Kultusministerium verteilt an Lehrer Masken, die EU-Standards nicht entsprechen

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STUTTGART. Das baden-württembergische Kultusministerium hat an die Lehrer im Land Masken verteilt, die mittlerweile nicht mehr nach Europa importiert werden dürfen. Bei den Lehrkräften gibt es nun Zweifel an der Sicherheit der Schutzmasken. Sowohl das Kultus- als auch das Sozialministerium versichern jedoch, die Masken seien geprüft und sicher.

Sicher? Filterschutzmasken mit chinesischer Norm KN95. Screenshot

Es handle sich dabei um Filterschutzmasken mit chinesischer Norm KN95, teilte eine Sprecherin des Kultusministeriums am Freitag mit. Die Masken seien bereits im Frühjahr beschafft worden, als auch Schutzausrüstung eingeführt werden durfte, die nicht den formalen Vorgaben der EU entsprochen habe, gab das Sozialministerium in einer Stellungnahme bekannt. Seit Ende August dürfen solche Masken, wie sie in den vergangenen Tagen an die Lehrer in Baden-Württemberg verteilt wurden, nicht mehr in die EU importiert werden.

Das Kultusministerium hat wegen der Masken zahlreiche kritische Rückfragen von Schulen erhalten

Das Sozialministerium habe die Masken vor der Auslieferung einer Zertifikatsprüfung und einer technischen Prüfung unterzogen. Das Kultusministerium gehe davon aus, dass der Schutz der Masken mit der Norm für sogenannte FFP2-Masken vergleichbar sei, hieß es.

Bei den Lehrern gibt es daran durchaus Zweifel. Das Kultusministerium habe zahlreiche kritische Rückfragen von Schulen zu den Schutzmasken erhalten, teilte die Sprecherin mit. Deshalb sei das Sozialministerium um Stellungnahme gebeten worden. Zuvor hatte die Ludwigsburger Kreiszeitung darüber berichtet. Das Kultusministerium hatte Ende November angekündigt, Millionen von FFP-2- und OP-Masken an die Lehrkräfte in Baden-Württemberg verteilen zu wollen. dpa

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22 KOMMENTARE

  1. Ich, als Privatperson über 60 und damit als Privatperson der Risikogruppe angehörend, habe drei FFP2-Masken bekommen. Als Lehrerin und in dem Zusammenhang über 60 nicht der Risikogruppe angehörend habe ich noch nichts dergleichen erhalten. Was mir aber fast lieber ist, als mit Sondermüll versorgt zu werden, wie es offensichtlich in BW passiert ist. Wer glaubt denn einer Aussage, die Masken seien sicher, wenn diese Aussage von den gleichen Leuten kommt, die behaupten, die Schulen seien sicher. Und warum noch mal dürfen diese Masken nicht mehr importiert werden?

  2. Im Frühjahr bestellt? Die Masken haben wir am späten Vormittag des 15. 12. (LETZTER SCHULTAG!!!!) für unsere Schule erhalten. DANKE!
    Die Maske stinken. DANKE!
    Die Masken verschaffen Schmerzen an den Ohren, so eng sind sie. DANKE!
    Die Masken sind nicht zertifiziert. DANKE!
    Zusammenfassung: WEIL WIR ES WERT SIND??????
    Und, ach übrigens, „Nanni“, schreiben Sie doch einfach Ihre handschriftlichen Grüße nächstes Mal aufs kultusministerielle Toilettenpapier. Da sind die salbungsvollen Worte besser aufgehoben.

  3. Die Masken, die wir im Saarland bekommen haben, sehen genauso aus, gleiche Farbe, gleiche China-Kennzeichnung. Sie sind auch viel zu klein, um sie tragen zu können, und die viel zu kurzen Gummibänder sind direkt ans Material getackert. Richtig hautfreundlich und toll für Nickelallergiker… Aber da sie eh nicht tragbar sind, ist das auch egal.
    Ich hatte jetzt 2 Wochen lang Bronchitis, obwohl ich in der Schule durchgehend FFP2-Maske getragen habe. Private Kontakte gab es nicht.

    • @Spitzer: Dieser Vergleich mit anderen Masken ändert trotzdem nichts daran, dass die an uns ausgelieferten sehr streng riechen und damit „untragbar“ sind.

  4. Übrigens gibt es von den in BaWü verteilten Masken 2 Größen. Die in der milichigen Verpackung sind die kleineren. Also eventuell mit einem Kollegen tauschen, wenn eure Masken zu groß/zu kelin sind. Wenn es an den Ohren weh tut, dann gibt es Clips, mit denen man die Gummibänder hinter dem Kopf verbinden kann. Das entlastet die Ohren und der Anpressdruck im Gesicht ist etwas höher, so dass die Maske auch wirklich dicht abschließt.

    • Was soll das für eine milchige Verpackung sein? Die Masken die uns geliefert worden sind in einer grauen Schachtel mit dem Firmennamen freshing. Herstellungsdatum ist am 10. April 2020. Außer der chinesischen Namen für KN95 und der chinesischen Zertifizierungsnummer GB 2026 … kann ich keinerlei Zertifizierung wie CE finden. Selbst die drei Buchstaben Kennzeichnung, leider weiß ich sie nicht mehr genau, die für den Übergang für erlaubt einzuführen de Masken angebracht werden musste, ist nicht vorhanden. Ein Prüfsiegel von DEKRA, wie vom Ministerium offensichtliche behauptet ( siehe Kommentare weiter oben) ist weder auf der Schachtel, noch an den Masken zu finden. Ich habe privat beschaffte FFP2 Masken, die von DEKRA getestet Punkt dot klebt an jeder Maske ein kleiner grüner Aufkleber der DEKRA.
      Zur Größe: wie oben beschrieben haben unsere Masken, die wir vom Land erhalten haben, eine einheitlich Verpackung aus grau bedrucktem Karton mit dem Aufdruck „Freshing“ der professionell wirkt, sie sind aber alle in einer Größe.
      (Ein Besuch auf der Website die angegeben wird, ergab, dass diese Maske das einzige Maskenprodukt dieser Firma ist. Angeblich, so steht dort, stelle die Firma auch Plasma Produkte her. Dazu hin brachte der Abruf, einer info.pdf zu den Masken, freundlicherweise gleich einen Trojaner mit. Das abgebildete „Firmengebäude“ stellte sich bei genauerer Betrachtung als ein architektonisch interessantes , großes Abflugterminal eines Flughafens dar.)
      Für mich sind diese Masken absolut untauglich, da sie, wenn sie an der Nase richtig sitzen, am unteren Ende nur bis knapp zur Kinnspitze reichen, nicht weiter. Seitlich der Ohrlaschen, die sich stark spannen und unangenehm sind, bilden sich am Masken Rand Taschen, durch die Nebenluft ein und ausströmt. Das sind nur reine Fakten, und keine Verurteilungen. Ich werde die Schachtel mit den Masken wieder zu den anderen der Schule zurückstellen. Offensichtlich haben andere Kollegen, die vermutlich ähnliche Erfahrungen machten, ihre Boxen auch wieder zurückgestellt, denn es werden wieder mehr.
      Möge sich jeder sein Bild selbst machen.
      ( Das ganze schlägt mir mittlerweile übel auf den Magen!… ich freue mich, dass ich es geschafft habe, die Nennung irgend eines Namens oder eines Ministeriums zu vermeiden. Schluss mit der Ketzerei! Schließlich ist bald Weihnachten
      … kleines Bisschen Ironie: Ende).

  5. Bitte tragt diese Masken nicht! Bzw. lasst die Chargennummer vorher überprüfen. Die Masken an unserer Schule entstammen nachweislich dem Spahnschen Kontingent, das schon im Frühjahr abgelaufen war und eigentlich entsorgt hätte werden müssen.

  6. Diese Masken bitte nicht verwenden. Besorgen Sie sich als Selbstschutz zertifizierte FFP2 oder 3. Ich trage als Risikogruppe bei Kurzaufenthalten im Werk 3M Masken. Kosten ca. 10-15 Euro pro Stück.

  7. Passend dazu: Im nördlichen Rheinland-Pfalz wurden den Lehrern Mitte Dezember einmalig 2 KN95-Masken zur Verfügung gestellt (mit dem Hinweis, sie nur im Notfall zu benutzen). Da die Masken nicht zertifiziert waren, wurden etliche von LehrerInnen ans Ministerium zurückgeschickt (mit der Empfehlung, Frau Hubig könne sie gerne selbst benutzen). Nach unangenehmen Pressemeldungen kam dann ein Schreiben vom Ministerium an die Schulen mit einem Hinweis auf einen Prüfbericht von der DEKRA, der bestätige, dass die Masken getestet seien. Vergleicht man die im Prüfbericht genannten Masken mit den vom Ministerium gelieferten….was für eine Überraschung: Der Prüfbericht bezieht sich auf andere Masken (anderer Name, anderes Material, anderer Prüfstandard). Es drängt sich wieder der Eindruck auf, dass Restbestände verteilt wurden, die ansonsten nicht auf den Markt gebracht werden dürfen.

  8. Ich selbst bin Sicherheitsbeauftragte an einer Berufsschule in BW und mir stehen im wahrsten Sinne des Wortes täglich „die Haare zu Berge“.
    Wir bekamen im Frühjahr einmalig drei Masken, die von unserem Förderverein bestellt wurden und zertifiziert waren.
    Danach gab es im Herbst und jetzt vor zwei Wochen wieder Masken „aus öffentlicher Hand“, beides KN 95, keinerlei Zertifizierung.
    Wir unterrichten das Schülerklientel, das lt. Forschung zur Zeit am stärksten infiziert ist (Altersgruppe 17 bis 25 Jahr).
    Wir können auch nicht „am Pult“ stehen bleiben, da wir sehr viel in Rechnerräumen und Praxiswerkstätten unterrichten.
    Die Alltagsmasken vieler Schüler sind … und manche Schüler sind vom Tragen befreit.
    Bei Covidfällen in der Klasse gehen weder Lehrer noch Schüler in Quarantäne.
    Schüler sitzen in zu kleinen und unzureichend belüftbaren Klassenzimmern, häufig ganztags.

    Und, und, und – die Schüler sind wichtig – aber unsere Gesundheit auch. Sonst scheitert der Unterichtsausfall irgendwann an erkrankten Lehrern – aber diese WEITSICHT hat das KM in BW ganz offensichtlich nicht.

    • Es ist richtig die Normen entsprechend sich ungefähr. Allerdings nicht wenn es im Express hergestellte Notfall produzierte Masken sind, die man ohne Zertifikate und Überprüfungen schnell nach Europa exportiert hat.

  9. Wegen derartiger, nicht zertifizierter FFP-2-Masken aus China kam es unter anderem in Krankenhüsern zu massiven Covid-19-Ausbrüchen beim Personal. Frohe Weihnachten.
    Die Politik hat uns versprochen, uns aus der Abhängigkeit vom chinesischen Markt zu befreien.

  10. Forscht man nach den vom Kultusministerium in Ba-Wü als angebliche FFP2-Masken verteilten türkisfarbenen Masken der Firma Anhui Ryzur, findet man sofort zahlreiche Rückrufaktionen dieser Masken in anderen Ländern und Tests, die zu dem Ergebnis kommen, dass die Masken nur zu 30 statt 95% (wie FFP2-Masken) schützen. Angeblich sind die Masken von der Dekra getestet, warum liegen dann die Ergebnisse nicht bei und ist nichts auf den Masken markiert? Wo ist das Haltbarkeitsdatum? Die Masken sind nicht einmal von einer offiziellen chinesischen Stelle zertifiziert und damit handelt es sich auch nicht um KN95-Masken. Da die Kultusministerin die Ängste der Lehrer ohnehin für übertrieben und „diffus“ hält und der Meinung ist, dass einfache Masken ausreichend sind, passt das ins Bild.

  11. Hallo Manu,

    in dem Dekra Gutachten handelt es sich um ganz andere Masken. Schon auf der Verpackung sind diese mit FFP2 und CE-Zeichen gekennzeichnet. Beides fehlt bei den uns ausgelieferten Masken. Auch auf der Abbildung ist die Maske ganz anders: im Dekra Gutachten ein Metallbügel und keine Kennziffer, hier bei den uns ausgelieferten kein Metallbügel und die Kennung KN95 auf beiden Seiten!

  12. Also uns wurden KN95 Masken der Firma Freshing aus Chengdu, China ohne CE Zertifizierung geliefert, die am Anfang einen starken und chemischen Eigengeruch haben, der jedoch verfliegt. Die im Dekra Bericht sind definitiv andere.
    Ich würde mich freuen, könnt jemand hier den dazugehörenden Prüfbericht vorlegen.

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