Evangelische Kirche besorgt über die Finanzierung ihrer Schulen

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WITTENBERG. Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) berät auf ihrer Tagung in Wittenberg über die Finanzierung ihrer Schulen. Obwohl die Eltern Schulgeld bezahlen müssen, ist die Nachfrage zwar groß. Geldsorgen gibt es trotzdem. In der Vergangenheit sei auch nicht alles richtig gemacht worden, sagt EKM-Bildungsdezernentin Martina Klein im Interview.

in Wittenberg (im Bild die evangelische Schlosskirche) tagt die mitteldeutsche evangelische Kirche. (Foto: Tnemtsoni/Wikimedia CC BY-SA 3.0)
In Wittenberg – im Bild die evangelische Schlosskirche- tagt die mitteldeutsche evangelische Kirche. (Foto: Tnemtsoni/Wikimedia CC BY-SA 3.0)

Frau Klein, warum beschäftigt sich das Kirchenparlament mit dem Thema evangelische Schulen?

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Klein: «Der Großteil unserer Schülerschaft ist konfessionell nicht gebunden. Für diese jungen Menschen ist es die erste Berührung mit der evangelischen Kirche. Dabei können sie eine Kirche kennenlernen, die Bildung in einem ganzheitlichen Verständnis anbietet und vermittelt. Im Nachhinein müssen wir aber auch feststellen, dass nicht alle Schulen mit der notwendigen Voraussicht und Vorsicht gegründet worden sind. Heute begreifen wir, wie wichtig beispielsweise die Standortfrage hinsichtlich der demografischen Entwicklung sowie der Zustand eines Schulgebäudes ist. An den Gebäuden gibt es teils erheblichen Investitionsbedarf.»

Wie steht es um die Finanzierung der von Stiftungen getragenen evangelischen Schulen im Gebiet der EKM?

Martina Klein findet, dass die Schulen sich breiter aufstellen müssen. (Foto:PR/Lichtbildatelier, Darmstadt)
Martina Klein findet, dass die Schulen sich mehrzügiger aufstellen müssen. (Foto:PR/Lichtbildatelier, Darmstadt)

Klein: «Bei Errichtung der Schulstiftungen wurde mit einer Verzinsung des Stiftungskapitals von 4,5 Prozent gerechnet. Aufgrund der Finanzmarktkrise ist diese Marge aktuell nicht erreichbar. Hinzu kommt: Die staatliche Finanzhilfe stagniert bei gleichzeitig überplanmäßig gestiegenen Personalkosten. Was das Schulgeld angeht, ist es unverantwortbar, das Einkommen der Eltern als maßgebliches Kriterium für den Besuch von evangelischen Schulen zuzulassen. Was also ist zu tun? Etwa die Hälfte der bestehenden Schulen befindet sich derzeit noch im Aufbau. Die Träger sollten eine Mehrzügigkeit und damit ein breiteres Angebot anstreben, um ihre Wirtschaftskraft zu stärken.»

Wie hat sich die Nachfrage nach evangelischen Schulen entwickelt?

Klein: «Insgesamt ist die Nachfrage nach evangelischen Schulen recht groß. Insbesondere in den Städten gibt es teilweise deutlich mehr Interessenten als verfügbare Schulplätze. Kleine Schulen in ländlichen Regionen haben es dagegen schwerer. Von 74 evangelischen Schulen in der EKM befinden sich 47 Schulen in kirchlicher und 27 Schulen in diakonischer Trägerschaft. Über 6000 Schülerinnen und Schüler besuchen allein die Schulen in kirchlicher Trägerschaft.» Petra Buch/dpa

(12.4.2013)

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