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Kommentar: Ganztagsunterricht ist die Lösung für die G8-Probleme

Ein Gastkommentar des Westfalen-Blatt

BIELEFELD. Es kommt höchst selten vor, dass Eltern die Politik von NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann loben. Jetzt haben sie es getan und das wissenschaftlich untermauert in einer Umfrage im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung: Die Ganztagsschule – an Grundschulen fast schon die Regel – ist auch an weiterführenden Schulen ein Erfolg. Messbar ist dieser allerdings nur schwer. Es handelt sich um eine persönliche Einschätzung. Dennoch sollte man diese Umfrage nicht unterschätzen. Sie spiegelt das Bild, wie sich Eltern heute Schule wünschen. Da sie einen zunehmend zentralen Raum im Leben der Familie einnimmt, ist es nur folgerichtig, dass ein Ganztagsangebot als besonders wertvoll erachtet wird. In vielen anderen EU-Ländern ist diese Unterrichtsform übrigens bereits seit langem die Regel. Die Umfrage bietet möglicherweise die Lösung für den erneut angeheizten Streit um das Turbo-Abi: Statt unausgegorener Versprechen auf »individuelle Lernzeiten« könnte ein flächendeckender Ganztagsunterricht an den Gymnasien die Lösung für ein besser funktionierendes G8 sein. Allerdings: Die Gymnasien sind beim Ganztagsangebot noch Schlusslicht.

2 Kommentare

  1. Wissenschaftlich untermauert? Ach, bitte! Weder gab es die Möglichkeit, gegen den Ganztag zu votieren, noch wurde zwischen offenem und gebundenem Ganztag unterschieden.
    Wer es immer noch nicht verstanden hat: Die Eltern finden Ganztag toll, aber _offenen_ Ganztag. Der gebundene Ganztag wird von einer erdrückenden Mehrheit der Gymnasialeltern abgelehnt. Das Gleiche gilt für Langtage / Nachmittagsunterricht.

    Die Gymnasialeltern wünschen, dass die Schüler nach der 6. Stunde frei haben. Nichts anderes. Ein freiwilliges Angebot für den Nachmittag wird von fast allen befürwortet, aber eben nur, wenn es freiwillig ist.

    Dass noch jemand auf eine massiv manipulative Bertelsmannstiftungsumfrage reinfällt hätte ich nicht gedacht. Und dass jemand eine Umfrage als „wissenschaftlich“ und Grundlage für weitreichende Entscheidungen nimmt, ohne auch nur einen Blick auf das Design und die Fragestellungen zu werden, ist nur noch traurig.

  2. „Messbar ist dieser allerdings nur schwer. Es handelt sich um eine persönliche Einschätzung.“ schreibt das Westfalen Blatt. Das sind Daten aus dem Jahr 2012. Die Daten der Gymnasialeltern sind aus dem Frühjahr 2016 und statistisch relevant. Bedauerlich, dass offensichtlich auch news4teachers auf Bertelsmann reingefallen ist!

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