Haubitz’ Ankündigung, auf eine schriftliche Bildungsempfehlung verzichten zu wollen, stößt auf Lob und Kritik

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DRESDEN. Der Verzicht auf eine schriftliche Bildungsempfehlung für Sachsens Viertklässler stößt neben Lob auch auf Kritik. «Wir begrüßen die Bestrebung des Kultusministers, Lehrer von Verwaltungstätigkeiten zu entlasten. Der Verzicht auf eine schriftliche Einschätzung bei der Bildungsempfehlung ist jedoch der falsche Weg», sagte FDP-Chef Holger Zastrow am Montag in Dresden. Die Transparenz zu den Fähigkeiten der Schüler und ihres realistischen Leistungsvermögens werde für diese und ihre Eltern verringert.

Der neue sächslische Kultusminister kommt direkt aus dem Schuldienst: Frank Haubitz. Foto: Sächsisches Staatsministerium für Kultus
Der neue sächslische Kultusminister kommt direkt aus dem Schuldienst: Frank Haubitz war Schulleiter – und Vorsitzender des sächsischen Philologenverbands. Foto: Sächsisches Staatsministerium für Kultus

Bisher mussten Klassenlehrer in der Grundschule für jeden Viertklässler eine schriftliche Bewertung verfassen. Sachsens neuer Kultusminister Frank Haubitz (parteilos) will die Reglung ändern, um die Lehrer zu entlasten. Er geht davon aus, dass alleine dadurch für jeden Lehrer bis zu zehn Stunden Arbeit entfallen. Auf Wunsch der Eltern soll es aber auch künftig eine schriftliche Einschätzung geben.

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Der Sächsische Lehrerverband begrüßte am Montag die Entscheidung von Haubitz. «Der Verzicht auf ein Wortgutachten bei gleichzeitiger Beibehaltung der Bildungsempfehlung ist genau der richtige Weg. Leistungsgerechtigkeit wird bewahrt und die Lehrer werden von unnötiger Arbeit entlastet», erklärte Verbandschef Jens Weichelt. Der Nutzen der schriftlichen Einschätzung rechtfertige den Aufwand nicht.

Eine Bildungsempfehlung für das Gymnasium wird erteilt, wenn Schüler in Deutsch, Mathematik und Sachunterricht einen Durchschnitt von 2,0 oder besser erreicht haben. Die Note 4 darf nicht darunter sein. dpa

Haubitz will Lehrer ganz von schriftlicher Bildungsempfehlung entlasten

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4 KOMMENTARE

  1. Dieses Thema war doch auch gestern schon. 🙂

    Wie gestern geschrieben, unterstütze ich das und finde es sehr richtig. Komischerweise gibt es bei allen Themen immer die Bewahrer und Bedenkenträger. Naja, ist halt so. Da muss man sich dann mutig drüber hinwegsetzen.

    • ZITAT: “Er geht davon aus, dass alleine dadurch für jeden Lehrer bis zu zehn Stunden Arbeit entfallen.”

      Wenn das man reicht !

      • Wenn die Empfehlung allein aufgrund der Zeugnisnoten entstünde, sollte das aber weniger als 10 Stunden dauern. Ich vermute, dass Lehrer ihre Empfehlung sehr viel wortreicher gegen Elternklagen absichern müssen. Das abzuschaffen ist gut.
        Ein einfacheres Verfahren: die aufnehmende Schule darf entscheiden, welche Schüler sie aufnimmt. Machen die Unis in Finnland auch …

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