Das schier endlose Sterben der Odenwaldschule – jetzt klagen Eltern auf Weiterbetrieb

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WIESBADEN. Der Streit über eine Fortführung der Odenwaldschule dürfte vor Gericht gehen. Die Aufsichtsbehörden bleiben bei ihrem «Nein», mit dem sie den Weiterbetrieb der insolventen Einrichtung vor einigen Monaten untersagt haben, wie das Kultusministerium mitteilte. Widersprüche gegen dieses «Nein» seien abgelehnt worden.

Goethehaus der Odenwaldschule, Foto: Kuebi / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)
Goethehaus der Odenwaldschule, Foto: Kuebi / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

«Wir werden gegen die Entscheidung klagen», sagte Gaby Magsam. Sie ist die Sprecherin einer Gruppe von Eltern und Sponsoren, die die Odenwaldschule in abgespeckter Form unter dem Namen «Schuldorf Lindenstein» fortsetzen will. Die Reformpädagogik der Schule sei trotz des Missbrauchsskandals in Deutschland einzigartig.

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Ein zuverlässiger Betrieb der privaten Odenwaldschule sei aber nach wie vor nicht gesichert, begründete ein Sprecher des Ministeriums die neue Entscheidung. An der Einrichtung in Heppenheim gibt es keinen Unterricht mehr.

An der Odenwaldschule waren 2010 lange zurückliegende sexuelle Übergriffe von Lehrern auf Schüler in der breiten Öffentlichkeit bekanntgeworden. Die Einrichtung kam nach dem Missbrauchsskandal nicht mehr zur Ruhe. Die wichtige Zahl der zahlenden Internatsschüler ging zurück, dann kam die Insolvenz. Offiziell wird von 132 Missbrauchsopfern ausgegangen, Schätzungen sprechen auch von bis zu 500. dpa

Zum Bericht: Noch immer kein Ende? Hoffnung auf Neustart der Odenwaldschule lebt bei einigen fort

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6 KOMMENTARE

  1. Bis zu 500 “Missbrauchsopfer”… Hierzu: Schon bei den offiziell festgestellten 132 “Missbrauchsopfern” waren viele eher “Betroffene”, d.h. sie wurden entweder Zeugen von Annäherungsversuchen bzw. konnten sich diesen entziehen. Ein “Betroffener” ist aber nicht gleich “Opfer” eines Gewaltverbrechens.

  2. Es gab an der Odenwaldschule viele Vergewaltigungen -die meisten Opfer haben sich aus guten Gründen erst gar nicht gemeldet sodass die Dunkelziffer sehr hoch ist.Die Pädagogik der Odenwaldschule hat auf der ganzen Linie versagt.Es ist gut das die Odenwaldschule geschlossen wurde.Und das soll auch so bleiben

  3. Wen es wirklich interessiert empfehle ich sich in dieser Angelegenheit mal den Abschlussbericht von Frau Burgsmüller durchzulesen.

  4. Wir “Opfer”,also die die vergewaltigt und begrapscht wurden ,bezeichnen uns als Betroffene.Der Begriff “Opfer” geht eigentlch gar nicht mehr.Im Übrigen geht man von einer Dunkelziffer von wenigsten 500 Betroffenen aus.Die wahren Hintergründe und Hintermänner wurden nie aufgedeckt ,nämlich das es sich um einen Pädosexuellenring der Oberschicht handelt mit namhaften Persönlichkeiten aus Politik,Wirtschaft und den Medien.Daher war auchder Einfluss auf diJustiz so gross,das nie eine Strafverfolgung stattfand.

    • Vergewaltigung ist ein Gewaltverbrechen und begrabschen ist ein Übergriff. Aber wen es interessiert , der kann den Abschlussbericht lesen. Man könnte den Begriff “Betroffene” natürlich auch soweit auslegen, bis jeder Altschüler irgendwie betroffen wäre. Aber wenn wir den Kreis der Betroffenen immer erweitern werden wir feststellen, dass es kaum einen Schüler gibt der nicht auch schon Übergriffe erlebt hat. Also halten wir uns an den Bericht .

  5. Die Dunkelziffer ist vollkommen aus der Luft gegriffen. Solche Zahlen garantieren nur die Aufmerksamkeit der Medien , haben aber mit dem was tatsächlich war gar nichts zu tun. Zur Zeit kursieren Dunkelziffern über Vergewaltigungen auf den Wiesen um die Übergriffe in Köln zu relativieren. Einer schreibt und alle schreiben ab. Hier wird die Macht der Medien gezielt für eigene Interessen instrumentalisiert. Dessen ungeachtet ist jeder Übergriff einer zuviel .

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