Startseite ::: Nachrichten ::: Gut für die Integration: In NRW lernen fast 14 000 Schüler im Islamischen Religionsunterricht

Gut für die Integration: In NRW lernen fast 14 000 Schüler im Islamischen Religionsunterricht

In Nordrhein-Westfalen erhalten mittlerweile fast 14 000 Schüler islamischen Religionsunterricht.

An 176 Schulen werde islamischer Religionsunterricht als ordentliches versetzungsrelevantes Unterrichtsfach erteilt, berichtete NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) am Donnerstag bei einer Konferenz in Berlin. Mehr als 200 Lehrer hätten die Lehrerlaubnis für das Fach erhalten. An den Schulen in NRW gibt es jedoch etwa 320 000 muslimische Schüler. Obwohl in NRW also vergelichsweise viele Schüler den Unterricht besuchen, ist der Bedarf noch immens größer als das Angebot. Es fehlen jedoch passend ausgebildete Lehrer. Löhrmann betonte daher auch, der Ausbaustand des islamischen Religionsunterrichts sei kein Gradmesser für eine gelungene oder nicht gelungene Integration.

Im Mittelpunkt des islamischen Religionsunterrichts: der Koran. Foto: rutty / Flickr (CC BY-NC-SA 2.0)

Nordrhein-Westfalen hatten zum Schuljahr 2012/2013 als erstes Bundesland regulären islamischen Religionsunterricht eingeführt – zunächst an den Grundschulen, ein Jahr später auch in der Sekundarstufe I. Das Fach kann an der Universität Münster studiert werden. nin/dpa

6 Kommentare

  1. Besser ist keine religiöse Bildung (Bindung, Blendung, Unbildung)! Religionen sind von Menschen frei erfunden und alle haben definitiv eine absolutistische Tendenz. Dogmatisch sowieso. Alles Übel – z.B. Religionskriege – zeugt davon. Seit dem Bestehen – insbesondere der abrahamistischen Religionen- darf es dann sogar nur noch „Einen“ geben – klar dass das Zoff gibt!
    Besser wäre die Kinder nicht mit dieser Gehirnwäsche zu indoktrinieren, statt dessen neutralen Geschichts- und Ethik-Unterricht und vor allem Aufklärung und Wissen vermitteln.
    Religion ist übrigens das Gegenteil von Wissen, sonst würde es ja nicht Glauben heißen. Denn: was wir wissen müssen wir nicht glauben, dafür gibt es eindeutige und nachvollziehbare Hinweise und Beweise – alles andere führt zum Streit, was wir auch an diesem Gerichtsstreit wieder einmal deutlich sehen können!

    • Sie formulieren hier die streng atheistische Position, wie sie in UdSSR und DDR galten und gelebt und auch genauso polemisch und intolerant ausgerufen wurden. Ich bin froh, dass das vorbei ist.

      Nach unserem Grundgesetz Art. 4, 6 und 7 hat dagegen jeder (Kinder vertreten durch ihre Eltern) das Recht auf ungestörte Religionsausübung und auf eine Bildung, die mit den persönlichen Überzeugungen vereinbar ist.
      In der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte sind die entsprechenden Artikel 18 und 26 im gleichen Sinne.
      Art. 26 Abs.3 lautet „Die Eltern haben ein vorrangiges Recht, die Art der Bildung zu wählen, die ihren Kindern zuteil werden soll.“
      https://de.wikisource.org/wiki/Allgemeine_Erkl%C3%A4rung_der_Menschenrechte
      Menschenrechtsfeinde sollten hier keine Plattforrm erhalten, ohne dass widersprochen wird.

    • Die Frage ist doch nicht, ob sie Grund- und Menschenrecht ist, sondern ob Religion Privatsache ist (und bleiben sollte) oder ob sie in die öffentlichen Institutionen Eingang finden sollte.

      Wenn ersteres, dann dürfte sie in der Schule keine Rolle spielen und Religionsunterricht müsste stattdessen durch einen, alle Weltanschauungen und Religionen verbindenden, Ethikunterricht ersetzt werden, dessen Ziel die Ausbildung eines gemeinsamen, die Menschenrechte achtenden Wertesystems bei den Kindern darstellt.

      Da kann dann sehr gerne auf die unterschiedlichen (?) Ethiken der Religionen eingegangen werden.

      So wird es meines Wissens in Frankreich gehalten und ich fände es schön, wenn wir in Deutschland auch endlich in diesem Zeitalter ankommen würden.

      Letzteres fände ich fatal und die Gesellschaft entlang von Konfessionen spaltend. Und es erzieht Kindern Religion an. Nur weil sie aus einem religiösen Elternhaus kommen heisst das doch nicht automatisch, dass sie auch zu Glläubigen gemacht werden sollten. Wo bleiben da die Kinderrechte und z. B. ein Zugang wie der Beutelsbacher Konsens?

      • – Sehen Sie Kinderrechte als etwas, das gegen die Eltern gerichtet ist?
        – Die französische Position stammt von 1789. In diesem Zeitalter möchte ich nicht ankommen. Dagegen hat unser Grundgesetz die Erfahrungen der ideologischen Auseinandersetzungen der Weltkriege verarbeitet und sinnvolle Kompromisse gefunden, nach dem sowohl Sie als auch ich unbehelligt und gleichberechtigt leben können. In Deutschland hat Religion gemäß unseren Grundrechten einen definierten und begrenzten Platz in den Institutionen. Da haben Sie also Recht: diese Frage stellt sich nicht.
        In den USA sind atheistische Fundamentalisten derzeit dabei, gläubigen Menschen das Leben schwer zu machen und sie aus der Öffentlichkeit, zuweilen auch aus Jobs hinauszudrängen (sollte man nicht meinen, aber je nach Bundesstaat können die Gesetze dort sehr unterschiedlich sein). Ist das Ihr Ziel auch für D?
        – Hinter dem Ziel „durch einen, alle Weltanschauungen und Religionen verbindenden, Ethikunterricht ersetzt werden“ würde vermutlich jeder stehen, wenn er selber die Inhalte und somit die Weltdeutung bestimmen dürfte. Oder würden Sie das mir übertragen? Wir können über die Idee weiter reden, nachdem Sie mir einen Ansatz zeigen, der wenigstens alle demokratischen politischen Weltanschauungen problemlos verbindet.

  2. @ Ungläubiger, meiner Meinung nach sollte Religion Privatsache sein. Genauso wie „Nicht-Religion“, also Atheismus. Nicht nur religiöse Weltanschauungen wurden missbraucht und haben Krieg und Leid über die Menschen gebracht, nicht-religiöse auch (Kommunismus, Faschismus). Darin unterscheiden sie einander nicht! So intolerant, wie manche Religionen bzw. ihre fanatischen Richtungen sich gebärden, so intolerant zeigen Sie sich ja nun selbst! Gegenüber den Religionen.

    Man darf auch nicht vergessen, dass die heutigen großen Weltreligionen einen großen „Zivilisationssprung“ bedeutetn gegenüber dem, was vorher war. Das hat bei ihrer „Bewertung“ keiner mehr im Blick, denn wir leben ja nicht mehr in Zeiten, als man Götter nicht nur Tiere, sondern auch Menschen opferte (auch in Europa !!!). Das Christentum z.B. verbot Tierkämpfe und kämpfte jahrhundertelang dagegen an. Auch wenn Sie jetzt auf das verweisen mögen, was da noch gibt (Stierkämpfe), so ist das doch ein Minimum, von dem, was es mal gab !

    Das Christentum rief auch dazu auf, die Alten zu ehren! Warum denn? Weil es vorher eben nicht üblich war. Noch bis ins hohe Mittelalter gab es in Norwegen z.B. das „Altentöten“. In Notzeiten sollten die sich in Gräber setzen und dort auf ihren Tod warten, um für die Jungen und Gesunden keine Last zu sein. Ja, da war man offiziell schon christlich, aber das Bräuche aus heidnischen Zeiten, gegen die das Christentum ankämpfte.

    Das Christentum verbot auch das Aussetzen unerwünschter Kinder. Ja, das gibt es in Einzelfällen noch heute. Aber der Unterschied ist, vor dem Christentum war das ganz normal. Überzählige Kinder, die eine Familie nicht zu ernähren vermochte, wurden eben ausgesetzt im Wald oder auf einer Müllhalde und ihrem Schicksal überlassen. Das Christentum hat diesbezüglich für einen Mentalitätswechsel (siehe „Zivilisationssprung“) gesorgt. Das Aussetzen von Kindern gilt nicht mehr als „normal“. Es ist gesellschaftlich geächtet und verboten!

    Man darf den Religionen und anderen Weltanschauungen schon zurechnen, dass sie in der Regel eine Reaktion auf Missstände in ihrer Zeit sind und dass sich ihre Anhänger in der Regel darum bemühen, diese Missstände zu verändern und ein besseres Leben zu führen. Dass es leider bei ihnen ALLEN zu Auswüchsen und Fanatismus gekommen ist, ist tragisch und traurig. Aber da unterscheiden sich Religionen nicht von anderen Weltanschauungen.

  3. Wie immer bitte ich Tippfehler zu entschuldigen. Ich kann sie nicht mehr ändern. 🙁

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.Benötigte Felder sind markiert *

*