Erster Kultusminister (Tonne) hebt die Schulbesuchspflicht auf – in der Woche vor den Weihnachtsferien. Außer bei Klassenarbeiten

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HANNOVER. Das niedersächsische Kultusministerium folgt in einem Punkt den Empfehlungen der Nationalakademie Leopoldina – und setzt die Schulpflicht vor Weihnachten faktisch aus. Vom kommenden Montag an bis Ferienbeginn dürfen Eltern entscheiden, ob sie ihre Kinder in die Schule schicken. Ein formloser Bescheid reicht. Lehrerverbände kritisieren die Regelung.

Ist eine Aufhebung der Schulpflicht vor den Weihnachtsferien ein wirksamer Schutz gegen Corona? Foto: Shutterstock

Bislang war eine Befreiung vom Unterricht in Niedersachsen zwei Tage vor den Ferien möglich – jetzt gilt das für die gesamte Woche vor den Ferien. Der Bildungsbereich leiste so „einen relevanten Beitrag bei dem Ziel, Kontakte zu reduzieren“, sagte Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne: „Mit der Ausweitung unserer bestehenden Regelung von zwei auf fünf Tage freiwilliges Homeschooling kommen eingedenk der Weihnachtsferien rund vier Wochen zusammen, in denen sich die Kontakte auch der Kinder und Jugendlichen deutlich reduzieren werden. Der Schulbereich beteiligt sich so an der umfassenden Gesamtstrategie der konsequenten Kontaktreduktion in Niedersachsen, um die Zahl der Neuinfektionen zu senken.“ Und er fügt, etwas widersprüchlich, hinzu: „Wir leisten unseren Beitrag bei der allgemeinen Pandemiebekämpfung, ohne selbst Treiber der Pandemie zu sein.“

Die Leopoldina fordert für den Schulbetrieb nach den Weihnachtsferien klare Regeln

Die Leopoldina hatte in ihrer aktuellen Stellungnahme empfohlen, die Schulpflicht bis zu den Weihnachtsferien auszusetzen – dem folgt Tonne nun. Nach den Weihnachtsferien fordert die Nationalakademie für den Schulbetrieb dann klare Regeln: mit Maskenpflicht im Unterricht auch der Grundschulen sowie Wechselunterricht in den weiterführenden Schulen ab einem festgelegten Inzidenzwert, wie auch das Robert-Koch-Institut empfiehlt (News4teachers berichtet ausführlich über die Stellungnahme der Leopoldina zum Schulbetrieb). Davon ist beim niedersächsischen Kultusministerium allerdings keine Rede.

In puncto Schulpflicht heißt es: Es reiche aus, wenn die Eltern per Telefon, Mail oder auf Papier der Schule Bescheid sagen, ab wann ihr Kind nicht mehr erscheint und stattdessen ins Distanzlernen geht. Eine besondere Begründung müsse nicht genannt werden. Aber: Versetzungsrelevante Arbeiten und Abschlussklausuren müssen zu den festgelegten Terminen in der Schule geschrieben werden, so dass die betreffenden Schülerinnen und Schüler zu diesem Zeitpunkt in der Schule sein müssen.

Für alle Schüler, die von der Möglichkeit der Befreiung keinen Gebrauch machen, seien die Schulen „ganz normal“ geöffnet, so teilt das Kultusministerium mit. Diese letzten Tage in der Schule böten auch Raum und Zeit für die Schulgemeinschaft, das vergangene Jahr weiter gemeinsam aufzuarbeiten und zu reflektieren. „Es ist ganz wichtig, dieses außergewöhnliche und belastende Jahr nicht einfach so auslaufen zu lassen“, meint Tonne.

GEW: Distanzlernen mit zeitweiser Anwesenheit für Klassenarbeiten ist Unsinn

Gut gemeint, im Detail jedoch schlecht gemacht, kommentiert die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Laura Pooth. Distanzlernen mit zeitweiser Anwesenheit für Klassenarbeiten sei Unsinn und müsse sofort ausgesetzt werden.

Torsten Neumann, Vorsitzender des Verbandes Niedersächsischer Lehrkräfte (VNL/VDR), kritisiert die Regelung als „praxisuntauglich und nur halbherzig“. Er betonte: „Die Regelung wälzt die Verantwortung einseitig auf Eltern ab. Für die Schulen bedeutet diese Regelung eine enorme Belastung. Alle Vorüberlegungen sind damit innerhalb kurzer Zeit wieder einmal über den Haufen geworfen worden. Ein weitgehend geordneter Unterrichtsablauf vor Weihnachten ist somit nicht mehr gewährleistet. Schulen können nur schwer planen, wer am Präsenz- oder Distanzunterricht teilnehmen wird. Sollten Klassenarbeiten unumgänglich sein – wer weiß jetzt schon, wie die Situation im Januar 2021 sein wird – und deshalb Schülerinnen und Schüler aus dem Homeschooling doch noch kurzzeitig in die Schule zurückkehren müssen, ist deren freiwillige Quarantäne bzw. Kontaktreduzierung hinfällig geworden.“

„Sollen Kontakte wirklich verhindert werden, bleibt nur die verpflichtende flächendeckende Einführung des Distanzlernens“

Die Schulpolitik der Landesregierung mute „wie ein Adventskalender an, jeden Tag wird ein neues Türchen geöffnet“. Diese Situation sei unbefriedigend, Entscheidungen müssten zuverlässig und nachvollziehbar sein. Neumann: „Sollen Kontakte wirklich verhindert werden, bleibt nur die verpflichtende flächendeckende Einführung des Distanzlernens als praktikable Möglichkeit übrig. Die gewonnene Zeit bis zum Wiederbeginn der Schule am 11. Januar 2021 sollte dieses Mal wirklich genutzt werden, um zu klären, wie es dann an unseren Schulen weitergehen soll. Es muss um praktikable Lösungen gehen, die ein vernünftiges Unterrichten möglich machen, egal ob in Präsenz oder in Distanz.“ News4teachers / mit Material der dpa

Gebauer gegen Leopoldina: Mit mir kein Aussetzen der Schulpflicht!

 

 

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38 KOMMENTARE

  1. Würde der Hamburger KM eine ähnliche Regelung in Hamburg einführen (was ich übrigens nicht glaube), würde das praktisch betrachtet für meinen Sohn folgendes bedeuten.

    Montag:
    1 Doppelstunde Klausur in Präsenz
    3 Doppelstunden entweder im Präsenzunterricht in der Schule verbleiben oder in den Pausen schnell zwischen Schule und Zuhause pendeln für die Teilnahme am Distanzunterricht

    Dienstag: Distanzunterricht

    Mittwoch:
    1 Doppelstunde Klausur in Präsenz
    3 Doppelstunden mit selber Wahl wie am Montag

    Donnerstag: Distanzuntericht

    Freitag:
    1 Doppelstunde Klausur in Präsenz
    1 Doppelstunden mit selber Wahl wie am Montag

    Sorry, aber in unserem Fall wäre das einfach nur Bullshit. Und das sich die Klassenarbeiten/Klausuren in den letzten 2 Monaten vor Weihnachten ballen ist ja nun wirklich nix Neues.

    Ich freue mich aber auf jeden Fall für alle zu recht besorgten Eltern, die so die Möglichkeit habe die Infektionsgefahr zumindest für ein paar wenige Tage zu reduzieren!

    • @ Mutter aus HH …“Und das sich die Klassenarbeiten/Klausuren in den letzten 2 Monaten vor Weihnachten ballen ist ja nun wirklich nix Neues.“

      So gibt es für das Schuljahr 2020/2021 wenigstens noch offiziele Leistungsbewertungen und der Bildungsauftrag läuft.

    • …wenn bei dieser Regelung überhaupt Distanzunterricht in Form von Videokonferenzen möglich ist. Denn wenn die LehrerInnen vor Ort die wenigen verbleibenden Kinder unterrichten, kann parallel kein Online-Unterricht stattfinden. Zuhause können die Kinder dann nur mit Arbeitsblättern o.ä. arbeiten.

      Die Idee aus Niedersachsen ist also zwar ein Ansatz, der prinzipiell in die richtige Richtung geht, aber nicht zu Ende gedacht wurde!

  2. Unmöglich, diese Entscheidung bringt mehr Unruhe in den Schulalltag alles andere!! Wo ist das Problem Mal einen richtigen Cut zu machen. Die Kinder die nächster Woche in der Schule sind und doch aus reinem Pech heraus in Quarantäne müssen sitzen über Weihnachten ohne jegliche Kontakte Zuhause!!!
    Schulten müssen ab Montag konsequent geschlossen werden für alle um das Risiko zu minimieren…

    • Letztlich wird es darauf hinauslaufen, dass die meisten Klassen und Schulen in Distanzunterricht sind. Und dies ist gut so!
      Die Regelung ist die beste eines Kultusminister in den letzten Monaten. Dies muss man eindeutig positiv sehen!!
      Bezüglich der Klausuren wird es selbstverständlich zu Verschiebungen kommen. In Absprache mit den Schülern kann man an Abi-Vorklausuren oder an relevanten Prüfungen festhalten. Hierfür ist dann auch genug Platz in der Schule. Diese Schüler können dann auch auf Abstand und mit Maske notfalls Arbeiten schreiben oder nachschreiben und das Infektionsrisiko ist dann auch sehr gering.
      So viel Vernunft habe ich gar nicht erwartet.

      • @Matty- ich eigentlich auch nicht-Schlau gemacht von Herrn Tonne– ohne offizielle Schulschließungen. Meine BBS geht direkt ab Montag in Szenario C für die letzten 5 Tage. Meine Tochter, 6.Klasse Gym., ist direkt ab 14.12. vom Präsenzunterricht befreit. Hat gestern Abend innerhalb 1 Stunde geklappt- mit persönlicher Mail von der SL. Spannend ist aber, dass kaum jemand in dem 4-zügigen 6. Jahrgang davon Gebrauch macht und diese Eltern immer noch in der Whatsapp- Elterngruppe meinen, dass doch die Kids in die Schule sollen. Aber auch nur, wenn es dann noch echten Unterricht geben würde, also auf Betreuung könnte man schon verzichten. Diese Gruppe werde ich wohl verlassen müssen, bevor ich doch noch zu kommentiere. Meine lieben Gym-KuK an der Schule meiner Tochter haben echt mein Mitgefühl. Die Inzidenz in unserem Landkreis ist gerade auf 110 hoch. Aber die A. war doch gerade noch eine Woche krank und möchte so gerne nächste Woche wieder zur Schule……und L. will auch unbedingt zur Schule…..

  3. Da fühle ich mich gerade an dieses z.Zt. auf whatsapp kursierende lustige kleine Video erinnert, in welchem Frau Merkel mit Männerstimme an die Nation spricht: „Wenn ich jetzt im Saarland bin, dann darf ich mich draußen mit Freunden treffen, aber nur wenn ein Einhorn anwesend ist. In NRW geht das auch ohne Einhorn, aber nur zwischen 11.54 und 11.58 Uhr. Ist logisch, oder? Dann noch eine Regel für alle, die Chantal heißen: verlassen Sie auf keinen Fall! an ungeraden Tagen das Haus, außer in Hessen oder bei Regen!“….

  4. … außer bei Klassenarbeiten, bei zunehmendem Mond, an ungeraden Tagen sowie, wenn Bayern die Tabelle anführt. Ach so, wenn der Wochentag ein t enthält natürlich auch nicht.

    #danke_für_gar_nichts

  5. Also ich verstehe auch nicht, welchen Sinn Halbklassenunterricht/Wechselunterricht haben soll, wenn da jeder kommen und gehen kann, wie er will.

    Dann besser alle zuhause bleiben und die Ferien genießen.

  6. Es ist einfach nur noch zum Kotzen, wie die KM rumeiern!!! Warum ist in diesem Land niemand mehr in der der Lage Entscheidungen zu treffen??? Dafür werden Politiker doch gewählt! Und verdienen damit unser sauer verdientes Geld!!,!

    • Man sieht den Grund für dieses ganze Dilemma an der Bemerkung „Wir leisten unseren Beitrag bei der allgemeinen Pandemiebekämpfung, ohne selbst Treiber der Pandemie zu sein.“ Außer denen glaubt das keiner mehr.

      Die Spinner*innen klammern sich an jeden Strohhalm, weil sie sich sonst eingestehen müssten, um es mit den Worten der Schüler zu sagen, dass sie „hart verkackt“ haben. Deshalb verfälschen sie auch Beratungen, Zahlen, etc… alles nur, um nicht das Gesicht zu verlieren. Aber: hupps, schon passiert.

      Denn: das Mantra ist durch die Realität nun widerlegt.

  7. Wer hat denn alles so viel Ferien? Außerdem, warum Ferien und nicht Distanzlernen?
    Ich halte es für das falsche Signal, nun werden sich noch mehr Leute aufgerufen fühlen, ausschweifend zu feiern, bloß weil ein paar Schüler vorher zu Hause geblieben sind. Das wird richtig nach hinten los gehen.
    D.h. aber nicht, dass es besser wäre alle Schüler nach Hause zu schicken, die privaten Zusammenkünfte sind die Treiber.

    • Die Ferien sind um 2 Tage vorgezogen, am Mo und Di ist bundesweit frei, allerdings gibt es Notbetreuung.
      Die anderen Tage ist Distanzlernen.

  8. Besser als nichts…

    Ich habe meinen Sohn heute direkt für die letzte Woche angemeldet. Die Schule, die er besucht, hat sich über das Halbjahr gut vorbereitet und Klausuren schon frühzeitig geschrieben, sodass jetzt keine mehr notwendig sind.

    Für die Planung der letzten Schulwoche, ist diese kurzfristig Bestimmung bzw. Möglichkeit natürlich schwierig. Deshalb wurde direkt die Umfrage gestartet, wer ab wann nicht mehr kommt oder aber bis zum regulären Ferienstart bleibt.

  9. Aussetzen der Schulbesuchspflicht ist ein richtiger Schritt.
    Die Lösung jetzt so ist nicht optimal. Aber für Eltern der Risikogruppe u.ä. ist die Aussetzung der Besuchspflicht richtig.

  10. Herr Tonne ist nicht der erste, Frau Dr. Eisenmann hat bereits im Sommer die Schulbesuchspflicht für das ganze laufende Schuljahr aufgehoben, kann sich aber nicht mehr erinnern. 🙂
    Es reicht eine Erklärung der Eltern, ohne Attest.

  11. Die Entscheidung selbst ist gar nicht so schlecht, blöd ist, dass weitere Maßnahmen bis gestern absolut abgelehnt wurden.

    Nun müssten wieder innerhalb eines halben Tages Aufgaben auf den Tisch, die die Kinder morgen, am letzten Präsenz-Schultag für einige, mit ins Distanzlernen nehmen könnten.

    Die mühsam erlangten Rückmeldungen über das Distanzlernen ab Do kann man zudem in den Müll werfen, nun geht es plötzlich unbürokratisch per Anruf oder Mail.
    An kleinen Schulen hätte man ggf auch Klassenarbeiten noch zusammenstreichen oder schieben können, auch das ist nun nicht mehr möglich.

    Wenn im Artikel gefordert wird, dass bis zum 11.Januar zu klären sei, wie es dann weitergeht, wünsche ich mir eine Entscheidung samt offizieller Information der Schulen mit 1 Woche Vorlauf.
    Auch dieses Mal waren die Informationen zuerst in der Presse, dann riefen Eltern in der Schule an und danach konnte man in den Medien nachlesen oder auf die offizielle Mail warten, um im Nachgang die Elternschaft zu informieren.

    Ich frage mich, warum man den einen Tag so redet, am anderen etwas aus dem Hut zaubert, das absolut konträr zur Aussage steht, und dann die Erwartungshaltung ins Land stellt, die Schulen, also Lehrkräfte, könnten über Nacht mal kräftig etwas Passendes aus dem Ärmel schütteln.
    Mit 2-7 Tagen Vorlauf wäre eine erheblich bessere Versorgung möglich.

    • @Palim

      Einerseits wird die Erwartungshaltung ins Land gestellt – wie Sie sagen – Schulen und Lehrkräfte könnten über Nacht mal kräftig was Passendes aus dem Ärmel schütteln.

      Andererseits befeuert man hier natürlich das Bild, dass Lehrkräfte zwar Besserwisser seien, aber im wahren Leben dann doch nichts hinkriegen. Eben weil sie viele „Schnellschüsse“ aus der Feder der KMs im günstigsten Falle zeitgleich mit den Eltern aus der Presse erfahren.

      Wenn die KMs noch irgendwo auf Kontinuität achten, dann wohl am ehesten in diesem Punkt. Denn dann können sie ja immer noch auf andere verweisen, auf deren Konto die schlechte Umsetzung der tollen Ideen geht.
      Und leider gibt es da draußen genug Dauerfrustrierte, die das nur zu gerne glauben (wollen).

      Wie gut dass es doch noch LehrPERSONEN gibt! Letztlich sind die für diese Zwecke besser geeignet als „digital devices“, denn da kann man feststellen WER WAS verbockt hat (eben NICHT Lehrer), und zwar sekundengenau.
      Und letztlich sind die Geräte durch ständige Neuerungen sowieso um ein Vielfaches teurer, wenn Digitalisierung auch nur halbwegs funktionieren soll …

      • Es wird beides brauchen, die Digitalisierung wird voranschreiten und schon jetzt ist viel zu wenig Zeit in den Schulen für angemessene Medienbildung.

        Es braucht Lehrkräfte, die dies vermitteln,
        und es braucht auch hinter Lernplattformen oder Apps diejenigen, die etwas vom Lernen und Unterrichten verstehen, sonst ist es schnell Spielerei, wo eine sinnvolle Verknüpfung dienlich sein könnte.

        Davon abgesehen ist die Vorstellung, es könne ohne Lehrkräfte gehen, vielleicht Zukunftsmusik, in den letzten 30 Jahren haben wir uns jedenfalls kaum in diese Richtung bewegt und ich bin nicht sicher, ob es je eintritt oder überhaupt eintreten kann.

  12. Ties Rabe heute Abend (?) im Interview:
    „Es geht nicht nur darum, Fächer zu lernen, sondern es geht um Lebensorientierung, es geht darum, dass hier junge Menschen auf dem Weg ihrer Persönlichkeitswerdung unterstützt werden und deswegen sollte man hier nicht immer leichtfertig die Schule zur Disposition stellen.“

    https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hamburg_journal/Wann-kommt-der-harte-Lockdown-fuer-Hamburg,hamj103574.html

    10.12.2020

    Wir sprechen von 5 Tagen Unterricht – zur Persönlichkeitswerdung dieses Menschen würde mir jetzt so einiges einfallen, was ich hier nicht schreiben kann.

    • @Minna

      Vielleicht, dass ein kleiner Knabe namens Ties vor langer, langer Zeit einmal für 5 Tage nicht am Unterricht teilnehmen konnte?
      … Da war der kleine Ties ganz traurig, weil er genau spürte, dass ihm fortan auf immer etwas Wichtiges fehlen würde.
      Aber dann kam eine Weihnachtsfee und sagte ihm, er solle nicht traurig sein, denn er wäre deswegen noch lange kein Bildungsverlierer, sondern etwas ganz Besonderes und so würde einmal er selbst ein Weihnachtswunder vollbringen. Sogleich schenkte sie ihm ein Abo für niemals versiegende tägliche Lieferungen „Persönlichkeitswerdung to go“, jeden Morgen auf nüchternen Magen zu rauchen.

      Und wir sind jetzt dabei: Live und in Farbe.

      • @W Soweit ich informiert bin hat Herr Rabe selbst mal als Lehrkraft sein Brot verdient. Muss einen verdammt guten Job gemacht haben- der Herr Rabe— seit dem er nicht mehr am Start ist, zählt dann wohl jeder Tag zur Persönlichkeitsbildung…..

  13. Tonne im Untersuchungsausschuss 2022:

    „Tja hätten die Eltern das Angebot angenommen, ihre Kinder vor Weihnachten zuhause zu lassen, hätten die Infektionszahlen und Todesfälle nicht derart eskalieren können.“

  14. Uns wurde zudem die Info gegeben, dass Kinder Arbeiten/Tests auch am Nachmittag schreiben können (müssen), damit besagte Distanz gewahrt werden kann. Ich weiß nicht, ob das schulintern geregelt wurde. Aber für mich als Lehrerin bedeutet dieser minimale Mehraufwand auch Chancengleichheit. Bei uns ist nach 14 Uhr niemand mehr im Gebäude, außer dem Hausmeister und einigen Reinigungskräften. Abstände können eingehalten werden und das Gesamtrisiko einer Infektion liegt viel niedriger.

  15. Seltsam, im obigen Bericht fällt es der Gewerkschaft auf, dass Klassenarbeiten, Tests und Klausuren im Präsenzunterricht geschrieben werden müssen, auch wenn die Kinder im Distanz lernen sind. In Baden-Württemberg ist das seit Wochen gang und gäbe: kranke Kinder z.b. (die mit einer Immunschwäche die Schule derzeit ärztlicherseits nicht besuchen dürfen) müssen zu Klassenarbeiten, während des laufenden Präsenzunterrichts, so eine Anordnung des Regierungspräsidiums, in die Schule gebracht werden. Für uns alle absolut unverständlich. Was Corona bei einem Menschen mit Immunschwäche vermutlich anrichtet kann man sich denken , weil ja schon andere leichte Infektionen extrem schwer verlaufen. Vermutlich werden das Regierungspräsidium und die Herrschaften dort, weder haften noch überhaupt darüber nachgedacht haben, welche Folgen ihre Anweisungen haben können. Einzige Rettung ist wieder lokales Engagement: Wer Glück hat ist in einer Schule mit Lehrern, die bereit sind, solche Kinder in separaten Räumen ohne andere Schüler, mit guter Lüftung ihre Arbeiten erledigen zu lassen, weil sie selbst solche Willkür nicht ertragen können. Übrigens: hier haben die Gewerkschaften, weder GEW noch Philologen oder sonst eine Organisation, auch nur einen Pieps dazu geäußert.

    • @besorgter Vater

      „Übrigens: hier haben die Gewerkschaften, weder GEW noch Philologen oder sonst eine Organisation, auch nur einen Pieps dazu geäußert.“

      Da will ich Ihnen besser keine Hoffnung machen, dass diese Leute das verstanden – oder auch nur gelesen – haben.
      Unter dem vielzitierten „Corona-Brennglas“ kann man auch dahingehend alle Illusionen über Bord werfen.

  16. Hier wird die Verantwortung an die Eltern abgeschoben. Wenn die Kinder zur Klassenarbeit erscheinen müssen, wie kommen die Kinder dann zur Schule? Hier fährt der Bus nur zur 1. Stunde. Meine Entscheidung muss dagegen sein, da wir arbeiten müssen und die vielen Bestellungen vor Weihnachten erledigen müssen. Ich kann meinen Chef nicht sagen, sorry ich muss mal eben für 3 Stunden weg, weil mein Kind eine Arbeit schreibt. Bullshit. Lass die Kinder zu Hause und fertig.

  17. In Baden-Württemberg ist seit Mai die Schulbesuchspflicht in Präsenz aufgehoben. Also nicht der erste gute Gedanke. Leider scheitert es an der Umsetzung bzw ist nicht praktikabel, da die Kinder zuhause nicht ausreichend betreut werden können. Die Lehrer müssen ja die Kinder gleichzeitig in der Präsenz unterrichten. Und zumindest bei uns ist kein Lehrer befreit von der Präsenz im die Kinder zuhause zu unterrichten.
    Das Thema mit den Klassenarbeiten ist somit auch nicht gut gelöst, denn dazu müssen die Kinder in Präsenz sein.

    • Sorry, das stimmt so nicht. Ich bin Lehrer und wegen Corona (Vorerkrankungen und 66 Jahr) mit Attest vom Präsenzunterricht befreit. Täglich habe ich aber Kontakt mit miener Schule. Ich unterrichte aber (gerade ist eine der Sitzungen beendet) solche Kinder (auch aus anderen Schulen) , die wegen Erkrankungen, Willen der Eltern oder aus anderen Gründen zu Hause bleiben. Dies geschieht auch mit dem Material, das die Schule den Kindern schickt (wie auch immer, manche lassen täglich von Eltern abholen und zu Korrigierendes zurückbringen). Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg und es gibt sicher mehrere Kollegen wie mich.

        • noch ’ne Ergänzung: Auch ich finde, dass die Tatsache wenn zum Teil Kinder mit kritischen Krankheitsbildern, wie Immunschwäche, um nur eine zu nennen, in die Schule müssen, wen Klassenarbeiten sind. Diese Kinder sind schon bei einem einfachen Schnupfen sehr gefährdet und werden sehr krank davon. Laut RP müssen die Test-Teilnahmen im Klassderahmen des Präsenzunterrichts stattfinden (es sei denn, ein couragierter RektorIn/LehrerIn erfindet eine andere Lösung- und die Leute gibt es Gott sei Dank noch!).

  18. Ich finde diese freiwillige Alternative, Kinder notfalls von zu Hause aus beschulen zu dürfen jedenfalls sinnvoller, als die Familien in die Coronainfektionen hinein zu verpflichten. Dieses permanente Misstrauen den Eltern gegenüber stößt mir übelst auf. Ich bin als Mutter der Experte für mein Kind. Das Homeschooling im März lief ohne Probleme und ich hatte Zeit, weil ich in Elternzeit bin. Bedanken würde ich mich für so ein Angebot. Zudem werden die Klassen entzerrt,- gut um Abstand einhalten zu können.

    • Ganz genau. Die Eltern werden hier als nicht fähig abgestempelt.

      Solche Eltern gibt sicher es auch, aber bei uns läuft das Zuhause lernen super und meine Tochter lernt besser als im vollen Klassenzimmer.

  19. Warum meckern nun eigentlich schon wieder so viele Lehrer?

    Ja, das ist kurzfristig.

    Aber doch eine perfekte zwischenlösung. Die Eltern haben nicht den Streß, dass sie um ihren Job bangen müssen und Familien in denen es geht können zuhause bleiben und nen Beitrag leisten.

    Alle schreien erst nach kleineren Klassen und nun besteht die Möglichkeit und doch wird gemeckert, dass es so nicht geht. Ihr macht euch in der Gesellschaft damit keine Freunde.

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