Bundesländer streiten um die Termine für die Sommerferien

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HANNOVER. Um die Sommerferien-Termine ist ein Streit zwischen den Bundesländern entbrannt. Die süddeutschen Bundesländer müssten sich am Rotationsprinzip für die Sommerferien beteiligen, fordert Niedersachsens Kultusministerin Heiligenstadt. Baden-Württemberg und Bayern stellen sich dagegen.

Traditionell starten Bayern und Baden-Württemberg als letzte  Bundesländer in die Ferien - warum eigentlich?. Foto: lubaib / Flickr (CC BY-NC-SA 2.0)
Traditionell starten Bayern und Baden-Württemberg als letzte Bundesländer in die Ferien – warum eigentlich?. Foto: lubaib / Flickr (CC BY-NC-SA 2.0)

Bayern und Baden-Württemberg müssen nach Ansicht von Niedersachsens Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) bei den Sommerferien flexibler werden. Die SPD-Politikerin sagte in Hannover, es wäre begrüßenswert, wenn sich ausnahmslos alle Bundesländer am Rotationsprinzip bei der Ferienregelung beteiligen würden. Das sei auch notwendig, um vernünftige Zeitblöcke für sinnvolles Lernen zu haben. Tatsächlich gelten der August und der  September unter Eltern und Lehrern als besonders attraktive Ferienmonate, weil dann in der Regel die Reisepreise bereits auf Nebensaison-Niveau sinken und trotzdem schönes Wetter zu erwarten ist.

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Auch die FDP im niedersächsischen Landtag kritisierte die Haltung der beiden süddeutschen Bundesländer. Wegen des engen Zeitkorridors bei der Ferienplanung warnt der Deutsche Reiseverband seit Jahren vor wirtschaftlichen Schäden für die Nordseeküste.

Baden-Württemberg und Bayern sind traditionell die Länder, die als letzte in die Sommerferien gehen. Bislang weigern sie sich, beim Rotationsprinzip mitzumachen.

Es sei kaum nachvollziehbar, warum Bayern und Baden-Württemberg hier seit Jahren ausscherten, sagte die Ministerin. «Das Argument, bayerische Kinder müssten zwingend im August Sommerferien haben, weil sie dann bei der Ernte gebraucht würden, dürfte wohl längst überholt sein», sagte Heiligenstadt. Eine Entzerrung der Ferienzeiten dürfe keinesfalls zu Lasten der Schüler gehen. «Die pädagogischen Erfordernisse stehen für mich klar im Vordergrund», sagte sie.

Gegenwärtig werde zwischen den Ländern die Sommerferienregelung für 2018 bis 2024 abgestimmt und voraussichtlich Anfang 2014 von der Kultusministerkonferenz festgelegt, erläuterte Heiligenstadt. Dabei werde Niedersachsen sich dafür stark machen, dass künftig alle Länder am rollierenden Feriensystem teilnehmen.

Baden-Württembergs Kultusminister Andreas Stoch (SPD) erteilte der Forderung seiner niedersächsischen Parteikollegin eine Absage. Die bei Eltern beliebten Pfingstferien müssten bei einer Rückkehr des Landes in das rollierende System gestrichen werden. Ansonsten wäre der Unterrichtszeitraum zwischen Pfingstferien und Sommerferien zu kurz. Ähnlich äußerte sich auch das bayerische Kultusministerium. dpa

(9.4.2013)

Zum Bericht: “Umfrage: Später Sommerferienbeginn für BW und Bayern ist ungerecht”

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1 KOMMENTAR

  1. Viel wichtiger wäre, dass man dazu zurück findet, dass die Verschiebung nicht mehr als 2 Wochen betragen sollte. Dass in Niedersachsen der Ferienbeginn in mehreren aufeinander folgenden Jahren um 4 Wochen vor- und zurückspringt, ist m.E. ein viel größeres Problem.

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