Schul- und Kita-Schließung: Tausenden Kindern fehlt gefördertes Mittagessen

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SCHWERIN. Für arme Familien ist das staatlich geförderte Mittagessen in Schule oder Kita eine große Hilfe. Doch das fällt nun weg, weil die Einrichtungen wegen des Coronavirus geschlossen sind. Ein Problem für Tausende Kinder in Deutschland. Mecklenburg-Vorpommerns Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) appelliert deshalb in einem Brief an Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD), die Vorschriften des Bildungs- und Teilhabepaketes (BuT) zeitlich befristet zu ändern.

Mehrere Tausend Kinder in Deutschland müssen derzeit ohne das staatlich geförderte Mittagessen auskommen. Foto: shutterstock / fasphotographic

Das BuT-geförderte Mittagessen muss laut Vorschrift über die Gemeinschaftsverpflegung in Schule oder Kita erfolgen. Während diese allerdings allerdings aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen sind, könnten die betroffenen Familien anderweitig vom BuT profitieren. Denkbar sei zum Beispiel, so Drese, dass sie Lebensmittelgutscheine erhalten oder das Essen bei einem Dienstleister abholen könnten beziehungsweise von diesem beliefert würden. Eine Antwort auf ihren Brief an Heil von vergangener Woche stehe noch aus.

Allein in Mecklenburg-Vorpommern wurden für das geförderte Mittagessen im Jahr 2018 mehr als 6,6 Millionen Euro ausgegeben, so Drese. In einem Live-Leserforum der „Schweriner Volkszeitung“ mit Drese auf Facebook schilderte eine Mutter ihr Dilemma: Bei vier Kindern merke sie das Fehlen dieser Unterstützung deutlich.

Pilotprojekt in Mecklenburg-Vorpommern

Mit dem Pilotprojekt „Mobile Kindertafel“ versucht ab Mittwoch, dem 8. April, die Deutsche Kinderhilfe im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, Betroffenen zu helfen. Gemeinsam mit dem Landkreis und dem DRK sollen an vier Ausgabestellen in Waren, Neustrelitz, Neubrandenburg und Demmin Verpflegungsbeutel ausgereicht werden. Allein in dem flächenmäßig größten Landkreis der Bundesrepublik gebe es rund 8.000 Kinder, die über das Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes Anspruch auf eine warme Mahlzeit am Tag hätten. Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Kinderhilfe, Rainer Becker, ist vom Vorhaben überzeugt: „Es könnte ein Modell für ganz Deutschland werden, auf diesem Wege die Verpflegung von Kindern, die zurzeit zu Hause bleiben müssen, zumindest zu verbessern.“ (dpa) 

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