
Ein Kind hat in Rheinland-Pfalz nicht automatisch Anspruch auf einen Kindergartenplatz mit sieben Stunden Betreuung am Stück, auch wenn das gesetzlich so vorgesehen ist. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Koblenz hält im Einzelfall auch eine Mittags-Unterbrechung für zumutbar, wenn etwa ein Elternteil nicht arbeitet und auch keinen Angehörigen pflegen muss. Es sei möglich, im Einzelfall die familiäre Situation zu berücksichtigen, entschied das Gericht laut einer Mitteilung (Urteil vom 14. April 2026, Aktenzeichen: 6 A 10075/26.OVG).
Geklagt im Namen ihres Kindes hatten Eltern aus dem Rhein-Pfalz-Kreis. Das Kind besucht dort eine Kita mit Betreuungszeiten von 7.00 bis 12.00 Uhr und von 14.00 bis 16.00 Uhr. Die Mutter ist nach Angaben des Gerichts wegen eines weiteren Kindes noch bis Juli 2027 in Elternzeit. Die Eltern beantragten im Mai 2025 einen Platz mit durchgängiger siebenstündiger Betreuung. Der Kreis lehnte aber ab, weil ein solcher Platz nicht angeboten werden könne. Das Verwaltungsgericht hatte die Klage bereits abgewiesen – das OVG bestätigte diese Entscheidung nun. News4teachers / mit Material der dpa
Urteil: Attest von Naturheilpraxis reicht nicht – Kita-Betreuung nur mit Masernschutz









Man kann wirklich darüber reden, warum ein Kind bis 16 Uhr in eine KiTa soll, wenn ein Elternteil aufgrund von Elternzeit zuhause ist. Andere berufstätige Eltern kriegen so die Möglichkeit nicht. Andererseits ist es auch irgendwie seltsam, das Kind je nach Fahrzeit für 60-90 Minuten wieder zuhause zu haben, um es anschließend wieder für zwei Stunden in die KiTa zu bringen.
Jetzt muss diese faule Mutter auch noch Mittagessen für ihr Kind kochen.
Ist das wirklich so: Mutter ist in Elternzeit, will ihr (vermutlich älteres) Kind aber außer Haus 7 Stunden täglich betreut haben und _klagte_ gegen den Kreis, weil die das nicht leisten können ??
Da Kind lernt in dieser Kita vielleicht gar nicht, den Geräuschpegel auszuhalten, der ihm später in Grundschule und OGS geboten wird. Auch wird sein Immunsystem nicht gebührend trainiert und als möglicherweise zu kurz betreutes Kind wird es dann in der Schule vielleicht alles an Infekten nachholen, was es in seiner Kita-Zeit nicht haben konnte.
Aber Scherz beiseite: Nach einer Schließzeit brachten Eltern ihre Kinder hauptsächlich, wenn Zahnarztbesuche, Fruseurtermine oder sonst was anstand. Oder wenn Kinder sich mal ausnahmsweise mit Freunden oder Freundinnen verabredet hatten, um gemeinsam im Kindergarten zu spielen, ohne attraktive Spielzeuge wie die Klickerbahn oder was auch immer mit anderen Kindern nur abwechselnd nutzen zu können. Wenn jemand Pflegeverpflichtungen – ältere Angehörige oder behinderte Kinder – auf sich genommen hat, ist eine durchgehende Öffnungszeir günstiger.
Als es noch eine Schließzeit über Mittag gab, waren die Kinder, die ich in dieser Betreuungsform erlebt habe, wesentlich gesünder als sie es heute im Schnitt sind. Damals wurden nachmittags kaum Kinder gebracht. ErzieherInnen hatten genügend Zeit für ihre Praktikanten, was heute leider sehr oft nicht der Fall ist. Es wurde öfter – und auch gemeinsam mit den Kinderm Spielzeug, Puppen- und Bauecken gereinigt, da die Putzkräfte auch damals zu wenig Zeit für das Putzen einer größeren Einrichtung zugestanden wurde. (Ich erinnere mich wirklich gern an die Steinzeit der Bildungskitas, Anfang der Neunziger, als Erzieherinnen noch aus Diddl-Maus-Tassen Kaffee tranken. So viel sie wollten!
Und in NRW war man sogar noch ein bisschen neidich, denn in RLP hatte man – zumindest an der Landesgrenze – “nur” Halbtagskindergärten. Und besser bezahlt wurden ErzieherInnen dort auch noch.
Wie war denn damals das Kima zwischen den Eltern und den Erzieherinnen im Vergleich zu heute ?
Pauschal kann man es nicht sagen. Ich bin schnell in die Jugendarbeit gegangen und als ich später Springerin in Kitas und Schulen war, war das eine Entscheidung, die ich nie bereut habe. Irgendwie wurde vieles von Eltern und Erzieherinnen früher gleichermaßen nicht so wichtig genommen. Die Erwartungen aneinander waren nicht so hoch. Eltern entschieden sich meist für den besonders nahe gelegenen Kindergarten, in den auch Kinder aus der Nachbarschaft gingen. Befreundete Kinder verabredeten sich zum gemeinsamen Spiel nachmittags daheim. Eine Erzieherin die einen starken Dialekt hatte, wurde nicht deswegen als ungeeignet angesehen. Es wurde von beiden Seiten nicht jedes Wort “auf die Goldwaage gelegt”. Eltern gingen davon aus, dass sie ihre Kinder in erster Linie erziehen und ihnen auch etwas beibringen. Also keine Urkunden mit Schleifchen zur Belobigung und auch kein “Fahrradführerschein” vom Kindergarten. Kinder erzählten stolz, wer ihnen das Radfahren beigebracht hat und dann brachten andere Kinder ihre Eltern auch dazu, ihnen dabei behilflich zu sein.
Dass heute viele Erzieherinnen ein angespanntes Verhältnis zu den Eltern haben, lässt sich leider nicht leugnen. Ich habe mich über Lehrerinnen an Berufsfachschulen geärgert, die den Schülerinnen systematisch Selbstbewusstsein einimpfen wollten, weil sie ja jetzt für die Bildung der Kinder zuständig sind. (Als ob die Kinder früher nicht auch gefördert worden wären!) Das Dümmste war das Credo, dass Eltern und Erzieherinnen jeweils “Experten” wären. Die Eltern seien Experten für das Kind, wie es sich daheim verhält und die Erzieherinnen seien Experten für das Kind in der Gruppe. Also sei ein Gespräch zwischen Eltern und Erzieherinnen immer “ein Gespräch unter Experten”. (Vor zwanzig Jahren wurde noch nicht gegendert.)
Zu denken gibt mir auch, wenn ich höre, wie junge Erzieherinnen von “Unseren Eltern” sprechen und damit die Eltern der Kinder meinen. Sie möchten ihnen alles Recht machen und dafür gelobt werden. Und wenn das erwartete Lob ausbleibt, kommt der Frust.
Vielen Dank, das ist ein sehr erhellender Beitrag von Ihnen gewesen.
“Die Mutter ist nach Angaben des Gerichts wegen eines weiteren Kindes noch bis Juli 2027 in Elternzeit. Die Eltern beantragten im Mai 2025 einen Platz mit durchgängiger siebenstündiger Betreuung.”
Ohne weitere Worte!
Finden Sie, dass es der Mutter nicht zusteht, sich wenigstens einen halben Tag allein um das Neugeborene zu kümmern, ohne die Aufmerksamkeit noch mit einem zweiten Kleinkind teilen zu müssen? Von Haushalt und Co mal ganz abgesehen.
Wenn sie bereits mit einem Kind überfordert ist ,hätte sie kein zweites Kind bekommen sollen. Und warum erledigt der Vater nicht einfach den Haushalt? Machen andere nach der Arbeit auch.
Wie kommen auf Überforderung? Und selbst wenn: es steht Ihnen wohl kaum zu, eine Aussage der Art: „dann soll sie halt kein zweites Kind bekommen“ zu tätigen.
Ich empfehle, mit einem Baby mal ein halbes Jahr in Elternzeit zu sein. Mal sehen, wie Sie „das bisschen Babygeschaukel“ nebst zweitem Kleinkind, welches beschäftigt werden will, Essen kochen (fürs Kleinkind) usw. so wuppen…
Natürlich steht mir die Aussage zu, wir haben nämlich in Deutschland keine Diktatur und ich darf folglich meine Meinung frei äußern.
Wenn Sie Babys so ätzend finden, dann brauchen Sie ja keine zu bekommen, denn wir leben in keiner Diktatur.
Ansonsten kümmert sich mein Mann um die Kinder und den Haushalt. Ich habe mir bewusst einen Partner ausgewählt, der mich unterstützt. Das konnte ich tun, weil keine Diktatur und so.
Ich finde Babys nicht ätzend, Sie vielleicht? Ich finde es anstrengend, von extrem viel Schlafmangel begleitet genau wie in den letzten Wochen vor der Geburt.
Und wie kommen Sie darauf, dass der Vater nicht im Haushalt unterstützt?
Mich irritiert dieses verächtliche Herabblicken auf eine Familie, die sagt: wir brauchen diesen Platz in der Kita, um unser Familienleben zu organisieren, und dieses „ich hab’s geschafft, dann kann die auch“ einiger Foristen.
Sie haben den Artikel bzw. den Klagegrund aber schon gelesen???
Außerdem ist doch die Mutter in Elternzeit, dann soll sie sich- von mir als Steuerzahler subventioniert- in dieser Zeit auch bitte um ihre Kinder kümmern. Und nein, der Luxus, sich einen halben Tag um das Neugeborene kümmern zu können, ohne ein weiteres Kind betreuen “zu müssen” (ich zitiere Sie), steht ihr auf meine Kosten nicht zu. Dennoch finanziert ihr das Land rlp, also auch ich, den Kitaplatz auch während der Elternzeit, des Mutterschutzes etc. Sie schmettert mit Recht ab und zahlt die Verfahrenskosten!
Sie sind ein Mann im Alter von 60? Haben Sie Kinder? Waren Sie , als diese geboren waren, mit Neugeborenen und den anderen Kindern Vollzeit zuhause, während Ihre Frau Vollzeit gearbeitet hat?
Wie waren Ihre Erfahrungen bezüglich Ihrer Leistungsfähigkeit damals?
Vielleicht kann das ältere Kind zu Hause keine nötige Sprachförderung bekommen, was seine Chancen auf Bildungsgerechtigkeit reduziert…
Das dachte ich auch, ich war ganz dankbar mal schlafen zu können, wenn das Baby schläft, während das große Kind von seinen Freunden umgeben und gut betreut war. Dass eine Kita allerdings über Mittag nicht betreut, ist auch seltsam. Wem soll das Nachmittagsangebot dann nutzen? Kommen Fahrzeiten und Pausenzeiten hinzu, oder weitere Kinder, die dann erst ab acht Uhr in der Schule sind, ist so vormittags schon Teilzeitarbeit schwierig… aber ich kann ja dann schlecht an die 3 Stunden aus dem Büro verschwinden und hin- und hergurken, um nachmittags dann eine Stunde weiterzuarbeiten… seltsame Idee.
Nicht die Mutter hat den Rechtsanspruch auf Betreuung und Bildung, sondern allein das Kind. Damit nehmen es die Juristen genau. Dass soziale Aspekte berücksichtigt werden können, ist mit unseren Rechtsordnung vereinbar, wegen des besonderen Schutzes der Familie. – Aus diesem Grund wird eine Pflegebedürftigkeit von Angehörigen berücksichtigt, nicht aber, dass ein Elternteil ein Superjobangebot bekommen hat und deshalb schnellstmöglich eine Ganztagsbetreuung braucht. Viele Klagen von Eltern waren von vorherein zum Scheitern verurteilt, weil der Gesetzgeber keinen Anspruch auf Ganztagsbetreuung geschaffen hat.
Genau, das Kind hat den Rechtsanspruch und daher ist die Situation der Eltern („toller Job“) irrelevant. Der Rechtsanspruch ist umzusetzen.
Ich finde es merkwürdig, dass es den Foristen hier um die „faule Mutter“ (warum nicht um den „faulen Vater“ – der drückt sich durch Arbeitsaufnahme ja völlig vor Erziehung und Pflege?) geht. Ich schätze mal, dass die wenigsten, die hier derart abfällig kommentieren, mal ein Kind bekommen haben und sich im Anschluss während der Arbeitszeit des anderen Elternteils allein um Kind(er) und Haushalt und Erholung nach der Geburt kümmern mussten.
Ich war dankbar, als mein großes Kind nach der Geburt seines Geschwisters während meiner (bzw. der Elternzeit meines Partners) selbstverständlich in die Kita gehen konnte, und zwar so lange, wie wir es brauchten. Ist halt Osten, ne?
Das Wissen darum, dass das Kind und nicht die Eltern und schon garnicht Arbeitgeber oder das Amt für die neue Grundsicherung das Recht auf frühkindliche Förderung und damit auf Betreuung hat, geht leider immer mehr verloren.
Schade ist, dass manche Kinder sich abgeschoben fühlen, wenn sie nach der Ankunft eines Geschwisterchens stets in die Kita gebracht werden. Die meisten Eltern handhaben es in der ersten Zeit flexibel und gehen auch auf die Wünsche des Erstgeborenen ein. – Für die Geschwisterbeziehung ist es meist besser, wenn Kinder mehr Zeit zusammen verbringen können.
Rechnen wir mal: 24-7=17. Geht das Kind 7h in die Kita, dann ist es, 12h Nachtschlaf abgezogen, immer noch 5h am Tag mit seiner Familie zusammen. Die Mutter (und ich hoffe auch der Vater) haben dann sogar Zeit für das Kind, da die meisten zeitraubenden Haushaltstätigkeiten bereits am Vormittag erledigt werden konnten.
Übrigens: meine Kinder sind beide gern in die Kita gegangen. Das waren damals tolle Einrichtungen mit gut ausgebildeten Erzieherinnen. Da gab’s jeden Tag eine sogenannte Beschäftigung (Basteln, Sport, Singen, zeichnen,…) für die Kinder – nicht einfach nur Aufbewahrung.
Ich habe das von Ihnen unterstellte sich-abgeschoben-fühlen bei meinen Kindern nicht feststellen können. Im Gegenteil, nach den ersten zwei Wochen zu viert daheim wollte unser erstgeborenes Kind ganz dringend wieder in die Kita zu seinen Freunden – ihm war das einfach zu langweilig daheim.
Ich habe bewusst “manche Kinder” geschrieben und auch noch mit “stets in die Kita gebracht werden” wohl stark eingeschränkt, unter welchen Konditionen Kinder leiden können. Die wenigsten Eltern mit Babys bringen die Großen so oft und so pünktlich wie zuvor. Selbst dann nicht, wenn sie es vorhatten, was bei Selbstständigen schon mal der Fall ist. Das Schlafbedürfnis Eltern siegt eben auch manchmal. Da wir glücklicherweise keine Kindergartenpflicht haben, bietet es sich doch geradezu an, die Zeit mit den Kindern auch mal außerplanmäßig zu genießen.
Eltern habe ich mehr als einmal gesagt, dass es bei mir in der Gruppe keine feste Bringzeit gibt. Bloß weil Eltern Plätze gebucht haben. muss das Kind doc nicht die ganze Zeit anwesend sein. Gerade Stillende sind oft froh, wenn sie morgens länger schlafen und dabei auch mit einem älteren Kind kuscheln können.
Das Kind ist ja nicht solange ” neugeboren”‘ , sondern nimmt gerne immer mehr Kontakt auf zu seinem Umfeld, da wäre ein größeres Geschwister zu Hause sehr passend.