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Professor zieht öffentlich über Studenten her – Uni prüft Konsequenzen

KONSTANZ. Verwöhnt, faul, inkompetent und unehrlich. In einem  Beitrag für die “Frankfurter Allgemeine Zeitung” zieht ein Konstanzer Zoologie-Professor über Studenten vom Leder – unter anderem beschreibt er darin konkrete Betrugsvorwürfe gegen eine Studentin. Deshalb geht jetzt die Uni dem Fall nach.

Die Universität Konstanz prüft Konsequenzen gegen einen Professor, der Studenten in einem Zeitungsartikel Faulheit und Betrug vorgeworfen hat. «Es geht dabei nicht um die Meinungsfreiheit», betonte die Sprecherin der Hochschule. «Jedes Mitglied der Universität soll auch negative Themen ansprechen.» Allerdings sei in dem Artikel unter anderem der konkrete Fall einer Studentin genannt worden, die eine Prüfung nicht persönlich geschrieben haben soll. «Solche starken Vorfälle muss die Uni überprüfen», sagte die Sprecherin. Mit Ergebnissen rechne sie nicht vor nächster Woche.

Student

Sind heutige Studenten verwöhnt, geizig und unehrlich oder schießt Axel Meyer mit seinen Vorwürden über das Ziel hinaus? Foto: Univers beeldbank / Flickr (CC BY 2.0)

Der Zoologie-Professor Axel Meyer schrieb wörtlich: “Unsere Studenten sind auch sonst verwöhnt, denn sie zahlen nicht nur keine Studiengebühren, sondern bekommen auch leicht Bafög, Stipendien sowie andere Zuwendungen und Ermäßigungen. In jeder Hinsicht wird ihnen der Hintern gepudert und mit viel Fürsorge und Verständnis jede Faulheit und Inkompetenz vergeben.”

Weiter heißt es in dem Rundumschlag: “Geld ist nicht wirklich ein Problem für die meisten Kinder von Helikoptereltern. Trotzdem kauft kaum einer von ihnen das Buch, anhand dessen ich meine Vorlesung plane. Irgendwie scheint es nicht mehr Teil unserer studentischen Kultur zu sein, Lehrbücher zu kaufen, dabei sollte man doch stolz sein über das eigene Wissen und die Lehrbücher zur Erinnerung und zum Nachschlagen für den Rest des Lebens aufbewahren.”

Und: “Es ist erstaunlich, wie hoch der Prozentsatz plötzlich erkrankter junger Studenten ist – meist fehlen etwa zwanzig bis dreißig Prozent der zur Klausur Angemeldeten. Warum machen Ärzte bei diesem Betrug eigentlich mit? Haben auch die kein Ethos mehr?”

Weiter: “Es wird so oft geschummelt, dass sich die Balken biegen. Wir müssen die Studentenausweise kontrollieren, damit nicht jemand anderes die Klausur anstelle des richtigen Studenten schreibt. Das kommt immer wieder vor.” Dann schildert er – ohne Namensnennung – den Fall, der die Hochschule nun zum Einschreiten bringt. Meyer wollte sich gestern nicht zu seinem Beitrag äußern.

Hier geht es zu dem Beitrag von Axel Meyer in der FAZ

2 Kommentare

  1. Na bei so einer schonungslosen Analyse und Systemkritik bleibt nur eins – demissionieren. Ein Zoologe soll sich nun auch wieder nicht so intensiv mit Primaten beschäftigen:)

  2. Konsequenzen prüfen ist sicher richtig, aber wieso nur gegen den Professor, wieso nicht auch gegen die Studenten (falls die Vorwürfe denn berechtigt sein sollten!!)?

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