Ex-Präsident von Schulträgerverein in Haft – er soll 800.000 Euro veruntreut haben

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SCHWERIN. Wenige Wochen nach Bekanntwerden von schweren Untreue-Vorwürfen gegen den langjährigen Präsidenten des Schulträgervereins der Neumühler Schule in Schwerin hat die Staatsanwaltschaft beim Amtsgericht einen Haftbefehl gegen den Mann erwirkt. Es bestehe der Verdacht der Untreue und Urkundenfälschung, teilte die Ermittlungsbehörde am Dienstag mit. Der Bestand der Privatschule soll nicht gefährdet sein.

Das Gericht hat nun zu urteilen. Foto: Carlo Schrodt / pixelio

Der Mann, der auch einem Sportverein der Stadt vorstand, hat laut Staatsanwaltschaft seine Stellung ausgenutzt, um von den Vereinskonten hohe Summe für private Zwecke abzuheben. Diese Abbuchungen seien von ihm mit gefälschten Belegen verschleiert worden. Auf diese Weise flossen laut Staatsanwaltschaft etwa 800.000 Euro vom Konto des Schulträgervereins und mindestens 100.000 vom Hauptkonto des Sportvereins ab.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft habe das Amtsgericht auch die Durchsuchung von Wohn- und Geschäftsräumen des Mannes sowie weiterer Personen verfügt, hieß es weiter. Staatsanwälte und Beamte der Kriminalpolizei hätten daraufhin sieben Objekte – vornehmlich in Schwerin – durchsucht. Dabei seien in erheblichem Umfang Unterlagen sichergestellt worden. Ein Haftrichter sollte noch am Dienstag darüber entscheiden, ob der heute 70 Jahre alte Mann in Untersuchungshaft genommen wird.

Medienberichten zufolge hatte die Schulleiterin und neue Präsidentin des Schulträger-Vereins – sie ist laut einem Medienbericht die Ex-Frau des alten Präsidenten – den Stein ins Rollen gebracht. Bei der Erstellung einer Vermögensbilanz durch einen neuen Steuerberater war demnach die eklatante Differenz zutage gefördert worden. Die Summe sei als Rücklage deklariert gewesen, habe aber auf keinem Konto existiert, hieß es. Daraufhin war Strafanzeige gegen den Ex-Präsidenten gestellt worden. „Wir sind schockiert und betroffen, dass es zu so einer Tat kommen konnte. Nun arbeiten wir mit Hochdruck an der Aufklärung des Falls. Bestand und Arbeit unserer Schule sind glücklicherweise nicht gefährdet“, ließ die neue Präsidentin laut „Schwerin lokal“ erklären. dpa

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