Start Politik Mehr Lernstandserhebungen, mehr Daten – aber wer sorgt dann für Förderung?

Mehr Lernstandserhebungen, mehr Daten – aber wer sorgt dann für Förderung?

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DÜSSELDORF. Nordrhein-Westfalen will genauer erfassen, was Schülerinnen und Schüler können – und Schulen stärker darauf verpflichten, Konsequenzen aus den Ergebnissen zu ziehen. Neue Lernstandserhebungen, ein landesweites Schülerfeedback und verbindliche Zielvereinbarungen mit der Schulaufsicht sollen dafür ineinandergreifen. Gewerkschaften und Lehrerverbände halten diesen Ansatz durchaus für sinnvoll. Sie vermissen allerdings ein entscheidendes Glied in der Kette: Wenn Schulen aufgrund der Daten zusätzliche Förderung leisten sollen, müssten ihnen dafür auch verbindlich zusätzliche Ressourcen zugesichert werden. Sonst, so die Befürchtung, werden aus neuen Erkenntnissen vor allem neue Aufgaben.

Neulich im Testzentrum. Karikatur: News4teachers

Fast 2,5 Millionen Schülerinnen und Schüler an rund 5.400 Schulen starten in Nordrhein-Westfalen in der kommenden Woche ins neue Schuljahr. Rund 170.000 Kinder werden eingeschult. Wenige Tage vor dem Schulstart hat Schulministerin Dorothee Feller (CDU) vorgestellt, wie sie den im vergangenen Jahr angekündigten „Schulkompass NRW 2030“ weiter umsetzen will.

Im Zentrum steht eine stärker datengestützte Schul- und Unterrichtsentwicklung. Das Land will systematischer erfassen, wo Schülerinnen und Schüler fachlich stehen und wie sie Schule und Unterricht erleben. Aus diesen Befunden sollen Schulen konkrete Entwicklungsziele ableiten und deren Umsetzung gemeinsam mit der Schulaufsicht festlegen.

Den Anfang macht zum neuen Schuljahr der „Lernstand 5“. Rund 176.000 Schülerinnen und Schüler wechseln nach den Sommerferien von der Grundschule an eine weiterführende Schule. An zunächst freiwillig teilnehmenden Schulen sollen die Fünftklässlerinnen und Fünftklässler einheitliche Aufgaben zum Leseverständnis und zu grundlegenden mathematischen Kompetenzen bearbeiten.

Fast 500 Schulen haben nach Angaben des Ministeriums bereits Interesse an dem Testlauf angemeldet. Die teilnehmenden Schulen beteiligen sich zwischen Mitte September und Anfang Oktober mit ihrem gesamten fünften Jahrgang. Anschließend will das Ministerium Rückmeldungen zu Aufgaben und Verfahren auswerten und das Instrument weiterentwickeln. Danach soll der Lernstand 5 für alle Schulen verpflichtend werden.

Feller begründet die zusätzliche Erhebung mit den Anforderungen nach dem Übergang auf die weiterführende Schule. „An den weiterführenden Schulen müssen unsere Schülerinnen und Schüler in allen Fächern ihre Aufgaben selbständig verstehen und bearbeiten können. Zudem baut der Unterricht in vielen neuen Fächern wie Informatik, Physik oder Chemie auf einem mathematischen Grundverständnis auf, das für den weiteren Lernerfolg unverzichtbar ist.“ Lehrkräfte sollten deshalb früh erkennen können, wo Kinder Unterstützung benötigen.

Dabei soll es nicht bei der fünften Klasse bleiben. Bis 2030 plant Nordrhein-Westfalen zusätzliche Lernstandserhebungen auch in den Klassen 2 und 7. Zusammen mit den bereits etablierten Vergleichsarbeiten VERA 3 und VERA 8 würde der Leistungsstand damit künftig in fünf Jahrgangsstufen standardisiert erhoben. Hinzu kommen später die Zentralen Prüfungen in Klasse 10.

Die neuen Tests sollen möglichst digital durchgeführt und automatisiert ausgewertet werden. Für den Lernstand 5 nutzt das Land in der Pilotphase zunächst das bereits von VERA bekannte Portal; zugleich entwickelt Nordrhein-Westfalen ein digitales Testportal weiter.

„Wie sollen die Schulen diese Ziele unter den bestehenden Bedingungen erreichen? Das Problem sind nicht die Ziele. Das Problem beginnt mit dem Weg dorthin“

Der entscheidende Schritt folgt allerdings erst nach der Diagnose. Die Ergebnisse sollen künftig Teil eines Systems werden, mit dem Schulen ihre Entwicklung planen und gegenüber der Schulaufsicht konkrete Ziele vereinbaren.

Eine zweite Datenquelle dafür ist das „Zentrale Schülerfeedback“. Nordrhein-Westfalen hat es im vergangenen Schuljahr erstmals erprobt. Rund 320.000 Schülerinnen und Schüler aus mehr als 15.000 Klassen an über 1.500 Schulen beteiligten sich nach Angaben des Ministeriums.

Im zweiten Halbjahr 2026/27 sollen erneut alle Schulen das Instrument ausprobieren können. Der bestehende Fragenkatalog zu Wohlbefinden, demokratischer Teilhabe und Schulkultur wird dabei um Fragen zur Unterrichtsqualität erweitert. Schülerinnen und Schüler sollen beispielsweise einschätzen, ob Aufgaben sie dazu bringen, über verschiedene Lösungswege nachzudenken, ob sie hilfreiche Rückmeldungen zur Verbesserung ihrer Leistungen erhalten und ob ihre Klasse konzentriert und regelorientiert arbeiten kann.

Ab dem Schuljahr 2027/28 soll das Schülerfeedback für alle Schulen verbindlich werden. Bei der Auswertung stellt das Ministerium eine KI-Assistenz bereit. Feller betont, das Verfahren sei nicht dazu gedacht, einzelne Lehrkräfte zu bewerten.

Lernstandserhebungen und Schülerfeedback führen damit auf denselben Punkt zu: die Zielvereinbarungen zwischen Schulen und Schulaufsicht. Ergebnisse aus beiden Instrumenten sollen in die Gespräche einfließen, die die Schulaufsicht seit diesem Jahr regelmäßig mit Schulen führt. „So stellen wir sicher, dass alle Beteiligten gemeinsam darauf hinarbeiten, dass aus diesen Daten Taten werden“, erklärt Feller.

Im neuen Schuljahr kommt dafür erstmals ein digitales Instrument zum Einsatz. Darin sollen Schulleitungen und Schulaufsicht sogenannte SMART-Ziele festhalten – spezifische, messbare, attraktive, realistische und terminierte Vorhaben. Das Ministerium nennt als mögliches Beispiel eine Schule, die mathematische Defizite feststellt, daraufhin ein digitales Förderangebot in ihren fünften Klassen einführt, den schulinternen Lehrplan entsprechend verändert und anschließend überprüft, ob die Maßnahme wirkt.

An diesem Übergang von der Diagnose zur praktischen Förderung setzt die Kritik von GEW und VBE an. Bemerkenswert ist dabei, dass beide Verbände weder Lernstandserhebungen noch Zielvereinbarungen grundsätzlich zurückweisen. Die GEW NRW hält den Ansatz sogar ausdrücklich für richtig. „Dass Daten allein noch keine Schule besser machen, ist unstrittig. Daher ist der Ansatz der Ministerin, Daten für konkrete Entwicklungsziele zu nutzen und Schulen und Schulaufsicht darüber Zielvereinbarungen treffen zu lassen, richtig“, erklärt die Landesvorsitzende Ayla Çelik.

Für sie fehlt allerdings die Antwort auf die entscheidende Anschlussfrage: „Wie sollen die Schulen diese Ziele unter den bestehenden Bedingungen erreichen? Das Problem sind nicht die Ziele. Das Problem beginnt mit dem Weg dorthin.“

Die GEW fordert deshalb, das Instrument um eine zweite Verbindlichkeit zu ergänzen: Aus Zielvereinbarungen müssten auch Ressourcenvereinbarungen werden. „Wenn von einer Schule erwartet wird, zusätzliche Entwicklungsaufgaben aufgrund des festgestellten Förderbedarfs zu übernehmen, muss transparent und verbindlich festgestellt werden, welche zusätzlichen Möglichkeiten diese Schule dafür erhält: Welche Zeit steht zur Verfügung? Welches Personal? Welche Räume? Welche finanziellen Mittel?“

Damit stellt die Gewerkschaft zugleich die Frage, welche Konsequenzen eine datengestützte Schulentwicklung für die Verteilung von Ressourcen haben müsste. Denn wenn Daten unterschiedliche Förderbedarfe sichtbar machen, unterscheiden sich auch die Voraussetzungen, unter denen Schulen die vereinbarten Ziele erreichen können.

Eine Schule mit hohen sozialen Belastungen, großen Förderbedarfen oder erheblichem Personalmangel benötige womöglich wesentlich mehr Unterstützung als eine Schule unter günstigeren Bedingungen, argumentiert Çelik. Gerade darin könne der eigentliche Wert einer datengestützten Steuerung liegen: Daten könnten nicht nur Defizite und Entwicklungsbedarfe identifizieren, sondern auch Grundlage dafür sein, Personal und andere Ressourcen gezielter dorthin zu lenken, wo sie besonders benötigt werden. „Eine Zielvereinbarung allein schafft keine Förderstunde, verkleinert nicht die Klasse und stellt auch keine zusätzliche Fachkraft ein“, sagt Çelik.

„Wir brauchen einen Kompass, der den Schulen Orientierung gibt – aber keinen, der immer neue Aufgaben vorgibt“

Ähnlich argumentiert der Verband Bildung und Erziehung (VBE) NRW. Auch er stellt nicht infrage, dass Schulen Informationen über die Lernstände ihrer Schülerinnen und Schüler benötigen. „Es ist richtig, genau hinzuschauen, was Schülerinnen und Schüler können und wo sie Unterstützung brauchen“, erklärt die Landesvorsitzende Anne Deimel. „Entscheidend ist aber, was anschließend mit diesen Erkenntnissen geschieht.“

Wenn aus den Ergebnissen individuelle Förderung entstehen solle, müssten Schulen diese Förderung auch leisten können. Dafür brauche es kleinere Klassen und mehr Fachkräfte. Neue Instrumente dürften die Arbeit unterstützen, so Deimel, aber nicht zusätzliche Aufgaben erzeugen, ohne zugleich die Voraussetzungen dafür zu schaffen.

GEW-Chefin Çelik fordert für den „Schulkompass 2030“ deshalb einen „Belastungscheck“. Die Ministerin habe bei der Vorstellung ihrer Pläne die strukturellen Probleme des Schulsystems ausgeklammert. Lehrkräftemangel und steigende Arbeitsbelastung blieben ungelöst. „Wir brauchen einen Kompass, der den Schulen Orientierung gibt – aber keinen, der immer neue Aufgaben vorgibt.“ News4teachers / mit Material der dpa

Datengestützte Schulentwicklung: Deutschland hinkt hinterher – ein Gastkommentar

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19 Kommentare
Rainer Zufall
14 Tage zuvor

Meine Sorge wäre wohl eher eine datenGESCHÜTZE Förderung, welche Potenziale anregt, nicht durch den Ist-Stand erstickt…

Aber passgenaue Förderaufgaben wären schon eine fesche Sache, die mir Zeit freischaufeln würde.

SIND Handschrift und andere nicht-digitale Inhalte noch ein Thema oder wurden die letztes Jahr erfolgreich beerdigt? … :/

Michael Felten
14 Tage zuvor

Ja, Lehrkräfte in der 5 sollten zu Schulbeginn unbedingt ermitteln, welches Kind welche stofflichen Lücken hat. Und diese dann mittels geeigneten Materials aufarbeiten (lassen). Nicht weniger – aber auch nicht mehr.

Dafür braucht es vielleicht ein paar zusätzliche Förderstunden. Mit fähigen Förderlehrern. Aber doch nicht solch riesige Geschütze wie DSE – über die sich v.a. die Testindustrie freut.

Aber die Ministerin scheint ohnehin nur Gymnasiasten zu kennen: „An den weiterführenden Schulen müssen unsere Schülerinnen und Schüler in allen Fächern ihre Aufgaben selbständig verstehen und bearbeiten können.“ In der 5!? Unglaublich, solche Praxisferne!

Palim
13 Tage zuvor
Antwortet  Michael Felten

Ich weiß nicht, was Sie unter „Förderlehrern“ verstehen, aber ja, es braucht zusätzliches Personal.
Dabei gehe ich nicht davon aus, dass Schwierigkeiten innerhalb weniger Wochen aufgearbeitet werden können, meist braucht das länger. Es könnte aber daran liegen, dass die Förderung weit früher eingesetzt werden könnte, wenn es Personal gäbe, was bei derzeitiger schlechter Versorgung der Schulen fehlt.

Neben oder statt der Erfassung der Schülerdaten fände ich eine Erfassung der Unterrichtsversorgung sinnvoll. Da darf es dann gerne verbindliche Zielvereinbarungen der Schulaufsicht mit dem Land geben – mit einer entsprechenden Verpflichtung an das Land!

Eine Unterversorgung sollte zu deutlichen Konsequenzen führen, die einen Ausgleich für den Alltag sowie zu einer Überversorgung für das Nacharbeiten der nicht erfolgten Förderung und der liegen geblieben außerunterrichtlichen Aufgaben genutzt werden kann.

Sollte es zur Datenerhebung der Schüler:innen-Leistungen kommen, sollten die Daten der Unterrichtsversorgung der letzten 5 Jahre berücksichtigt werden – und zwar nicht eine Schulanfangsstatistik, sondern eine Erfassung der Daten über das Jahr. Wenn man doch auf die Erhebung von Daten schwört, sollte man sich in diesem Bereich nicht länger zurückhalten.

Wer Schulen nicht zu 120% mit Lehrkräften versorgt, kann eben keine vollumfängliche Förderung und Herausforderung der Schüler:innen erwarten.

Fräulein Rottenmeier
13 Tage zuvor
Antwortet  Palim

Sie werden staunen, ich muss so eine Statistik namensscharf führen. Jeder Pup, der sich ändert wird erfasst, über das ganze Jahr.
Das muss jede Grundschule in unserer Stadt. Nur leider folgt daraus nichts, denn wo es nichts zu verteilen gibt, kann die Schulaufsicht nichts herzaubern. Es liegt an der übernächsten Ebene. Das Ministerium legt im jeweiligen Haushaltsplan exakt fest, wie viele Stellen den Schulen im ganzen Land differenziert nach Schulform zur Verfügung gestellt werden…..Diese Stellen werden dann an die Bezirksregierungen weitergegeben und diese verteilen diese dann an ihre Städte und Kreise. Unter den Städten und Kreisen ist es ein immerwährendes Hauen und Stechen, wer die begehrten Stellen bekommt. Daher bedienen sich die Schulaufsichten auch bestimmter Mittel, die Stellen generieren (Z.B. Integrationsstellen…..die wirklich nur auf dem Papier existieren, aber bedarfserhöhend sind). So rechnet man sich möglichst arm als Stadt oder Kreis….in der vagen Hoffnung, mehr Stellen abgreifen zu können als der Nachbar…..ein echt widerliches und krankes System ist das. Es geht also um Luftnummern…..
Auch werden Stellen von Sozialpädagogischen Fachkräften zu 100% auf die Lehrerversorgung angerechnet, sobald man eine zweite oder mehr davon hat. MPTs werden hingegen nicht angerechnet. Doof nur, das SoFas keinen Unterricht halten. Auch SVAs werden bei voller Stelle mit 9 Lehrerstunden gegengerechnet….man hat also die Wahl, entweder jemand zur Unterstützung der Verwaltung oder mehr Lehrerstunden….

Fräulein Rottenmeier
13 Tage zuvor
Antwortet  Michael Felten

Als Startchancenschule werden wir ja seit geraumer Zeit gezwungen smarte Ziele zu vereinbaren und alles in Daten zu verpacken, damit Gelder freigegeben werden. Seitdem bin ich die Meisterin der Diagramme, die Daten gibt unsere SVA in Ecxeltabellen ein.
Und ja, es ist eine riesige Geldmaschine. Die Verlage und auch Universitäten haben Blut geschnüffelt und bombardieren die Schulen mit Diagnostiktools und Förderprogrammen. Aber auch das Ministerium hat bereits groß eingekauft und zwingt die Schulen an allen möglichen Programmen teilzunehmen…..

Unfassbar
13 Tage zuvor
Antwortet  Michael Felten

Ließe sich ganz schnell klären: harter Eignungstest für das Gymnasium. Um etwas anderes als das Gymnasium geht es ja faktisch nicht bei der Klasse 5

Unfassbar
13 Tage zuvor

Immerhin digital mit digitaler Auswertung. Ob die Erhebungen das prüfen, was sie behaupten, werden wir sehen.

Hans Malz
13 Tage zuvor
Antwortet  Unfassbar

Wenn die Ergebnisse nicht genehm sind, wird das schon noch genug angezweifelt werden.

vhh
13 Tage zuvor

Schülerfeedback: einige sind zufrieden, einige nicht, einige fühlen sich allein, andere nicht, einige fühlen sich ernst genommen, andere nicht….usw. Ach ja, viele haben ernsthaft und ehrlich angekreuzt, einige (vorher absehbar) möglichst negativ, egal wie es ihnen tatsächlich geht (aus späteren Unterhaltungen). Ergebnis: Menschen, dazu gehören auch Schüler, empfinden die gleichen Situationen unterschiedlich. Wie das wohl bei den neuen Fragen zur Unterrichtsqualität aussieht? Feedback dazu wurde zwar bisher schon eingeholt, aber das landete ja nur bei der beurteilten Lehrkraft und nicht im Ministerium. Wurde dann sogar schneller berücksichtigt, aber das ist wohl zweitrangig.
Schulempfehlung – VERA8 – Abschluss: Das soll bei uns jetzt ‚getrackt‘ werden, um die erhoffte Korrelation in die Prognosen einzuarbeiten, ‚auch mit Blick auf die Oberstufe‘ (?). Noch ein paar Tests und wir können schon in Jg8 die passenden Ausbildungsverträge abschließen.
Das wird aus Tests und Feedback, wenn die Zeit nur reicht, um Statistiken zu erstellen.
An das Ministerium: Klassen mit 32 SuS, Inklusion und Zuwanderung, ADHS und fehlender Impulskontrolle, sind zu groß für pädagogische Arbeit. Schulen aus Klassenraum + langen, dunklen Fluren eignen sich nicht für offenen Unterricht. 100% Besetzung auf dem Papier reicht niemals und als Erstes werden Lern- und Förderzeiten gestrichen. Könnte man auch ohne Statistiken langsam merken.

Fräulein Rottenmeier
13 Tage zuvor
Antwortet  vhh

Zum Thema Schülerfeedback: wir machen das seit Jahren zweimal im Schuljahr für das Klassenklima und für das Schulkllima. Tatsächlich machen wir das, um es für die Schulentwicklung zu nutzen und das beginnend ab Klasse 1. Uns ist es wichtig zu erfahren, wie die Kinder sich in unserer Schule fühlen und kalkulieren auch Streit und sonstige Befindlichkeiten mit ein.
An der Auswertung haben wir schon viel erkennen können, was uns geholfen hat, Dinge zu verändern……

vhh
12 Tage zuvor

Wir bekommen relativ klare Rückmeldungen in den Klassenstunden und über sonstige Gespräche, natürlich in erster Linie zum Klassenklima. Die Ergebnisse des Feedbacks sind aber immer sehr ähnlich, egal welche Frage: ca 2/3 leicht positiv/negativ, das restliche Drittel auf die Extrempositionen verteilt. Das führt dann, gut und vernünftig, zu Veränderungen in Richtung mehr echte Teilhabe oder klare Beschwerdewege oder ergänzte Schwerpunkte beim sozialen Lernen. Diese Maßnahmen drängen sich allerdings nicht mit einem Blick auf, das sind Nuancen, das wäre 3- statt 3, positive Punkte entsprechend 3+.
Ich weiß nicht, ob es den Aufwand wert ist, eigentlich sind alle diese Punkte sowieso in Arbeit. Vielleicht lassen sich in einem kleineren System, GS, Dinge direkter verbessern.

Einer
13 Tage zuvor

Ich mache in jeder Klasse in jedem Halbjahr zwei 90-Minuten und mindestens zwei 29-Minuten-Lernstandserhebungen. Den Schüler wird im Anschluss gezeigt wo ihre Defizite liegen und was sie dagegen machen können. Die Daten gebe ich spätestens zum Halbjahr an die Bildungsgangleitung weiter. Den Eltern stehe ich sieben Tage die Woche per Mail oder am Telefon zu Verfügung. Auf Wunsch auhvin 3D.
Ändert aber alles nichts an den Leistungen.

Pit2020
12 Tage zuvor
Antwortet  Einer

@Einer

sieben Tage die Woche per Mail oder am Telefon“

Am besten noch 24/7?

Bayerische Eltern
13 Tage zuvor

Am Gym meines Kindes gabs drei Jahre Probleme mit der Qualität des Matheunterrichts.

Eine Vielzahl von Eltern hat daraufhin zu Hause unterrichtet oder das Wissen via Nachhilfe vermittelt.
Damit lag man bis zu zwei Noten über Klassendurchschnitt.
Bis inklusive der Lernstandserhebung.

Die Defizite sind ganz konsequent dokumentiert und bis ins Kultusministerium transparent gemacht worden.
Die Probleme wurden geleugnet und abgestritten.

Daher kann man soch die Lernstandserhebungen dann auch sparen wenn sich die Unterrichtsqualität für die Kinder eh nicht verbessert.

447
13 Tage zuvor

Die „Unterrichtsqualität“ (was Sie meinen ist: Was die Kinder tatsächlich gelernt haben) kann häufig nicht verbessert werden.

Die Gründe sind meist äusserst banal und durch die Lehrkraft nicht zu beeinflussen:

– Anzahl der Minuten pro Klasse, Anzahl der Schüler pro Klasse/Kurs…’nuff said
– Eltern und privat bezahlte Nachhilfe führt schon deswegen zu mehr Erfolg, weil M & P ganz andere Hebel haben und die bei den substantiellen Ausgaben (in Zeit, Geld, Aufwand) eben auch ziehen. Da ist Schülerli natürlich um einiges…“motivierter“. Und selbst der didaktisch dümmste Paukunterricht im Nachmittagsbereich wird dann halt genutzt…schon, weil Schülerli die Nachhilfe los werden will.
– Anzahl ausfallende Stunden Fachunterricht, wobei damit Ausfall aller Art gemeint ist, vom ganz tollen Theaterstück über den Bibliotheksbesuch bis zum Präventionstag gegen X, Y oder Z. Einfach mal drauf achten, die Ausfallzahlen stapeln sich zu ganz schönen Ungetümen auf.
– je nach Gruppendynamik: Sperren der SuS gegen den Lerninhalt. Nicht das häufigste Phänomen und kommt nicht sehr oft vor, gibt es aber auch.

Und ja, natürlich gibt es auch faktischen Ausfall/Verfall von Stunden durch schlechte Lehrkräfte.
Wird meiner Meinung nach brutal überschätzt.

Heinz
13 Tage zuvor

Warum müssen die Kommunen eigentlich keine Zielvereinbarungen treffen, wenn die Schüler schlecht abschneiden?
Ein Großteil des schlechten Abschneidens der Schülerinnen und Schüler schiebe ich jeden Falls auf massive Gleichgültigkeit bei vielen Eltern und auf die räudige Ausstattung und Rahmenbedingungen, die von der Kommune gesetzt werden. Es bringt nichts, wenn man an der Stelle anpackt, wo man schon seit Jahrzehnten erfolglos probiert alles zu verändern.

447
12 Tage zuvor
Antwortet  Heinz

Na ja, so lange wir die Daten erfassen…wird schon das richtige erfasst.

Und wenn nicht, sagt es einem schon wer.

Rainer Zufall
11 Tage zuvor

Ich will auch so schöne Fingernägel zu meinen viel zu kurzen Armen haben und in Schreibschrift sprechen können ^^

unverzagte
11 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Fingernägel in Arrmfarbe und/oder sollen sie die Länge ausgleichen ?