Öffnungsaktion der privaten Krankenversicherung für Lehrkräfte und deren Angehörige

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KORSCHENBROICH. Bei Versicherungen ist guter Rat oft teuer. Das gilt auch für Lehrer und andere Beamte, für die oft besondere Konditionen gelten. Der Verband der Privaten Krankenversicherungen hat nun eine Öffnungsaktion für verbeamtete Lehrer gestartet. Wir wollten wissen: Wem nützt die? Unser Autor, Michael Robling, Finanzfachwirt aus dem niederrheinischen Städtchen Korschenbroich, erklärt, was es damit auf sich hat.

Die privaten Krankenversicherungen haben eine Aktion für Lehrer gestartet. Foto: Shutterstock

Nach vielen Gesprächen mit Landesregierungen und Vertretern der Beamtenverbände hat der Verband der privaten Krankenversicherung nun seine zeitlich befristete Öffnungsaktion, vom 01.10.2020 bis zum 31.03.2021, begonnen. Lehrer und Lehrerinnen, sowie deren Angehörige, bei denen Vorerkrankungen bestehen und die durch das Äquivalenzprinzip der privaten Krankenversicherung üblicherweise hohe Risikozuschläge für Ihren Versicherungsschutz bezahlen müssten oder sogar nach Antragstellung bei der PKV ganz abgelehnt werden würden, bietet sich nun die Chance, noch in die PKV zu wechseln. Der Versicherungsschutz setzt auf den Leistungen der Beihilfe auf, sog. „beihilfekonforme Restkostenversicherung“.

„Win-win-Situation“: Finanzfachwirt Michael Robling. Foto: privat

Stefan Reker, Geschäftsführer des PKV-Verbandes verspricht laut Pressetext: „Keiner wird aus Risikogründen abgelehnt. Es gibt keine Leistungsausschlüsse. Und sollten wegen bereits bestehender Vorerkrankungen erhöhte gesundheitliche Risiken vorliegen, werden erforderliche Zuschläge auf maximal 30% des Beitrags begrenzt.“

Einen Wermutstropfen gibt es also doch. Allerdings ist dies für Lehrer und Lehrerinnen sowie Angehörige mit Vorerkrankungen immer noch attraktiv, da häufig viel höhere Risikozuschläge erhoben werden. Selbstlos ist die Aktion der privaten Krankenversicherer natürlich nicht. Beamte gehören zur wichtigsten Zielgruppe der PKV. Gut die Hälfte der Vollversicherten in der PKV sind Beihilfeberechtigte. Das finanzielle Risiko für die PKV ist jedoch geringer als bei den anderen vollversicherten Personen, da Bund und Länder 50-70% der Arzt- und Behandlungskosten übernehmen.

Für Lehrer und Lehrerinnen ist es also eine „win-win“ Situation!

Teilnahmevoraussetzungen

Lehrer und Lehrerinnen, die sich erstmals in der PKV versichern wollen, sind grundsätzlich berechtigte Teilnehmer. Die Antragsteller dürfen nicht bereits über eine private Krankenvollversicherung verfügen, oder in der Vergangenheit privat versichert gewesen sein.  Eine Anwartschaftsversicherung schließt den Zugang jedoch nicht aus.

Ausnahmen davon gibt es. Diese hier zu erläutern, würde den Rahmen jedoch überschreiten.

Berechtigter Personenkreis

a) Beamte auf Widerruf, z.B. Referendare, Beamtenanwärter

b) Beamtenanfänger mit Anspruch auf Beihilfe des Bundes oder eines Landes

c) Freiwillig gesetzlich versicherte Beamte, die bereits am 31.12.2004 , in einem der folgenden Dienstverhältnisse standen und zum Zeitpunkt der Antragstellung freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung waren:

Beamte auf Probe oder auf Lebenszeit und Versorgungsempfänger im Ruhestand mit Anspruch auf Beihilfe.

d) Erstmals bei der Beihilfe berücksichtigungsfähige Angehörige, dazu zählen Ehegatten, eingetragene Lebenspartner, Kinder, Adoptivkinder

Es gibt diverse Ausnahmen, Fristen und andere Regelungen, die sehr individuell sind und hier nicht vollumfänglich dargestellt werden können.  Es gibt jedoch eine Broschüre des PKV Verbandes, die das Thema vollumfänglich erfasst – hier lässt sie sich herunterladen.

Aus meiner Erfahrung in der Beratung mit Lehrern und Lehrerinnen ist die Sonderaktion für viele Interessenten mit diversen Vorerkrankungen eine gute Gelegenheit, doch noch einen guten privaten Versicherungsschutz/Restkostenabsicherung zu akzeptablen Prämien zu erlangen.

Der Autor ist Finanzfachwirt und Versicherungsmakler. „Zu meinen Mandanten zählen überwiegend Akademiker und Akademikerinnen, auch verbeamtete Lehrer und Lehrerinnen, denen nicht nur fachliche Expertise wichtig ist, sondern zunehmend ökologische, soziale und ökonomische Aspekte bei Ihrer Absicherung und Vorsorge berücksichtigt wissen wollen.“ Kontakt: www.wertepunkt.de

 

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