Ministerium fällt auf, dass es bei offenen Fenstern im Unterricht zu kalt wird – und will jetzt über Lüftungskonzepte sprechen

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BERLIN. Den Landesregierungen fällt auf, dass der Herbst kommt – und mit ihm niedrige Außentemperaturen. Wie verträgt sich das mit dem geforderten Dauerlüften der Klassenräume? Das Bildungsministerium in Rheinland-Pfalz hat angekündigt, den Corona-Hygieneplan deshalb überarbeiten zu wollen. Und wie? Der verantwortliche Staatssekretär hat keine Ahnung. Er will dafür nun Schüler-, Elternvertreter, Schulträger und Virologen an einen Tisch bringen.

Wenn es kalt wird, ist Dauerlüften in Klassenräumen schwierig. Foto: Shutterstock

„Wir haben für den Regelbetrieb der Schulen im Rahmen des Pandemiegeschehens ein umfassendes Hygienekonzept mit zahlreichen Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen erstellt“, sagt Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU). „Das regelmäßige Lüften aller Räume ist eine der zentralen Infektionsschutzmaßnahmen.“ Bedeutet also: Weil Maßnahmen wie Abstand und Alltagsmaske, die das Robert-Koch-Institut empfiehlt, im Unterricht nicht gelten, sind es vor allem geöffnete Klassenraum-Fenster, die Schüler und Lehrer vor einer Ausbreitung des Coronavirus schützen sollen.

Das ist allerdings nicht so einfach, wie es zunächst klingt. „Die Schulministerin und die Bauministerin sind mit großem Engagement dabei, zu identifizieren: Wo ist das Problem der Lüftungen in den Schulen?“, kündigte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am gestrigen Freitag an. Alle 5.500 Schulgebäude im Land würden gecheckt. Allerdings versteht Laschet unter Lüftungsproblemen offenbar nur bauliche Situationen, in denen sich Klassenraum-Fenster nicht öffnen lassen.

Noch immer gibt es Klassenräume, die sich nicht lüften lassen

Die gibt es ein halbes Jahr nach Ausbruch der Corona-Pandemie nach wie vor, nicht nur in Nordrhein-Westfalen. So waren beispielsweise in Bremen Ende August, also nach Ende der Sommerferien, immer noch 33 Sanierungsfälle an Schulfenstern offen, wie die „taz“ aktuell berichtet.  Allen Ernstes hieß es seitens der Immobilienverwaltung: „In allen Räumen ist allerdings ein Lüften über geöffnete Türen möglich.“ Der NRW-Ministerpräsident geht davon aus, dass in seinem Bundesland nur ein Prozent der Schulen – also gut 50 – von „baulichen Problemen“ betroffen seien. Großzügig versprach der Regierungschef für diese Schulen „passgenaue Fördermöglichkeiten“ und technische Lösungen.

Damit ist ein weiteres heraufziehendes Problem beim Lüften allerdings noch nicht gelöst: der Herbst. „Es ist auf eine intensive Lüftung der Räume zu achten. Mindestens alle 20 Minuten ist eine Stoßlüftung bzw. Querlüftung durch vollständig geöffnete Fenster über mehrere Minuten vorzunehmen, auch während des Unterrichts. Eine Kipplüftung ist weitgehend wirkungslos, da durch sie kaum Luft ausgetauscht wird“, so heißt es beispielsweise im „Hygiene-Plan Corona“ für die Schulen in Rheinland-Pfalz. Was dabei keine Erwähnung findet: Mit frischer Luft strömt auch Kälte in die Klassenräume.

Wenn es zu kalt wird, ist konzentriertes Lernen im Klassenraum nicht mehr möglich

„Spätestens nach Ende der Herbstferien wird wohl aufgrund der Temperaturdifferenz zwischen drinnen und draußen das starke Lüften nicht mehr praktikabel sein: Zum einen sind dann die Raumtemperaturen nicht mehr für ein konzentriertes Arbeiten geeignet, zum anderen ist durch die ständig eindringende Kälte auch mit einer Zunahme von normalen Infektionskrankheiten wie Erkältungen zu rechnen. Hinzu kommt eine außerordentlich große Energieverschwendung durch die häufige Kaltluftzufuhr, die nicht in die Zeit passt“, sagt Karen Claassen, Vorsitzende des Verbands Reale Bildung im Saarland.

Dem Bildungsministerium in Rheinland-Pfalz ist mittlerweile auch aufgefallen, dass es mit dem Lüften im Winterhalbjahr ein Problem geben könnte. Es kündigte nun an, den Corona-Hygieneplan für Schulen zu überarbeiten. Staatssekretär Hans Beckmann (SPD) sagte dem SWR, man wolle Lösungen entwickeln, wie man die Klassenzimmer auch im Winter ausreichend lüften könne. Er wolle dafür Schüler-, Elternvertreter, Schulträger und Virologen an einen Tisch bringen. Lösungen könne man nur gemeinsam finden – wie die genau aussehen könnten, konnte Staatssekretär Beckmann aber nicht sagen. Allerdings werde man sich um Fördermittel beim Bund bemühen, beispielsweise für Luftfilteranlagen.

Über deren Anschaffung wird derzeit hitzig diskutiert. Lehrerverbände in mehreren Bundesländern haben mittlerweile die Forderung erhoben, Schulen flächendeckend mit solchen Luftfiltern auszustatten.

Wissenschaftler empfehlen Raumluftreiniger für Schulen

Ein Team vom Institut für Strömungsmechanik und Aerodynamik an der Universität der Bundeswehr München hatte einen Raumluftreiniger untersucht, mit dessen Filterkombination selbst sehr kleine Aerosol-Partikel zu 99,995 Prozent aus der Raumluft abgeschieden werden. In einem 80 Quadratmeter großen Raum könne die Aerosolkonzentration in sechs Minuten halbiert werden. Weil die Aerosole rausgefiltert werden, würden die Geräte auch nicht zur Virenschleuder, hielten die Forscher fest. Sie empfehlen Raumluftreiniger ausdrücklich für Schulen. (News4teachers berichtete über die Studie – hier geht es zu dem Beitrag).

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hat bereits abgewunken. Sie halte Luftfilter in Klassenräumen gegen das Coronavirus zwar für eine gute Lösung – aber: für zu teuer. Die Geräte würden bei rund 3000 Euro Kosten pro Klasse, also umgerechnet gut 100 Euro pro Schüler, „Unsummen verschlingen“, meinte sie (News4teachers berichtete). Baden-Württembergs Kultusministerin Eisenmann (CDU) verwies an die Kommunen: Schulträger müssten selbst entscheiden, ob Lüftungsanlagen eingesetzt würden. News4teachers

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

Corona-Falle Klassenraum: Wenn ab Herbst die Fenster im Unterricht geschlossen bleiben müssen, wird das Ansteckungsrisiko steigen

 

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36 KOMMENTARE

  1. „Das Bildungsministerium in Rheinland-Pfalz hat angekündigt, den Corona-Hygieneplan deshalb überarbeiten zu wollen.“

    Lasst mich mal raten, was da rauskommen wird.

    1. Lüften ist doch nicht so wichtig.
    2. Wir geben eine Studie in Auftrag, die das gewünschte Ergebnis liefern wird.
    3. Die Studie wird erst im Frühling/Sommer fertig.
    4. Sollte ganz überraschend rauskommen, dass Lüften doch wichtig ist, kann man ja im Sommer 2021 die Fenster wieder aufmachen.

    Zusammenfassung: Hauptsache Geld gespart. Gesundheit der Kinder und Lehrer egal.

  2. Warum heißt jetzt eigentlich alles „Konzept“? Die Regelung, wie oft und in welcher Art Räume gelüftet werden müssen, íst nichts weiter als eine Handlungsanweisung. Das sollte der Senat schon in Absprache mit seinen Hygieneprofis selber hinkriegen.
    Nach meinem Verständnis müssten die „Corona-Hygiene-Konzepte“ der Ministerien und Senate derartige Hinweise enthalten. Aber ja, „Lüftungskonzept“ klingt besser und gaukelt vor, dass hier wieder ganz komplex gedacht wird.

    • Sie enthalten Hinweise, bei uns derzeit mindestens alle 45 min.

      Schaut man sich anderes an, wird bin 10 min Querlüften gesprochen, besser alle 30 min.
      Haben die SuS also gerade alle die Hände gewaschen, könnte man nach 10 min Lüften mit dem Unterricht beginnen, schließlich hat man ja noch 5 min, wenn man im 45 min Takt der Unterrichtsstunden bleibt.

  3. Und sie werden vergessen, dass zum Durch-Lüften auch Fenster in den Fluren überprüft werden müssen. Die hat man gerade fest verschlossen, damit Lehrer und Schüler sie nicht öffnen können. sonst stößt sich jemand den Kopf oder springt raus.
    Und dann werden sie merken, dass man Türen nicht dauer-offen stellen darf. Die hat man ja gerade erst – also nach und nach, in den letzten 10 Jahren so circa und nur 80 % fehlen noch – aus anderen Gründen außen mit einem Knauf versehen und innen mit einem automatischen Schließer. Wäre ja sonst rausgeschmissenes Steuergeld, wenn man diese Türen nun offen lassen müsste. Und überhaupt, wer bezahlt den Holzkeil…
    Und die ganz Pfiffigen werden noch feststellen, dass man nach dem Unterricht ja gar nicht mehr lüften kann, denn weder Putzfrauen noch Hausmeister werden nicht dafür bezahlt, dass sie dann am Ende auch noch die Fenster schließen. Die machen wir zu, bevor wir gehen. Damit wir Montag auch noch was von der Luft von Freitag haben. Aber die Lehrer können ja jeden Tag sicher noch ne halbe Stunde gründlich lüften, wenn die Kinds raus sind. Lehrer haben ja eh den ganzen Nachmittag – also was davon nach vier Uhr noch bleibt – frei.
    Achja. Und wer superpfiffig ist, der wird dann verlangen, dass die Fenster ohnehin geshlossen bleiben müssen, denn wir kriegen ja jetzt alle datenschutzgerechte Rechner. Wie wäre das denn, wenn die ganzen Lehrerunterlagen bei jedem Windstoß aus Versehen auf der Straße landen, weil gerade gelüftet werden muss und der Lehrer nicht schnell genug von Hansi in der letzten Reihe zu seinem Schreibtisch hüpfen konnte, um die Unterlagen festzuhalten. Wo soll das enden, wenn da eine Klassenliste aus dem Fenster geraten würde?
    Die Datenschützer können sich schonmal überlegen, ob sie dafür dann die Lehrer zur Rechenschaft ziehen können.
    Aber die Super-Super-Schlauen werden eh jeden Lehrer verklagen, weil er datenschutzrelevante Informationen bei geöffneten Fenstern von sich gibt. Das darf natürlich gar nicht sein. Könnte zu Mobbing führen, wenn Hansi beim Gang zur Toilette hört, dass Leni in der Englischstunde drei Mal eine falsche Antwort gegeben hat oder ihre Hausaufgaben nicht hatte, weil die Oma im Krankenhaus oder die Schildkröte gestorben ist.
    Ach, dann werden Toilettengänge doch gleich ganz verboten, die Kinder erkälten sich ja eh zu leicht, weil sie jetzt nicht mehr den Weg durchs Gebäude sondern den dreimal so weiten über den Hof nehmen müssen. Im Gebäude könnten sie ja den potentiell infizierten Mitschülern begegnen und sich selbst gefährden – sie sehen sich ja eh auf dem Schulhof in der Schlange vorm Klo.

    KM: :?“/)$!?§$>Y<%&/§" !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
    L: ?????????????????????????????????????????????

    • Die Datenschützer stehen bestimmt auch vor meinem Klassenraum und hören zu, was ich bei geöffnetem Fenster so sage. Aber man kann es weder hören noch aufnehmen, weil in dieser ersten Schulwoche alle umliegenden Rasenflächen und Gebüsche und Bäume mit großem Einsatz von Heckenscheren, Rasenmähertreckern, Hebebühnen, Kettensägen … gestutzt werden mussten.

      Bleibt noch, dass jemand gegen die Dauerlüftung klagt und sie daraufhin verboten wird. Damit fällt auch der letzte Buchstabe der AHA-Regel. Was zählt schon Arbeits- und Gesundheitsschutz in Schulen!

  4. Offene Türen sollen eine Fensterlüftung ersetzen… und was genau machen die Aerosole der Klassenräume dann auf dem Flur? Stellt man da dann Wegweiser hin, damit sie den Weg zum nächsten Fenster finden oder verirren sie sich dann doch zu einer anderen Kohorte?

    Eine Tür von 2m^2, zudem zu einem Flur annähernd gleicher Temperatur, ist nicht einmal im Ansatz ein Ersatz für eine Lüftung.

    Die offene Tür könnte höchstens helfen, bei ebenfalls offenen Fenstern Durchzug zu erzeugen, aber auch da steht dann wieder die Frage, wo genau die Aerosole dann ankommen und inwiefern man sie dann erst recht in der Schule verteilt.

    Die Naivität, mit der hier vorgegangen bzw. der Kopf in den Sand gesteckt und auf ein wundersames Ende der Pandemie gehofft wird, ist wirklich beängstigend. Das mit der Notwendigkeit des Lüftens war schon vor den Sommerferien klar. Ebenso war schon vor den Sommerferien klar, dass der Herbst kommen wird und mit ihm tiefe Temperaturen.

  5. Die schönste Hygieneplantherorie wird leider recht oft von der Realitaet gestört. Das ist doof und gemein fuer jeden, der nicht in der Realitaet verankert ist. Das lässt sich aber durch einen Erlass sicherlich unterbinden. Ansonsten schafft die Kmk einfach die Jahreszeiten ab.

  6. In unserer Schule gibt es ein Gebäude, in dem die Raumtemperatur nur durch Öffnen und Schließen von Fenstern geregelt werden kann. Die Heizkörper sind so alt und es gibt keinen Thermostat. Im Winter ist es schrecklich. Es wird sehr heiß und stickig, also öffnen wir die Fenster und innerhalb von 10 Minuten gibt es einen eiskalten Luftzug. Ich kann es kaum erwarten, dort unter Corona-Bedingungen zu unterrichten.

  7. Im Klassenraum unseres Sohnes lässt sich genau ein Fenster – das vorne beim Lehrer – öffnen. Für die übrigen existieren keine Fenstergriffe. Diese wurden aufgrund der Suizidgefahr abgeschafft. Die Tür ist im hinteren Bereich auf der anderen Raumseite – Luftaustausch findet entsprechend auch so keiner statt. Der Raum ist mit 30 Schülern so voll, dass nicht nur der Tiachnachbar sondern auch der Schüler am nächsten oder auch dem Tisch davor oder dahinter weniger als die geforderten 1,5m entfernt ist. Läuft…

    • Falls das in NRW ist (worauf der Nutzername schliessen lässt), ist die Lösung einfach: In der Schulmail vom 3.8. ist das „Öffnungskonzept“ verlinkt, siehe https://www.schulministerium.nrw.de/system/files/media/document/file/Faktenblatt%20angepasster%20Schulbetrieb%20Schuljahresbeginn%202020%2021.pdf

      Da steht klar drin: „Eine regelmäßige und wirksame Durchlüftung der Unterrichtsräume ist sicherzustellen. Räume, in denen dies nicht möglich ist, sind für den Unterricht nicht zugelassen.“

      Dass ein Fenster dazu nicht ausreicht, ist offensichtlich bzw. kann anhand der von mir schon mehrfach genannten ASR A 3.6 leicht nachvollzogen werden.

      Ich bin kein Jurist, aber ich kann mir vorstellen, dass damit bezüglich der Schulpflicht der gleiche Tatbestand wie z.B. bei einem Unwetter herrscht, wo die Eltern ja auch selbst entscheiden, ob sie das Risiko des Schulweges eingehen oder nicht.

    • Ich glaube Sie meinten die Verletzungsgefahr.

      Eine Suizidgefahr besteht wohl kaum. Suizid setzt ja voraus, dass es eine bewusste Entscheidung war, sich das Leben zu nehmen, dafür würde wohl kaum jemand ein Fenster einer Schule nehmen.

      • Wenn ein Kind in der Schule gemobbt wird, dann macht es doch grade Sinn, den Freitod auch dort vor Ort durchzuführen. Schlimmes Thema, mit dem man nicht leichtfertig umgehen sollte.

  8. Das einzige Konzept, Das ich momentan sehe, zeichnet sich durch Konzeptlosigkeit aus.
    Erst jetzt fällt den Leutchen in den Bildungsministerien auf, dass es im Herbst/Winter kühler werden könnte, Und dann beim Lüften kalte Luft ins Gebäude strömt? Im Ernst jetzt?
    Übrigens wird beim Stoßlüften die Luft in so kurzer Zeit ausgetauscht, dass die Räume eben nicht komplett auskühlen, selbst wenn man jede Viertelstunde durchlüftet.
    Und es ist ja auch nicht so, dass man unbedingt im T-Shirt im Klassenraum sitzen muss.
    Zieht euch der Witterung entsprechend an, dann ist das Durchlüften auch kein Problem.

    • Leider ist aber in den meisten Klassen kein Stoßlüften im eigentlichen Sinne möglich. Dazu müsste ich die Fenstersicherungen lösen. Ganz abgesehen davon, dass ich dies nicht darf, würden dort dann keine Kinder mehr sitzen dürfen, weil sie sich permanent den Kopf stoßen. Wenn aber vorm Fenster kein Kind mehr sitzen darf, muss ich sie in den Flur setzen, der Rest des Raumes ist nämlich leider schon von den anderen 20 besetzt. Also stehen die Fenster quasi permanent auf Kipp, um wenigsten ein wenig Luftaustausch zu ermöglichen – und das zieht nunmal. Meine Kinder hatten schon bei 20 Grad Außentemperatur Jacken an. Wobei ich sie ein wenig „getröstet“ habe: Ab Oktober wird die Heizung angestellt, dann sind wenigsten die Füße wieder halbwegs warm.

    • Warum denkt keiner daran, dass, wenn es zieht, größere gesundheitliche Probleme auftreten können? Nieren, Blase, Ohren sind in Gefahr. Und solche Probleme bleiben dann ein ganzes Leben lang

  9. Ich kann das alles schon nicht mehr hören bezw. Lesen. Wir sind ein halbes Jahr damit beschäftigt über dieses und jenes zu diskutieren. Es waren 6 Wochen Sommerferien. In dieser Zeit hätte man sich einiges für die Kinder und deren Sicherheit überlegen können. Es ist nichts passiert. Die Kinder werden in den Klassen gesteckt und es besteht kein Schutz. Nun über die kalten Tage zu sprechen ist doch lachhaft. Es ist doch schon vorher abzusehen was noch alles kommt. Wir Leben mit diesen Virus und außer viel Gerede passiert nichts was unsere Kinder schützt. Setzen die doch mal die Politiker ohne Schutz in das Klassenzimmer und lassen sie sich erzählen ,wie die sich danach fühlen. ( Am besten nach den Wahlen)Es ist eine große Gefahr wie es an Schulen gehalten wird. Erst recht weil es unter Schulpflicht steht.

    • Sie sprechen mir aus dem Herzen. Und bei jeder Wahl betont jede Partei wie wichtig ihnen Bildung sei. Wo sind nun die Wahlversprechen?

  10. Wenn du nix kannst – also so absolut gar keine Ahnung hast – Bildungsminister(in) geht trotzdem!

    Bei meinen 3 Kindern sind die Fenster (die, die man noch öffnen kann) immer offen – nix Stoßlüften. Sie frieren also jetzt schon den halben Tag.

    Aber klar – wer hätte da im Bildungsministerium dran denken sollen. Da gehen bestimmt alle Fenster auf – und im Winter gehen bestimmt auch die Heizungen. In der Schule ist das alles ja egal. Sind doch nur Kinder und Lehrer.

    Erstaunlich ist nur, dass die Meisten trotzdem hin gehen. Seit dich solidarisch und demonstriert für bessere Bildungs- und Arbeitsbedingungen!

  11. Na da hoffen wir doch mal, dass die Verantwortlichen bald einen physikalischen Zusammenhang verstehen, den eigentlich jeder kennen sollte:
    Je größer die Temperaturdifferenz zwischen Innenraum- und Außentemperatur, desto schneller funktioniert der Luftaustausch. Auch ganz ohne Wind / Durchzug.
    Benötigt man im Hochsommer für einen adäquaten Luftaustausch bei Windstille schnell mal 20 Minuten, funktioniert der gleiche Luftaustausch im Winter in 2 Minuten.
    Da die Fenster also in der kalten Jahreszeit nur sehr kurz geöffnet werden müssen, ist das auch weiterhin problemlos möglich.
    Schade nur, das die Mitarbeiter im Ministerium im Physikunterricht scheinbar nicht ganz so gut aufgepasst haben…

    • Das Problem ist, dass die schnellere Winterlüftung nur klappt, solange es drinnen wirklich signifikant wärmer ist als draussen. Wenn die Heizung es aber bei der erforderlichen Anzahl von Luftwechseln nicht mehr schafft, für die Nachwärmung zu sorgen, wird es kälter im Raum, so dass man länger lüften muss. Das beschleunigt den Prozess und irgendwann ist es drinnen nur noch unwesentlich wärmer als draussen und man hat keinen Vorteil mehr.

      Wenn man ein 50m^2 grosses Klassenzimmer (3m hoch) mit drinnen 20C und draussen 0C mit 5-10 Luftwechseln pro Stunde lüften will, braucht man alleine dafür 5-10 KW Heizleistung (750-1500 m^3/h mit einer Wärmekapazität von 0,34 Wh/m^3 K). Das wird nichts, dafür sind die Heizanlagen nicht ausgelegt. Das klappt nur mit einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, aber die ist ja wieder zu teuer.

  12. Verbeamtete Lehrer dürfen leider nicht demonstrieren… Mir tun jetzt auch schon meine eigenen Kinder leid. Im Sommer haben an kühlen Tagen meine Schüler *innen gejammert, weil sie beim Stoßlüften froren (trotz angemessener Kleidung). Wir haben dann Bewegungspausen währenddessen gemacht. Wenn ich aber nun zB von 8 bis 9.30 Uhr 4 Mal lüfte, mache ich von 90 Minuten 20 Minuten reine Bewegungspause…Mir solls recht sein, aber dann sollte es endlich die versprochene Verschlankung der Lehrpläne geben.

    • Was würde denn passieren, wenn verbeamtete Lehrer in ganz Deutschland demonstrieren oder streiken würden??? Nichts würde passieren! Kein Bundesland könnte es sich leisten, Tausende von Lehrern zu entlassen (zumal wir jetzt bereits einen eklatanten Lehrermangel in Deutschland haben). Eine Flut von Prozessen vor den Arbeitsgerichten würde die Folge sein. Immerhin geht es hier um die Gesundheit und das Leben von Menschen.
      Es wäre schön, wenn wir als Eltern den LuL zur Seite stehen würden. Die Leugner der Corona Krise schaffen es, tausende ihresgleichen auf die Straßen zu bringen!! Was machen wir besorgten Eltern?? Wir jammern auf hohem Niveau, kritisieren alles was uns nicht gefällt und unternehmen – NICHTS.
      Es wird Zeit, dass auch WIR ELTERN für die schulische Zukunft unserer Kinder kämpfen und den KMs in unserem Land zeigen, dass es nicht so weitergeht wie in den letzten Jahrzehnten. Wir wollen keine maroden Schulen mehr. Wir möchten ein Schulsystem das flexibel, modern und offen für neue Wege ist. Schlagwort: Digitalisierung an allen Schulen.
      Aber hier brauchen wir auch die LuL, die aufhören müssen sich hinter ihrer Verbeamtung zu verstecken. SIE müssen den Mund aufmachen und auf die Missstände an ihren Schulen aufmerksam machen. Und das immer und immer und immer wieder.
      Nur wenn LuL, Eltern und SuS zusammen arbeiten, können wir etwas erreichen. Es gibt viel zu tun, lasst uns endlich zum Wohle unserer Kinder und nachfolgenden Generationen die Verantwortlichen zwingen, etwas an dem maroden Schulsystem in Deutschland zu verändern. Schließlich wollen die Damen und Herren Politiker von uns (wieder) gewählt werden.

    • Viermal lüften in 90 Minuten ist deutlich zu wenig. Zur Aerosolbekämpfung werden 5-10 Luftwechsel empfohlen – pro Stunde. Also alle 12 Minuten (5 Luftwechsel) die Fenster für 5-10 Minuten auf, je nach Außentemperatur. Dazwischen darf man dann 2-7 Minuten Unterricht machen.

      Diese Rechnung alleine zeigt schon, wie absurd der ganze Plan ohne Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung oder halt Raumluftfilter ist.

    • Vielleicht könnten die verbeamteten Lehrer statt zu demonstrieren einfach eine „Info-Veranstaltung mit Menschenkette für sichere Bildung“ veranstalten.

      Ich würde wahnsinnig werden, wenn mit meinem Leben so gespielt werden würde. Erst recht als erwachsener Mensch, der alleine schon durch das Alter mehr gefährdet ist und dann vielleicht noch mit der einen oder anderen Vorerkrankung 🙁

  13. Leider dringen all diese Berichte, Schilderungen, Anklagen, … Die hier geäußert werden (übrigens zu unterschiedlichen Titelthemen) NICHT wirklich an die Oberfläche, ins Bewusstsein der breiten Bevölkerung. Die großen Zeitungen schreiben nichts über die Realität an unseren Schulen, die Kinder und Jugendlichen erzählen offenbar nichts daheim, die Eltern ,die allermeisten, sind froh, ihre Brut in der Schule zu wissen und selbst die BILDende Zeitung der Nation schweigt i.d.R. vornehm und zurückhaltend. WARUM??? Haben die Redaktionen der großen Zeitungen jetzt auch die „Masken“ als Maulkorb
    um?
    Also, woher sollen die normalen („!“) Leute wissen, was „,abgeht“, wenn immer nur veröffentlicht wird, was den KMs in den Kram passt?
    Heißt: klappt alles prima,
    läuft alles super – dass es meist rückwärts läuft, merkt keiner, will keiner wirklich wissen????
    Und wenn es SUPER TOLL an die Wand “ gelaufen “ ist ,wird auch das bestimmt medial verschleiert. Und keiner traut sich das laut hinaus zu schreien oder gar fett zu drucken.

    • Fett gedruckt wird immer nur die ewig währende Feststellung: Die Lehrer sind digital doof, faule Säcke und sowieso an allem schuld.

  14. Kein normaler Mensch hätte irgendwie absehen können, dass nach dem Frühling der Sommer und nach dem Sommer der Herbst kommt.
    Ich will jetzt niemandem irgendwelche beruhigenden Illusionen nehmen, aber.. nach dem Herbst kommt der Winter!

  15. Da täuschen Sie sich. Hatten wir alles schon. Vom angedrohten Suizid (Schüler sitzt mit nach außen baumelnden Beinen am Fensterbrett – konnte gerettet werden) bis zum durchgeführten Selbstmord
    ( Schüler bekommt vom Direktor Verwarnung, geht zum Fenster und springt raus)
    Das war dann der Auslöser für das Versperren sämtlicher Fenster in allen Schulen Österreichs.
    Bin gespannt, wie sie das Lüftungsproblem lösen werden…

  16. Alles dreht sich im Kreis. Wie die großen Ventilatoren (im Plural!), die wir Lehrer seit Mai privat gekauft hatten, um wenigstens etwas Frischluft durch enge Fensterschlitze ins Zimmer – und die verbrauchte zur Tür hinaus zu bekommen. Dürfen wir uns da wirklich scheuen, die paar Euro für Luftreinigungsgeräte auszugeben und sie für lächerliche 3000€ nicht erneut selbst kaufen? Lehrer verdienen sooo viel! Also wirklich, da könnte das Bisschen doch drin sein!
    In Baden- Württemberg sollen die Schulträger entscheiden. Kommt die Beratung über die Luftreiniger dann noch vor der Anschaffungs-Beratung zu den Schüler-Notebooks dran? Auf schnelle Entscheidungen darf man ja kaum hoffen, denn diese müssen reifen, reifen und reifen….
    Oder werden die lästigen Entscheidungen über die Bereitstellung der Finanzmittel für mehr Stunden beim Reinigungspersonal, sowie der Anschaffung von Desinfektionsmittel-Spendern, mehr Papiertüchern und extra Seifenspendern doch noch vorgezogen, weil sie schon viele Monate anstehen? Es sind ja ganz schrecklich viele Dinge, die man beraten müsste – und wo soll das viele Geld dafür herkommen?

    100€ pro Schüler soll so ein Gerät kosten, hatte NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) ausgerechnet. Was kostet die Krankenhausbehandlung eines Schülers, seiner Familie, und (vermutlich besonders kostenträchtig) die der Risikopatienten Oma und Opa, die er nach dem Schulbesuch infizierte, weil ihn ein Schulkamerad oder ein Lehrer ansteckte? Für mich eine mit Zweck-Blindheit geschlagene Milchmädchenrechnung.
    Unsere Kinder, als zukünftige Generation die unser Land vorwärts bringen kann, sollten dem Staat mindestens genauso viel wert sein, wie die vielen Fördermaßnahmen, die bisher erfolgt sind.
    Nicht vergessen: Über die Besetzung von Ministerposten entscheiden nicht zuletzt auch wir, bei der Wahl.

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