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Bildungsmonitor konstatiert nur geringe Verbesserungen in bildungsökonomischen Handlungsfeldern

BERLIN. Zum zwölften Mal vergleicht der jährlich erscheinende Bildungsmonitor die Leistungsfähigkeit der Bildungssysteme in den Bundesländern. Besonders von der Gewerkschaft GEW gibt es vehemente Kritik an der wirtschaftnahen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln und der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.

Mit der Leistung der Bildungssysteme in den 16 Bundesländern geht es nach einer wirtschaftsnahen Vergleichsstudie derzeit kaum voran – vor allem in Ostdeutschland. Fortschritten bei Kita-Ausbau und ganztägigen Betreuungsangeboten stünden Rückschritte bei der Integration von Schülern mit Migrationshintergrund gegenüber. So lautet das Fazit des «Bildungsmonitors 2015», den das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) und die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) am Donnerstag zum zwölften Mal präsentierten.

Ausschnitt der Ergebnis-Übersicht des Bildungsmonitors (Bild: Bildungsmonitor 2013). www.insm-bildungsmonitor.de

Ausschnitt der Ergebnis-Übersicht des Bildungsmonitors (Bild: Bildungsmonitor 2013). www.insm-bildungsmonitor.de

Der Studie zufolge haben Sachsen, Thüringen, Bayern und Baden-Württemberg im Bildungsvergleich erneut die Nase vorn. Gegenüber 2014 konnten das Saarland (8.) und Bremen (11.) am deutlichsten zulegen. Klare Verbesserungen wies auch Hamburg (5.) auf. Schlusslichter sind Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Berlin.

Der Bildungsmonitor nimmt eine ökonomische Perspektive von Bildung ein. Anhand von 12 Handlungsfeldern stellen die Autoren ein Bestandranking der Bundesländer auf. Der Bildungsmonitor zeige, inwieweit das Bildungssystem eines Bundeslandes zum Wachstum und Wohlstand der Wirtschaft beiträgt.

In die Ergebnisse fliessen gut 90 Bildungsindikatoren ein. Dabei geht es vor allem darum, ob die Länder Bildungsarmut reduzieren, zur Fachkräftesicherung beitragen und Wachstum fördern. Vor diesem Hintergrund wird besonders kritisch bewertet, dass es in den östlichen Bundesländern bei der Integration Rückschritte gebe – so sei die Schulabbrecherquote unter Ausländern gestiegen.

INSM-Geschäftsführer Hubertus Pellengahr erläuterte: «Heute erreichen 10,7 Prozent der ausländischen Schulabgänger keinen Abschluss. Vielen fällt deshalb trotz bestehender Fachkräfteengpässe der Übergang in die Berufsausbildung schwer.» Schulen benötigten deutlich mehr Personal, die Lehrer mehr Fortbildungsangebote. «Vor dem Hintergrund steigender Flüchtlingszahlen wird dies noch einmal dringender.»

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kritisierte die IW-Studie als einseitig und unwissenschaftlich. Dem «Bildungsmonitor» aus ökonomisch geprägter Sicht liege «ein verengter Bildungsbegriff zugrunde», es gehe dort um zukünftiges «Humankapital», kritisierte die GEW.

«Die Untersuchung hält wissenschaftlichen Standards nicht stand. Der Erkenntnisgewinn ist gering, das Erkenntnisinteresse zudem auf bildungsökonomische Ziele reduziert», so GEW-Experte Ansgar Klinger. Laut Bildungsgewerkschaft wurden für die Studie «keine neuen Daten erhoben, sondern Zahlen aus ganz unterschiedlichen Erhebungen zusammengewürfelt und ausgewertet». (dpa)

zum Bildungsmonitor 2015

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