Mehr Menschen studieren auf Lehramt (in Berlin jedenfalls) – Michael Müller: Lehrer-Ausbildung hat “höchste Priorität”

3

BERLIN. Die Zahl der Studierenden in den Lehramts-Fächern in Berlin wächst. Im Oktober hätten rund 2500 neue Studentinnen und Studenten ein Bachelor-Studium mit Bezug zum Lehramt aufgenommen, teilte ein Sprecher der Senatskanzlei mit. Das seien 300 mehr als im Vorjahr. In den entsprechenden Master-Studiengängen nahmen demnach knapp 2000 Menschen ein Studium neu auf, 120 mehr als 2016.

Hofft auf mehr Lehrer: Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller. Foto: Sandro Halank, Wikimedia Commons, CC-BY-SA 3.0

Weil der Bedarf an Lehrkräften in der Hauptstadt weiter wächst, sollen künftig auch die Absolventen-Zahlen deutlich steigen. Das bisherige Ziel von 1000 Absolventen jährlich solle verdoppelt werden, teilte der Sprecher weiter mit. Um die Kapazitäten in diesen Studiengängen auszubauen, seien in den Hochschulverträgen für die Jahre 2018 bis 2022 rund 70 Millionen Euro vorgesehen. Die Lehrer-Ausbildung habe in der wachsenden Stadt «höchste Priorität», erklärte Wissenschaftssenator und Regierungschef Michael Müller (SPD).

Anzeige


Bislang begegnet Berlin dem Lehrermangel auch mit der Einstellung von Quereinsteigern. Rund 40 Prozent der neuen Lehrer zu Beginn des Schuljahres – insgesamt 1247 – waren aus anderen Berufen gekommen. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Berlin und der Deutsche Lehrerverband hatten sich dazu kritisch geäußert und Qualitätseinbußen im Unterricht befürchtet. Auch insgesamt ist die Zahl der Studierenden in Berlin erneut gestiegen. Im laufenden Wintersemester sind es 187.107 Studenten, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden kürzlich mitteilte. dpa

Wie ein Weihnachtswunder: Die GEW demonstriert für Höhergruppierungen von Grundschullehrern – und binnen zwei Tagen scheinen sich alle Wünsche zu erfüllen

Anzeige


3 KOMMENTARE

  1. Ich habe noch von keiner (!) einzigen neuen Profstelle für die Deutschlehrerausbildung an Grundschulen gehört, nicht in Berlin und auch nicht anderswo. Warum ist es nicht möglich, dass deutschlandweit 10-15 neue Professuren dafür eingerichtet werden? Wenn Lehrkräfte fehlen, das ist ja wohl inzwischen jedem klar, dann kann die Lösung doch nicht sein, dass jedes Bundesland nur noch versucht, den anderen Bundesländern die Lehrkräfte abzuwerben. In “unserem reichen Land” ist kein Geld da für gute Bildung! Es ist unglaublich und ärgerlich!

    • ZITAT: “… dann kann die Lösung doch nicht sein, dass jedes Bundesland nur noch versucht, den anderen Bundesländern die Lehrkräfte abzuwerben.”

      Darin stimme ich Ihnen zu.

      Und dass jetzt alle im ÖD A 13 bekommen und die anderen dafür die (erhöhten) Steuern zahlen, kann auch nicht die Lösung sein. Oder wer darf weiterhin schlechter als mit A 13 abgespeist werden, weil seine Arbeit weniger wert ist ???

      • @sofawolf

        !!! “… dann kann die Lösung doch nicht sein, dass jedes Bundesland nur noch versucht, den anderen Bundesländern die Lehrkräfte abzuwerben.”

        Darin stimme ich Ihnen zu. !!!

        Das sehe ich anders. Warum sollten sich die Bundesländer nicht den gleichen marktwirtschaftlichen Verhältnissen unterwerfen müssen?

        Die Gegenalternative, die sie zu präferenzieren scheinen, nämlich das einheitliche Gleichschalten von Bedingungen zur Anstellung von LehrerInnen, wird nur dazu führen, dass sich die Arbeitsbedingungen für die Lehrerschaft verschlechtern werden.
        Das konnte man schon sehr deutlich beobachten durch die Vereinbarung der Bundesländer keine LehrerInnen im Beschäftigungsverhältnis zu übernehmen, wenn sie keine Freigabe durch das Bundesland erhalten haben aus dem sie wechseln möchten (meiner Meinung nach verstösst das sogar gegen das GG Art. 11).

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here