Bildungsgerechtigkeit: Elternsprecher fordert kostenlosen Schülertransport

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ERFURT. Thüringens Landeselternsprecher schlägt vor, Schüler in Zukunft kostenlos zur Schule und nach Hause zu transportieren. Seiner Meinung nach sei das auch eine Frage der Bildungsgerechtigkeit.

In ländlichen Gebieten müssen Schüler oft weit bis zur Schule fahren. Foto: Andreas Hermsdorf / pixelio.de

Landeselternsprecher Roul Rommeiß hat einen kostenlosen Schülertransport in Thüringen gefordert. Man müsse damit rechnen, dass die Kosten für den Transport steigen werden – vor allem wegen des von der Bundesregierung geplanten Klimapaketes, sagte Rommeiß vor dem Landeselterntag in Erfurt. Dies würde vor allem Familien im ländlichen Raum treffen. «Ein kostenloser Schülertransport bis zum Abitur oder bis zum Ende der Ausbildung wäre ein Beitrag für den Klimaschutz und für Bildungsgerechtigkeit», sagte Rommeiß.

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Eltern und Vertreter von allen Parteien, die im Landtag oder im Bundestag sind, treffen sich am Samstag in Erfurt auf einem Landeselterntag. Die Politiker sollen dort ihre bildungspolitischen Konzepte vorstellen. Auch Bildungsminister Helmut Holter (Linke) wurde erwartet.

Rommeiß mahnte größere Anstrengungen der Landesregierung an, dem Unterrichtsausfall in Thüringen zu begegnen. Die Einstellungszahlen müssten auf 2000 jährlich verdoppelt werden. Weil es schwierig geworden sei, genügend Lehrer zu finden, müssten auch mehr Stellen für Referendariate geschaffen werden.

Auch, ob die bisherige Lehrerausbildung in Tagen des Personalmangels noch den Anforderungen entspreche, stellte Rommeiß in Frage. «Ob ein Physiklehrer tatsächlich ein Physikstudium zusammen mit angehenden Physikern machen muss – das muss sicher diskutiert werden», sagte Rommeiß. Er hielte es für möglich, dass angehende Lehrer an der Universität eine «auf den Lehrerberuf abgestimmte fachdidaktische Ausbildung» bekommen.

Auch einer zunehmenden Einstellung von Seiteneinsteigern erteilte Rommeiß keine generelle Absage. Diese könnten seiner Meinung nach den Lehrermangel kurzfristig abmildern. «Aber wir fordern, dass Seiteneinsteiger ausreichend vorbereitet werden, bevor sie vor der Klasse stehen», betonte der Landeselternsprecher. dpa

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1 KOMMENTAR

  1. Grundsätzlich finde ich das ja richtig, aber wieder eine neue Sache, wo die Leute, die alle maximal verdienen und möglichst wenig Steuern zahlen, dann auch noch möglichst alles vom Staat erstattet bekommen wollen.

    Und woher nimmt dieser “ominöse” Staat all das Geld dafür?
    Verteidigungshaushalt kürzen oder lieber bei Hartz IV?

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