Das Handy am Ohr schadet der Gedächtnisleistung von Jugendlichen

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BASEL. Telefonieren mit dem Handy schadet langfristig dem Gedächtnis von Jugendlichen. Textnachrichten schreiben und surfen im Internet sind offenbar unschädlich – zumindest was den Einfluss elektromagnetischer Strahlung angeht, wie sie bei der Handynutzung frei wird. Darauf deutet eine neue Studie mit fast 700 Jugendlichen in der Schweiz hin.

Die rasante Entwicklung von Informations- und Kommunikationstechnologien hat zu einer erhöhten Exposition gegenüber hochfrequenten elektromagnetischen Feldern (HF-EMF) im Alltag geführt. Die wichtigste Expositionsquelle für das Gehirn ist die Verwendung eines Mobiltelefons in der Nähe des Kopfes, wie es beim telefonieren geschieht.

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Eine vom Swiss Tropical and Public Health Institute (TPH) durchgeführte Studie hat nun den Zusammenhang zwischen der HF-EMF-Exposition durch Mobiltelefone und der Gedächtnisleistung bei Jugendlichen untersucht. Für die Studie griffen die Epidemiologen neben Befragungen auf auch Nutzerdaten von Mobilfunkbetreibern zurück.

Handystrahlung schadet der Gedächtnisleistung. Wie sich die Smartphone-Nutzung auf anderen Ebenen auf die Gehirnleistung Jugendlicher auswirkt, war nicht Gegenstand der Untersuchung. Foto: Garry Knight / flickr (CC BY 2.0)
Handystrahlung schadet der Gedächtnisleistung. Wie sich die Smartphone-Nutzung auf anderen Ebenen auf die Gehirnleistung Jugendlicher auswirkt, war nicht Gegenstand der Untersuchung. Foto: Garry Knight / flickr (CC BY 2.0)

Die Studie ergab, dass die kumulative Hirn-HF-EMF-Exposition durch Mobiltelefone über ein Jahr hinweg einen negativen Einfluss auf die Entwicklung der figuralen Gedächtnisleistung bei Jugendlichen haben kann. Das figurale Gedächtnis ist der Teil des Gehirns, in dem hauptsächlich räumliche Informationen verarbeitet werden, etwa beim Lesen von Landkarten. Es ist hauptsächlich in der rechten Gehirnhälfte angesiedelt, und der Einfluss von HF-EMF war bei jenen Jugendlichen ausgeprägter, die ihr Mobiltelefon auch auf der rechten Seite des Kopfes benutzten. «Dies deutet darauf hin, dass vom Gehirn absorbierte elektromagnetische Strahlung für die beobachteten Zusammenhänge verantwortlich sind», erklärte Studienautor Martin Röösli.

Nun sei laut Röösli weitere Forschung notwendig, um den Einfluss anderer Faktoren auszuschließen. «Zum Beispiel könnten die Studienergebnisse durch die Pubertät beeinflusst worden sein, die sich sowohl auf die Mobiltelefonnutzung als auch auf das Verhalten und die kognitiven Fähigkeiten der Teilnehmenden auswirkt.»

Andere Aspekte der drahtlosen Kommunikation wie das Senden von Textnachrichten, Spielen oder Surfen im Internet verursachen nur eine geringe Strahlenbelastung des Gehirns und zeigten keinen Zusammenhang mit der Entwicklung der Gedächtnisleistung.

« Noch ist unklar, wie hochfrequente elektromagnetische Strahlung die Prozesse im Gehirn beeinflussen könnte oder wie relevant unsere Erkenntnisse langfristig sind», ergänzte Röösli. «Mögliche Risiken für das Gehirn können durch den Einsatz von Headsets oder Lautsprechern beim Telefonieren minimiert werden, insbesondere bei geringer Netzqualität und maximaler Leistung des Mobiltelefons.»

Die Daten, die im Rahmen der Studie Health Effects Related to Mobile phone usE in adolescentS (HERMES) erhoben wurden, betrafen den Zusammenhang zwischen der HF-EMF-Exposition und der Entwicklung der Gedächtnisleistung von fast 700 Jugendlichen über einen Zeitraum von einem Jahr. Die Teilnehmenden im Alter von 12 bis 17 Jahren wurden in öffentlichen Schulen (7. bis 9. Klasse) in städtischen und ländlichen Gebieten der deutschsprachigen Schweiz rekrutiert. Die Studie ist in der Fachzeitschrift Environmental Health Perspectives veröffentlicht.

• Studie „Memory performance , wireless communication and exposure to radiofrequency electromagnetic fields: a prospective cohort study in adolescents“

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1 KOMMENTAR

  1. Ich würde auch argumentieren, dass Schüler heutzutage weniger auswendig lernen müssen. In der Schule keine Gedichte mehr, im Alltag keine Telefonnummern, Adressen, Routen usw.

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