Schulen für Deutschen Engagementpreis nominiert – Giffey: Großartig!

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BERLIN. Die Abstimmung über den Publikumspreis des Deutschen Engagementpreises läuft. Bis zum 27. Oktober sind alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen, auf www.deutscher-engagementpreis.de/publikumspreis für ihre Favoriten abzustimmen. 383 herausragend engagierte Personen und Initiativen haben die Chance, die bundesweit renommierte und mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung zu erhalten – darunter auch einige Schulen, die auf Unterstützung hoffen.

Schirmherrin des Engagementpreises: Bundesfamilienministerin Franziska Giffey. Foto: Bundesregierung/Jesco Denzel

„Alle diese vorbildlichen Beispiele für Engagement leisten Großartiges und verdienen Dank und Anerkennung“, unterstreicht Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey (SPD). „Sie stehen stellvertretend für die über 30 Millionen Menschen in Deutschland, die sich auf vielfältige Art und Weise für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft einsetzen. Jede abgegebene Stimme für den Deutschen Engagementpreis ist ein Zeichen der Wertschätzung für die Engagierten. Unterstützen Sie daher mit Ihrer Stimme Ihr Lieblingsprojekt. Lassen Sie uns gemeinsam Danke sagen und Danke klicken!“.

Große Bandbreite von Engagement – auch von Schulen

Aus jedem Bundesland gibt es mehrere nominierte Initiativen und Personen. Die Nominierten sind in nahezu allen gesellschaftlichen Bereichen aktiv: Besonders viele finden sich in den Themenfeldern Soziales, Bildung sowie Integration und Diskriminierung. Die wichtigste Zielgruppe des Engagements sind weiterhin Kinder und Jugendliche mit 63,8 Prozent der Nennungen (Mehrfachnennung möglich). Insgesamt ist eine große Vielfalt erkennbar. Über die klassischen Felder hinaus stellen sich die freiwillig Engagierten auch neuen gesellschaftlichen Herausforderungen: Sie unterstützen LGBTIQ-Geflüchtete, nutzen gemeinsam Ressourcen in einem Makerspace, engagieren sich partizipativ in einem zufällig ausgelosten Bürger*innenrat oder organisieren Ausflüge für Senior*innen zum Metal-Festival Wacken Open Air.

Schulen beteiligen sich mit Projekten wie einer Geschichtswerkstatt, die sich auf die örtlichen Spuren jüdischen Lebens und die Verfolgung in der Nazi-Zeit begibt (Realschule Korschenbroich), der Tanzabend „Dance for Tolerance“, bei dem Spenden für Toleranzprojekte gesammelt werden (Helmholtz-Gymnasium Zweibrücken), eine Grundschule, die sich für den Klimaschutz engagiert (Grundschule Augsburg Herrenbach), die Erste-Hilfe (Stefan-Andres-Gymnasiums Schweich) – oder eine Kita, die als Projekt der Demokratieerziehung „Kinderkonferenzen“ veranstaltet.

Es gibt den Publikumspreis – sowie fünf Jurypreise

Neben dem Votum der Bürgerinnen und Bürger über den mit 10.000 Euro dotierten Publikumspreis entscheidet eine hochkarätige Fachjury über die Preisträgerinnen und Preisträger in den mit 5.000 Euro dotierten fünf Kategorien „Chancen schaffen“, „Leben bewahren“, „Generationen verbinden“, „Grenzen überwinden“ und „Demokratie stärken“. Bekannt gegeben werden die Gewinnerinnen und Gewinner aller sechs Preise bei einer Preisverleihung am 3. Dezember in Berlin, die mittels Live-Stream übertragen wird. News4teachers

Hier sind Beschreibungen der Projekte zu finden (auch die Abstimmung läuft über die Seite). 

Nominierte Projekte von Schulen - und einer Kita

Einige Projekte von Schulen und Kitas finden sich unter den nominierten Initiativen.  Beispiele:

Geschichtswerkstatt der Realschule Korschenbroich

Seit 2008 gibt es an der Städt. Realschule die freiwillige Arbeitsgemeinschaft „Geschichtswerkstatt“. Schüler*innen arbeiten, forschen, lernen, dokumentieren, diskutieren und präsentieren in Projekten zu unterschiedlichen Geschichtsthemen. Es gibt ein Themengebiet, zu dem schon besonders intensiv gearbeitet wurde: Nationalsozialismus und Judenverfolgung. Die Schüler sind der Meinung, dass diese Zeit und ihre Folgen nicht vergessen werden dürfen. Sie möchten daran mitarbeiten, dass so etwas nie wieder geschieht!

Die Geschichtswerkstatt besteht aus Schüler*innen verschiedener Jahrgangstufen unter der Leitung von Lehrerin Eva Hermanns. Gearbeitet und recherchiert wird oft mit lokalem Bezug: Themen, die mit der Geschichte der Menschen in Korschenbroich und Umgebung zu tun haben. Geschichte vor Ort! Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, in der Geschichte zu graben: Die Schüler*innen sprechen mit Zeitzeug*innen, sie recherchieren im Stadtarchiv, im Internet, sie lesen Geschichtsbücher, schauen Dokumentationen, gehen auf Erkundungen, auf Stadtrundgänge, sie besuchen Museen und gehen auf Exkursionen in die nähere und weitere Umgebung (sie waren bereits in Amsterdam und in Bergen Belsen). Die Geschichtswerkstatt arbeitet mit verschiedenen Methoden und Ideen, um Geschichte für junge Menschen (be)greifbar zu machen. Dazu gehören z.B. Gedichte, fiktive Texte, aber auch szenische Darstellungen, Standbilder, Rollenspiele und Fotocollagen.

Dance for Tolerance am Helmholtz-Gymnasium Zweibrücken

„Dance for Tolerance“ ist eine Tanzveranstaltung, die einmal jährlich an einem Abend nach der Schule stattfindet. Zu der Veranstaltung ist jeder herzlich willkommen, ob Lehrer und Lehrerin, Schüler und Schülerin, Abiturient und Abiturientin unserer Schule, sowie Schüler und Schülerin aus anderen Schulen der Region. Gegen einen kleinen Eintrittspreis, kann man den ganzen Abend feiern, wie in einem richtigen Club, ob mit professionellem DJ oder einer Fotobox. Die Einnahmen werden durch Spendengelder im Vorfeld der Veranstaltung, Eintrittskarten und Einnahmen aus der Bewirtung während der Veranstaltung generiert. Die eingenommenen Spenden, die jedes Jahr im vierstelligen Bereich liegen, werden an soziale Projekte in der Region vergeben, die im Vorfeld unter Berücksichtigung verschiedenster Kriterien ermittelt werden. Hauptkriterium ist, dass die Spenden Kindern und Jugendlichen zugutekommen. Daneben sind Kriterien wie Nachhaltigkeit des umgesetzten Projektes oder Transparenz bei den Ausgaben sehr wichtig bei der Auswahl der Projekte. Zudem wird bei den unterstützten Projekten berücksichtigt, dass diese für Toleranz eintreten (z.B. Aktionen gegen Rassismus oder gegenseitiges Verstehen von Jung und Alt).

Grundschule Augsburg Herrenbach: Kleine Schritte – große Wirkung!

In Zeiten des Klimawandels muss der Umweltgedanke vor allem auch an Kinder und deren Familien herangetragen werden – denn nachhaltiges Handeln ist keine Frage des Alters und der Herkunft. Dass dies auch in einem Stadtviertel, in dem praktisch alle Nationalitäten und Einkommensgruppen vertreten sind, gelingen kann, zeigen folgende Beispiele, die hier stellvertretend für 47 in einem Jahr durchgeführte Projekte stehen. Earth Hour: Sowohl in der Schule als auch zu Hause wird durch diese Aktion die Abhängigkeit vom Strom aufgezeigt. Auch die Auswirkungen der Lichtverschmutzung auf die Artenvielfalt wird thematisiert, ebenso die Stromherstellung und alternative Energiequellen. Kinder der Fahrradstadt 2020: Die Schulfamilie soll an das Fahrrad als umweltfreundliches Transportmittel herangeführt werden. 2015 wurde eine Fahrradwerkstatt eingerichtet, die seitdem Kindern u.a. mit sozial–emotionalen Defiziten die Chance eröffnet sinnvoll, praktisch und ressourcenschonend zu arbeiten. Außerdem wurde ein Radparcours auf dem Pausenhof gestaltet, um im Schonraum die motorischen Fähigkeiten zu trainieren und Spaß am Radfahren zu vermitteln. Müll: Ausgebildete „Müllmanager“ sorgen für richtige Trennung der Abfälle. Jährlich findet eine große Sammelaktion im Viertel statt. Eine Projektwoche zum Thema „weniger ist mehr“ in allen 17 Klassen behandelt unterschiedliche Aspekte des Themas. Diverse Sammelaktionen unterstützen verschiedene Projekte (Deckel gegen Polio, Plant for the Planet).

Leben retten! Erste-Hilfe-Kurs der Schülervertretung des Stefan-Andres-Gymnasiums Schweich

Das Projekt „Leben retten – Erste-Hilfe-Kurs an der Schule“ fördert die Bereitschaft zur Ersten-Hilfe und führt Kinder und Jugendliche schon früh an das Thema Erste-Hilfe heran. Seit diesem Jahr wird am Stefan-Andres-Gymnasium während der jährlichen Projekttage für Schülerinnen und Schüler der neunten und zehnten Klasse ein Erste-Hilfe-Kurs angeboten. Dieser wird professionell von Ausbilderinnen und Ausbildern des Roten Kreuzes der benachbarten Rettungswache durchgeführt. An zwei Tagen zu je 4,5 Stunden lernen die Schülerinnen und Schüler, wie sie sich im Notfall verhalten sollten und welche Aspekte bei der Lebensrettung besonders wichtig sind. Das Ziel dieses Projektes ist, das Lernen von Erste-Hilfe schon früh zu etablieren und auch schon Kindern und Jugendlichen die Angst zu nehmen und ihr Selbstvertrauen zu stärken. Ihre Unsicherheit, wie Verletzten geholfen wird, nimmt ab und weil sie oft die einzigen oder ersten bei der Patientin oder dem Patienten sind, ist ihre Handlungsfähigkeit besonders wichtig. So trägt das Projekt dazu bei, dass auch in Deutschland Laien öfter und sicherer Erste-Hilfe leisten. Eine Studie zeigt, dass selbst junge Kinder schon sehr gut helfen können. Mehr Menschenleben zu retten ist ein erstrebenswertes Ziel. Durch stetiges Wiederholen kann das Wissen verfestigt werden, deshalb ist das kurzfristige Ziel, den Erste-Hilfe-Kurs auch in der siebten Klasse zu Beginn der Mittelstufe einzuführen.

Demokratie leben: Kinderkonferenzen als Beteiligungsform der Kindertagesstätte der Stadt Riedstadt

Das Projekt „Kinderkonferenz“ als eine von vielen Beteiligungsmöglichkeiten der Kinder entspricht den Forderungen der Bildungspläne der Länder und ist effektives Mittel, um eine ganze Bandbreite von Zielen zu erreichen. Die Kinder lernen z.B. sich eine eigene Meinung zu bilden, sie vor anderen zu äußern und zu vertreten, sich dafür stark zu machen (Selbstbewusstsein) auch die Meinungen anderer zu hören und zu berücksichtigen, zu diskutieren, Kompromisse finden zu müssen vor Ergebnissen steht ein Prozess dass sie sich auch um die Umsetzung kümmern müssen – praktische Verantwortung übernehmen (nicht nur reden – sondern tun) dass sie ein Teil einer großen Gemeinschaft sind und diese aktiv mitgestalten können Selbstorganisation dass sie mit ihrem Engagement etwas bewirken können (Selbstwirksamkeit) Gesellschaftliche Herausforderung: Gerade heute gilt es mehr denn je, dass Menschen sich für demokratische Grundrechte, unser demokratisches Grundverständnis, die Menschenrechte einsetzten und diese verteidigen sollten. Dazu brauchen wir Menschen, die „Haltung zeigen“ und „Positionen beziehen“ die sich einsetzen denen es nicht egal ist, was in ihrem Umfeld geschieht die selbstbewusst benennen, wenn ihnen etwas missfällt und die diskutieren die sich engagieren die sich auf Prozesse einlassen, sie als wichtig erkennen die den Wert einer Gemeinschaft kennen und sich als ein Teil davon fühlen.

Wer für eines der Projekte stimmen möchte, kann es über die Suchmaske auf der Seite finden – und sofort sein Votum abgeben. Hier geht’s hin: www.deutscher-engagementpreis.de/publikumspreis/

 

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3 KOMMENTARE

  1. Den „Dr.“ bei der Giffey kann man ja evtl. doch bald weglassen.

    Zu blöd aber auch die Sache mit dem Internet und dass man die Sachen heute so leicht googeln und überprüfen kann.

    • Musste eben lachen: Frau Giffey stellte eben medienwirksam die neue Pflegewerbeminiserie „Ehrenpflegas“ (sic!) vor. Ohne Dr. – Titel im Namensreiter. Da müsste ich an Ihren Kommentar denken und schmunzeln.

  2. Wie viele LGBTIQ-Geflüchtete gibt es eigentlich, um die man sich kümmern muss und von wem geht die Diskriminierung selbiger aus? Ich hoffe, die Projekte beachten auch das.

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