Philologenverband lobt die Gymnasien für gute Ergebnisse: „Unsere Lehrkräfte gehen bis an ihre Belastungsgrenze – und darüber“

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STUTTGART. Erneut seien die Ergebnisse „in den nichtgymnasialen Schularten, vor allem in den Werkreal- und Hauptschulen sowie in den Gemeinschaftsschulen“, sehr beunruhigend mit einer erschreckend hohen Zahl von Schülerinnen und Schülern, die nicht einmal den Mindeststandard erreichen – sagt Bernd Saur, Vorsitzender des Philologenverbands Baden-Württemberg, mit Blick auf die aktuell veröffentlichten Ergebnisse von VERA 8. „Dies zeigt einen akuten Handlungsbedarf für diese Schularten, denn es kann nicht sein, dass unser Schulsystem Schülerinnen und Schüler entlässt, die die Grundfertigkeiten in diesen so wichtigen Bereichen vermissen lassen“, meint er. Erfreut nimmt Saur die „sehr guten Ergebnisse“ für das Gymnasium zur Kenntnis.

Die Konturen des neuen G9 in NRW sind noch nicht klar umrissen. Foto: stu_spivack / flickr (CC BY-SA 2.0)
“Sehr gute Ergebnisse”: Die Gymnasiasten haben bei VERA 8 gut abgeschnitten. Foto: stu_spivack / flickr (CC BY-SA 2.0)

Die Resultate der Lernstandserhebungen zeigten, so Saur, „dass am Gymnasium verlässlich auf sehr hohem Niveau von unseren universitär ausgebildeten Lehrkräften unterrichtet wird. Nicht umsonst erfreut sich das Gymnasium eines großen Zuspruchs seitens der Eltern, die auf die Verlässlichkeit und hohe Qualität unserer Gymnasien bauen, was sich nicht zuletzt Jahr für Jahr an den Übergangszahlen zeigt“.

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Der Philologenchef betont: „Um dies zu erzielen, gehen unsere Lehrkräfte bis an ihre Belastungsgrenze und vielfach darüber. Ständig weitere Zusatzaufgaben bei gleichzeitig erfolgter Streichung von Anrechnungsstunden stellen eine Bedrohung für diese hohe Qualität dar. Wenn das Land die Ergebnisse der Gymnasien stabil halten beziehungsweise weiter verbessern möchte, muss es den Weg der überfälligen Entlastung der Lehrkräfte gehen, um deren pädagogisches und fachliches Wirken weiter zu optimieren.“ Eine Deputatsreduzierung wäre die naheliegendste, einfachste und wirkungsvollste Maßnahme. Den Schulverantwortlichen in Bayern, Österreich und der Schweiz sei das bekannt – dort  umfassten die Deputate 23 und nicht 25 Unterrichtsstunden in der Woche. „Wer Individualisierung propagiert, muss den Lehrkräften auch die zeitliche Möglichkeit einräumen, diese für die Schülerinnen und Schüler umzusetzen“, betont Saur.

Der Philologenverband begrüßt die bereits für die Grundschulen getroffenen Entscheidungen „zur Stärkung der Grundfertigkeiten Lesen, Rechnen und Schreiben“. Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hatte den Grundschulen die Methode „Lesen wie Hören“ verboten sowie den Start des Englischunterrichts von der ersten auf die dritte Klasse verlegt, um in den ersten beiden Schuljahren verstärkt Lesen, Schreiben und Rechnen unterrichten zu können. News4teachers

Erschreckende Zahlen bei Vera 8: Mindeststandards nicht erreicht

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66 KOMMENTARE

  1. ZITAT: “Der Philologenverband begrüßt die bereits für die Grundschulen getroffenen Entscheidungen „zur Stärkung der Grundfertigkeiten Lesen, Rechnen und Schreiben“. Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hatte den Grundschulen die Methode „Lesen wie Hören“ verboten sowie den Start des Englischunterrichts von der ersten auf die dritte Klasse verlegt, um in den ersten beiden Schuljahren verstärkt Lesen, Schreiben und Rechnen unterrichten zu können.”

    Das finde ich auch richtig!

    • Gerne läse ich an dieser Stelle mal, was an den weiterführenden Schulen, insbesondere Gymnasien, nicht gut läuft.

      Los geht’s!

      • In meinem eigenen Unterricht merke ich, dass ich die Förderung der Leistungsspitzen vernachlässige. Inzwischen haben wir ca. 50% “klassische Realschüler” in unseren Klassen, die dann mehr Fragen und weniger selbständiges Denken und Lernen mitbringen. Besonders in meiner 7 sorge ich mich, dass die vier besten etwas wegdämmern …

  2. Vielleicht liegt das gute Abschneiden der Gymnasiasten auch daran, dass das Gymnasium mittlerweile die einzige Schulart ist, in der noch so etwas wie Homogenität herrscht?
    Seit z.B. in Ba-Wü die Realschule von der roten Landespolitik „weiterentwickelt“ wurde, geht dort gar nichts mehr! Die gewollte und erzwungene Heterogenität gepaart mit Inklusion ist der Untergang für diese Generation von Schülern. Die Hauptschüler sind völlig überfordert und die Realschüler dümpeln vor sich hin. Die Inklusion wird nicht so durchgeführt, wie sie sollte. Die Inklusiosnskinder in meiner Klasse sind nur montags, mittwochs und freitags lernbehindert. An den anderen Tagen ist alles voll in Ordnung, weil die Inklukraft an zwei Tagen im Schulamt ist…. Mit diesen Missständen müssen die Gymnasiallehrer in Ba-Wü nicht arbeiten. Da herrsch ja im Vergleich noch die heile Welt! Alle anderen Schulen sind mittlerweile zu Verwahranstalten mutiert. Aber unser Landesvater sagte es ja beim Amtsantritt damals ganz klar: Es wird zukünftig zwei Schulenarten geben: Für die einen gibt es das Gymnasium und dann noch die Schule für den Rest uups eine Schule der Vielfalt. Und jetzt auch mal Butter bei die Fische: Bei den Anforderungen, mit denen die Vielfaltslehrer mittlerweile zu kämpfen haben, wäre eine Deputatsreduzierung mehr als angemessen. Auch wenn ich jetzt Schläge einfahre: für mich ist Sauers Forderung diesbezüglich ein Jammern auf hohem Niveau!

    • Das meine ich auch. Eine Senkung des Stundensolls (an allen Schularten) um mindestens 2 Unterrichtsstunden wöchentlich wäre eine deutliche und angemessene Entlastung, die uns wirklich hilft.

      Wir müssen aber sehen, dass auch das kostet, denn dann werden ja mehr Lehrer gebraucht.

    • @Konfutse. Ja, so ist es. Für mich jammern aber auch die Gymnasiallehrer auf hohem Niveau. Ein Kind, das früher in BaWü die Hauptschule besuchte, hat heute die Wahl zw. Hauptschule, Realschule und Gemeinschaftsschule. (Gymnasium könnte es theoretisch auch, aber ich nehme jetzt mal an, dass sich die Eltern an die Empfehlung halten). Diese 3 bieten (auch) Hauptschulniveau an. Dass man die Realschulen damit kaputt macht, ist vllt. sogar gewollt.

      • “Vielleicht gewollt”? In BW heißt die Hauptschule bereits “Werkrealschule”. Die echte Realschule soll ganz sicher schleichend kaputt gemacht werden und von der Bildfläche verschwinden.
        Alles läuft auf “eine Schule für alle” (die Gemeinschaftsschule) hinaus. Die Gymnasien werden noch folgen durch weitere Aushöhlung der Zugangsberechtigung und des Lernniveaus.
        Was langsam, aber stetig zerstört wird, fällt im Prozess weniger auf und schützt vor lautem Protestgeschrei. Es war dann eben die eigendynamische Entwicklung zu einer bildungsgerechten, fortschrittlichen “eine Schule für alle”.

          • Meinen Sie den Weimarer Schulkompromiss Anfang der 1920er ? Das ist sehr interessant: Nach dem Zusammenbruch des Kaiserreiches wollten fortschrittliche Parteien (z.B. die SPD) das Schulsystem vereinheitlichen, also genau das, was heute auch angestrebt wird. Alles mit der Begründung der Chancengleichheit und Abschaffung von Klassenschranken. Der Kompromiss hat dann aber die Gymnasien bestehen lassen, jetzt mit vierjähriger Grundschule davor statt dreijähriger. Wikipedia weiß mehr unter dem Stichwort “Weimarer Schulkompromiss”. Dort findet sich zu den proressiven Kräften auch der folgende bemerkenswerte Satz:
            “Als besonders kritisch wurde der reaktionäre Einfluss der mit den gestürzten Herrscherhäusern eng verbundenen Kirchen auf die Erziehung und Schulbildung der Heranwachsenden gesehen.”
            Sowas hören unsere heutigen Kirchenfunktionäre bestimmt nicht mehr gern. Sie tun doch gern so, als hätten die Kirchen die Demokratie und die Menschenrechte erfunden.

    • Diese Homogenität, tritt doch so nach und nach erst ab Jahrgang sechs ein. Die GY sind doch nicht so doof, SuS bei der Aufnahme abzulehnen. Also werden die Klassen erst einmal bis zum Anschlag – einen weniger als der vorgeschriebene Klassenteiler – aufgefüllt. Die bewährte Erprobungsstufe führt dann im RAhmen der individuellen Förderung, dass etwa 15% bis 20% der Eleven an einer anderen Schulform noch besser gefördert werden können.. Sind die Realschulen weniger stark frequentiert, wechseln die Ex-Gymnasiasten zu dieser Schulform. DA die RS aber ebenfalls bis zur maximal möglichen Schülerzahl im Rahmen ihrer Kapazitäten die Klassen mit SuS bestücken, bleibt den Ex-Gymnasiasten nur die nächstgelegene Gesamtschule, die ja den Vorteil hat, eine Schule der SekI+II zu sein, oder eine gemeinschafts-, Sekundarschule oder was auch immer im Schulkopf steht.

      Die Tatsache, dass vielfach die Hauptschulen wegen fehlender Anmeldung geschlossen worden sind, führt zu einer Verlagerung der Anmeldungen an RS und GeS/GemS/SekS etc. Bei den letztgenannten Schulformen wird die Drittelparität der Grundschulempfehlungen selbst unter Berücksichtigung der bedingten Empfehlungen schon länger nicht mehr erreicht. Aber irgendwo müssen die HS-Empfohlenen ja beschult werden, da nützt es ja auch nichts, dass die GS-Lehrkräfte dazu übergehen, dieser Klientel die bedingte realschuleignung auszusprechen.

      btw – da es ja keinen eigenständigen Realschulabschluss mehr gibt, der MSA inkl. FOR kann von jeder SekI-Schule vergeben werden, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, braucht es de facto keine Realschulen. Der übliche Aufstieg über RS, HAndelsschule/Ausbildung und Höhere Handelsschule geht zwar noch, konkurriert aber mit der FHR und dem Dualen Studium, der zum Bachelor führt.

  3. Ich habe heute meinen 46 Schüler des örtlichen Gymnasiums aufgenommen und meine Gesamtschülerzahl um 8% erhöht, das Gym. seine um 7% reduziert.
    Förderung klappt also nicht.
    Reicht das?

  4. @ Pälzer,

    das kann ich bestätigen. In letzter Zeit habe ich das auch öfter gedacht. Ich habe so viel damit zu tun, die Schwachen und Faulen (das ist ja nicht immer deckungsgleich) zum Lernen zu bringen bzw. ihnen Grundlagen zu vermitteln, wenigstens kämpfe ich darum (und wenn Eltern nicht mitziehen eben doch oft auf verlorenem Posten), dass ich die Spitzen wohl vernachlässige. Ich versuche und ich muss nachholen, was vorher nicht geschafft worden ist aus welchen Gründen auch immer und weil Hausaufgaben von dieser Klientel doch meistens eher nicht gemacht werden, lasse ich im Unterricht mehr wiederholen und üben. Nur fehlt mir dann diese Zeit für Vertieftes, aber auch zum Weitergehen und überhaupt.

    Woran das liegt, könnte ich hier auch mutmaßen, aber es soll ja mal um Kritik an den weiterführenden Schulen gehen.

  5. @ OMG, geht das an mich? Nein, das reicht nicht. Es ist viel zu allgemein. Förderung klappt nicht? Liegt ja vielleicht daran, weil diese Gymnasialschüler eben einfach nicht gymnasialfähig waren und sind.

    Es muss aber auch schon vorher was schief gegangen sein, oder? Aber hier soll es ja um die weiterführenden Schulen gehen. Warum klappt die Förderung an den Gymnasien nicht? Was läuft da schief? Sieben die womöglich bewusst aus, wo/wenn Eltern frei entscheiden können, wohin die Kinder nach der 4. Klasse gehen?

    Wäre ja verständlich.

  6. Oder weil diasGymnasium weiß, dass 83% der Schüler, die als ungeeignet in die Realschule aussortiert wurden, über die Realschule und das BG trotzdem die allg. Hochschulreife erreichen?!?! Ich würde mich da mit Jubelmeldungen mal vorsichtig zurückhalten und mal schauen, warum die Realschulen mittlerweile mehr Abiturienten ins Leben entlassen als die Gymnasien. Letzteres ist schon peinlich genug, wenn man hier die Selbstbeweihräucherung des SekII – Lehramtes liest.

    • Wenn schon denn schon; RS und GE sowie BK mehr allgemeine Hochschulzugangsberechtigungen vergeben als die GY – von den Fachhochschulberechtigungen (FHR) einmal ganz zu schweigen.

      • Sorry. Stimmt natürlich. Den Kollegen dieser Schulform en, die über 93% der Inklusion so nebenbei noch stemmen und die Sprachintegration und so viele Schueler hochschulreife bekommen mal ein dickes Lob.

        • In diesem Punkt muss ich Ihnen sogar mal zustimmen; das, was an Inklusion und Integration von den Haupt- und Realschulen erwartet und auch geleistet wird, ist schon enorm und verdient den größten Respekt. Dass die Gymnasien da irgendwie in weiten Teilen “verschont” werden, ist richtig, auch wenn es einen unfairen Anschein hat.
          Zum besseren Verständnis: Kommt ein Flüchtling zu mir in die achte Klasse, hat er danach kein Recht mehr, auf die Real-, Haupt- oder Gesamtschule zu wechseln; er ist also gezwungen, sein Glück am Gymnasium zu suchen. Schafft dieser Schüler die Versetzung nicht, ist die Gefahr sehr sehr groß, dass dieser Schüler dann später ohne irgendeinen Schulabschluss von der Schule gehen muss. Das ist besonders bei G8 gravierend, da hier das zehnte Schuljahr bereits den Oberstufenanforderungen entspricht und ohne die Versetzung in die Q1 gibt es weder den normalen Hauptschul- noch den Realschulabschluss, dann heißt es Hauptschulabschluss nach Klasse 9.

    • Wenn 5/6 der abgeschulten Gymnasiasten das Abitur doch noch bestehen, ist es eher ein Zeichen für die Einfachheit des Abiturs (und ein Ausbruch von Vernunft bei den Schülern nach der Pubertät).

    • Nimmt in BW jetzt schon das Sek1-Lehramt das Abitur ab? Meines Wissens nach ist auch an BK und Gesamtschulen die Oberstufe ausschließlich dem Sek2-Lehramt vorbehalten.

  7. Erfahrungsgemäß ist es das veränderte Lernverhalten nach der Pubtertät. Da ziehen auch die Realschulklassen deutlich an.

    • Die E-Kurse (Kurse auf Erweiterungsniveau) an Schulen des längeren gemeinsamen Lernens ebenfalls …

      Die Entwicklung dieses Teiles der Schülerschaft entzieht sich aber dem Erfahrungsschatz von Gymnasiallehrkräften, da die Entwicklung erst nach der Abschulung einsetzt. Folglich können sie konstatieren, dass sie das noch nie erlebt haben.

      • die nicht abgeschulten Gymnasiasten ziehen aber mit Eintritt in die Oberstufe auch an. Interessanterweise war bei g9 die Klasse 10 noch pubertätsbedingt unproduktiv, bei g8 die Einführungsphase deutlich produktiver.

      • “entzieht sich aber dem Erfahrungsschatz von Gymnasiallehrkräften. […] Folglich können sie konstatieren, dass sie das noch nie erlebt haben.”
        Wie können Sie denn sowas behaupten? Ich sehe das jedes Jahr, wenn wieder SuS von der Realschule zu uns wechseln. Man sieht in der Regel, dass in der EF noch deutliche Leistungsunterschiede zu sehen sind, diese sind aber hauptsächlich methodischer Natur und bauen sich bis zum Abitur vollständig ab.

        • Ach, Sie sehen als Außenstehender die Verhaltensänderungen von SuS, die bereits vor der achten Klasse das GY verlassen haben.
          Über die Leistungen und Entwicklungen von Schülern, die mit dem Q-Vermerk die Berechtigung zum Besuch einer GOSt haben und nicht an ein GY sondern an eine GeS oder ein BK wechseln, können Sie ebenfals nur Mutmaßungen anstellen.

          • Ich beziehe mich auf diesen Satz:
            “Erfahrungsgemäß ist es das veränderte Lernverhalten nach der Pubtertät. Da ziehen auch die Realschulklassen deutlich an.”
            Danach bin ich schon der Meinung, dass ich das bis zu einem gewissen Grad einschätzen kann; ich sehe doch, wie sich die SuS im Laufe der Oberstufe auf dasselbe Niveau der Eigengewächse und manchmal auch auf ein höheres begeben.

          • kann ich bestätigen, weil Realschüler, die in der sek II auf das Gymnasium wechseln, sind in der Vergangenheit fleißig gewesen im Gegensatz zu einer Menge minimalistischer Gymnasiasten.

  8. Zurück zum eigentlichen Thema? Es sollte doch mal Kritik an den Gym-Lehrern geübt werden.

    Doe Förderung klappt nicht, sodass etliche Gymnasiasten wieder “abgeschult” werden müssen (womöglich aber weil sie nie ans Gym. gekommen wären, wenn es die Lehrer entschieden hätte).

    Wem fällt noch was ein?

      • für 1960 sicher richtig. Heuer würde ich mir manchmal wünschen, es gäbe noch eine soziale Auslese. Allerdings weiß ich nicht wirklich, wie katastrophal die Zustände in den Hauptschule-Nachfolgemodellen wirklich sind. Ist das schon “soziale Auslese”, wenn die meisten Kinder durchschnittlich intelligent sind, in Maßen mitarbeiten und nicht ungezogener sind als man mit Augenzudrücken ertragen kann?

      • Der Trick ist doch einfach; der Schulausschuss der Kommune beschließt den GY keine Schulsozialarbeiter zu bewilligen. Der Aufschrei an den GY der betreffenden Gemeinde ist übermäßig groß, da es einflussreiche Eltern gibt, die für einen medialen Nachhall sorgen. Darüber hinaus werden dem GY keine Son.-Päd. zugewiesen, da der Bedarf an Schulen anderer Schulform höher ist. Es gibt wieder einen gewaltigen Aufschrei, da das GY doch drei “Rollis”, einen Schüler mit Schwerpunkt Sprache, zwei mit körperlicher/motorischer Entwicklung und einen hörgeschädigten Schüler unter seinen 900 bis 1200 Beherbergt.

        Die Zeit vergeht und dann kommt der finale Witz der Geschichte. Der Schulausschuss der Gemeinde beschließt, dass für das kommende Schuljahr am GY keine Kinder mit Förderbedarf aufgenommen werden, da die personellen Voraussetzungen für die Inklusion nicht gegeben seien und die Schulen der anderen Schulformen RS und GeS; HS aufgelöst) hierfür besser aufgestellt wären.

        Wegen der vorhanden Schulsozialarbeit ist es darüber hinaus Aufgabe der anderen Schulen die Integration Geflüchteter, die in der Kommune dauerhaft untergebracht sind, zu stemmen. Zuweisung für die Sprachförderung sind aus der allgemeinen Stellenzuweisung nicht vorgesehen, sie muss zulasten anderer Förderstunden auf die Beine gestellt werden.

        Seit Bekanntwerdn der Beschlüsse des Schulausschusses sind die Anmeldezahlen des örtlichen GY nicht nennenswert gestiegen. Die des zweiten GY am Ort, in kirchlicher Trägerschaft hingegen haben sich verdoppelt. Statt dreizügig wie bisher, können die mit den Neuanmeldungen für 18/19 fast sechs Klassen bilden.

  9. @ OlleSchachtel, Missis., ysnp, Palim,

    also stelle ich fest, dass hier erstens trotz Aufruf und Bitte darum, so fast nichts an Kritik an der Arbeit an Gymnasien gekommen ist und zweitens (erkennbare) Gymnasiallehrer nicht beleidigt reagiert und alles von sich gewiesen haben.

    Nun sagen Sie also bei nächster Gelegenheit nicht wieder, dass hier immer nur die GS-Lehrer am Pranger stehen und wie wohl die Gym-Lehrer reagieren würden, wenn man sie kritisiert.

    • Vielleicht ist der hohe Didaktikanteil bzw. geringe Fachwissenschaftsanteil im Grundschullehrerstudium für die erhöhte Emotionalität bzw. miimiimii-Mentalität verantwortlich oder umgekehrt das stark fachwissenschaftliche Studium die Gymnasiallehrer auf den Boden der Tatsachen stehen lässt oder alternativ die Grundschullehrer eifersüchtig auf die Gymnasiallehrer sind, weil erstere an den Studienanforderungen von letzteren gescheitert wären.

      Wie lange wird es dauern, bis das erste miimiimii zurückkommt?

    • Wer hat denn die Gym-LuL “an den Pranger” gestellt?

      Ich habe neulich schon geschrieben:
      Während der Philologenverband fortwährend gegen Grundschullehrkräfte hetzt und sich in Grundschulbelange einmischt, um sich selbst zu erhöhen, tut dies keine andere Lehrerschaft mit den Philologen.

      Eine zu hohe Belastung, zu viel Bürokratie, zu viele ständig wechselnde Vorgaben … das alles haben Philologen auch, es ist aber nicht deren Schuld, ebensowenig wie schlecht abgestimmte Curricula und Übergänge.

      Verbesserungen wird es nur geben, wenn man gemeinsam etwas unternimmt.
      Wenn der Philologenverband feststellt, dass an den anderen Schulformen angesichts der VERA8-Ergebnisse offenbar dringend Handlungsbedarf besteht, ist das m.M.n. ein Schritt in die richtige Richtung.

      • Von Zeit zu Zeit verfolge ich das Forum ja auch und es ist schon festzustellen, dass einem als Gymnasialer permanent Arroganz, mangelnde Empathie und schlechte Didaktik bei Futter-Neid-Themen wie “A13-Für alle” unterstellt werden; da muss niemand was gesagt haben, die genannten Eigenschaften werden meistens in den ersten Posts im vorauseilenden Eifer ins Diskussionsfeld geworfen.

        P.S. Wo “hetzt” denn der Verband gegen Grundschullehrkräfte? Geben Sie mal bitte ein Beispiel für die genannte “Hetze”. Ich verstehe den Verband, (bin selbst kein Mitglied) eigentlich so, dass dieser Methoden, die politisch oktroyiert sind, kritisiert und nicht die Kompetenz der Lehrer per se.

        • Um mich zu wiederholen: Die Kritik erfolgt ja in erster Linie, weil die Grundschule die angehenden Gymnasiasten nicht mehr auf selbiges vorbereiten kann, ähnlich wie die Sek I kaum noch auf die Sek II und die Sek II nicht mehr auf die Hochschulen vorbereitet.

          Das liegt aber an der Bildungspolitik, die sich vor jeden Gaul spannen lässt, an der zunehmend schwierigeren Klientel (die nur zum deutlich unterrepräsentierten Teil auf das Gymnasium wechseln wird) und zu einem deutlich kleineren Teil auch an den Grundschullehrern, die sich ohne Kritik in die neuen Methoden fügt. Auf die Lehrpläne an sich haben wir Lehrer ja ohnehin kaum Einfluss. Wir könnten höchstens, wenn die Zeit reicht und es die Lerngruppe zulässt, den Lehrplan mal Lehrplan sein lassen und z.B. doch noch mal die schriftliche Division mit Rattenschwanz und Rest durchziehen, wie es zu unserer eigenen Grundschulzeit als Kinder Gang und Gäbe war. Das dürfte in der Grundschule zu den derzeitigen Bedingungen aber so gut wie nie vorkommen.

        • Ich finde, dass die unverschämte Kritik von den Landesregierungen kommt und nicht vom PhV.
          In einem anderen Diskussion wurde mir von “Palit” die “Handreichung Orthographie, 2015” (nochmals bedankt) genannt; wenn man sich die mal anguckt, dann ist das eigentlich in weiten Teilen nichts anderes als eine Wiederholung der Rechtschreibregeln und des Schriftspacherwerbs. Das sind doch alles Sachen, die man als Deutschlehrer im Studium gelernt haben sollte; ich verstehe daher nicht, warum das Ministerium es für nötig hält, den Kollegen aus dem Primarbereich dieses Repetitorium nahezulegen. Damit spricht man einem doch eigentlich DIE Kernkompetenz des Jobs ab.

          Link: http://www.nibis.de/uploads/redpaul/files/2016-02-25_orthografie_handreichung_korr6c.pdf

          • Vielleicht hat die Regierung Angst, dass die Lehrer nicht kompetenzorientiert genug unterrichten, sie sich stattdessen noch Lernziele oder gar Inhalte vorstellen. Es gibt ja verschiedene Universitäten mit unterschiedlich starker ideologischer Prägung. Die Lehrer müssen also erst mal eingenordet werden.

            Wie dem auch sei, Papier ist geduldig, im Vergleich zu pdf-Dateien auf Festplatte aber ein verhaltensauffälliger adhs-Patient.

          • @invictus, xxx
            “Das sind doch alles Sachen, die man als Deutschlehrer im Studium gelernt haben sollte;”
            … und hat.

            “ich verstehe daher nicht, warum das Ministerium es für nötig hält, den Kollegen aus dem Primarbereich dieses Repetitorium nahezulegen. Damit spricht man einem doch eigentlich DIE Kernkompetenz des Jobs ab.”
            Japp.
            Wir haben “viel Spaß” auf den verpflichtend einberufenen Konferenzen, bei denen dann Auszüge aus diesem Werk VERLESEN werden. Denn offenbar meint das Ministerium zudem, dass GS-LuL nicht lesen können.
            Anschließend wird ein Protokoll zugestellt, indem Anmerkungen, Fragen und Kritik nicht aufgeführt sind, wohl aber, dass sich alle “geeinigt” hätten.

            “Vielleicht hat die Regierung Angst, dass die Lehrer nicht kompetenzorientiert genug unterrichten, sie sich stattdessen noch Lernziele oder gar Inhalte vorstellen. ”
            Könnte sein.
            Zumindest hat die Kommission, die die Curricula erstellt hat, an genau dieser Stelle aufgehört zu planen.
            Es gibt eine Menge Dinge, die zu beachten sind, das Einteilen der Inhalte unter Beachtung der Vorgaben wird aber zur Quadratur des Kreises… die die LuL in jedem Kollegium übernehmen sollen.

          • “… Wiederholung der Rechtschreibregeln und des Schriftspacherwerbs. Das sind doch alles Sachen, die man als Deutschlehrer im Studium gelernt haben sollte;”
            Ist das wirklich im Studienplan für das Grundschullehramt verankert? Hier wird es anders geschildert:
            http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-122611250.html
            Obligatorische Rechtschreibtests scheint es nicht zu geben. Es kann sein, dass man in allerjüngster Zeit hier Änderungen vorgenommen hat, aber die Rechtschreibung als solche pflegte man an Universitäten als selbstverständlich vorauszusetzen, früher sogar an Gymnasien.

      • @ ZITAT (Palim): “Wer hat denn die Gym-LuL “an den Pranger” gestellt?”

        Wieder nicht aufgepasst. Wieder schlampig argumentiert. Es wurde nicht gesagt, dass jemand die Gym-Lehrer an der Pranger stellt, es wurde hier angeboten, auch mal über den Unterricht an Gymnasien zu debattieren und nicht immer nur über Grundschullehrerthemen. Das war ja der Vorwurf gewesen.

        Zumal bei “an den Pranger stellen” Grundschullehrer steht (als Behauptung anderer). Wer lesen kann, ist im Vorteil.

  10. Mir missfällt Palims Behauptung, dass der “der Philologenverband fortwährend gegen Grundschullehrkräfte hetzt”, ebenso wie Ihnen, Invictus.
    Wie kann ich mich als Grundschullehrerin überhaupt persönlich angegriffen fühlen, wenn der PhV politische Entscheidungen kritisiert, die zwar Grundschulen betreffen, aber nicht gegen die dortigen Lehrkräfte gerichtet sind?
    Die konkrete Frage von Invictus an Palim hätte ich auch gern beantwortet: “Wo ‘hetzt’ denn der Verband gegen Grundschullehrkräfte?”

    Leider übernehmen andere Grundschullehrer oft ungeprüft solche Behauptungen und es bilden sich unnötige Fronten zwischen Grundschul- und Gymnasiallehrern. Sie können nur lachenden Dritten (wie Politikern oder GEW-Funktionären) gefallen und in die Hände spielen. Den Lehrern selbst (und zwar allen!) nützen die Querelen nichts, im Gegenteil.

    Es wäre gut, wenn alle am gleichen Strang zögen. Mit Geschlossenheit und gemeinsamer Kraft lässt sich gegen fragwürdige Entscheidungen “von oben” viel besser zur Wehr setzen. Zerstrittenheit durch falsche Feindbilder ist dagegen Gift für jedes kollegiale Handeln und Vorgehen.

  11. “Es wäre gut, wenn alle am gleichen Strang zögen. Mit Geschlossenheit und gemeinsamer Kraft lässt sich gegen fragwürdige Entscheidungen “von oben” viel besser zur Wehr setzen. Zerstrittenheit durch falsche Feindbilder ist dagegen Gift für jedes kollegiale Handeln und Vorgehen.”

    Genau das habe ich oben auch ausgesagt.
    Es ist aber der Philologenverband, der gegen gemeinsame Aktionen ist, der seine Lehrkräfte besser stellen will, der stets die Befürchtung eines Einheitslehrers vor sich herträgt, der seine Lehrkräfte als stärker belastet sieht als alle anderen, der gleiche Studienzeit und -abschlüsse in Abrede stellt, der sich bei Abordnungen in Grundschulen medienwirksam aufregt, während alle anderen SekI-Schulen dies seit Jahrzehnten stemmen, der Behauptungen zum Einsatz der Gym-LuL aufstellt, die absolut unrealistisch sind, wenn man sich mit dem System der Grundschule auskennt (Beispiele: Zweitlehrkäfte sind in der Regel Lehrkräfte für Inklusion, per Erlass zugeteilt aber angesichts des Mangels nicht vorhanden, und die Verlässlichkeit in der GS wird nicht durch Lehrer gewährleistet, sondern durch zusätzliches Personal), der Grundschulen Vorschriften über deren Arbeitsweise und Methoden machen möchte.

    “Leider übernehmen andere (…) oft ungeprüft solche Behauptungen und es bilden sich unnötige Fronten zwischen Grundschul- und Gymnasiallehrern.”
    Dessen bedient sich der Philologenverband gerne.
    Und um bei dem Beitrag oben zu bleiben: tatsächlich gehen an allen Schulformen Lehrkräfte täglich über die Belastungsgrenze und an allen anderen Schulen wird auch “verlässlich auf sehr hohem Niveau von unseren universitär ausgebildeten Lehrkräften unterrichtet.”

    Mir ist klar, dass der Philologenverband eine Interessenvertretung ist, die ihr Profil pflegt.
    “Den Lehrern selbst (und zwar allen!) nützen die Querelen nichts, im Gegenteil.”
    Mein Reden, aber gut, dass Sie es nochmal aufgreifen und ebenso sehen.

    • @ Palim: Offensichtlich vertritt der Philologenverband die Interessen der Gymnasiallehrer und die GEW eher die Interessen der Grundschullehrer. Letzteres finden Sie gewöhnlich in Ordnung, weil es Ihnen nützt. So wird dann auch die gemeinsame Stärke interpretiert. Gemeinsam, wo es mir selber nützt. Getrennt, wo es mir schaden würde. Das immer gleiche Spiel aller.

    • @sofawolf
      Gute Antwort! Sabine spricht von einer ganz anderen Gemeinsamkeit als Palim. Sie meint die ALLER Lehrer und nicht die der Grundschullehrer gegen die der Philologen.

      @Palim
      Sie verdrehen Sabines Kommentar, wenn Sie ihn falsch interpretieren und so tun, als meine Sabine dasselbe wie Sie, wiederhole quasi Ihre Rede. Das ist nicht so.

      Wer die Pholologen unbewiesenermaßen der Hetze gegen Grundschullehrer beschuldigt, sucht die Gegnerschaft und heizt diese mit einer bösen Behauptung an.
      Die Frage von Invictus “Wo ‘hetzt’ denn der Verband gegen Grundschullehrkräfte?”, lassen Sie trotz Sabines Erinnerung weiterhin unbeantwortet. Warum eigentlich? Es müsste Ihnen doch selbst wichtig sein, den Hetz- Vorwurf zu untermauern und als berechtigt zu belegen. Er ist starker Tobak und keine Kleinigkeit, die man mal schnell beiseite wischen kann.

      • Warum meint Sabine ALLE Lehrer, MIR sprechen Sie das aber ab?

        Warum wird MIR vorgeworfen, ich suche Gegnerschaft, wenn ich herausstelle, dass der Philologenverband mit den angeführten Themen, die vielfach in Medien diskutiert wurden und immer wieder Vorwürfe an Lehrkräfte der Grundschulen hervorrufen, unentwegt Stimmung macht? Es ist die Arbeit in den Grundschulen und es sind die Grundschullehrkräfte, die dadurch in die Kritik gesetzt werden.

        Warum sind Falschaussagen des Philologenverbandes akzeptabel, z.B. hier http://www.haz.de/Nachrichten/Der-Norden/Uebersicht/Philologenverband-Niedersachsen-kritisiert-Abordnungen-an-Grundschulen , wenn sie zu Lasten der Grundschulen und damit Grundschullehrkräfte gehen, weil sie damit in der Öffentlichkeit behaupten, die Forderungen der Grundschulen nach Lehrkräften für die Unterrichtsversorgung seien ungerechtfertigt? (Die Verlässlichkeit innerhalb der Grundschulen Niedersachsens wird nicht durch Lehrkräfte erreicht, auch nicht durch Abordnungen, sondern ausschließlich durch pädagogische Mitarbeiterinnen abgedeckt – landesweit.) Natürlich möchte der Philologenverband für eine möglichst gut Versorgung an den Gymnasien eintreten, dabei unterstellt er aber, an den Grundschulen würde nicht angemessen gearbeitet.

        Wenn die Vorsitzende des Philologenverbandes bei schlechten IGLU-Ergebnissen nach umfassenden Fortbildungen ruft, wird eben schnell daraus, dass GS-Lehrkräfte schlecht ausgebildet seien – warum sonst ist die Antwort auf schlechte Testergebnisse eine Fortbildung der Lehrkräfte, statt anderer Formen der Unterstützung? Natürlich sind wir alle für gute Fortbildungen für die man eine Freistellung erhält, die nicht an weitere Bedingungen geknüpft sind. Aber das kann nicht die Antwort auf mangelnde Ergebnisse im Grundschul-Lesetest sein.

        Warum klatschen Sie (F.H.) gerade sofawolf Beifall, der in vielen Beiträgen immer wieder namentlich Grundschullehrkräfte herausgreift und provoziert?

        Es war im übrigen Sofawolf, der unter diesem Artikel zur Kritik an Gymnasien aufgerufen und mehrfach darauf verwiesen hat: „Zurück zum eigentlichen Thema? Es sollte doch mal Kritik an den Gym-Lehrern geübt werden.“ Ging es dabei darum, GEMEINSAM für bessere Bedingungen einzutreten und sich GEMEINSAM stark zu machen?

        Wenn allen so viel daran gelegen ist, dass die Ergebnisse verbessert werden, dann sollten alle für bessere Bedingungen an den Schulen eintreten, an denen es offenbar notwendig ist.
        Wie ich oben schon schrieb:
        “Verbesserungen wird es nur geben, wenn man gemeinsam etwas unternimmt.
        Wenn der Philologenverband feststellt, dass an den anderen Schulformen angesichts der VERA8-Ergebnisse offenbar dringend Handlungsbedarf besteht, ist das m.M.n. ein Schritt in die richtige Richtung.”

        • “Wenn der Philologenverband feststellt, dass an den anderen Schulformen angesichts der VERA8-Ergebnisse offenbar dringend Handlungsbedarf besteht, ist das m.M.n. ein Schritt in die richtige Richtung.”

          Stolz auf die Gymnasiasten braucht der PHV auch nicht zu sein, weil deren Ergebnisse auch nicht so berauschend sind. Sie sind halt nur nicht so katastrophal wie bei den anderen Schulformen. Man müsste die Ergebnisse mal nach Schulformempfehlung unabhängig von der besuchten Schulform aufdröseln. Davon dürften zumindest die Real-, Gesamt- und Gemeinschaftsschulen profitieren, weil z.B. die ganzen Realien nicht mehr den Schnitt der Gymnasien verschlechtern, aber gleichzeitig den Schnitt der Real-, Gesamt- und Gemeinschaftsschulen verbessern. Bei der Hauptschule wird der Effekt wahrscheinlich geringer ausfallen.

        • @Palim
          Sie meinen: “Wenn die Vorsitzende des Philologenverbandes bei schlechten IGLU-Ergebnissen nach umfassenden Fortbildungen ruft, wird eben schnell daraus, dass GS-Lehrkräfte schlecht ausgebildet seien.”
          Abgesehen davon, dass das keine Hetze ist, lese ich hier häufig von Grundschullehrern selbst den Wunsch nach mehr Fortbildung.

          Sie, Palim, sehen das Heil mehr in “besseren Bedingungen an den Schulen”. Das ist auch richtig, greift aber zu kurz, wenn nicht gesehen wird, dass noch anderes im Argen liegt.
          Wenn Junglehrer nach dem Studium an unsere Schule kommen, stelle ich immer wieder fest, dass sie eine Menge “Rosinen im Kopf haben” und von der knappen Unterrichtszeit viel draufgeht für Schnickschnack und Wohlfühlatmosphäre. Anstrengungen für die Motivation der Schüler überlagern m.E. inzwischen zu sehr die Unterrichtsinhalte, so dass eine “gelungene” Stunde weniger in der Frage besteht, was die Kinder gelernt haben als in der Feststellung, sie seien ja so freudig bei der Sache gewesen. Nur was war die Sache? Das ist mir oft nicht klar, wenn ich nachfrage und konkrete Ergebnisse wissen will. Da sieht es dann meist mager aus.
          Ich muss kein “hetzender” Philologe sein, um mich auch zu fragen, was es mit dem Studium (der Ausbildung) heutzutage auf sich hat. Die jungen Kolleginnen haben daran keinerlei Schuld, aber die Lehrerausbildung und vielleicht sogar Fortbildung darf doch kritisch betrachtet werden.

  12. @ Reni (ZITAT): “Wenn Junglehrer nach dem Studium an unsere Schule kommen, stelle ich immer wieder fest, dass sie eine Menge “Rosinen im Kopf haben” und von der knappen Unterrichtszeit viel draufgeht für Schnickschnack und Wohlfühlatmosphäre. Anstrengungen für die Motivation der Schüler überlagern m.E. inzwischen zu sehr die Unterrichtsinhalte, so dass eine “gelungene” Stunde weniger in der Frage besteht, was die Kinder gelernt haben als in der Feststellung, sie seien ja so freudig bei der Sache gewesen.”

    Genau so ist es. Das ist ja das, was ich mit der bösen Zuspitzung “Viel Spielkram und wenig Lernen” meine. Danke.

    • ZITAT 2 (Reni): “Ich muss kein “hetzender” Philologe sein, um mich auch zu fragen, was es mit dem Studium (der Ausbildung) heutzutage auf sich hat. Die jungen Kolleginnen haben daran keinerlei Schuld, aber die Lehrerausbildung und vielleicht sogar Fortbildung darf doch kritisch betrachtet werden.”

      Da stimme ich Ihnen auch unumwunden zu.

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