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Jetzt werben sich die Bundesländer gegenseitig die Lehrer ab: Hessisches Kultusministerium ist sauer über Berliner Kampagne

WIESBADEN. Das hessische Kultusministerium hat verstimmt auf eine Lehrkräftekampagne des Berliner Senats in Frankfurt am Main reagiert. «Damit verstößt Berlin gegen die eigenen Grundsätze», sagte ein Ministeriumssprecher am Dienstag in Wiesbaden.

Das ist die aktuelle Werbekampagne der Berliner Bildungsverwaltung. Illu: Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie

Die Kultusministerkonferenz habe sich im Jahr 2009 auf Betreiben Berlins auf einen «fairen Wettbewerb» und eine «vertrauensvolle Abstimmung» unter den Ländern beim Werben um Lehrerinnen und Lehrer verständigt. Eine solche Abstimmung sei nach Kenntnis des Ministeriums jedoch nicht erfolgt, erklärte der Sprecher. Minister Alexander Lorz (CDU) werde das Thema ab Mittwoch mit seiner Berliner Kollegin Sandra Scheeres (SPD) bei einem Treffen der Kultusminister ansprechen.

Am Dienstag sollte nach Angaben von Scheeres‘ Sprecherin am Frankfurter Hauptbahnhof eine Werbetafel aufgestellt werden, die sich an Lehrer und Erzieher wendet und die Aufschrift trägt: «Du hast unseren Kindern gerade noch gefehlt. Einsteigen. Hier geht es nach Berlin.»

Berlins Bildungssenatorin Scheeres hatte darauf verwiesen, dass man in den kommenden Jahren jährlich rund 2.000 Lehrkräfte einstellen werde. «Dabei befindet sich Berlin in einem bundesweiten Konkurrenzkampf um vollausgebildete Lehrerinnen und Lehrer, so dass wir bei der Werbung für die Berliner Schulen nicht die Hände in den Schoß legen können.» Deswegen werde man um Arbeitskräfte aus ganz Deutschland werben. dpa

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7 Kommentare

  1. Ja, sich gegenseitig Lehrer abzuwerben, halte ich für den falschen Weg. Es verlagert das Problem nur von der einen Stelle auf eine andere, aber es löst das Problem nicht.

  2. Welcher Lehrer wechselt denn nach Berlin, nur weil er so ein Plakat sieht?

  3. Angebot und Nachfrage, das wollten doch alle, oder?
    Wie Mitarbeitergespräche und anderes aus der freien Wirtschaft.
    Und die Forderung nach Flexibilität bei den Bewerbern ist doch die Antwort auf den Mangel an Lehrkräften in den abgelegeneren Bereichen.
    Da ist die Werbung nur konsequent.
    Im übrigen gab es schon immer Junglehrer, die dem Angebot hinterhergezogen sind, die sich im anderen Bundesland verbeamten ließen und den Status mitgenommen haben.

  4. Gibt es eigentlich auch Bundesländer, die verstärkt Lehrer ausbilden? Oder – marktwirtschaftlich – besser bezahlen?

    • Am besten bezahlt Bayern, die tun sich nur sehr schwer mit der Anerkennung von Lehrbefähigungen, die außerhalb BAyerns erworben worden sind. Das hauptsächliche Hindernis für eine Einstellung von Binnenmigranten, sind deren fehlende Sprachkenntnisse – Hochdeutsch ist nicht sehr weit verbreitet.

      • „Hochdeutsch ist nicht sehr weit verbreitet.“
        … in BY?

        Oder meinst du, die Menschen in Deutschland, einschließlich den Randgebieten, in denen dringend LuL gesucht werden, verstehen die BY, Schwaben, Sachsen, Friesen nicht?

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