Tepe fordert von Kultusministern, „sich endlich von der Schimäre des bedingungslosen Offenhaltens der Schulen zu verabschieden“

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BERLIN. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) verlangt eine frühzeitige Entscheidung, wie es ab dem 10. Januar an den Schulen weitergeht. «Es ist abzusehen, dass die Lockdown-Maßnahmen über den 10. Januar hinaus verlängert werden müssen», sagte GEW-Chefin Marlis Tepe dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Lehrer, Schüler und Eltern bräuchten Konzepte rechtzeitig, um sich auf die Situation einstellen zu können.« Am 5. Januar wollen Bund und Länder über das weitere Vorgehen beraten – einen Tag vorher berät sich die KMK.

Fordert konkrete Planungen: Die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe. Foto: GEW

Ansagen am Freitag, die am Montag umgesetzt sein sollen, darf es nicht mehr geben. Das hat in der Vergangenheit alle Beteiligten oft genug vor unlösbare Probleme gestellt», kritisierte Tepe. Kultusministerien und Schulbehörden müssten die verlängerte Ferienzeit nutzen, um tragfähige Konzepte für unterschiedliche Szenarien zu entwickeln, forderte die GEW-Chefin.

«Dazu gehört, sich endlich von der Schimäre des bedingungslosen Offenhaltens der Schulen zu verabschieden.» Die Schulen müssten auf Wechselunterricht umstellen. Nur so könne das Recht auf Bildung aufrechterhalten werden, nur so könnten die Lehrer den Kontakt zu den Schülern halten. Und nur so könne es gelingen, insbesondere ohnehin benachteiligte Kinder und Jugendliche nicht zu verlieren.

Kultusminister beraten am 4. Januar darüber, wie es mit dem Unterricht weitergehen soll

Wie die Schulen nach dem 10. Januar ins neue Jahr starten, ist bisher weitgehend offen. Die Kultusminister der Länder wollen darüber am 4. Januar beraten. Einen Tag später werden Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder bei ihrer nächsten Gesprächsrunde zum weiteren Vorgehen in der Corona-Krise voraussichtlich Beschlüsse dazu fassen. Die konkrete Umsetzung liegt dann aber wie immer in den einzelnen Bundesländern, die für ihre Schulen selbst zuständig sind.

Vereinzelt gab es bereits Aussagen dazu, wie es im neuen Jahr weitergehen könnte. So plant etwa Niedersachsen ab 11. Januar bis zum Halbjahresende am 31. Januar für die Klassen 5 bis 12 mit Wechselunterricht, für die Abiturklassen und Grundschulen mit Präsenzunterricht, allerdings für alle Schüler mit Maske im Unterricht. Nordrhein-Westfalens Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) bereitete die Schulen in einem Brief kurz vor Weihnachten auf drei verschiedene Szenarien im neuen Jahr vor. In dem Stufenmodell würde es im günstigsten Fall landesweiten Präsenzunterricht geben. Gebauer verwies aber zunächst auf die Beratungen der Länder mit Merkel am 5. Januar.

Das Robert-Koch-Instituts empfiehlt, dass ab einem Inzidenzwert von 50 Wechselunterricht in kleinen Lerngruppen mit Abstandsregel sowie eine Maskenpflicht im Unterricht gelten sollten. Kein Bundesland hat bislang diese Empfehlungen beachtet.

Die Nationalakademie Leopoldina hat in einer Stellungnahme Anfang Dezember, an der auch RKI-Präsident Prof. Lothar Wieler sowie Charité-Chefvirologe Prof. Christian Drosten mitgearbeitet hatten und die dann zur wissenschaftlichen Grundlage für den aktuellen Lockdown wurde, gefordert, für den Wiederbeginn des Unterrichts ab dem 10. Januar 2021 sollte in allen Bundesländern das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes im Unterricht für alle Jahrgangsstufen verpflichtend sein. Zudem sollten ländereinheitliche Regeln für den Wechselunterricht ab der Sekundarstufe erarbeitet werden, die ab einer bestimmten Inzidenz greifen. (News4teachers berichtete über die Stellungnahme der Leopoldina.) Auch diesen Empfehlungen folgt die KMK bislang nicht.

Die Lehrerverbände sorgen sich um Klassenarbeiten und Abschlussprüfungen – wie sollen die bewertet werden?

Auch das Thema Prüfungen treibt Bildungsgewerkschaften und -verbände um. «Prüfungen und Tests, die zurzeit nicht viel mehr als soziale Ungleichheiten widerspiegeln, sollen ausgesetzt werden», forderte GEW-Chefin Tepe. Der Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann, forderte im RND von der Kultusministerkonferenz «dringend Aussagen», wie Prüfungen durchgeführt und bewertet werden sollen, «aber auch welche Anpassungen an den Curricula und der Anzahl der Leistungstest sowie deren Inhalt vorgenommen werden».

Die Vorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Susanne Lin-Klitzing, sagte dem RND: «Die Kultusministerien müssen die realen Daten erheben, wie viel Unterricht in diesem Schuljahr und im letzten Schuljahr im Vergleich zu den letzten Schuljahren bisher ausgefallen ist. Daraus müssen entsprechende Konsequenzen für Prüfungen und für die Förderung von Schülerinnen und Schülern gezogen werden.» News4teachers / mit Material der dpa

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96 KOMMENTARE

  1. Die KM werden vermutlich weiter machen wie bisher.
    Was sie davon haben oder wer sie dafür womit „belohnt“, erschließt sich mir nicht.
    Vermutungen oder Unterstellungen möchte ich zu dieser Frage hier lieber nicht äußern.

    Schüler, Lehrer und deren Familien haben ein Recht auf Schutz – mindestens so viel Schutz wie für alle anderen.
    Vielleicht sogar noch mehr, denn sie sind Multiplikatoren für das Virus.
    Welchen Nutzen und welchen Schaden dieser Schutz – z.B. durch geteilte Klassen- für die Gesellschaft bedeuten wird, ist eingrenzbar.
    Die ganze Gesellschaft proftiert, dafür muss die Gesellschaft die Maßnahmen mittragen und Eltern müssen sich im Zweifel auch mal selbst um ihre Kinder kümmern oder sinnvolle Hilfen dazu erhalten.
    Wenn Unternehmen der Wirtschaft – große wie kleinste – Hilfen erhalten, warum dann nicht die Schulen?
    Das hat mir bisher noch niemand schlüssig erklären können.

    Es gibt Zeit, dass in bestimmten Lebenslagen föderalistische Strukturen ihre Macht verlieren. Lokalpolitik und Parteiengeplännkel dürfen m.E. in einer Pandemie (oder einer anderen nationalen Notlage) keine Rolle spielen!
    Warum haben wir kein multiprofessionelles, der Ethik verpflichtetes Gremium, dem Wissenschaftler aller denkbaren Richtungen angehören?
    Angeblich wusste ja niemand, dass eine Pandemie kommen kann und wie man dann reagieren müsste. Beim nächsten Mal kann man sich DAMIT also nicht mehr rausreden.
    Wo bleiben die dauerhaften Präventionsstrukturen, die Entscheidungen für die ganze Nation (oder für Europa?) in kürzester Zeit vorbereiten, koordinieren, Politiker leiten können?
    Wo ist die Instanz, die präventiv Wissen sammelt, Szenarien durchspielt, Präventionsmaßnahmen einfordert, im Fall der Fälle den Entschiedungsträgern auf Bundesebene umgehendes und möglichst objektives Handeln ermöglicht?
    Zwingend würde dazu m.E. auch gehören, das Bildungs- wie auch das Gesundheitswesen auf zukünftsfähige Füße zu stellen und damit für Krisen aller Art vorzubereiten.
    Die Entscheidung, ob es uns das wert ist, könnte uns nach den Erfahrungen dieses Jahres vielleicht leichter fallen.

    „Die Poliltik“ sollte sich vielleicht mal an den täglichen Erfahrungen der Lehrer ein Beispiel nehmen:
    Wenn wir konzentriert, vorausschauend und ressourcenorientiert arbeiten, läuft der Laden.
    Die Lehrer machen ihren Job, die Kinder lernen, erhalten die erwarteten Abschlüsse. Keiner merkt es. Prävention greift. Niemand kann nachweisen, dass es nur aufgrund des Engagements der Lehrerschaft läuft. Vielleicht hätten die Kinder es ja auch so geschafft?
    Vielleicht wäre es ja auch ohne diese Bemühungen gelaufen? Was tun die Lehrer eigentlich? Die Kinder haben doch ihren Abschluss geschafft – nicht die Lehrer?
    „Die Politik“ (wohlgemerkt im Auftrag der Wähler) zieht aus diesen beliebten Assoziationsketten leider allzu oft die falschen Schlüsse und spart weiter.

    Irgendwann aber wird Prävention nicht mehr funktionieren und dann ist es einfach nur noch zu spät.
    Dann kommt der Deichbruch und alle wundern sich, weil keiner glaubte, dass es nur die Deiche waren, die die Katastrophe verhindert haben. Gibt man die Deichpflege auf, kann keiner nachweisen, dass die Katastrophe nicht auch mit gepflegten Deichen geschehen wäre.
    Man kann natürlich auch die Verantwortung auf Gottes Willen abwälzen…

    Nochmal deutlich, damit keiner sagen kann, er habe es nicht gewusst oder es habe keine möglichen Lösungen gegeben:

    Schüler und Schulen bleiben NICHT vom Virus verschont.
    Auch wenn es Menschen gibt, die dies seit fast einem Jahr leugnen.
    Vielleicht haben die Lehrer mit ihrem Einsatz bisher wirklich das Schlimmste verhindert.

    Lehrer HABEN Vorschläge gemacht, wie Schule für alle Schüler unter Pandemiebedingungen funktionieren könnte. Diese Vorschläge sind bisher verurteilt oder ignoriert worden.

    Lehrer WOLLEN Unterricht machen, wollen aber kein „dienstliches Himmelfahrtskommando“.
    Wir brauchen Gestaltungsfreiheit, damit Kinder nicht irgendwann ganz alleine gelassen werden müssen. Die Kinder werden unter den Letzten sein, die geimpft werden. So lange muss Schule unter sicheren Bedingungen stattfinden: mit Abstand als wichtigstem Instrument des Infektionsschutzes!

    Ich hoffe, unsere KM entdecken doch noch rechtzeitig ihre Verantwortung.
    Schule sollte nicht so bleiben wie sie ist, aber sie sollte bleiben!

    • Danke, für den Beitrag.
      Das Bild mit dem Deichschutz trifft es gut und man weiß darum, wenn man hinter dem Deich wohnt und weiß, wie weit ins Land eine Weihnachtsflut reichte.

      Was mich besonders ärgert ist der Hinweis auf das Aussetzen von Tests.
      Es ist so, als würde man die Augen verschließen, damit man das Elend nicht wahrnehmen muss. Dann sind auch keine Fördermaßnahmen notwendig, es gibt ja keine schlechten Leistungen.

      Die benachteiligten Kinder haben es nicht leichter oder besser, wenn man Tests aussetzt. Stattdessen wäre es besser gewesen, wenn man denen, die benachteiligt sind, in Zeiten der Pandemie zeitnah und unbürokratisch die Förderung zugesteht, die sie immer bräuchten, indem es in Schulen Personen gibt, die zusätzlich im Unterricht unterstützen und nach dem Unterricht Hausaufgabenhilfe übernehmen.
      Nach der Pandemie könnte man diese Förderung dann beibehalten und dies als einen ersten Schritt zur besseren Ausstattung der Schulen sehen, dem weitere folgen müssen.

      Wären Schulen generell besser ausgestattet und aufgestellt, hätte man die vergangenen Monate sicherlich weit besser stemmen können.

  2. „Nordrhein-Westfalens Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) bereitete die Schulen in einem Brief kurz vor Weihnachten auf drei verschiedene Szenarien im neuen Jahr vor.“ Und in allen Szenarien ändert sich für die Grundschulen nichts, da gilt Präsenz um jeden Preis. Bei den weiterführenden Schulen könnte man, eventuell, vereinzelt, wenn das Ministerium zustimmt (also so gut wie nie) in einigen Stufen auf Wechselunterricht umstellen. Frau G. interessiert sich nicht für extrem hohe Zahlen, die interessiert nur die Wirtschaft (und ihr eigenes, sicheres Büro).

  3. Wo bleiben die Forderungen zum Schutz der KuK? Ich weiss, dass ich mich wiederhole, aber es gibt Raumluftfilter und Plexiglas, sowie FFP2-Masken, die der Arbeitgeber stellen muss. Ohne diese Schutzmassnahmen geht auch Wechselunterricht derzeit nicht. Frau Tepe vertritt nicht die Schüler, sondern LuL und Erzieher. Daran sollte sie sich mal erinnern, statt ihnen mit publikumswirksamen Aussagen in den Rücken zu fallen.

    • Nein, Frau tepe vertritt nicht die Interessen der Lehrkräfte und Erzieher*innen, die vertritt die Interessen der in der GEW als „Bildungsgewerkschaft“ organiserten Mitglieder in Konkurrenz zu Ver.di, in der eine Vielzahl von Erzieher*innen organisiert sind. Das sind unterschiedliche Personengruppen. Hinzukommt dass Erzieherinnen in Einrichtungen der öffentlichen Hand in der Regel Kommunalbedienstete sind, während Lehrkräfte in Diensten der Länder stehen – also unterschiedliche Arbeitgeber haben und für die einen das Familien- und für die anderen das Schulministerium zuständig ist.

      Das Problem der Kakophonie ist doch, dass es kein gemeinsames Sprachrohr der Berufsverbände der Lehrkräfte und Erzieher*innen gibt. Dieses gemeinsame Auftreten gelingt ihnen ja im Rahmen der Tarifunion nicht einmal bei den Verhandungen mit der TdL

  4. Den Diskussionen über Corona täte gut, wenn in den vorausgehenden Artikeln nicht permanent einseitig über Schulöffnungen berichtet und geurtelt würde.
    Das erweckt wirklich einen falschen, sehr negativen Eindruck von Menschen, die in Schulöffnungen nicht nur Teufelswerk sehen und sie aus guten Gründen nicht von vornherein ausschließen wollen.

  5. Liebe GEW, (liebe Verbände),

    fügen Sie Ihren Forderungen doch mal eine Konsequenz hinzu. Dann würden man mit Ihnen auch verhandeln. Bisher ernten Sie nichts weiter als Ignoranz. 10 Monate Pandemie… Wie oft saßen Sie mit den Ministern an einem Tisch? Das kann ich an einem Finger abzählen. Sie machen sich gerade furchtbar lächerlich mit Ihren Forderungen. Es ist wie ein Schrei ins Vakuum. Sie wissen genau wie eine richtige Forderung funktioniert. Warum machen Sie es nicht? Sitzen sie etwa im selben Boot? Tun Sie endlich etwas.

    Sicherlich hat die Lehrerschaft es verpasst sich eine entsprechende Lobby zu erkämpfen und ihre Ziele vereint zu deklarieren und dafür einzustehen. Wir haben über Jahre und Jahrzehnte alles kritiklos hingenommen und stillschweigend bis an den Rand der physischen und psychischen Erschöpfung weitergearbeitet und uns, gerade während der Pandemie, Unverschämtheiten, Pauschalverleumdungen, Diffamierung und Diskreditierung gefallen lassen. Mit Ihrem Handeln unterstützen Sie Aussagen, wie:„Lehrer sind faule Säcke und haben nur Ferien!“
    Uns werden Zuständigkeiten untergejubelt, wie eh und je!
    Wenn es Betreuungsprobleme gibt, ist das nicht unser Zuständigkeitsbereich! Das gehört ins Familienministerium!

    Inklusive Beschulung, Intensivbeschulung von Flüchtlingen… Zwei riesige Felder ohne nennenswerte Personalaufstockung! Nun das digitale Unterrichten. Alles wird hingenommen! Sie fordern so vor sich hin. Wie wäre es mal mit einer Androhung von Konsequenzen?
    Dann würde man Ihnen auch mal wieder zuhören und tätig werden.

    • Danke, Defence!
      Tatsächlich würde ich mir wünschen, dass die Gewerkschaft jedes Mal, wenn neue Aufgaben in die Schulen gesteckt werden, deutlich sagt: Ja, „die Schule“ kann das übernehmen, ABER es braucht Arbeitszeit, also entweder Entlastungsstunden oder mehr Personal, damit diese Aufgaben erledigt werden können, bevor sich in den Schulen jemand auch nur im Ansatz Gedanken macht.

      Die Umsetzung der Inklusion? Ja, finden wir sinnvoll und können wir machen, wenn das Land zuvor Folgendes bereitstellt:
      – pädagogische AssistentInnen in jeder Klasse,
      – Entlastungsstunden für die Lehrkräfte, die sich Gedanken um die Organisation an jeder Schule machen müssen, weil es keinerlei Hilfen seitens des Landes gibt,
      – Entlastungsstunden pro inklusiv zu beschulender Klasse für den Mehraufwand der Unterrichtsführung und Materialerstellung,
      – Beratungszeiten, die auf das Deputat angerechnet werden, wie früher bei FöS-Lehrkräften üblich, damit Lehrkräfte mit SchülerInnen, Erziehungsberechtigten, Ämtern, TherapeutInnen uvm. in Kontakt treten können.

      Die Umsetzung der Digitalisierung? Ja, finden wir sinnvoll und können wir machen, wenn das Land zuvor Folgendes bereitstellt:
      – einen Katalog an Möglichkeiten für kleine, mittlere und große Schulen mit kleinen, mittleren und großen SchülerInnen, sodass die Schulen sinnvoll ausgestattet werden,
      – Entlastungsstunden für die Lehrkräfte, die sich Gedanken um die Organisation an jeder Schule machen müssen, weil es keinerlei Hilfen seitens des Landes gibt,
      – Gelder, die zuvor bereitgestellt werden, sodass schon bei der Planung ein externer Systemadministrator mit entsprechender Ausstattung einbezogen werden kann,
      – Fortbildungszeiten, die auf das Deputat angerechnet werden, damit Lehrkräfte sich untereinander (oder extern) schulen können und die Einführung über mehrere Jahre unterstützt werden kann, bis die Technik sicher läuft und pädagogisch sinnvolle Umsetzungen an der Schule nutzbar, leistbar und gebräuchlich sind.

      Zusätzliche Betreuung von Kindern in Zeiten der Pandemie? Ja, finden wir sinnvoll und können wir machen, wenn das Land zuvor Folgendes bereitstellt:
      – Arbeitsschutz auf dem Niveau der Vorgaben zum Schutz der Lehrkräfte und SchülerInnen,
      – Entlastungsstunden für die Lehrkräfte, die sich Gedanken um die Organisation an jeder Schule machen müssen, weil es keinerlei Hilfen seitens des Landes gibt,
      – Anrechnung der zusätzlichen Arbeitszeit auf das Deputat.
      Tatsächlich würde das Land in seiner Fürsorge dann auch äußern, dass die Lehrkräfte bei der unterrichtlichen Versorgung während der Pandemie ihr Deputat vorrangig dazu nutzen sollten
      – mediale Möglichkeiten zu erkunden, zu erschließen, zu implementieren und innerhalb der Schulgemeinschaft zu kommunizieren,
      – alle SchülerInnen angemessen mit Aufgaben in den Kernkompetenzen zu versorgen und eine entsprechende Rückmeldung zu geben,
      – Beratungsangebote für diejenigen bereitzustellen, die Hilfe benötigen.
      Und damit dies gelingt, würde das Land, das zuvor nicht ausreichend dafür gesorgt hatte, so schnell es geht mediale, rechtlich und datenschutzrechtlich sichere Möglichkeiten zur Verfügung stellen, damit die Lehrkräfte den an Schule gestellten Ansprüchen im Ansatz gerecht werden könnten.

      Diese Forderung mag in Zeiten der Pandemie verwundern, gerne wird darauf verwiesen, dass jeder etwas zum Gelingen beitragen muss, steht aber vor dem Hintergrund, dass Lehrkräfte seit Jahrzehnten unbezahlte Mehrarbeit leisten. Da geht es nicht darum, auf eine solide erhobene Arbeitszeit die eine oder andere Stunde aufzuschlagen, sondern darum, Arbeitnehmern, die stets weit über die reguläre Arbeitszeit ihren Dienst verrichten, zusätzlich zu belasten, ohne auch nur im Ansatz eine Aussicht auf Anerkennung, Ausgleich oder die längst fällige Arbeitszeiterhebung zu geben.

      Die Alternative wäre, sehr deutlich zu sagen: Wir finden das alles sinnvoll, aber angesichts des bestehenden Lehrkräftemangels, des fehlenden Betreuungspersonals, der mangelhaften Ausstattung der Gebäude, der nicht vorhandenen Digitalisierung (…) können Lehrkräfte dies leider nicht leisten.

      • Danke Palim, für deine konkreten Vorschläge.

        Unterm Strich würde ich sagen: Die Kultusministerien sollten alles dafür tun, damit der Lehrerberuf (wieder) attraktiv wird. Ich frage mich, was die Regierungen anderer Länder wohl besser gemacht haben, wo der Lehrerberuf ein allseits anerkannter Beruf ist?

        • Deutschland ist vielfach zu einer egozentrierten Gesellschaft verkommen. Ich, ich, ich. Der gesellschaftliche Zusammenhalt geht flöten. Bildung ist nichts mehr wert, nur das eigene Kind ist von Bedeutung.
          Meines Erachtens ist das in vielen anderen Ländern (noch) nicht so ausgeprägt.

      • Lieber Palim,

        das ist mir alles viel zu lieb. Ich würde mir mal jemanden mit klarer Kante wünschen, der einfach mal sagt: „Sooooo nicht, lieber Minister! Wir fordern den vollumfänglichen Gesundheitsschutz für alle KuK. Für die Umsetzung haben Sie genau zwei Wochen Zeit. Ansonsten werden wir einen landesweiten Streik (und wenn es nur die Angestellten sind) ausrufen! Überlegen Sie sich Ihre nächsten Schritte sehr genau, denn davon wird auch unser Handeln abhängen.“ Und dann muss das Ding knallhart durchgezogen werden. Was glaubt ihr, wie schnell die Lüftungsgeräte in der Schule wären.
        Schluss mit Kuschelpädagogik.

        • Danke! Genau dies ist vermutlich der einzige Weg, der auf die längst überfälligen Konsequenzen hoffen lässt. Gepaart mit der Remonstration der Beamten. Aber auch die Eltern hätten die Macht, Bewegung reinzubringen. Warum da nichts passiert, verstehe ich nicht.

  6. Zitat:
    «Die Kultusministerien müssen die realen Daten erheben, wie viel Unterricht in diesem Schuljahr und im letzten Schuljahr im Vergleich zu den letzten Schuljahren bisher ausgefallen ist. Daraus müssen entsprechende Konsequenzen für Prüfungen und für die Förderung von Schülerinnen und Schülern gezogen werden.»

    Das stimmt erstmal. Dazu muss man auch sagen, dass meinem Eindruck nach in den letzten Jahren viel Zeit für Projekte, Wettbewerbe, Veranstaltungen usw. aufgebracht worden ist. Die Durchführung und Beteiligung an vielen Dingen, die zwar schön sind, ein Gemeinschaftsgefühl geben und Schulen im Gespräch halten, sollte nach der Pandemie mit viel Augenmaß durchgeführt werden, um den Stoff, der zwingend notwendig ist, aufzuholen.

    Fördermaßnahmen sollen schon angeboten werden, doch ich bin nicht sicher, ob Fördermaßnahmen beim Großteil der abgehängten Schüler einen durchschlagenden Effekt haben. Der Stoff geht weiter und wie soll einer beim aktuellen Stoff mitkommen, wenn ihm Grundlagen fehlen? Bis die Grundlagen aufgeholt sind, dauert das. Also auf Fördermaßnahmen für einzelne als Möglichkeit mitzukommen würde ich mich nicht verlassen.

    • Ich kann die Wörter „mit Augenmaß“ und „mit Bedacht“ nicht mehr hören.
      Was ein Schmarn.

      Es ist auch völlig irrelevant, ob und wie der Stoff nachgeholt werden kann. Das kann doch nicht die Priorität Numer eins sein?!
      Außerdem gab und gibt es schon immer Kinder, die nicht mitgekommen sind. Auch in Präsenzzeiten. Die mussten eben ein Jahr wiederholen. Das ist kein Weltuntergang und tut dem ein oder anderen auch vielleicht ganz gut.

      Ich verstehe nicht, warum das so problematisiert wird!?

      • Es bringt nichts, wenn nach der Pandemie gerade so weitergemacht wird, wie vor der Pandemie. Das wollte ich etwas diplomatischer ausdrücken. Aggressive Sprache nutzt niemandem um wirklich Lösungen zu finden.

        Natürlich muss ein gewisser Stoff beherrscht werden, sonst geht es nicht weiter. Und das gerade in der Grundschule.
        Die Lösung kann nicht sein, dass möglichst viele ein Jahr wiederholen. Dann lieber Projekte kürzen und Prioriäten setzen und den Lehrplan, dort, wo es nicht schmerzt, verschlanken.

        • Wenn wir nicht entschlossen fordern was uns zusteht, sitzen wir noch in 10 Jahren hier und bilden erst einmal einen Arbeitskreis, um über unsere Probleme erst einmal zu diskutieren. Das hat mit Aggressivität nichts zu tun. Was soll der Quatsch?!

          Wir haben den jammernden Eltern nichts entgegengesetzt, obwohl uns der Gesundheitsschutz zusteht. Wären wir entschlossen dagegen vorgegangen, würden einige KuK und ihre Angehörigen noch am Leben sein und wir säßen nicht in diesem Schlamassel. Dann wüssten die Kultusministerien, dass Lehrer*innen soviel Unfug nicht hinnehmen und die Lüfter ständen schon langen in jedem Klassenraum!
          Manchmal braucht es klare Kante und eben nicht Verständnis für jeden Hinz und Kunz!

          • Chapeau!!! Endlich sagt jemand das, was ich auch seit Monaten vertrete….für die klare Kante habe ich selbst von befreundeten KollegInnen die Kritik gezogen, dass ich viel zu radikal sei. „Radikal“ ist schon ein heftiges Urteil, zumal, wenn es um mein Engagement für die KuK und v.a. die SuS und deren Angehörigen geht. „Man kann die Fackel der Wahrheit nicht durch eine Menschenmenge tragen ohne jemandem den Bart zu versengen!“

      • Weil man mit dem Ansatz, dass Kinder das irgendwie zu lernen haben, aber keine weiteren Hilfen bräuchten, genau die verliert, die benachteiligt sind.

        Das ist jetzt plötzlich im Fokus, weil es als Argument gegen Schulschließungen herhalten darf.
        Im nächsten Moment ist es wieder vergessen, weil man lieber in Schulen spart, als etwas für die Bildung und gegen Benachteiligung und Ungerechtigkeit zu tun, so wie wir es alle in den letzten Jahren sehen konnten (Streichung der Sprachförderung vor der Einschulung, Inklusion zum Spartarif, Lehrkräftemangel an den Schulen, die die genannten SchülerInnen beschulen, …)

        Wenn ein Kind zu Hause z.B. niemanden hat, der oder die mit ihm lesen übt, dann wird es sehr schwer, im Laufe des ersten Schuljahres lesen zu lernen. Das wird sich, aller Differenzierung zum Trotz, in den nächsten Jahren bemerkbar machen. Flächendeckende qualitative Angebote zur Hilfe in den ersten Schuljahren in Kleingruppen könnten helfen, eine notwendige Grundbildung zu setzen, auch bei denen, die bereits vor der Schule durch mangelnde Lernanreize etc. benachteiligt wurden.

        Da geht es nicht um unwillige Jugendliche, die meinen, nichts zu können, was für sich auch schlimm ist, sondern um Kinder, die durchaus lernen könnten, die aber Unterstützung dabei benötigen – gerade am Anfang.

    • Zum ausgefallenen Unterricht bitte auch dazu zählen, was durch Störungen verlustig gegangen ist. Durch Absentismus, Verweigerung, freiwillig gewähltes und ganz bestimmt bedürfnisorientiertes Nichtlernen, …

      Frei nach dem Motto: Alle da, kein Unterricht möglich.

      Streitereien im Bus, auf dem Schulweg, Cybermobbing, WhatsApp-Gemobbe, blockierte Schüler, die verzweifeln, denen, die schlafen müssen, weil sie zocken müssen und süchtig werden, Prügeleien auf dem Schulhof, die besprochen werden müssen, Sozialarbeitersuche, damit der aufgelöste Rest Unterricht machen kann und ich als Lehrkraft deswegen nicht die Zeit habe, mich um die zwei oder drei anderen zu kümmern… Es gibt tatsächlich SuS, die sich aus allem Genannten raushalten und auf DEREN Recht auf Unterricht gepfiffen werden muss.

      KuKs laufen auf dem Schulgelände und außerhalb hinter SuS her, die die Nase voll haben, angeguckt wurden oder aus welchem Grund auch immer weglaufen.

      Fehlende Impulskontrolle in Kombination mit einer kaum vorhandenen Frustrationstoleranz machen es möglich.

      Ein trauriger, aber originaler Riesenzwerg

  7. Politiker wissen doch, dass Lehrerverbände nichts von Belang durchsetzen können. Man spricht lieber mit den Lobbyverbänden wie FidK und setzt deren Forderungen um. Für Mamis und Papis Karriere dürfen schon ein paar Lehrer und Eltern über den Jordan gehen.
    Der Weg kann nur darin bestehen, die Infektionen auf ein Minimum zu drücken. KMK, hört doch bitte endlich auf die, die Ahnung haben! Diese Wissenschaftsleugnung im Bildungsbereich wirkt nur noch surreal.
    300 Wissenschaftler plädieren für schnelle europaweite Senkung der Infektionszahlen.
    https://www.mpg.de/16196677/covid-19-corona-wissenschaft-europa

  8. Der Hamburger Senator Rabe hat die Öffentlichkeit ziemlich schamlos belogen, was das Infektionsgeschehen in Schulen angeht. Er verschwieg die Ergebnisse einer Gensequenzierung eines Ausbruchs in einer Hamburger Schule und weigerte sich noch Mitte Dezember, die Ergebnisse bekannt zu geben, behauptete jedoch, Infektionen fänden nicht in Schulen statt.
    Vor wenigen Tagen kam jedoch die Antwort über FragdenStaat (der Frager ist mein Held des Monats):
    https://fragdenstaat.de/anfrage/prazise-ergebnisse-der-genetischen-sequenzierung-des-coronavirus-heinrich-hertz-schule-hamburg/

    • Und deshalb sollte Raabe zurücktreten. Ohne wenn und aber. Es gibt nichts mehr zu verzeihen, wenn Menschen erkranken und sterben, weil Feigheit vor Ehrlichkeit rangiert.

    • Danke für den Link. Interessant ist auch das Datum. Das war im SEPTEMBER, also bevor es so viele Infizierte und Tote gab. Und es wird nicht nur in Hamburg so gelaufen sein.

  9. Eine verlässliche und sichere Beschulung kann während einer Pandemie, ausgelöst durch leicht übertragbare Viren, die ihre infektiösen Fähigkeiten derzeit auch noch erfolgreich optimieren (vergl. Mutation GB, Südafrika…) nur unter Einhaltung der RKI-Präventionsmaßnahmen erfolgen.
    Hier gehts zu einer Petition bundesweit vernetzter Elternverbände, die sich die Umsetzung dieser Maßnahmen einfordern:
    https://www.openpetition.de/petition/online/bildungsgerechtigkeit-und-gesundheitsschutz-in-der-pandemie

    Für die Hamburger:
    https://sichere-bildung-hamburg.de/

  10. Bei allem Verständnis muss man auch die Gegenseite beachten. Der Weiße Ring weist darauf hin:

    „„Der Lockdown führt dazu, dass wir in einer Phase zunehmender Gereiztheit miteinander leben“, stellte Ziercke fest. Dazu kämen bei vielen Menschen noch beengte Wohnverhältnisse, die Betreuung von Kindern oder der Verlust der Arbeit, wirtschaftlicher und damit auch psychischer Druck.“

    https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/mit-dem-schlimmsten-rechnen-weisser-ring-meldet-2020-deutlich-mehr-haeusliche-gewalt/26749938.html?fbclid=IwAR1EFwGDHFgqrcuFOpHX6-tFrB5YlwD7oMRHTAxy7nKYn_R14nL49WkZkyA

    • Meine Grundschüler werden am 11.01. auf den Tag fast genau 4 Wochen zu Hause gewesen sein – ohne Freunde, ohne Jugendhaus, ohne Unterricht, ohne AG’s, ohne Projekte. Das interessiert hier aber kaum jemanden. Wo spielt hier die Kindersichtweise eine Rolle? Natürlich muss es ab 11.01. wieder in Präsenz an den Grundschulen gehen.

      • Stimmt, zu Hause sein nennt das Kind „Ferien“, die finden mehrfach im Jahr statt.
        Die Woche vorher, in der die Präsenzpflicht ausgesetzt wurde, gab es Distanzlernen, also Unterricht, Aufgaben, Übungen … bei technischen Möglichkeiten sogar Rückmeldung, Aufmunterung.

        Wie viel Kontakt die Kinder während der Ferien untereinander haben, kann man nicht wissen.
        Warum man in einer Pandemie nicht auf AGs verzichten kann, erschließt sich mir nicht. Projekte kann man sich zu Hause selbst so einige vornehmen, ansonsten heißt es: „Ich erkunde das Wechselspiel zwischen Eigeninteressen und Solidarität.“
        Dazu könnte gehören, dass man die Kinder aufklärt, worum es geht. Meine Erfahrung ist, dass Kinder da sehr viel verständnisvoller sind, als ältere Mitmenschen.

    • Das ist vollkommen richtig, aber was folgert man daraus? Einfach hunderttausende Familien zwangsweise einem vollkommen unabschätzbaren Infektionsrisiko aussetzen? Einfach hinnehmen, dass die Kinder dann halt ihre Großeltern verlieren und ihre Eltern vielleicht mit FFP2-Maske im Krankenhaus besuchen können?

      Das Gegenstück zu „Schulen weitgehend schutzlos vollkommen offen“ ist doch gar nicht zwingend „Schulen komplett zu“. Man hatte seit März Zeit, genau das vorzubereiten. Möglichkeiten gibt es viele… hat man alle aber nicht genutzt. Selbst das Luxus-Konzept (Luftfilter + Plexiglaswände) wäre (wohlgemerkt für alle Schulen in DE) viel billiger gewesen als die Rettung der Lufthansa oder der weitgehend nutzlose „Lockdown light“.

    • Plaudertasche,
      seit wann ist Schule ein Reparaturbetrieb für dysfuktionale Familien? Und selbst mit offenen Schulen. Wer beschützt Kinder nach 13 Uhr. Das ist doch Augenwischerei. Schule hat noch keine einzige Gewalttat verhindert. Bei Gewalt ist die Polizei und das Jugendamt zuständig.

  11. Den Kultusministern nach, säßen wir auch in einer potentiellen Pandemie mit einer Sterberate von 20 Prozent im Präsenzunterricht.
    Von denen ist keine Weitsicht zu erwarten, was den Gesundheitsschutz von Lehrern, Schülern und Eltern angeht.

    Ich habe lieber den ( schlauchenden) Spagat zwischen eigener Arbeit plus Betreuung des eigenen Kindes, als eine, durch die Präsenzpflicht verursachte Gefährdung eines Familienangehörigen der zur Risikogruppe zählt.

  12. Natürlich müssen die Grundschulen und der Ganztag wieder in Präsenz gehen. Soviel Alltag wie möglich den Kindern nach fast 4 Wochen Ferien ermöglichen. Und was ich empfehle: das ganze mal aus Kindersicht betrachten. Das fehlt mir hier.

    • Wer es aus Kindersicht sieht, wird zu dem gleichen Schluss kommen:
      Wenn Schulen offen sein sollen, Kinder Ansprechpartner haben sollen außerhalb ihrer Familien, Schüler weiter lernen sollen, dann wird das nur mit Einschränkungen in den Schulen möglich bleiben.
      Einschränkungen sind notwendig, um wenigstens ein bisschen „Normalität“ möglich zu lassen.
      Ansonsten werden Schließungen – und auch Ausgangssperren – am Ende die Mittel letzter Wahl sein, um noch mehr Kranke und Tote zu verhindern.
      Diese Situation würden dann die Kinder ganz isolieren, Lernen bestenfalls aufs Digitale reduzieren (wo überhaupt durchführbar), persönlichen Kontakt für lange Zeit unmöglich machen und sie obendrein mit ihren Ängsten und Sorgen alleine lassen!
      Also doch lieber Wechselunterricht, Kleingruppen, Abstand, ein Verhindern der Weitergabe unweiterlich auftauchender Infektionen nach bestem Wissen.
      Die Kinder zu entlasten ist das Ziel der Maßnahmen, die hier von vielen Kollegen vorgeschlagen werden!

    • @Ben: „Natürlich müssen die Grundschulen und der Ganztag wieder in Präsenz gehen.“ – Deal, selbstverständlich gerne, vollumfänglicher Präsenzunterricht ohne geteilte Klassen – aus Kindersicht ist das schließlich unverzichtbar – wenn Sie dafür die Kosten übernehmen a) für die Behandlung und eventuelle Arbeitsunfähigkeit der Lehrkräfte und b) die Kosten für den unvermeidlichen erneuten Lockdown. Wie wär´s?

    • Gerade aus Kindersicht ist es am besten, wenn Eltern und Großeltern gesund und lebendig bleiben. Ebenso ist es am besten, wenn möglichst bald wieder Normalität herrscht. Die bekommt man aber nicht, indem man die Schulen bei höchstem Risiko schnell öffnet, sondern indem man die Inzidenz so schnell wie möglich sehr weit senkt. Dann können sie nämlich in die Schule gehen, ohne dabei stets die Gefahr im Hintergrund zu haben, Familienmitglieder zu verlieren.

      Was ist wohl besser für die Kinder?

      A: Schulen am 11.1. wieder auf, dann ein paar Wochen Unterricht mit andauernd Quarantäne, viel Ausfall, viel Vertretung und Todesfällen im Umfeld, gefolgt von einem harten Lockdown in drei Monaten und das ganze dann wieder von vorne.

      B: Harter Lockdown bis etwa Ende Februar und danach wieder Schulbetrieb mit sehr geringem Risiko und kaum Infektionen

      In den seltensten Fällen ist es sinnvoll, auf den kurzfristigen Nutzen zu schauen. Das gilt auch für die Kinder. Es ist besser, noch einige Wochen richtigen Ausnahmezustand zu haben, um bald wieder Normalität zu bekommen, als wenn man viele Monate das Chaos fortsetzt, das man in den letzten Wochen hatte und das schon jetzt viele Opfer gefordert hat.

      Einen Großbrand muss die Feuerwehr komplett löschen, es reicht nicht, ab und an einen Eimer Wasser reinzuschütten!

    • Es ist erstauntlich, wie viele Ferienwochen in diesem Kalenderjahr bereits unterstellt wurden.
      Man könnte meinen, die Schulen seien gar nicht offen gewesen.

    • Ich denke, dass alle, die hier gegen den Präsenzunterricht schreiben nicht für Ferien sind, sondern für Distanz- oder Wechselunterricht.
      Wer für Grundschulen Präsenzunterricht will, sollte gleichzeitig strenge Hygienemaßnahmen, Maskenpflicht und Raumlüfter einfordern.
      Nach meiner Beobachtung waren in den Wochen vor Weihnachten in der Umgebung mehr Kita und Vorschul – Gruppen in Quarantäne (keine Maskenpflicht für die Kleinen) als Grundschulklassen (Maskenpflicht in den Klassen).

    • Ben,
      müssen sie nicht und sollten sie nicht. Ich wüsste nicht, was einen offenen Betrieb rechtfertigen würde. Kinder sind Überträger, daran gibt es keinen Zweifel mehr und keine Betreuungsnotlage rechtfertigt Krankheit und Tod.
      Notbetreuung gibt es weiterhin, für alle anderen müssen praktikable Möglichkeiten gefunden werden, Arbeit und Betreuung zu verbinden.

      • Ja, wir machen seit September kompletten Ganztag, natürlich auf Klassenstufen beschränkt. Die Kinder sind glücklich. Wenn eine Klasse in Quarantäne muss sind die Kinder froh wieder in der Schule zu sein. Übrigens die Lehrer auch, die wollen Präsenz bei uns.

    • Sie übertreiben, wie es in dieser Diskussion schon immer üblich ist. Mit Ferien vom 21.12. (vorher waren drei Tage Unterricht ohne Präsenzpflicht, falls man nicht in Sachsen wohnt) bis 8.1., mit 3 Feiertagen, 2 halben Feiertagen und zwei Wochenenden dazwischen kommt man auf 14 Ferientage, also weit entfernt von 4 Wochen. Aber diese Art von Rechnung gab es ja auch schon im Frühjahr, wo die Osterferien einfach als Unterrichtsausfall mitgezählt wurden. Bishet gab es in diesem Schuljahr 2!!!! Ferientage mehr aufgrund von Corona.

      • Die Kinder waren 4 Wochen fast auf den Tag genau zu Hause und ohne irgendwelche Aufgaben machen zu müssen, vom 16.12. bis 11.01. Wenn ich in meinen Kalender schaue sind dies knapp 4 Wochen ohne das sonstige Aktivitäten möglich waren wie Jugendhaus. Aber ich glaube es bringt nichts hier zu schreiben. Mich wundert es ehrlich gesagt dass noch niemand Homeschooling bis zu den Sommerferien gefordert hat. Könnt ich mir bei den Kommentatoren hier auch vorstellen.

        • In welchem Bundesland leben Sie denn? In NRW gab es eine Woche Befreiung von der Präsenzpflicht, da gab es aber für die Distanzlerner den gleichen Arbeitsplan wie für die Präsenzlerner. Zusätzlich frei sind genau 4 (in Worten: vier!) Tage. Wer natürlich DU und reguläre Ferien zusammenzählt, mag wohl auf 4 Wochen „geschlossene Schule“ kommen, verbreitet aber -zumindest für NRW- Falschmeldungen!!

    • Also meine Kinder hätten lieber noch länger Ferien. Vielleicht solltest du es beim Namen nennen und nicht die Kinder vorschieben Ben,das wäre wenigstens ehrlich.

      Es sollte wohl so heißen:
      Natürlich Ganztagsbetreuung, den Eltern endlich wieder soviel Alltag wie möglich ermöglichen nach 4 Wochen Ferien (mit den eigenen Kindern).

      Dabei solltest du dir aber auch die Frage gefallen lassen, ob es dir egal ist, wie sich die Pandemie entwickelt?
      Und seit wann Schule eine Betreuungseinrichtung ist?
      Wer seine Kinder in so einer Extrem Situation nicht selbst betreuen will, der sollte sich jemand suchen, der das für ihn übernimmt.
      Jetzt bitte nicht wieder die benachteiligten Kinder hervor holen, die Masche zieht nicht mehr.

      • Für unsere Kinder ist Schule Lebensort von 8 bis 16 Uhr. Auf dem Dorf ist es wahrscheinlich anders, aber bei uns im Brennpunktstadtteil ist es so.

        • Ben,
          gerade im Brennpunkt wäre es doch fatal, wenn ihre outgesourcten Ganztagskinder Infektionen verbreiten. Enge Wohnverhältnisse, schnelle Verbreitung. Das wollen Sie doch sicher nicht.

          • Wer hier von Outsourcing spricht hat nichts von Ganztagsschule verstanden. Solche Kollegen gibt es ab und zu mal. Lassen sich immer schnell versetzen.

    • Was ist denn die Kindersicht? Natürlich wollen wir alle Normalität. Nicht nur die Kinder. Natürlich müssen wir alle wieder in Präsenz gehen? Na klar. Guter Plan. Womöglich gar ohne Lüften und Abstand? Masken weg? Großartige Idee. Ich bin dabei. Erklären wir die Pandemie doch einfach als beendet. Aus Kindersicht.
      Wie kotzt mich das alles an. Als wären die Schulen und Lehrer faul und unwillig. Aber als Beamte sind wir natürlich dem Staat verpflichtet. Risikogruppe? Scheiß drauf. Eltern Ü 80? Egal. Solange wir dafür sorgen, dass alles am
      laufen bleibt. Solange wir absichern, dass die Eltern in Kurzarbeit bloß nicht ihre Kinder beim
      Homeoffice unterstützen müssen. Aus Kindersicht versteht sich.
      Ausgeschlossen, dass die Kinder sich im Präsenzunterricht anstecken. Oder gar in überfüllten Bussen. Oder das nach Hause tragen. Wie auch. Man muss die Welt nur aus Kinderaugen betrachten.

    • Nun lassen Sie mal die Kirche im Dorf! Die „Ferien“ wurden um genau 4 Tage verlängert (NRW), in der Woche, in der die Präsenzpflicht ausgesetzt wurde, waren noch viele in den Schulen, die anderen im Distanzlernen.
      „das ganze mal aus Kindersicht betrachten. Das fehlt mir hier.“ Wahrscheinlich sehen Sie auch nur, dass Kinder bei Infektion nur selten schwere Verläufe entwickeln. Dass Sie aber „Virentaxis“ sind, häufig aufgrund eigener Symptomlosigkeit eben auch unerkannt, das ist ja das Problem.
      Und daher wird es höchste Zeit, dass in den Schulen ein effektiver Infektionsschutz umgesetzt wird, z.B. wie von der GUV oder dem RKI empfohlen. Dann lässt sich auch über einen angepassten (!) Präsenzunterricht reden.
      Ich finde es sehr erstaunlich, dass fast alle gesellschaftlichen Bereiche an die Pandemiesituation angepasst werden und das eigentlich auch fast alle einsehen – nur in den Schulen soll alles so bleiben. So werden wir die Zahlen nicht in den Griff bekommen, das Virus wird in den Schulen wie in einer Tauschbörse gehandelt, wenn 25+ Kinder/Jugendliche über Stunden in einem Raum reden, lachen, schreien und in unbeobachteten Momenten, z.B. Pausen, die Hygieneregeln auch einfach vergessen (das ist keine Kritik an den Kindern!).
      Da jetzt aber die ersten Promille der Bevölkerung in den nächsten Wochen geimpft werden, wird man vermutlich damit den Präsenzunterricht rechtfertigen.
      Den Landesregierungen ist wahrscheinlich nicht einmal im Ansatz bewusst, wie viel Vertrauen und Engagement der Lehrerschaft sie in den letzten Monaten verspielt haben. Und das wird nicht einfach so wiederkommen. Da wird sich in den Schulen langfristig einiges ändern.

    • @Ben
      Um die Ausbreitung von Covid-19 zu verhindern, muss der R-Wert auf unter 1 gebracht werden.
      Ansonsten drohen sich ständig wiederholende Lockdowns.

      Das geht allerdings nur mit optimalen Maßnahmen:
      – Lehrerinnen und Lehrer zuerst impfen
      – Klassen in Halbklassen teilen
      – Masken im Unterricht
      – Luftfiltergeräte

      Dann können die Kinder Z. B. in den Halbklassen nacheinander für ca 3 Stunden beschult werden oder alternativ 1 Tag Schule, ein Tag zuhause.

      Natürlich nur wenn der Lehrplan entsprechend gekürzt wird.

      Mal diese, mal jene Maßnahme auszuprobieren ist leider nicht ausreichend. Es bedarf einem ganzen Paket von Maßnahmen um die Ausbreitung zu stoppen.

    • „Aus Kindersicht betrachtet“ wollten wohl die meisten Kinder nicht den ganzen Tag in der Schule verbringen, sondern lieber zu Hause, im Garten, auf dem Bolzplatz etc. mit anderen Kindern spielen und toben. Und nicht unter Dauerbetreuung und Dauerbeaufsichtigung von Erwachsenen stehen. Aber das passt nicht in das häufig hedonistisch motivierte Lebenskonzept vieler (nicht aller) Eltern. Und das gilt m. E. ganz unabhängig der momentanen Pandemie.

  13. Heute 27.12. um 12:19 Uhr bei NTV-Online im Corona-Liveticker
    OFFENE KRITIK an ‚Schulen und ÖPNV‘ von Innenminister Seehofer:

    +++ 12:19 Seehofer macht Ministerpräsidenten für Corona-Tote mitverantwortlich +++
    Bundesinnenminister Horst Seehofer hat Ministerpräsidenten der Länder für die hohe Zahl der Corona-Neuinfektionen und auch der Toten in Deutschland mitverantwortlich gemacht. „Die ab Oktober ergriffenen Maßnahmen waren unzureichend“, sagte Seehofer der „Bild am Sonntag“. Bei den damals entscheidenden Konferenzen der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel hätten einige Teilnehmer „den Ernst der Lage einfach unterschätzt“. „Die Bundeskanzlerin gehörte übrigens nicht dazu“, betonte Seehofer. Kritik übte er auch daran, dass ein Schutzkonzept für Schulen und öffentliche Verkehrsmittel weiterhin fehle. „Sie bekommen die Ausbreitung eines hochinfektiösen und potenziell tödlichen Virus nur mit rigorosen Gegenmaßnahmen in den Griff und nicht mit angezogener Handbremse“, warnte der Innenminister. Bislang gebe es hier „keine zufriedenstellenden Lösungen“.

    • Seehofer hat Recht. Die Politiker, die noch bei klarem Verstand sind und ein Minimum an ethischen Grundlagen internalisiert haben, können das nur so sehen. In Schulen und Pflegeeinrichtungen haben sich die Verharmloser unter den Politikern schuldig gemacht. Es ist schon beschämend, dass sich der Wind erst bei 900 Toten täglich dreht, aber immerhin.
      Die Politiker, die bei diesen Infektionszahlen weiter für offene Schulen und Lockerungen werben, haben in der Politik nichts verloren. Sie sind gewählt, um Schaden von der Bevölkerung abzuwenden, nicht dafür, die eigene Bevölkerung fahrlässig zu töten.
      Und offene Schulen wären nach Weihnachten und Silvester ein Himmelfahrtskommando.
      Selbst eigentlich informierte Bekannte fuhren für Familienbesuche kreuz und quer durch Deutschland.
      Mitte Januar werden wir alle das Ergebnis davon sehen.
      Es wird Zeit, die Eltern und Schüler darauf vorzubereiten, dass Präsenzunterricht erst wieder stattfinden kann, wenn die Infektionszahlen massiv sinken. Was soll das Rumgeeiere bis 5. Januar?
      Wie sollen Eltern oder Lehrer da planen können?
      Redet endlich Klartext, liebe Politiker!

    • @ Wunder SAM:

      inhaltliche Ergänzungen zu den Seehofer-Zitaten (aus SZ (=Süddeutsche Zeitung) vom 28.12.20, S.5):

      Seehofer rügt die Ministerpräsidenten

      „Wenn der Lockdown wirkt und die Zahlen nach untern gehen, dann dürfen wir mit schnellen Lockerungen nicht alles riskieren, was wir erreicht haben. Sonst geht es wieder von vorne los“, sagte der CSU-Politiker der Bild am Sonntag. (…)

      „Die Bürgerinnen und Bürger haben die zweite Corona-Welle in diesem Ausmaß nicht zu verantworten“, sagte der Innenminister. (…)

      Dazu gehöre auch, dass für Schulen und den öffentlichen Personennahverkehr ein striktes Schutzkonzept gelten müsse. “ Bis heute gibt es hier keine zufriedenstellenden Lösungen.“

      Mein persönliches Fazit aus der Pressearbeit zu Seehofers Einlassungen:

      Auch ich sehe den zunehmenden Handlungsdruck in Richtung von „rigorosen Gegenmaßnahmen“ (Zitat Seehofer) – nur allein mir fehlt der Glaube, dass Seehofers eindringliche Worte bei den politisch Verantwortlichen und Handlungsfähigen im Schulbereich und beim ÖNV-Schülertransport etwas ausrichten werden.

      Denn scheinbar wird der Ernst der dortigen Lage immer noch nicht wirklich bewusst erkannt.

      Leider muss man befürchten, dass Seehofers dringender moralischer Appell – genauso wie schon Merkels Flehen auf der Basis ihres moralischen Gewichts – wenig Einfluss haben werden.

      Ich hoffe und wünsche mir sehr, dass ich mich dieses Mal irre, und die EntscheidungsträgerInnen ein Einsehen haben, nicht sehenden Auges untätig bleiben und damit verhängnisvolles Verderben riskieren.

  14. Egal was kommt, eine Normalisierung tritt doch frühestens im Sommer ein. Auch wenn die Impfungen jetzt anlaufen, wird es noch Monate dauern, bis ein es bischen mehr Sicherheit gibt. Bis ist ist ja noch nicht einmal klar, ob man durch die Impfung Immunität erlangt oder ob sie vor einem Ausbruch der Krankheit schützt. Das heißt, es ist durchaus noch möglich, das auch ein Geimpfter das Virus noch übertragen kann.
    Auch haben Personenen schon zum zweiten Mal sich mit dem Virus infiziert.
    Das Thema Gesundheitsschutz ist also noch lange nicht durch, da selbst dann, wenn alle Lehrer geimpft wurden, die Schüler noch lange nicht durch sind.
    Deswegen ist es gerade zu fahrlässig, nur wieder auf den 05. Januar zu schauen und dann zu überlegen, wie es weitergehen soll. Es muss ein mittelfristiges Konzept her und wenn sich zwischenzeitlich Besserung einstellt ist das gut, aber deswegen muss ich nicht gleich alles wieder über Bord werfen.

  15. @Ben :

    Hier auch schon oft gesagt, trotzdem noch einmal:

    Aus Kindersicht betrachtet wiegt eine durch mich verursachte tödliche Infektion der Oma, des vorerkrankten Vaters oder Geschwisterkindes sicherlich schwerer als eine einige Wochen zu ertragende veränderte Form des Unterrichts!

    Ich habe als Kind einen nahen Angehörigen durch das Verschulden eines dritten verloren und kann Ihnen versichern: Davon hat ein Mensch lebenslang etwas.

    Ich kann das Geschwätz über die ach so wichtigen Sozialkontakte nicht mehr ertragen. Wichtig ist es primär, Infektionen zu vermeiden. Alle Gruppenevents sind jetzt was für gehirnamputierte Idioten. Auch Zusammenkünfte in Schulen können jetzt nur von diesen als wünschenswert betrachtet werden.

    • Mimi,
      ich pflichte Ihnen bei.
      Denn die Abwägung reduzierte Sozialkontakte halte ich für pervers, wenn auf der anderen Waagschale der Tod von Angehörigen liegt.
      Selbst ein Jahr ohne Unterricht würde es nicht rechtfertigen, dass täglich 900 Menschen ersticken.

  16. Glaube nicht, dass es @Ben wirklich um das Wohlergehen der Kinder geht, glaube auch nicht, dass er Grundschullehrer ist. Schätze, er möchte hier nur die Runde ein bisschen aufmischen, solange Okas PC-Tastatur zur Reparatur ist und Sabine S. in Dänemark Dauerurlaub macht….

    • Ich bin kein Lehrer sondern Sozialpädagoge an unserer Ganztagsschule. Mit einem sehr engagierten Lehrerkollegium wo solche Aussagen wie hier von den Kommentatoren nicht kommen. An einer anderen Grundschule hier auch nicht, da habe ich auch Einblick.

      • @Ben:

        An „meiner“ Grundschule sind sämtliche Schulmitarbeiter ebenfalls sehr engagiert und digital auf einem sehr guten Stand. Fast alle Kinder wünschen sich statt Präsenz- wieder Wechselunterricht, weil es so (vor den Sommerferien) mehr Ruhe während des Unterrichts gab, sie sich mehr gesehen gefühlt haben und hierdurch auch mit dem Lernstoff besser zurecht kamen.
        Zum Glück ist besagtes Lehrerkollegium so verantwortungsbewusst, einzusehen, dass ausschließlicher Präsenzunterricht unter den gegebenen Bedingungen das „Leiden“ für alle, auch für die Kinder, nur verlängern würde.

        Manche verstehen fatalerweise das Ursache-Wirkung-Prinzip noch immer nicht.

        • Wirklich? Wie hat man denn die Umfrage unter den Grundschülern gestaltet?
          An meiner Schule ist mir generell nicht bekannt, wie Schüler denken, ich weiß allerdings, wie die Eltern meiner Klasse denken bzw. die, die sich geäußert haben.

          Die Klasse, die ich im 1. Lockdown hatte (4. Klasse) hatte nach dem reinen Distanzunterricht eine Riesensehnsucht nach Normalität und vor allem, ihre gesamten Klassenkameraden wiederzusehen. Den Wechselunterricht fanden sie schon besser als den reinen Distanzunterricht, weil sie zumindest einen Teil ihrer Mitschüler wiedergesehen haben. Aber sie fragten mich öfter, wann endlich wieder die ganze Klasse zusammenkäme. Leider war das letztes Schuljahr nur am letzten Schultag mit einem großen Abstand möglich.

          • @ysnp

            Grundschule ist zwar nicht mein „Beritt“, aber vielleicht liegt es daran, dass die 4. Klasse für die Kinder etwas ganz Besonderes ist, weil sie ganz klar vor Augen haben, dass nach den Sommerferien etwas ganz Neues (an der weiterführenden Schule) beginnt und sie sich so wie in der Grundschule nie mehr zusammenfinden werden?
            Also quasi Abschiedsschmerz …
            Wenigstens habe ich das mal von älteren Schülern mitgeteilt bekommen, und das war noch in der „guten alten Zeit“ vor Corona.

  17. @Mimi: „Alle Gruppenevents sind jetzt was für gehirnamputierte Idioten.“ – Ich glaube, ich verstehe durchaus, was Sie eigentlich sagen wollten – aber als ich mir dann Präsenzunterricht für Schülerinnen und Schüler unwillkürlich als ein „Gruppenevent für gehirnamputierte Idioten“ (Anmerkung: kein genaues Zitat) vorgestellt habe, musste ich doch lachen…

  18. Ich lese hier immer wieder, dass Schulen keine Betreuungseinrichtungen sind. Naja, Betreuung kann ja offensichtlich jeder definieren wie er will. Dann wird die Erziehung auch outgesourced. Nur, was bedeutend denn GEW, die für die Lehrer kämpft? Welche weitreichenden Tarifabschlüsse oder Verbesserungen der Arbeitszeit? Wer von der GEW sitzt denn für Euch in der Tarifrunde? Die VERDI wirds schon richten und für Euch auch noch ohne Beiträge. Warum sträuben sich Lehrer denn Mitglied bei VERDI zu werden, die etwas für Euch erkämpft? Vielleicht weil dort auch die von Lehrern als niedrige Berufe (Quelle: dieses Forum)bezeichneten Beschäftigten organisiert sind. Schaut einfach mal, wer wirklich was für Euch erreicht und nicht nur in sämtlichen Medien eine grosse Klappe schwingen.

    • Nicht von Lehrern (Plural), es war eine Schreiberin hier im Forum, die vermutlich nicht mal Lehrerin ist und auch reichlich Kritik für ihre elitäre Haltung erhalten hat. Da Sie diese Beiträge offensichtlich gelesen haben, müssten Sie dies auch wissen. Was soll also diese Unterstellung?

      • Doch, ich habe das auch oben geschrieben (27. Dezember 2020 um 14:49)
        Man muss sich überlegen, wofür man die Arbeitszeit, die Lehrkräfte haben, einsetzen möchte.
        Wenn man will, dass sie die Betreuung der Kinder übernehmen, kann man sie dafür einsetzen. Dann ist die Arbeitszeit aber für diesen Zeitraum gebunden und Lehrkräfte können sich anderen Aufgaben nicht widmen. Das sollte einem klar sein.

    • GEW – Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Die Mitglieder stammen in erster Linie aus den Erziehungsberufen und den Hochschulen. Lehrkräfte sind in den meisten Fällen weder Erzieher noch Wissenschaftler, dafür aber in über 70% der Beschäftigungsverhältnisse verbeamtet.
      In der Tarifunion ist übrigens Ver.Di Verhandlungsführer neben dem DBB. Es gibt keine eigenständigen Tarifrunden für Lehrkräfte. Die TdL verhandelt mit der Tarifunion über die Tarifangelegenheiten der Tarifbeschäftigten der Länder mit Ausnahme Hessens. Tarifbeschäftigte Lehrkräfte sind lediglich ein Bruchteil der Angestellten der Länder.

      Für die meisten Erzieher*innen sind die Tarifbestimmungen des TVöD relevant, da der überwiegende Teil der öffentlichen Arbeitgeber Kommunen sind.

      • Na also, was soll dann die Kritik an Freu Tepe? Sie ist ja nichtmal für die Lehrer zuständig. Bei den Erziehern hat es im Sommer geklappt mit VERDI. Das Problem ist, dass Ihr Euch gegenseitig nichts gönnt. Die Gymnasiallehrer gehen auf die Grundschullehrer los. Zusammen machen sie dann die Erzieher runter und die Beamten gönnen den Angestellten nichts. Und organisiert ist nur die Hälfte und das in 67 verschiedenen Verbänden. Das macht es sehr einfach Euch zu ignorieren. VERDI steht für alle eine, sei es Erzieher, Müllmänner oder grosse Kraftwerksbetreiber.

        • Solche Querelen sind mir nur zu bekannt. In Schule A organisierte der Personalrat einen Kaffeeautomaten, natürlich NUR für die beamten Lehrer. Der Betriebsrat der Angestellten zog nach, klar, nur für die angestellten Lehrer. Fehlt nur noch, dass der Hausmeister mit seiner Reinigungskolonne von der Kommune auch eine bekommt, denn für ihn ist das Lehrerzimmer ja ein NogoArea. Schule B beschwert sich beim Kreis, dass sie bei Konferenzen trockene Brezeln bekommen und Schule C Butterbrezeln. Wenn man keine Probleme hat, dann macht man sich eben welche. Ich denke, bis diese grundlegenden Differenzen geklärt sind, steht die Pandemie in den Geschichtsbüchern. Tragt sowas mal nach aussen, mal schauen was Mitbürger dazu sagen, die gerade um ihren Arbeitsplatz bangen. Hier meinen doch tatsächlich einige Forumsteilnehmer Kurzarbeit ist gleichzusetzen mit Home-Office, solche Einstellungen gehen in Richtung Realitätsverweigerung.

    • Dann lasst Euch eben weiter von einer Volksschullehrerin vertreten. Am Besten ist die Show, wenn in den Tarifrunden GEW, Philologen und Vertreter der Erzieher anwesend sind. Die beharken sich dann gegenseitig.
      Viel Erfolg bei Allem…

      • Hätten Lehrer eine Vereinigung wie Cockpit hätten sie schon längst vergoldete Lüftungsanlagen. Lehrer haben immer noch nicht verstanden, dass sie eine seltener werdende Ressource sind. Der Lehrermangel steht in einigen Jahren vor der Tür jeder Schulart. Mehr Selbstbewusstsein bitte. Mehr Biss und Einsatz für die eigenen Mitglieder. Es wäre an der Zeit.

    • @Milla

      Wo ein Achim ist, ist ein guter Kumpel nicht weit: Und der liebe Dieter Molitor ist auch wieder dabei, erzählt jetzt von Kaffeeautomaten und (Butter)Brezeln – wie immer thematisch treffsicher! – Worum ging es noch einmal im Ausgangsartikel, lieber Dieter?

      Lieber Dieter, Sie lassen irgendwie nach – allerdings haben Sie ja auch schon alles und noch mehr erreicht, der Titel Ihrer Memoiren könnte lauten „Over the top – again and again and …“, sich selbst können Sie nicht mehr toppen, aber Sie ignorieren das einfach und Sie werden es wohl immer wieder (leider hier) versuchen.

      Unbedingt ein eigenes Kapitel in Ihrem Memoiren sollten Sie hierauf verwenden:
      “ Dieter Molitor 25. Dezember 2020 um 09:25
      Hier eine kleine Quelle, es gibt ja genug: https://www.news4teachers.de/2015/07/zurueck-in-die-50-er-jahre-direktorin-verbietet-hotpants-an-schule-empoerungwelle-im-internet/
      unter dem Artikel
      https://www.news4teachers.de/2020/12/nach-dem-corona-tod-eines-38-jaehrigen-lehrers-lauterbach-fordert-von-den-kultusministern-endlich-rki-empfehlungen-einzuhalten/
      Sie sind eine Klasse für sich.

      Was halten Sie in Ihren Memoiren von der Kapitelüberschrift „Hotpants, Kaffeeautomaten und Butterbrezeln – Dieter, der Emphatische, hat den Blick für’s Wesentliche!“

      • Kleiner Vorschlag meinerseits: Handelt sich einfach so, wie Ihr es Euren Schülern bei jedwedem Konflikt beibringt, Der Klügere gibt nach. Dann ist alles in Butter, denn die Lehrer sind ja offensichtlich die Klügeren.
        Wenn Ihr so vorgeht, dann ist auch der Kindergarten im Lehrerzimmer beendet und die Schulleitungen sowie die Schulträger können sich intensiv mit dem Tagesgeschäft befassen.

  19. Aber wie soll Wechselunterricht, abweichend von Arbeitsblätter verteilen, funktionieren, wenn es in den Schulen kein WLAN gibt und weder Lehrer noch finanzschwache Schüler Hardware gestellt bekommen haben? Bei uns haben die Lehrer vormittags die Präsenzschüler in der Schule beschult, nachmittags Onlineunterricht für die Klassen 8-12 von zu Hause aus gemacht und die Distanzlehrer in 5-7 haben Arbeitsblätter bekommen. Ich kann im Nachhinein verstehen, das die Kinder dieser Jahrgangsstufen in der Klasse meines Sohnes und aller Bekannten außerhalb dieser zu 80% und mehr die Präsenzlehre in Anspruch genommen haben. Denn mein Sohn hätte in der Woche nichts gelernt, hätte ich da nicht den Finger drauf gehabt. Alle fordern immer Distanzunterricht, aber es fehlen fast überall immernoch die dafür notwendigen technischen Ressourcen. Lüften in der Schule ist allerdings, aufgrund fehlender zu öffnender Fenster, genauso wenig möglich. Es wurde seit März einfach NICHTS unternommen um das eine oder das andere sinnvoll zu ermöglichen.

  20. Schulen sollten wieder ganz normal laufen und auf gar keinen fall Wechsel Unterricht entwerfen ganz normal wieder oder Schaft doch die Schulen ganz ab den mit Wechsel Unterricht ist nicht gut für die Kinder macht die Schulen wieder richtig auf damit die Kinder wieder richtig lernen können oder wollt ihr unseren Kindern die Zukunft ganz ver Sauen.

    • Fräger,
      so eine kleine Mikrothrombose versaut Kindern doch nicht das Leben, nicht? Und Großeltern bzw, vulnerable Eltern sind überbewertet. Die Adoptionswilligen freuen sich.
      Die Rentenkassen werden entlastet.
      Lehrer würden auch von der Brücke springen, wenn es von „oben“ angewiesen wird und Eltern können weiter ihrer Magerkarriere in Bullshitjobs nachgehen. Die 800-1000 Toten pro Tag kann man schon mal ausblenden.
      Win Win.
      Alles supi, topi.

      • Ich habe weiter oben schon die Bezeichnung von niederen Jobs angeprangert. Jetzt kommt noch Magerkarriere und Bullshitjobs dazu. Was glaubt Ihr eigentlich was sich von solchen Äußerungen und Eurer Einstellung anderen Berufsgruppen ergibt. Aus der augenscheinlichen Abneigung den Lehrern gegenüber wird sich richtiggehender Hass bilden. Ich finde es absolut unverschämt mit solchen Ausdrücken andere Menschen nieder zu machen. Vielleicht geben Sie doch einige Beispiele, welche Berufe denn gemeint sind. Oder sind es alle, ausser Lehrer?

        • @Achim

          „Jetzt kommt noch Magerkarriere und Bullshitjobs dazu. Was glaubt Ihr eigentlich was sich von solchen Äußerungen und Eurer Einstellung anderen Berufsgruppen ergibt.“

          Sie schreiben hier ja schon länger.
          Dann gehe ich davon aus, dass Sie auch andere Schreiber im Forum (schon länger) zur Kenntnis nehmen, indem Sie deren Beiträge lesen?
          @xy hat schon oft geschrieben, wo er beruflich einzuordnen ist: Er ist KEIN Lehrer.

          „Aus der augenscheinlichen Abneigung den Lehrern gegenüber wird sich richtiggehender Hass bilden.“
          In Sachen „augenscheinliche Ablehnung“ und „Hass“ geben Sie ein feines „role model“ ab.

          „Vielleicht geben Sie doch einige Beispiele, welche Berufe denn gemeint sind.“
          Was soll das?
          Also gut, weil Sie es sind – vielleicht gefällt Ihnen das so sehr, dass Sie Ihr Talent und Ihre Zeit nutzen:
          https://www.manpower.de/neuigkeiten/der-joblog/detail/applaus-applaus-oder-was-macht-eigentlich-ein-warm-upper-10/

        • Achim, ich bin überbezahlter Maschinenbauingenieur und halte viel von meinen Kollegen ohne Studium. Ich halte auch viel von Niedriglöhnern, die teilweise politisch informierter sind als unsere Wohlstandsbekannten. Bullshitjobs ist nicht abwertend gemeint, mein Job besteht zu 80 Prozent aus Telkos, dem täglichen Bullshit eben. Aber ich bin der Meinung, dass kein Job den Tod oder die Erkrankung anderer wert ist!
          Wer mich dafür hasst, soll das tun.

  21. @xy,
    es hat keinen Sinn, mit @Achim zu diskutieren. Er wälzt sich in seinem selbstgewählten Hass auf Lehrer, was soll es bringen? Ich achte Ihre Beiträge, sie sind ohne Vorurteile und immer fundiert. Machen Sie weiter so! Lassen wir ihn einfach labern, Verdi wollte ihn auch nicht mehr. Alles hat seinen Grund.
    Ich wünsche Ihnen und Ihrer Frau einen guten Start ins Jahr 2021, bleiben Sie gesund.

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