muss man doch Verständnis haben. 🙂
Schuld haben immer nur die „Gymnasialeltern“, weil sie ihre Kinder unverschämterweise lieber nicht einer solchen „Löwengrube“ ausliefern wollen. Da hilft jetzt nur noch eine sozialistische Kulturrevolution nach chinesischem Vorbild. 🙂

Rainer Zufall
19 Tage zuvor
Antwortet  Hansjoachim

„Es ist eben ein Teil der Ideologie, dass Schulkinder niemals an irgendetwas schuld sein können“
Manche Erwachsene fühlen sich mehr in der Verantwortung für denn im Machtkampf mit Kindern.

„nein, sie können es nicht, dafür muss man doch Verständnis haben.“
Ne, im Gegenteil. Aber manchen fällt nicht ein, selbst die Rahmenbedingungen ändern zu wollen, stattdessen von einem Wunder zu träumen, dass ebendiese Eltern urplötzlich machen, was sie jahrelang versäumten, oder das irgendwelche „Konsequenzen“ (Strafen) erfolgen, die einer Demokratie unwürdig sind und den Klagenden im Forum selbst dermaßen peinlich, dass sie diese nicht auszuschreiben wagen 😉

447
1 Monat zuvor

Reizgas, Schlägereien, Messer.
Ab und zu mal ein paar Körperverletzungen seit Jahren, na, wer wird sich da schon so anstellen. Lehrer halt, nicht wahr?
„über die Stränge schlagen“, so so.

Passt aber perfekt (unironisch) in die bestehende offizielle Logik. Insofern ist die Argumentation der abseits des realen Schuleinsatzes berufenen Behörden (wieder: unironisch) absolut folgerichtig.

Da bleibt nur noch:
„Ok.“
/mic drop

Ribi
29 Tage zuvor
Antwortet  447

Hallo, ich stelle mich da an!

Ribi
29 Tage zuvor
Antwortet  Ribi

Rechte Banden oder männliche Ghetto-Migranten-Homeboys, es reicht, Schluss mit der Gewalt, schaltet,den Kopf ein

Rainer Zufall
27 Tage zuvor
Antwortet  Ribi

Über solche hinaus scheint es große Probleme im Team zu geben bzw. gab es welche.
Von Banden las ich bisher nichts, haben Sie da Quellen zu?

Ribi
26 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Lieber Rainer, dies war generell auf die beklemmende Gewaltsituation gemacht! Erst vor kurzem erschien ein Sachbuch zum Thema Rechte und Schule, welches ich ihnen hier zeitnah verlinke! Rechte Banden oder Migrantenbanden waren und sind spätestens seit 1985 nichts seltenes hierzulande!

Rainer Zufall
24 Tage zuvor
Antwortet  Ribi

Zumindest in diesem Artikel steht auch nichts von Banden. Vielleicht im Buch selbst?

Rainer Zufall
27 Tage zuvor
Antwortet  447

„Passt aber perfekt (unironisch) in die bestehende offizielle Logik.“
Stimmt, Sie sollten kündigen

447
27 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Warum

Rainer Zufall
26 Tage zuvor
Antwortet  447

„Reizgas, Schlägereien, Messer.
Ab und zu mal ein paar Körperverletzungen seit Jahren, na, wer wird sich da schon so anstellen.“
Wenn das Ihre aufrichtige Meinung zum Lehrberuf ist, finden Sie mit Ihrer Qualifikation bestimmt noch etwas erfüllenderes als Silent Quitting – Daumendrück! 😉

Xxx
24 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Wieso sollte 447 kündigen? Er ist unkündbar und mit seinem ohne viel Aufwand durchführbaren Fühli-Unterricht sehr beliebt. Die Abschlussnoten werden auch stimmen, wozu es aber keinen Fachwissenunterricht mehr braucht.

447
24 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

An unserer Schule (keine Vorzeigeprojekt, sondern eine 08/15-GeS) ist das nicht so, weit entfernt davon.

Allerdings bin ich auch mit dem unverdienten Glück und extrem seltenen Glück gesegnet ein basiertes Kollegium und eine stabile Schulleitung zu haben.

Sollten solche Zustände ausbrechen und ich da nicht rauskommen (sehr unwahrscheinlich) – na klar, dann gehe ich.

Küstenfuchs
1 Monat zuvor

Ein solcher Streit im Kollegium wird vermutlich entstanden sein, wenn die „Todesstrafe für Falschparker“-Fraktion und die „Entschuldige dich brav und nimm am Stuhlkreis teil, wenn du wen vergewaltigst“-Fraktion aufeinandertreffen und beide recht groß sind.

Ich vermute, dass diese Fraktionen mit jedem gewalttätigen Zwischenfall unversöhnlicher werden. Die einen fühlen sich allein gelassen von Schulleitung und Kollegen („so schlimm war das mit dem Reizgas doch nicht, schließlich sind das noch Kinder“), die anderen sehen nicht ein, warum Disziplin fast mit religiösem Eifer und insbesondere unter Ignoranz des Einzelfalls mit drakonischen Maßnahmen durchgesetzt werden soll.

Nach meiner langjährigen Erfahrung gibt es diese Fraktionen öfter, und wenn es nicht gelingt, beide zu Kompromissen und einem gemeinsamen Kurs zu bewegen, bekommt eine Schule ein Problem.

Rainer Zufall
27 Tage zuvor
Antwortet  Küstenfuchs

„

TheTeacher
29 Tage zuvor

Die Aussagen von Bildungsministerin Ute Eiling-Hütig hinterlassen einen bemerkenswerten Eindruck, vor allem wegen der völlig unterschiedlichen Maßstäbe, die sie sprachlich an Schülerinnen und Schüler einerseits und das Kollegium andererseits anlegt. Bei den Schülerinnen und Schülern wird sorgfältig differenziert: Die Schülerschaft sei „nicht das eigentliche Problem“, viele seien engagiert und positiv eingestellt, lediglich „einige wenige“ fielen auf und würden „über die Stränge schlagen“. Das ist eine ausgesprochen wohlwollende und entlastende Wortwahl.

Beim Kollegium fehlt diese Differenzierung dagegen weitgehend. Hier ist von „Zerwürfnissen innerhalb des Kollegiums“ die Rede, durch die der Schulfrieden „massiv beschädigt“ worden sei. Während also bei 800 Schülerinnen und Schülern ausdrücklich zwischen einer großen unproblematischen Mehrheit und wenigen auffälligen Jugendlichen unterschieden wird, erfolgt bei den Lehrkräften keine vergleichbare Einschränkung auf einzelne Personen oder Gruppen.

Gerade angesichts der zuvor berichteten Vorfälle (Gewalt, Reizgasattacken, massive Unterrichtsstörungen und sogar die Bedrohung einer Lehrerin mit einem Messer) wirkt die Formulierung, einige Jugendliche hätten lediglich „über die Stränge geschlagen“, zudem erstaunlich verharmlosend.

Selbstverständlich können schwere interne Konflikte in einem Kollegium eine Schule erheblich belasten. Wenn dies nach Erkenntnissen des Ministeriums der Fall ist, muss man das benennen. Aber dann sollte eine Bildungsministerin auch bei den Lehrkräften so differenziert sprechen, wie sie es bei den Schülerinnen und Schülern tut.

Denn die Botschaft, die derzeit entsteht, ist problematisch: Bei den Schülern sind es einige wenige. Bei den Lehrkräften ist es das Kollegium.

Gerade von einer Ministerin, die für beide Gruppen Verantwortung trägt, wäre eine ausgewogenere Sprache angemessen. Wer als Bildungsministerin von den Lehrkräften Loyalität, Professionalität und Engagement erwartet, sollte ihnen umgekehrt auch mit der Wertschätzung und Differenziertheit begegnen, die man von einer „Chefin“ gegenüber ihren Beschäftigten erwarten darf.

Nie wieder Lehramt
29 Tage zuvor
Antwortet  TheTeacher

Unfug. Die Ministerin knüppelt jetzt Konflikt und KollegInnen mithilfe des Dienstrechts publikumswirksam nieder. So lennt sie das wohl aus Bayern. Einen Konflikt, den die CDU mitzuverantworten hat, indem sie die Karolina dreimal im Landtag thematisierte und BILD war auch immer dabei.

447
28 Tage zuvor
Antwortet  TheTeacher

Kurzgefasst:
Eine typische framing-Attacke, geritten auf die Personen, die im tatsächlichen Wortsinne nix an den Zuständen ändern können: Den Lehrern dort.

(„können“= hier: Weder wer die Schule besucht, wie das Schulrecht ausgelegt wird noch was diese angeblich wenigen SuS tun kann vom Wald-und-Wiesen-Lehrer dort beeinflusst werden…alles Entscheidungen, die nur auf SL-Ebene und höher getroffen werden dürfen)

Kurzum: Schwarz ist weiß, oben ist unten, Schüler sind ja (fast) alle nett, Lehrer haben es verbockt.

Heinz
29 Tage zuvor

„Vielleicht war „Deutschlands gefährlichste Schule“ von Anfang an die falsche Beschreibung. Womöglich handelt es sich bei der Karolina-Burger-Realschule plus derzeit vor allem um Deutschlands zerstrittenste Schule.“

Ja vielleicht. Vielleicht werden hier aber auch einfach die, die die Misstände öffentlich gemacht haben, mundtot gemacht. Vielleicht wird auch einfach an der Stellschraube jetzt angepackt, die die einzige ist, wo das Schulministerium überhaupt Einfluss drauf hat. Vielleicht wird jetzt auch einfach die billigste der möglichen Lösungen gewählt. Vielleicht waren die Kollegen auch einfach aufgrund der mieserablen Umstände so zerstritten? Vielleicht nimmt das Ministerium aber auch lediglich diese Lösungsansätze, weil es sonst seine eigene Untätigkeit bei volle Wissen zugeben müsste oder schlimmer noch, zugeben müsste, dass es hilflos ist.

Fair, das jetzt auf ein zerstrittenes Kollegium abzuwälzen, ist es vermutlich aber eher nicht. Ich würde gerne mal die Anzahl der jährlichen Versetzungsanträge und die Anzahl deren Ablehnungen veröffentlicht sehen.

Mika BB
29 Tage zuvor

„ Ihnen stünden lediglich einige wenige Jugendliche gegenüber, die tatsächlich auffällig seien und „über die Stränge schlagen“.

Wenn Kollegen andere Kollegen oder auch SchülerInnen bedrohen, Reizgas versprühen und Schüler mit einem Messer bedrohen würden, wie würde der ADD dies bezeichnen? Wären das dann auch Kollegen, die lediglich: „über die Stränge schlagen“?

DerechteNorden
29 Tage zuvor

Natürlich sind es die Lehrkräfte!
Denn es sind immer die Lehrkräfte.//

Wow, irgendwie ja schon. Denn da gibt es jetzt die netten Kolleg*innen, die den anderen in den Rücken fallen, so dass es nun so aussieht, als würde es keine Probleme geben, wenn der ÖPR und die Mehrheit des Kollegiums nicht …
Weiß nicht, klingt eher nach übereifrigem Schulleiter, der das Kollegium nicht mitgenommen hat, sondern die Kerze an beiden Enden angezündet hat ohne Rücksicht auf das Personal.

Rainer Zufall
29 Tage zuvor

„Schon die Polizei hatte erklärt, Körperverletzungen kämen an der Schule immer mal wieder zwar seit Jahren vor; ein allgemein herrschendes „Klima der Angst“ bestätigte sie jedoch nicht.“
Irritierend, aber dann könnte ja durchaus Luft nach Oben bestehen, was die erfolgreiche Umsetzung von Maßnahhmen betrifft.
Daumendrück!

Ich_bin_neu_hier
29 Tage zuvor

„Nach einem Bericht des SWR, der sich dabei auf Informationen des Evangelischen Pressedienstes beruft, dürfte sich das Verwaltungsgericht erst im kommenden Jahr mit dem Fall befassen.“

Habe ich das so richtig verstanden? Man sucht eine intensiv Nachfolgerin / einen Nachfolger für den ehemaligen Direktor, den man an eine andere Schule abgeordnet hat; ähnliches ist mit einem weiteren Mitglied der Schulleitung passiert (soll ebenfalls die Schule verlassen). Gleichzeitig versucht man den Personalrat aufzulösen, mit der Begründung, dass eine vertrauensvolle Zusammenarbeit nicht gegeben war (es eventuell auch in Zukunft nicht sein wird?) – dies wird aber frühestens im nächsten Jahr passieren, und falls das Gericht doch gegen diesen von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion unterstützten Antrag entscheiden sollte, vielleicht gar nicht?

Nun, denn: VIEL GLÜCK UND ERFOLG!*

*(sowohl bei der Suche nach einem neuen Direktor wie auch für den neuen Direktor selbst: herzlichen Glückwunsch und so…)

Ich_bin_neu_hier
29 Tage zuvor

„Vielleicht war „Deutschlands gefährlichste Schule“ von Anfang an die falsche Beschreibung. Womöglich handelt es sich bei der Karolina-Burger-Realschule plus derzeit vor allem um Deutschlands zerstrittenste Schule (…).“

Nun ja, für die Gesundheit der dort eingesetzten Lehrkräfte ist diese Schule in jedem Fall ziemlich gefährlich, unabhängig davon, wo die Ursache dafür liegt:

„Wie der SWR berichtet, hatte sich zu Beginn des Schuljahres rund ein Drittel der 56 Lehrkräfte krankgemeldet – nach Angaben des Bildungsministeriums waren es zuletzt noch elf.“

Alx
24 Tage zuvor

Wer kennt es nicht?
Die Kollegen zerstreiten sich und die guten und lieben Schüler bringen infolgedessen, Messer, Reizgas und Böller in die Schule mit.
Ist doch voll logisch dass die Lehrer schuld haben.