Vorbild Berlin: GEW fordert auch in NRW Zulage für Lehrkräfte an Brennpunktschulen

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DÜSSELDORF. Die GEW NRW will, dass Lehrkräfte an Schulen in schwierigem sozialen Umfeld besser bezahlt werden und fordert dazu eine spezielle Zulage als besonderen Anreiz, dort pädagogisch tätig zu werden, wo es brennt. GEW NRW-Landesvorsitzende Dorothea Schäfer hat eine entsprechende Initiative des Berliner Senats begrüßt und von der Landesregierung, gefordert, zügig ein vergleichbares Modell in NRW zu entwickeln. Was in Berlin gehe, müsse auch in NRW möglich sein. Auch bei der Lehrerverteilung müsse gelten, dass ungleiche Schulen ungleich behandelt werden.

300 Euro brutto zusätzlich im Monat sollen Lehrer an Brennpunktschulen in Berlin künftig bekommen. Foto: Marco Verch / flickr / CC BY 2.0

„Die Hiobsbotschaften aus den Personalvertretungen nehmen zu. Immer mehr Stellen können nicht mit ausgebildeten Lehrkräften besetzt werden. Es ist zu befürchten, dass Schulen in schwierigem sozialen Umfeld dabei besondere Schwierigkeiten haben. Verstärkt sich jedoch der Lehrkräftemangel an Schulen mit besonderen Problemlagen, so verschärft das die soziale Selektion unseres Schulsystems weiter. Hier ist Eile geboten“, erklärte GEW NRW-Landesvorsitzende Dorothea Schäfer heute in Essen. Personalräte insbesondere aus Duisburg, Essen, Wuppertal und Köln schlagen seit Wochen Alarm, weil vakante Stellen an den Schulen nicht wieder besetzt werden können und leerlaufen. Allein an den Duisburger Grundschulen könnten über 100 Stellen nicht besetzt werden.

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Bei der Personalausstattung müssten Schulen in Stadtteilen mit besonderem Erneuerungsbedarf vordringlich bedacht werden. Dies sei eine Frage der Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit. „Der sogenannte Sozialindex zur Ressourcenverteilung muss präzisiert werden, damit wir die Schulen mit besonderen Problemen identifizieren und besser ausstatten können“, forderte die GEW-Landesvorsitzende. Der Schulversuch Talentschulen belege, dass die Landesregierung das Problem erkannt habe. Allerdings sei die Errichtung weniger Leuchtturmschulen nicht zielführend.

Die GEW NRW-Landesvorsitzende ist überzeugt, dass zusätzliche finanzielle Anreize zu einer Entspannung führen können. „Im Beamten- und Tarifrecht gibt es Möglichkeiten, die wir dazu nutzen können.“  Alternativ wäre auch eine Senkung der Unterrichtsverpflichtung bei gleichem Gehalt denkbar.  Langfristig müsse es aber um eine generelle Attraktivitätssteigerung des Lehrerberufs gehen. „Neben Maßnahmen zur Entlastung ist eine gleiche Besoldung für alle Lehrämter unabdingbar. Wir fordern A13 Z als Eingangsbesoldung für alle Lehrkräfte, unabhängig von der Schulform.“ News4teachers

Berlin will Lehrer an Brennpunktschulen künftig besserstellen – offen ist, ob mit Prämien oder Entlastungen

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3 KOMMENTARE

  1. Das ist die Politik. Und das ist die GEW. Ein bisschen Geld ausschütten und alles ist wieder gut.

    Nein, nichts ist wieder gut.

    In Berlin kündigt die Schulleiterin einer Brennpunktschule. Glaubt irgendjemand, sie war der Meinung, sie verdiene zu wenig? Meint irgendjemand, 300,- “Schweigegeld” hätten sie gehalten? Die 300,- Euro mehr sind in spätestens einem Jahr vergessen, aber die Probleme sind immer noch da und die Leute weiter / wieder unzufrieden. Man hätte das Geld lieber nehmen sollen, um die Probleme zu lösen. Nur wäre das wohl etwas teurer geworden. Das ist der Punkt.

    Auszug: “Wieder steht eine Berliner Brennpunkt-Schule damit ohne Schulleitung da. Für die weitere Schulentwicklung ist das in der Regel negativ. Doris Unzeitig hat immerhin fünf Jahre durchgehalten, ihre unmittelbaren Vorgänger an der Spreewald-Grundschule hier an der Pallasstraße im Schöneberger Norden hatten bereits früher aufgegeben. Aufgerieben im schwierigen Umfeld. Nicht wenige Schüler zeigen gegenüber den Pädagogen wenig Respekt, auch Eltern verhalten sich teils äußerst unkooperativ. Fast alle Schüler leben in Familien, die auf Sozialtransfers angewiesen sind, und für die Bildung keinen hohen Stellenwert hat.”

    https://www.berliner-zeitung.de/berlin/brennpunktschule-in-schoeneberg-eine-frau-reizt-die-schulverwaltung-31139676

  2. Für kein Geld der Welt würde ich nach Berlin gehen- da ist mir meine Brandenburger Kleinstadt tausendmal lieber. Hier kennt zwar jeder jeden, was auch nicht immer so toll ist. Und Probleme in den Schulen gibt es ohne Ende. Aber hier kann ich’s bis zur Rente schaffen. In Berlin wäre ich bestimmt schon lange kein Lehrer mehr. Geld ist nicht alles….

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