Zahl der befristet beschäftigten Vertretungslehrer sinkt

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MAINZ. Rund 1880 Lehrer in Rheinland-Pfalz haben derzeit einen Vertretungsvertrag – deutlich weniger als in den Jahren zuvor. Dazu kommen noch die Lehrkräfte, die bei kurzfristigen Ausfällen einspringen, wie aus einer Antwort von Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) auf eine Kleine Landtagsanfrage mehrerer CDU-Abgeordneter hervorgeht. Ziel sei es, möglichst wenig Lehrer längere Zeit mit Vertretungsverträgen zu beschäftigen.

Was kann ein einzelner Lehrer leisten? Foto: Florian Schwalsberger / flickr (CC BY 2.0)
Immer noch gibt es Lehrer mit befristeten Verträgen (Symbolfoto). Foto: Florian Schwalsberger / flickr (CC BY 2.0)

Zum Vergleich: 2018 hatten (Stand Ende Mai) dem Ministerium zufolge 2566 Lehrkräfte einen Vertretungsvertrag, 2017 waren es 2116 und im Jahr 2016 sogar noch 2780.

Von den im neuen Schuljahr rund 1880 Vertretungslehrern haben 958 schon länger als zwei bis vier Jahre einen solchen Vertrag und 109 länger als vier Jahre. Im neuen Schuljahr ist jedoch kein Lehrer mehr im Schuldienst, der schon mehr als fünf Jahre als Vertretung beschäftigt ist.

Verschiedene Gründe, warum Lehrer nicht fest angestellt werden

Warum diese Kräfte noch nicht unbefristet eingestellt wurden, hat nach Darstellung Hubigs unterschiedliche Gründe. Manche hätten aufgrund ihrer Note und ihrer Fächerkombination nicht berücksichtigt werden können, andere – etwa im Sport – hätten keine volle Lehramtsqualifikation. Manche hätten diese erst vor kurzem erworben oder seien bereits im Ruhestand. Im vergangenen Jahr hätten 563 Vertretungslehrer eine Planstelle bekommen, 2017 waren es 632.

Bereits zum Schuljahr 2011/12 sei ein Vertretungspool mit dauerhaften Beamtenplanstellen eingerichtet worden. Dieser sei im laufenden Schuljahr noch einmal um 200 unbefristete Kräfte im Beamtenverhältnis auf 1500 Stellen vergrößert worden. Das Konzept sieht vor, dass beamtete Lehrer drei Jahre für längerfristige Vertretungen von mindestens sechs Monaten den Schulen der Region zur Verfügung stehen. Nach diesen drei Jahren sollen die Lehrer dann fest an einer Schule eingesetzt werden. dpa

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1 KOMMENTAR

  1. Dass man schon zu Beginn des Schuljahres zusätzlich zu 1500 verbeamteten Lehrkräften 1880 befristete Lehrkräfte beschäftigt, zeigt, wie groß der Bedarf ist.

    Warum die Zahl derzeit niedriger ist, kommt nicht klar heraus.

    In Nds. ist es so, dass
    a) zunächst noch offene Stellen besetzt werden sollen und man dies abwartet.
    b) man bemüht ist, dann über Abordnungen möglichst viel zu erreichen.
    c) die Schulen zunächst 6 Wochen die fehlende Lehrkraft aus eigenen Mitteln ersetzen müssen, nur bei einem längeren Fehl wird nach a) und b) eine Vertretungsstelle freigegeben, die in der Regel die fehlenden Stunden nicht voll ersetzt
    D. h., die Vertretungen, die keine ausgebildeten Lehrkräfte sein müssen, aber schon häufiger als diese gearbeitet haben, wurden rechtzeitig vor den Sommerferien entlassen und warten bis nach den Herbstferien, bevor sie dann wieder Stellen angeboten bekommen.

    Interessant wäre, die Zahl dann im Dezember oder Januar erneut zu erfragen oder generell immer zum gleichen Zeitpunkt im Schuljahr (gleiche Schulwoche) die Daten zu erheben.

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